Medizinische Universität Wien
Spitalgasse 23, 1090 Wien
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Development and implementation of a targeteD tRaining dIgitaL Learning (DRILL) Hub during the COVID-19 Pandemic at the Comprehensive Center for Pediatrics

Ziele/Motive/Ausgangslage

Die COVID-19 Pandemie hat zu einer deutlichen Verschärfung der Hygiene- und Verhaltensregeln in Krankenhäusern, zum Schutz von Patienten/innen und Personal, geführt. SARS-CoV-2-spezifische Hygienerichtlinien und deren unregelmäßige und kurzfristige Änderungen werden derzeit über verschiedene Kanäle kommuniziert (u.a. interne E-Mails, Intranet). Dies führt zu einer Informationsflut, die dem/der Studierenden Schwierigkeiten bereitet den Überblick zu bewahren und Informationen rasch zu filtern. Zusätzlich haben Verantwortliche im Lehrbetrieb keinen Überblick, ob Medizinstudenten/innen im klinischen Praktikum, welches einen essentiellen Teil des Studiums darstellt, diese hochrelevanten Informationen kennen und wie gut sie auf deren Umsetzung in der Praxis vorbereitet sind.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Kommunikation zu COVID-19 relevanten Themen findet hauptsächlich über E-Mail statt, und entsprechende Dokumente wurden bisher über verschiedene Datenspeicherungs- und Kommunikationsnetzwerke ausgetauscht. Dies führt zu einer Informationsflut, die dem/der Studierenden Schwierigkeiten bereitet den Überblick zu bewahren und Informationen rasch zu filtern. Des Weiteren hat der Herausgeber des Inhaltes keine Kontrolle darüber, ob die Informationen die Zielgruppe erreicht haben, geschweige denn ob der Inhalt zu Wissen gemacht wurde. Diese Probleme formieren Barrieren für eine umfassende Lernumgebung und einen sicheren Lehrbetrieb in der komplexen und schnelllebigen Umgebung eines pädiatrischen Tertiärzentrums während der COVID-19 Pandemie. Ziel dieses Projekt ist eine uniforme Datenverteilungs- und/oder Trainingsstelle für Medizinstudenten/innen der Medizinischen Universität Wien für diese essentiellen Informationen. Aus diesem Grund haben wir ein innovatives Instrument für Medizinstudenten/innen am Comprehensive Center for Pediatrics der MedUni Wien entwickelt, um professionellen Wissenszuwachs und die Lernzufriedenheit zu essentiellen und sich rasch ändernden Themen der Hygiene und Risikominimierung zu verbessern, und somit Patienten/innen-, Personal- und Studenten/innen-Sicherheit in der klinischen Praxis zu fördern. Die wissenschaftliche Evaluierung dieser targeteD tRaining dIgitaL Learning (DRILL) Hub Webapp ist aktuell Gegenstand einer kontrollierten Studie.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Communication about COVID-19 was mainly accomplished by e-mail so far and respective documents were distributed by various data storage and communication networks. This leads to a flood of information that makes it difficult for the student to maintain an overview and filter and identify relevant information quickly. Furthermore, the originator has no feedback if the information provided has reached its target population, let alone if the content was transferred into knowledge. These issues form barriers for a comprehensive learning environment in the complex and fast paced environment of a pediatric tertiary care center. Goal of this project is to foster uniform distribution and to build a training hub for medical students at the Medical University of Vienna for these essential informations on COVID-19. We therefore developed an innovative tool for medical students at a tertiary care center, in order to facilitate professional knowledge gain and learning satisfaction during the COVID-19 pandemic, on essential and fast changing hygiene and mitigation practices to improve patient, personnel, and medical student safety in clinical practice. The scientific evaluation of this targeteD tRaining dIgitaL Learning (DRILL) Hub is currently performed in a controlled trial.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die COVID-19 Pandemie hat zu einer deutlichen Verschärfung der Hygiene- und Verhaltensregeln in Krankenhäusern, zum Schutz von Patienten/innen und Personal, geführt. SARS-CoV-2-spezifische Hygienerichtlinien und deren unregelmäßige und kurzfristige Änderungen werden derzeit über verschiedene, zum Teil geschlossene Kanäle kommuniziert (u.a. E-Mail, Intranet). Dies führt zu einer Informationsflut, die dem Einzelnen Schwierigkeiten bereitet den Überblick zu bewahren und Informationen rasch zu filtern. Die Inhalte sind nicht nur nicht für Medizinstudenten/innen aufbereitet, sondern sind diesen häufig auch nur teilweise zugänglich. Zusätzlich haben Verantwortliche im Lehrbetrieb der Krankenhäuser auch gar keinen Überblick, ob Medizinstudenten/innen im Praktikum, welches einen essentiellen Teil des Studiums darstellt, diese hochrelevanten Informationen erhalten, lesen und wie gut sie auf deren Umsetzung in der Praxis vorbereitet sind. Fehlendes Wissen der Medizinstudenten/innen zum Zeitpunkt ihres Einsatzes in der klinischen Praxis kann zu Fehlern in der Umsetzung von Hygienerichtlinien und Maßnahmen zur Übertragungsrisikominimierung führen, und somit das Risiko für alle Beteiligten erhöhen, insbesondere für die Patienten/innen und das medizinische Personal, aber nicht zu vergessen auch die sich in Ausbildung befindlichen zukünftigen Ärzte/innen selbst.

 

Andererseits ist es jedoch essentiell, dass Medizinstudenten/innen einen ausreichenden Teil Ihres Studiums auch tatsächlich im klinischen Praktikum verbringen, vor allem an den Universitätskliniken, um die Diagnostik, Behandlung und Versorgung dieser Patienten/innen nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu erlernen.

 

Die Schulung der Medizinstudenten/innen erst im klinischen Routinebetrieb ist jedoch ebenfalls kritisch, da es Verzögerungen verursacht, die die Tätigkeit des im Rahmen der Pandemie bereits belasteten Personals zusätzlich erschwert. Dadurch verbleibt unter den bestehenden Bedingungen ein realistisches Risiko, dass unzureichend geschulte Medizinstudenten/innen zur Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus unter Patienten/innen, viele davon schwer beeinträchtigt in ihrer Infektabwehr, und hoch spezialisiertem Personal beitragen.

 

Um ausreichende Trainingsmöglichkeiten für Medizinstudenten/innen vor ihrem klinischen Einsatz zu schaffen und um einen zentralen, übersichtlichen Informationspunkt mit Suchfunktion bereit zu stellen, haben wir am Comprehensive Center for Pediatrics der MedUni Wien zusammen mit dem Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Patient Safety und der Firma Ovos Media GmbH (Wien, Österreich) ein innovatives digitales SARS-CoV-2 Trainings- & Informationssystem in Form einer multiplattformfähigen Anwendung (Android, iOS und Web) entwickelt – DRILL Hub. Die Entwicklung erfolgte nach dem User Centered Design (UCD) Ansatz, welche vorsieht, dass Endnutzer/innen und relevante Stakeholder von Beginn an in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Projektstrategie, der Aufbau und Inhalt der Anwendung, aber auch Form und Design den Bedürfnissen und Zielen der Endnutzer/innen entsprechen.

 

Zu Beginn dieses Prozesses fanden qualitative Interviews mit anschließender Inhaltsanalyse zur Definition von relevanten Themenbereichen zu Inhalt und Funktion der App mit allen relevanten Stakeholdern (Experten/innen für Hygiene, COVID-19, etc.) statt. Im Rahmen dieses Prozesses wurden ebenfalls vorhandene Ressourcen und Informationsquellen von Ärzten/innen mit verschiedenstem Ausbildungsstand (von dem/der jungen Assistenzarzt/ärztin zum/zur erfahrenen Oberarzt/ärztin) identifiziert und entsprechend bearbeitet. Weiters wurde eine groß angelegte digitale Fragebogenerhebung unter allen Mitarbeiter/innen-Gruppen der medizinischen Versorgungseinheit eines Krankenhauses durchgeführt, basierend auf den Ergebnissen der Stakeholder-Analyse, um Kontext, Inhalt, Umfeld und Anforderungen der Anwendung möglichst breit unter allen möglichen Berufsgruppen in direktem Arbeitsverhältnis zu den Endnutzer/innen zu erfassen.

 

Im weiteren Verlauf der Implementierung wurden Click-Dummies des SARS-CoV-2 Trainings- und Informationssystems erstellt und in qualitativen geführten Fokusgruppen gemeinsam mit Endnutzer/innen getestet. Dabei wurden vor allem die User Experience und das User interfacedesign, Diversität, Nutzungskontext und Gesamtdesign, sowie alle Stärken und Schwächen im Entwicklungsprozess erkannt und bestmöglich bearbeitet.

 

Das Ziel war es, die von Experten/innen zu Verfügung gestellten Inhalte, durch interactive learning experience designers in eine unterschwellige digitale Lernerfahrung zu transformieren – in enger Zusammenarbeit mit den Experten/innen im Verlauf des gesamten Prozesses der Entwicklung.

 

Digitale Kartendecks, Quizzes, etc. wurden verwendet um professionelle Information und Wissen in interaktive und visuelle learning journeys mit spielerischen Einschätzungen des Lernfortschrittes zu transformieren, um eine bessere Wissensvertiefung zu ermöglichen.

 

Die mögliche Überlegenheit dieses durch diesen stringenten Prozess entwickelten SARS-CoV-2 Trainings- & Informationssystems während der COVID-19 Pandemie in einem Hochrisikoumfeld für zukünftige Ärzte/innen wird aktuell mit einer wissenschaftlichen Studie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde untersucht.

 

Um mögliche Vorteile und die Überlegenheit eines solchen digitalen Lerntools hinsichtlich besserem Lernerfolges und Studenten/innen-Zufriedenheit in einem Hochrisikoumfeld während der COVID-19 Pandemie zu untersuchen, wird die wissenschaftliche Studie über Hybrid-Distance-Learning durchgeführt. Die Studenten/innen erhalten zu Beginn ihres klinischen Praktikums an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde ihren anonymisierten Zugangscode für die Webapp des SARS-CoV-2 Trainings- & Informationssystems, über welches sie, nach Einwilligung in die Studie, zu Beginn einen Wissenstest bestehend aus 33 Fragen entwickelt aus den Open World Health Organization (WHO) COVID-19 course series quizzes, absolvieren müssen. Anschließend werden die Studenten/innen Clusterrandomisiert in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe. Dies ist notwendig, da jeweils Kleingruppen von ca. 10 Studenten/-innen ihr Praktikum zusammen an einer Klinik absolvieren. Die Interventionsgruppe erhält Zugriff zu allen Lerninhalten für die Dauer von einer Woche. Die Kontrollgruppe erhält keine zusätzlichen Lerninhalte über die Webapp. Nach einer Woche müssen beide Gruppen erneut den gleichen Wissenstest vom Anfang durchführen. Weiters werden die Studenten/innen zu Ihrer Zufriedenheit mit dieser Lernmethode, aber auch zu Ihrer perzipierten Sicherheit mit den Hygiene- und Risikominimierungsmaßnahmen befragt. So sollen am Ende der Studie Unterschiede im Lernerfolg, der Zufriedenheit und perzipierten Sicherheit zwischen den Gruppen, als auch der Lernerfolg innerhalb der Gruppen identifiziert und voneinander analysiert und unterschieden werden. Zusätzlich wird eine Gruppe von Studenten/innen untersucht werden, die ein 4-monatiges Praktikum an unserer Klinik absolviert, und daher 1x pro Monat einen Wissenstest und die Befragung der Zufriedenheit und perzipierten Sicherheit, über den Verlauf ihres gesamten Praktikums erhalten wird. So wollen wir kurzzeitige von länger andauernden Lernerfolgen und –methoden unterscheiden. Am Ende der Studie erhalten alle Studenten/-innen Zugang zur Webapp bis zum Ende des Semesters.

 

So können Medizinstudenten/innen rechtzeitig vor ihrem klinischen Einsatz das dringend nötige, sich aber oft rasch ändernde Wissen, welches essentiell für das Erlernen der klinischen Praxis und Versorgung von Patienten/ innen ist, erlangen und nach den bestmöglichen Methoden sicher an Patienten/innen im Krankenhaus ausgebildet werden.

Mehrwert

Verbesserter Informationsfluss

Positionierung des Lehrangebots

Studierende der Humanmedizin

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Digitale Transformation in der Lehre
Ansprechperson
Fabian Eibensteiner, Dr.med.univ.
Medizinische Universität Wien, Comprehensive Center for Pediatrics, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Abteilung für pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie
01 40400 21115
Nominierte Person(en)
Fabian Eibensteiner, Dr.med.univ.
Medizinische Universität Wien, Comprehensive Center for Pediatrics, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Abteilung für pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie
Univ.-Prof. Dr. Christoph Aufricht
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Bernadette Göschl
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
DDr. Michael Wagner
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Valentin Ritschl MSc
Institut für Outcomes Research
Dr. Lukas Kaltenegger
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Axana Hellmann MA
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Katharina Bibl
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Adalbert Raimann
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Sarah Knaus
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Matthias Beichl
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Dr. Stefan Irschik
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
Assoc-Prof. Priv.-Doz. Dr. Eva Schaden
Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie
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