Hochschulübergreifendes Online-Seminar Kreative Methoden in der Musikpädagogik (Kooperation zwischen der Universität Mozarteum Salzburg und der Universität Vechta)

Würdigung der Jury

Eine beeindruckende Kooperation zwischen der Universität Mozarteum Salzburg und der Universität Vechta hat zur Entstehung des hier gewürdigten Lehrkonzeptes geführt. Die Zusammenarbeit beider Universitäten hat bereits zuvor bestanden, jedoch wurde sie durch die gemeinsame Arbeit an der hier gewürdigten Lehrveranstaltung vertieft und hat dadurch neue Wege der Lehrkooperationen zwischen beiden Standorten initiiert.
Indem Univ.-Prof. Dr. Heike Henning und Univ.-Prof. Dr. Kai Koch das durch die Corona-Pandemie geforderte Lehren auf Distanz nutzten, um im Sinne eines Joint Classrooms gemeinsam eine Lehrveranstaltung für ihre Studierenden zu entwerfen, ist ein Lehrkonzept entstanden, das auf beachtliche Weise den digitalen Raum für die musikpädagogische Lehre nutzte. Die Studierenden arbeiteten hier in Tandems an einem Songwriting-Projekt, wurden unterstützt und geleitet durch ihre Lehrenden sowie durch externe Expert*innen und konnten so in einem Blended-Learning-Format eine neue Form des musikpädagogischen Studiums erfahren. Überaus verdient ist das Ergebnis dieser Lehrkooperation auf die Shortlist des Ars Docendi – Staatspreis für exzellente Lehre in der Kategorie „Methoden des Distanz Learning und deren nachhaltiger Einsatz“ aufgenommen worden. Es ist ein Beispiel dafür, dass durch den Zusammenschluss verschiedener Perspektiven neue Zugänge entstehen können, die auch die Lehre auf Distanz zu bereichern vermögen. Nicht nur die Kooperation der Lehrenden ist hierbei zentral, sondern auch die der Studierenden. Diese durch die Arbeit in einem gemeinsamen Projekt zu rahmen und durch die Wertschätzung des kollegialen und Expert*innen-Feedbacks zu ergänzen, hat sich als überzeugender Ansatz herausgestellt. Dass Teile der Lehrveranstaltung und ihrer Inhalte auch für Interessierte außerhalb des Kurses geöffnet waren, stellt neben dem wohlarrangierten Lehrkonzept einen zusätzlichen Mehrwert dar, weshalb er abschließend in dieser Würdigung angeführt werden soll.

Dr.in Angelika Thielsch
Georg-August-Universität Göttingen

Ziele/Motive/Ausgangslage

Ausgangspunkt für dieses Vorhaben war eine Intensivierung der Zusammenarbeit aufgrund der ähnlichen Forschungsinteressen von Univ.-Prof. Dr. Heike Henning (Universität Mozarteum Salzburg) und Univ.-Prof. Dr. Kai Koch (Universität Vechta, Deutschland), insb. Chorpädagogik und Musikgeragogik. Erste gemeinsame Projekte (ERASMUS-Austausch, Gastvorträge, gemeinsame Publikationen, gemeinsame Tagungen etc.) begannen im Januar 2020 und wurden seither punktuell weitergeführt.

Bei regelmäßigen Gesprächen wurde deutlich, dass sich auch in der Lehre Schnittmengen ergeben und dass die Corona-Pandemie insbesondere die praktischen Anteile des musikpädagogischen Studiums aufgrund von Distance-Learning vor neue, große Herausforderungen stellt. Es sollte ein hochschulübergreifendes digitales Seminarangebot geschaffen werden, das verschiedene Ziele unterschiedlicher Ebenen verfolgte und dabei auch noch Ressourcen vielfältig nutzbar machen sollte. Unabhängig der derzeitigen Rahmenbedingungen soll diese Form der Zusammenarbeit auch künftig weitergeführt und ausgebaut werden:

• Entwicklung eines hochschuldidaktisch ansprechenden Seminars mit Nutzung unterschiedlicher digitaler Tools, die synchrones und asynchrones Arbeiten (insb. Inverted Classroom) motivierend ermöglichen; studierenden- und familienfreundliche Konzeption durch zeitliche Flexibilität

• Kollaboratives Songwriting im digitalen Rahmen erproben und dabei die Vorzüge der Seminarkonzeption als geschützten Raum sensibler ästhetischer Prozesse nutzen (Partner- und Kleingruppenarbeit, differenzierte und vielseitige Feedbackstrukturen auf unterschiedlichen Ebenen bis hin zur professionellen Einschätzung in einer Art digitalen Songwriting-Masterclass und interner Präsentation der künstlerischen Produkte)

• Förderung von kooperativen Lernformen durch die eingesetzten Methoden und durch die Zusammenarbeit der Lehrenden im Sinne eines Best Practice Modells

• Austausch zwischen Studierenden (der eher kleinen Gruppen der jeweiligen Masterstudiengänge) auf internationaler Ebene im Seminarkontext

• Mehrfache Nutzung personeller und finanzieller Ressourcen durch ein gemeinsames Seminar (inkl. der Workshopangebote, die Teil des Seminars waren) auf Basis der Analyse der Kompetenzen der einbezogenen Modulcurricula

• Erprobung von partiell-kooperativen Seminarstrukturen (übergreifende und separate Seminareinheiten) im digitalen Raum zur Vorbereitung geplanter hochschulübergreifender Blended-Learning-Formate, die in der kommenden ERASMUS-Förderungsphase einen besonderen Stellenwert einnehmen und in Kooperation anvisiert sind (insb. im Bereich Musikgeragogik; ggf. in Kooperation mit der Hochschule Luzern)

• Nebenziel: Stärkung der Kooperation beider Universitäten auf dem Weg zu einer langfristigen ERASMUS-Partnerschaft

• Nebenziel: Intensivierung der Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Promotionsbetreuung (u.a. Kolloquien und Tandem-Betreuung), gemeinsam ausgerichtete Tagungen und chorpädagogischer und musikgeragogischer Verbandsarbeit

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

In Zusammenarbeit von Prof. Dr. Heike Henning (Innsbruck) und Prof. Dr. Kai Koch (Vechta) wurde ein Ressourcen-synergetisch-nutzendes, hochschulübergreifendes, digitales Seminar konzipiert, das internationale Begegnungen zwischen Studierenden virtuell ermöglichte sowie digitale musikalische Praxis mit Blended-Learning-Formaten verband. Ziel war ein motivierendes, flexibles (synchrone/asynchrone Elemente) und hochschuldidaktisch vielseitiges internationales Inverted-Classroom-Seminar, welches auf drei Säulen basierte, die um wenige curricular notwendige separate Einheiten erweitert wurden: Die erste Säule bildeten gemeinsame Teamteaching-Online-Seminare mit kooperativen Lernformen und vielfältigen digitalen Methoden. Die Zweite war der Einbezug externer Referent*innen mit ergänzenden Inputs in Formaten, die zudem für andere Interessierte geöffnet wurden (z. B. Vocal Painting oder Digital Open Choir). Die dritte und wichtigste Säule war ein Songwritingprojekt, bei dem Studierende in internationalen Tandems theorie- und kriteriengeleitet eigene Songs verfassten und mithilfe der digitalen Plattform BandLab kooperativ und ortsunabhängig produzierten. Es wurden Feedbackstrukturen im geschützten Rahmen etabliert, um die künstlerischen Prozesse optimal zu begleiten. Entstanden sind beeindruckende Ergebnisse, deren Entstehungsprozess auf künftige musikpädagogische Settings übertragbar ist und die in der Pandemiesituation einen Lichtschimmer in die musikalische Praxis gebracht haben.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In collaboration between Prof. Dr. Heike Henning (Innsbruck) and Prof. Dr. Kai Koch (Vechta), a cross-university, digital course using resources synergistically was conceived which enabled international encounters between students virtually and combined digital musical practice with blended learning formats. The aim was a motivating, flexible (synchronous/asynchronous elements) and in terms of university didactics versatile international inverted classroom course, based on three pillars, which were expanded by a few separate units required for the curriculum: The first pillar was the joint team teaching of online courses with cooperative forms of learning and diverse digital methods. The second was the involvement of external speakers with additional inputs in formats that were also opened to other interested parties (e.g. vocal painting or digital open choir). The third and most important pillar was a songwriting project in which students in international pairs wrote their own songs based on theory and criteria and produced them cooperatively and independently of location using the digital platform BandLab. Feedback structures were established in a safe framework in order to best support the artistic processes. The results are impressive, the process of which can be transferred to future music educational settings and which have brought a shimmer of light into musical practice in the pandemic situation.

Nähere Beschreibung des Projekts

Im Wintersemester 2020/2021 haben Univ.-Prof. Dr. Heike Henning und Univ.-Prof. Dr. Kai Koch ein gemeinsames digitales Seminar für Studierende der lehramtsbezogenen Masterstudiengänge der Universität Mozarteum und der Universität Vechta entwickelt. Dazu wurden die Curricula der Module Klassenmusizieren und angewandte Musiktheorie der Universität Vechta und die Pflichtmodule Instrumentalpädagogik und Fachdidaktik der Universität Mozarteum mit Blick auf die zu erwerbenden Kompetenzen und Workloads miteinander verglichen. Ergebnis dieses Vergleichs waren viele Schnittmengen, sodass gewisse Inhalte separat im digitalen Format unterrichtet und andere Inhalte in Form gemeinsamer Veranstaltungen angeboten wurden. In den separaten seminaristischen digitalen Sitzungen hatten sowohl musikalische Praxis (in Form von Singen, Tanz, Anleiten/Dirigieren oder Bodypercussion) als auch digitale kooperative Lernformen (z. B. die kollaborative Arbeit mit Etherpads oder Wortwolken, BreakOut-Sessions/Gruppenarbeit, Fragetools bzw. Voting-Formate wie menti.com oder auch asynchrone Tools wie Wikis, Foren, Dateisammlungen oder Courseware-Einheiten) ihren Raum.

 

Link zu den Abbildungen 1-6

Abbildung 1: Beispiele für asynchrones Lernen: Forennutzung, Dateiverwaltung, Courseware-Einheiten

 

Der Fokus im Rahmen dieser Bewerbung für den Lehrpreis soll jedoch auf den gemeinsamen Veranstaltungen liegen, die sich im Wesentlichen aus den drei Elementen Workshops, Vermittlung von Songwriting Grundlagen und Songwriting Projekt zusammensetzen:

 

Da das Corona-Semester ausschließlich digitale Lehre ermöglichte, wurden das Songwriting-Projekt inkl. der zu vermittenden Grundlagen sowie die ergänzenden Workshops in Online-Formate übertragen. Für die digitalen Workshops konnten namenhafte externe Referent*innen gewonnen werden, die mit Mitteln beider Universitäten finanziert werden konnten. Einige der Angebote wurden auch für weitere Studierende und außeruniversitäre Interessierte geöffnet (Third Mission). Teilweise haben neben den Studierenden mehr als 100 weitere interessierte Personen teilgenommen und so von diesem Angebot profitiert.

Abbildung 2: Elemente der gemeinsamen Veranstaltungen

 

Es wurde ein Songwriting-Projekt initiiert, bei dem jeweils zwei Studierende (jeweils eine Person aus Vechta und Innsbruck) semesterbegleitend einen gemeinsamen Song schreiben und mit Hilfe des digitalen Tools BandLab in Partnerarbeit produzieren sollten. Ergänzend gab es inhaltliche und methodische Einführungen, Begleitcoachings, Feedbackrunden und eine Auswertungs- bzw. Präsentationsphase die von Henning und Koch abwechselnd oder gemeinsam angeboten wurden.

 

Workshops

In vier jeweils 90-minütigen Veranstaltungen vermittelte Felix Schirmer aus Köln theoretische und praktische Grundlagen des Konzepts Intelligent Choir, das an die Methode des in Skandinavien entwickelten Vocal Paintings anknüpft. Dieser Ansatz ist nicht nur für freie und demokratisch-kreativ organisierte Chorformate, sondern bspw. auch für das Klassenmusizieren in Schulen einsetzbar. Durch Gesten und Zeichen können Übephasen oder performative Elemente live arrangiert und auf Basis von gelernten Zeichengebungen gestaltet werden – quasi eine nonverbale Art, mit Gruppen improvisatorisch und kreativ zu interagieren. Felix Schirmer erklärte zu Beginn die Herkunft und Ziele der Methode und vermittelte in Theorie und Praxis diverse Zeichen des Vocal Paintings. Mithilfe von vorgefertigten Loops konnten die Elemente auch über Webex ausprobiert bzw. trainiert und in Ansätzen hörbar gemacht werden. Nachfolgend arbeitete der Dozent exemplarisch mit zwei verschiedenen Zielgruppen, einem Jugendchor (9-18 Jahre), sowie einem Community Singing Chor (siehe Abb. 3), reflektierte bzw. vertiefte in einer weiteren Veranstaltung die Grundlagen und ordnete die beobachteten Prozesse der Chorprobe in Kombination mit vertiefenden praktischen Übungen ein. Neben den zwölf Masterstudierenden profitierten aufgrund der digitalen Abhaltung und der Öffnung für Interessierte mehr als 100 weitere Teilnehmende von diesen Workshops.

 

Abbildung 3: Open Choir als virtuelles Community Music Mitsingformat für Studierende und Interessierte

 

Ein weiteres Workshop-Angebot war eine Veranstaltung zum Thema Chor-Arrangieren für Kinder- und Jugendchöre mit dem namenhaften Arrangeur der Vocalband Maybebop, Oliver Gies. Er referierte zunächst zu den Besonderheiten des passgenauen Arrangierens für Chöre und Vokalgruppen allgemein und zeigte anhand seiner Arrangements die gestalterischen Besonderheiten für die spezifische Arbeit für Kinder- bzw. Jugendchöre. Zudem demonstrierte Oliver Gies am Klavier mit Hilfe von Notensatzprogrammen oder vokal die klanglichen und satztechnischen Besonderheiten bzw. Überlegungen zu seinen Arrangements für diese Zielgruppe.

 

Abbildung 4: Einblicke in die Arbeit mit Oliver Gies

 

Ein weiteres Angebot, das auch für Externe geöffnet war und über die aufgrund der Coronapandemie fehlende Chor- und Gesangspraxis hinwegtrösten sollte, war das digitale Mitsingangebot von Weihnachts- und Abendliedern an Heiligabend 2020 mit dem Komponisten und Kinderliederautor Peter Schindler, das den Studierenden zur Erweiterung des Repertoires dienen sollte.

 

Abbildung 5: Einblicke in die Bewerbung und Durchführung des Community Singing Projekts Stille Nacht

Songwriting-Projekt

 

In einer Einführungsveranstaltung im Dezember 2020 wurden die Studierenden aus Vechta und Innsbruck paarweise und hochschulübergreifend in Gruppen eingeteilt. In diesen festen Tandems sollte am Songwriting-Projekt gearbeitet werden.

Die Studierenden aus Vechta waren bereits durch ihre Arbeit im Rahmen des Seminars „Angewandte Musiktheorie“ mit dem browserbasierten Tool BandLab vertraut. Auf dieser für die (Hochschul-)Lehre kostenfreien Plattform können mehrere Personen eine digitale Audio-Workstation nutzen, d. h. es können mehrere Spuren für (digitale) Instrumente und Aufnahmen (z. B. Gesang) angelegt, bearbeitet und abgemischt werden. Sowohl eigene digitale Instrumente (via Interface, z. B. Midi-Keyboards) als auch die Tastatur des Computers können ebenso wie externe oder interne Mikrofone genutzt werden, um sogenannte Spuren (instrumentale oder vokale Stimmen) einzuspielen.

 

Abbildung 6: Screenshots aus dem Projekt BandLab, links die Gruppenoberfläche, rechts ein virtuelles Arrangement

 

Dieses Tool ermöglichte also den Studierenden aus Vechta und Innsbruck asynchron an ihren Songs zu arbeiten und ortsunabhängig Instrumente oder Gesang (bei nur wenigen klanglichen Einschränkungen des Tools, z. B. aufgrund der Aufnahmequalität oder des Abmischens/Finalisierens) aufzunehmen. Die Tandems trafen sich außerhalb der Seminarzeit digital für weitere Absprachen oder tauschten sich per Mail oder über andere Kommunikationswege aus. Im Rahmen des wöchentlichen Seminars „Angewandte Musiktheorie“ konnten Probleme und Fragen zum Projekt diskutiert werden; die Abgabefunktion in BandLab ermöglichte es den Tandems, Feedback von den beiden kooperierenden Dozierenden zu innerhalb der Plattform zu bekommen, die unmittelbar nach der Abgabe per E-Mail vom Tool automatisch informiert wurden, sodass zeitnahe Rückmeldungen möglich waren. In BandLab ist es für Lehrende auch möglich, die künstlerischen Produkte zu sichten und direkt dort Hilfestellungen oder Anregungen zu geben.

Alle Studierenden wurden im Rahmen der Seminare mit Grundlagen des Songwritings vertraut (Formen, Funktionen, Popharmonien, Melodiegestaltung, Instrumentierung etc.). In dem Einführungsworkshop gab Kai Koch Einblicke in konzeptionelle und methodische Herangehensweisen beim Texten von Songs. Die vorgestellten Methoden zur Textgenerierung konnten unmittelbar von den Tandems verwendet werden.

Am 17.01.2021 wurde Klaus Kauker aus Essen als Gastreferent eingeladen. Er hat einen erfolgreichen YouTube-Kanal zur Vermittlung musiktheoretischer Grundlagen („musiktraining“) und findet dort als „Musikpolizist“ Beachtung, indem er Songs bekannter Popstars analysiert und auf Plagiate prüft. Er berichtete anfangs aus seinem Leben als Komponist und Arrangeur (u.a. Projekte an der Philharmonie Essen oder Aufträge für den Webvideopreis Deutschland), vermittelte anschließend seine Zugänge und persönlichen Faustregeln bzw. Gelingensbedigungen beim Songwriting und gab schließlich individuelle Rückmeldungen zu den Zwischenergebnissen der Songwriting-Projekte. Im Vorfeld der Veranstaltung bekam er per E-Mail alle Ergebnisse zugesandt und nahm sich ca. 90 Minuten Zeit, die positiven oder verbesserungsfähigen Aspekte der Songs herauszustellen. Auf empathische Art und Weise gab er den Studierenden lohnenswerte Impulse, die sie in der letzten Phase des Projekts noch anwenden konnten. In einer Abschlusssitzung am Ende des Semesters wurden alle Songs bzw. Leadsheets im Rahmen eines digitalen Werkstattkonzerts mit digitalem Umtrunk bzw. Beisammensein präsentiert, sodass trotz der Schwierigkeiten des Musizierens in Zeiten der Coronapandemie, ein musikalisches Produkt in Form einer musikpraktischen Lernergebnisorientierung hervorgebracht wurde. Es entstand eine bunte Mischung unterschiedlicher Songs und Lieder, von denen drei als Anlage dieses Antrags zur Illustration der Projektarbeit online im geschützten Bereich der Homepage von Heike Henning (s.u., Links) zu finden sind:

• Der Song „Und doch bist du da“ ist im Stil eines Neuen Geistlichen Lieds gestaltet und wurde von zwei Studentinnen, die zufälligerweise beide Musik und Religion studieren, getextet und komponiert. Zielgruppe sollten Grundschulkinder sein, die sich auf die Erstkommunion vorbereiten. Klaus Kauker zeigte im Rahmen seines Workshops an diesem Beispiel, wie er dieses Lied mit BandLab arrangieren würde. Es entstand eine schöne Version mit interessanten Ideen bezüglich der Instrumentierung.

• Der zweite Song „Nörgler“ ist eine Gemeinschaftsarbeit einer Studentin aus Vechta mit dem Hauptfach Gesang und einer Studentin aus Innsbruck mit dem Hauptinstrument Jazz-Gitarre. Sie haben den Song selbst geschrieben, eingespielt bzw. eingesungen und produziert. Er richtet sich an alle „Nörgler“, denen man im Rahmen der coronabedingten Situation begegnen könnte, und erinnert stilistisch an eine Art Westernsong.

• Der dritte Song „Ein kleines Dankeschön“ wurde von drei Studierenden getextet, geschrieben und produziert, die damit allen Menschen, die sich in der gegenwärtigen Situation vielseitig für andere einsetzen, Danke sagen. Das Besondere sind nicht nur die mehrstimmigen Passagen, sondern auch Texte in verschiedenen Sprachen und Dialekten.

In der abschließenden Reflexionsrunde bzw. der Evaluation des gemeinsamen Seminars schätzten die Studierenden vor allem den Austausch, das gesamte Songwriting-Projekt und die besondere Stärke der digitalen Kooperation, Workshops und Seminare gemeinsam nutzen zu können. Auch die besondere Form der Betreuung durch individuelle Coachings und die vielseitigen Rückmeldungen zu den Projekten (z. B. in den Workshops oder im Seminar) wurden von den Studierenden als sehr positiv bewertet, da so unabhängig von der individuellen Ausgangslage, Lernfortschritte besonders effektiv ermöglicht wurden. Auch die Balance zwischen Theorie und Praxis, die für ein Musikstudium in besonderer Weise von Bedeutung ist, Lehrende aber während der Coronapandemie vor große Herausforderungen stellt, wurde in diesem Seminar für sehr gut befunden.

Die Mischung aus synchronen und asynchronen Lehreinheiten kam auch den Studierenden mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen entgegen und bot eine Flexibilität, die in dieser schwierigen Zeit sonst häufig fehlte. Einige Studierende konnten sich anfangs nicht vorstellen, dass Songwriting auch auf Distanz mit Hilfe digitaler Tools realisiert werden könne, da diese musikpraktische Arbeit normalerweise auf Präsenz angewiesen ist, und waren umso erstaunter, dass die ausgewählten Tools diese praktische Arbeit trotz aller Herausforderungen möglich machten. Die Ergebnisse überzeugten zudem.

Mehrwert

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit*

Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten soll zum einen verstetigt, zum anderen weiter ausgebaut werden und ebenfalls in eine langfristige ERASMUS-Partnerschaft münden.

Im Bereich der Lehre soll dieses digitale hochschulübergreifende Seminarangebot in den Masterstudiengängen weiterhin bestehen. Dabei werden die Ressourcen beider Standorte für alle Studierenden nutzbar. Dafür eignet sich das digitale Format mit blended-Elementen und den Ergänzungen separater individueller Seminareinheiten. Ferner sind weitere hochschulübergreifende (Ring-)Vorlesungen, Proseminare und Seminare auch im Bereich der Bachelorstudiengänge und bei den Doktoratsstudien geplant.

Auch im Bereich der Forschung soll die Zusammenarbeit in den gemeinsamen Forschungsschwerpunkten Musikgeragogik und Chorpädagogik weiter ausgebaut werden. Es sind in regelmäßigen Abständen gemeinsame Tagungen geplant z. B. die internationale Tagung Interkulturelles Musizieren, im Juni 2021, ferner gemeinsame Publikationen oder Tandembetreuungen von Promotionen). Ergänzend soll ebenfalls ein internationales Kolloquium für Promovierende beider Standorte eingerichtet werden, das erstmals im Sommer 2021 stattfinden wird und als Förderprojekt beim MWK Niedersachen „INTENSIV international“ zum 31.01.2021 eingereicht wurde.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten soll zum einen verstetigt, zum anderen weiter ausgebaut werden und ebenfalls in eine langfristige ERASMUS-Partnerschaft münden.

Im Bereich der Lehre soll dieses digitale hochschulübergreifende Seminarangebot in den Masterstudiengängen weiterhin bestehen. Dabei werden die Ressourcen beider Standorte für alle Studierenden nutzbar. Dafür eignet sich das digitale Format mit blended-Elementen und den Ergänzungen separater individueller Seminareinheiten. Ferner sind weitere hochschulübergreifende (Ring-)Vorlesungen, Proseminare und Seminare auch im Bereich der Bachelorstudiengänge und bei den Doktoratsstudien geplant.

Auch im Bereich der Forschung soll die Zusammenarbeit in den gemeinsamen Forschungsschwerpunkten Musikgeragogik und Chorpädagogik weiter ausgebaut werden. Es sind in regelmäßigen Abständen gemeinsame Tagungen geplant z. B. die internationale Tagung Interkulturelles Musizieren, im Juni 2021, ferner gemeinsame Publikationen oder Tandembetreuungen von Promotionen). Ergänzend soll ebenfalls ein internationales Kolloquium für Promovierende beider Standorte eingerichtet werden, das erstmals im Sommer 2021 stattfinden wird und als Förderprojekt beim MWK Niedersachen „INTENSIV international“ zum 31.01.2021 eingereicht wurde.

Aufwand

Im Vorfeld war viel Zeit für die Absprachen, Konzeption und Planung notwendig, die allerdings durch das gemeinsame Seminar mit hälftigen Ressourcen zeitlich gut kompensiert wurde. Die finanzielle Investition in die Workshopangebote sind in den Etats im Vorfeld ohnehin eingeplant gewesen und konnten daher gemeinsam gleich in doppelter Weise genutzt werden.

Insgesamt und perspektivisch wird das Angebot breiter (bzw. zweifach oder sogar mehrseitig nutzbar) bei Reduzierung zeitlicher und finanzieller Ressourcen mit dem positiven Nebeneffekt der Internationalisierung des Austauschs bzw. der Zusammenarbeit von Studierenden beider Standorte.

Positionierung des Lehrangebots

Dieses Seminarangebot richtet sich an Studierende der lehramtsbezogenen Masterstudiengänge beider Universitäten. In Innsbruck erfüllt es die Anforderungen des Pflichtmoduls „Instrumentalpädagogik und Fachdidaktik“ (Ltg. Univ-Prof. Dr. Heike Henning) und an der Universität Vechta das Pflichtmodul mum001 „Klassenmusizieren und angewandte Musiktheorie“ (Ltg. Univ.-Prof. Dr. Kai Koch).

Im Vorfeld wurden die jeweiligen Curricula bzw. Modulbeschreibungen bilateral verglichen, um Überschneidungen zu identifizieren. Diese Schnittmenge bildete die Grundlage des Seminars. Die weiteren standortspezifische Inhalte wurden über gemeinsame Seminarzeiten hinaus individuell abgedeckt und separat angeboten.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
Nominiert 2021
Kategorie: Methoden des Distance Learning und deren nachhaltiger Einsatz
Ansprechperson
Univ. Prof. Dr. Heike Henning
Universität Mozarteum Salzburg, Department für Musikpädagogik Innsbruck
+4367688122434
Nominierte Person(en)
Univ. Prof. Dr. Heike Henning
Universität Mozarteum Salzburg, Department für Musikpädagogik Innsbruck
Univ.-Prof. Dr. Kai Koch
Universität Vechta, Organisationseinheit: Fakultät 3 – Musik
Themenfelder
  • Curriculagestaltung – Organisation
  • Neue Medien
  • Didaktische Methode
  • Sonstiges
  • Kommunikation/Plattform
  • Wissenschaftliche (Abschluss)Arbeiten
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Erfahrungslernen
  • Internationalisation@home
Fachbereiche
  • Kunst, Musik und Gestaltung