Wirtschaftsuniversität Wien
Welthandelsplatz 1, 1020 Wien
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Internationale Makroökonomik, Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter

Ziele/Motive/Ausgangslage

Das Design dieser Lehrveranstaltung verfolgt das Ziel, den Kursteilnehmer/inne/n ein Fundament an ökonomischer Bildung mit auf den Weg zu geben. Bei der Erreichung dieses Ziels ist die Heterogenität in den Studienschwerpunkten der Teilnehmenden zu berücksichtigen. Während Studierende im Zweig Volkswirtschaft und Sozioökonomie zahlreiche weitere Lehrveranstaltungen mit ökonomischem Fokus besuchen werden, ist die rein volkswirtschaftliche Ausbildung von Studierenden der übrigen Studienzweige (Betriebswirtschaft, Internationale Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik) nach Beendigung dieses Kurses nahezu abgeschlossen. Es gilt daher, gleichzeitig Begeisterung zu wecken, Interesse zu fördern sowie kritisches Denken in Bezug auf makroökonomische Fragestellungen und deren Relevanz in der Praxis zu unterstützen. Der Kurs ist dabei nicht auf das Erlernen abstrakter makroökonomischer Modelle beschränkt. Vielmehr werden die Studierenden unter Anwendung der Theorie aktiv zur Reflexion über aktuelle sowie mittelfristige wirtschaftliche Fragestellungen, Herausforderungen und Probleme angeleitet.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, fördert die Lehrveranstaltung verschiedenste Kompetenzen der Studierenden:

 

i. analytisches Denkvermögen

ii. die logisch-konsistente (schriftliche) Ausdrucksweise im professionellen Kontext

iii. die Beschreibung komplexer Zusammenhänge durch abstrakte Modelle

iv. die Interpretation von Grafiken und Diagrammen

v. den Umgang mit statistischem Datenmaterial

vi. Zeitmanagement

 

Der Erwerb dieser Kompetenzen ist insbesondere am Beginn des Studiums relevant und stellt die Basis für jede weitere wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen Themen dar. Um die Kompetenzen der Student/inn/en zu stärken, kommen in der Lehrveranstaltung zwei zentrale didaktische Methoden zur Anwendung:

i. von Studierenden vorgetragene Wochenrückblicke zur Abdeckung von wirtschaftlichen „Breaking News“

ii. selbst entwickelte Kurzfilme zur kreativen Auseinandersetzung mit mittelfristigen ökonomischen Entwicklungen ausgewählter Staaten.

 

Diese einzigartigen Designelemente fördern das analytische Denkvermögen, da sich die Studierenden detailliert mit den Ursachen und Wirkungen gesamtwirtschaftlicher Phänomene beschäftigen müssen, um diese erklären zu können. Zur Sicherstellung eines gemeinsamen Verständnisses sind die Zusammenhänge logisch und konsistent darzulegen. Hierbei setzt die Komplexität der Realität Vereinfachungen voraus, weshalb die Bezugnahme auf Modelle von den didaktischen Methoden unterstützt wird. Grafiken, Diagramme und Statistiken stellen geeignete Mittel für die Abstraktion dar. Durch den praxisorientierten Zugang erlernen Studierende die Anwendungs- und Interpretationsmöglichkeiten dieser ökonomischen Werkzeuge. Da sowohl die Abgabefristen als auch die maximale Präsentationsdauer vorgegeben sind, stärken die Kursteilnehmer/innen zudem ihre Fähigkeiten des Zeitmanagements. Schließlich sind die didaktischen Methoden auf die Unterstützung weiterer transversaler Kompetenzen ausgerichtet. Im Fokus stehen beispielsweise die Präsentationsfähigkeit unter Verwendung von komplexen Informationen, die Reflexionsstärke über das eigene Lernen sowie die Kompetenz beim Umgang mit Medien.

Zusammenfassend schaffen die Wochenrückblicke und Filmprojekte Verbindungen zwischen Theorie und Praxis, schärfen das ökonomische Fachwissen der Studierenden und fördern deren wissenschaftliche sowie berufliche Kompetenzen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die Lehrveranstaltung Internationale Makroökonomik stellt ein wesentliches Fundament der ökonomischen Ausbildung für Bachelorstudierende an der Wirtschaftsuniversität Wien dar. Die didaktischen Methoden des Kurses fördern verschiedenste wissenschaftliche, berufliche und transversale Kompetenzen. Zur Veranschaulichung von kurzfristigen wirtschaftlichen Ereignissen mit aktueller Relevanz werden sogenannte „Breaking News“ als Zeitungsartikel im Rahmen von Wochenrückblicken durch die Studierenden vorgetragen. Zum Aufbau methodischer und transversaler Kompetenzen stehen dabei die Auswahl eines geeigneten Mediums, dessen einwandfreie Zitation, die Verständlichkeit der inhaltlichen Aufbereitung, die Einhaltung der vorgegebenen Redezeit und die Gestaltung der Präsentation im Fokus. Durch eine interaktive Wiederholung werden die vorgestellten Artikel studierendenzentriert mit den besprochenen Modellen verbunden. Mittelfristige wirtschaftliche Entwicklungen unterschiedlicher Staaten machen Studierende durch Filmprojekte greifbar. Im Zentrum steht die kreative Aufbereitung recherchierter Informationen im Rahmen eines selbst erarbeiteten Gruppenprojekts. Dabei stärken Studierende ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen. Diese Designelemente sollen beim Erlernen des Stoffes Freude bereiteten und durch den Praxisbezug auch über die Grenzen des Hörsaals hinweg neue Einblicke und Denkanstöße eröffnen. Dass diese Aktivierung gelingt, stellen die regelmäßigen LV-Beurteilungen unter Beweis.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The course International Macroeconomics constitutes an essential part in the study field of economics for bachelor students at Vienna University of Economics and Business. The course aims at developing a number of scientific, professional and transversal competences. To cover the short term, students present trending economic topics, called “breaking news“. Participants select a newspaper article and present its key aspects in class. To foster methodological and transversal competences, grading depends on the choice of an appropriate magazine, its proper citation, the summary of the content, time-management and the presenter’s performance. After the presentation, the instructor bridges the breaking news with the discussed theoretical models in an interactive way. Consequently, the revision is based on students’ needs. Moreover, medium term economic trends of various countries are addressed by videoclips designed by students. In doing so, students process complex information in a creative way. Thereby, technical and social competences are strengthened. The aim of these innovative course elements is to apply the discussed models on real-life cases and to provide students with new insights that go far beyond the auditorium. Regular course evaluations show the success of these concepts.

Nähere Beschreibung des Projekts

1. Inhaltliche Lernziele

Die Lehrveranstaltung Internationale Makroökonomik befähigt die Studierenden, i) zentrale makroökonomische Zusammenhänge für geschlossene und offene Volkswirtschaften zu beschreiben, ii) Auswirkungen diverser wirtschaftspolitischer Maßnahmen (z. B. Staatsausgabenerhöhung, Zinssenkung, Wechselkurssteuerung) selbständig und unter Verwendung der erlernten theoretischen Modelle zu analysieren sowie iii) makroökonomische Zusammenhänge in einem anderen Kontext wiederzuerkennen (z. B. Wirtschaftsnachrichten, Unternehmensplanung) und adäquate Schlussfolgerungen zu treffen.

 

2. Inhaltlicher Aufbau

Diese Inhalte werden anhand des gegenwärtigen Stands der Wissenschaft vermittelt. Zum thematischen Einstieg und zur Diskussion aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen beginnt jede inhaltliche Einheit mit drei bis fünf Wochenrückblicken. Auf jeden Wochenrückblick folgt eine dazu passende Wiederholung theoretischer Modelle oder Konzepte. Diese erfolgt durch den interaktiven Aufbau und die Möglichkeit weiterer Nachfragen studierendenzentriert. Die Vermittlung des Lehrstoffes findet in erster Linie an der Tafel bzw. am Whiteboard statt. Modelle werden grundsätzlich nicht im Rahmen von Folienpräsentationen besprochen, sondern Schritt für Schritt im Hörsaal durch den LV-Leiter gezeichnet. Dieser Entwicklungsprozess soll die Nachvollziehbarkeit des Lehrstoffes durch die Studierenden erhöhen, die aktive Beteiligung am Kurs anregen und die unmittelbare Klärung von Verständnisfragen fördern. Das Erreichen der inhaltlichen Lernziele wird durch wiederholtes Nachfragen, mehrere Quizze, einen Zwischentest bzw. eine Seminararbeit sowie eine Abschlussprüfung sichergestellt.

Inhaltlich beginnt der Kurs in Anlehnung an das Lehrbuch von Blanchard & Illing mit der Beschreibung eines Gleichgewichtsmodells auf Güter- und Finanzmärkten in einer Volkswirtschaft ohne Außenhandel in der kurzen Frist (IS-LM-Modell). Dieses Basismodell wird in Folge mit einem starken Bezug zur Empirie im Lichte der Erkenntnisse aus der Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 erweitert. Anschließend rückt der Arbeitsmarkt gemeinsam mit mittelfristigen Änderungen des Preisniveaus in den Fokus, bevor die vermittelten Erkenntnisse im Rahmen des IS-LM-PC-Modells synthetisiert werden. Der zweite Teil des Kurses betrachtet eine Volkswirtschaft mit Außenhandel. Studierende eignen sich Modelle zu offenen Gütermärkten an und erhalten das Werkzeug für die Analyse von Zusammenhängen zwischen wirtschaftlicher Produktion, Zinssätzen und Wechselkursen. Ein Vergleich unterschiedlicher Wechselkursregime rundet den Kurs ab.

 

3. Kompetenzorientierte Assessmentformen

Die Assessmentformen dieses Kurses sind auf die Erreichung der beschriebenen Lernziele und Kompetenzen durch die Studierenden ausgerichtet. Gefördert werden analytisches Denkvermögen, die Beschreibung komplexer Zusammenhänge durch abstrakte Modelle, eine logisch-konsistente Ausdrucksweise, die Interpretation von Grafiken und Diagrammen, der Umgang mit statistischem Datenmaterial sowie Zeitmanagement. Darüber hinaus üben Studierende den Umgang mit Quellen und entwickeln ihre sozialen Kompetenzen. Gestärkt werden auch die Präsentationsfähigkeit, Reflexionskraft sowie Medienkompetenz. Regulär ist in diesem Kurs ein Maximum von 100 Punkten erreichbar. Zum Nachweis der erlangten inhaltlichen Lernziele sowie zur Qualitätssicherung entfallen 60 Punkte auf einen für alle Parallelveranstaltungen identischen Abschlusstest. Die verbleibenden 40 Punkte sowie 5 Zusatzpunkte setzen sich aus eigens definierten Leistungskomponenten zusammen.

 

3.1 Quizze und Übungsprüfungen (Förderung des laufenden Mitlernens)

Die Erprobung und Anwendung diverser Methoden mit unterschiedlichen Zielstellungen stellt einen Wesensbestandteil der eingereichten Lehrveranstaltung dar. Zunächst unterstützen mehrere über das Semester verteilte kleinere Quizze (15 Punkte) gemeinsam mit dem Zwischentest bzw. einer Seminararbeit (15 Punkte) das ständige Mitlernen. Die Studierenden werden zur laufenden Wiederholung und Reflexion des Lehrstoffes angeleitet, um sich auf diese Weise ein langfristiges ökonomisches Wissen aufzubauen. Das kontinuierliche Feedback durch verteilte Überprüfungen erlaubt den Studierenden zudem ein fortwährendes Monitoring ihres Leistungsstandes. Honoriert werden ebenfalls Diskussionsbeiträge in Form von Mitarbeit (5 Punkte), um die Interaktion sowie das gemeinsame Lernen durch Nachfragen zu fördern. Einzigartig an der eingereichten Lehrveranstaltung sind jedoch einerseits von Studierenden vorgetragene Wochenrückblicke (5 Punkte) sowie erstellte Kurzfilme (5 Zusatzpunkte).

 

3.2 Wochenrückblicke (Verbindung von Theorie und Praxis sowie Stärkung transversaler Kompetenzen)

Die Wochenrückblicke stellen Kurzreferate dar, innerhalb derer jede/r Student/in einmal im Semester einen selbst ausgewählten, wirtschaftspolitisch relevanten Zeitungsartikel der vergangenen Woche vorträgt. Damit nehmen „Breaking News“ der kurzen Frist in dieser Lehrveranstaltung einen zentralen Stellenwert ein. Die Orientierung an tagesaktuellen Geschehnissen soll das Interesse am Fach wecken und Studierende für die hohe gesellschaftliche Relevanz von makroökonomischen Fragestellungen sensibilisieren.

Der Einsatz der Wochenrückblicke dient der Förderung fachübergreifender Kompetenzen und Qualifikationen von Studierenden mit heterogenen Schwerpunkten. In den Beurteilungskriterien der Wochenrückblicke spiegeln sich daher Medienkompetenz, der Umgang mit Quellen, die Analyse und Aufbereitung komplexer Inhalte, Zeitmanagement und Präsentationsstärke wider. Die Förderung dieser Kompetenzen erscheint für die Arbeitsmärkte des 21. Jahrhunderts von großer Relevanz. Die Beurteilung der Wochenrückblicke konstituiert sich daher aus den folgenden Dimensionen.

 

i) Auswahl eines adäquaten Mediums: Im Fokus steht zunächst die Fähigkeit der Studierenden, auf Basis der eigenen Interessen, Hintergründe und Studienschwerpunkte einen geeigneten Artikel für den Wochenrückblick zu identifizieren. Besonders wichtig ist dabei die Selektion eines im akademischen Kontext geeigneten Mediums. Gerade in einer Zeit der Nachrichtenfülle erscheint eine Reflexion über die Auswahl seriöser Informationen geboten. Im Kurs soll dieser Nachdenkprozess gefördert werden.

ii) Zitation: Der Kurs möchte Studierende bereits in einem frühen Stadium ihrer akademischen Ausbildung zum korrekten Zitieren verwendeter Quellen anleiten. Ein Zitat des ausgewählten Zeitungsartikels in Langform ist daher während der Präsentation an die Wand zu projizieren.

iii) Inhaltliche Aufbereitung: Diese Kernkomponente evaluiert die Verständlichkeit des Referats und stellt auf die Fähigkeit der Studierenden ab, die wesentlichen Aspekte des gewählten Artikels im vorgegebenen Zeitrahmen klar darzulegen. Ein inhaltlich überzeugender Vortrag setzt das Verständnis komplexer Information und deren konsistente Aufbereitung voraus.

iv) Einhaltung des Zeitrahmens: Die Sprechzeit von 60 Sekunden pro Wochenrückblick wird mittels Weckers limitiert. Dadurch sind Studierende angeleitet, den Fokus auf wesentliche Aussagen zu richten, was als Kernkompetenz für die spätere Berufslaufbahn erscheint. Darüber hinaus wird eine vergleichbare Beurteilungssituation sichergestellt. Schließlich bleibt ausreichend Unterrichtszeit für die Verknüpfung mit der Theorie sowie die Vermittlung des Lehrstoffes erhalten.

v) Gestaltung der Präsentation: Abgesehen von der Quellenangabe sind die Wochenrückblicke ohne Präsentationsfolien oder andere Hilfsmittel vorzustellen. Die Vorgabe ist vielmehr, die Inhalte so darzulegen, als würden diese einem/r Freund/in erzählt. Dies entspricht dem Ziel der Behandlung und verständlichen Aufbereitung komplexer Sachverhalte. Zudem trainieren Studierende das freie Sprechen vor Publikum und bauen ihre rhetorischen Fähigkeiten aus.

 

Im Nachgang eines jeden Wochenrückblicks besteht die Aufgabe des LV-Leiters darin, eine Brücke zu den besprochenen theoretischen Modellen aufzubauen. Dies erfolgt durch Aufgreifen von Stichworten oder zentralen Aussagen des Wochenrückblicks. Im Rahmen einer interaktiven Wiederholung werden Studierende anhand von gezielten Fragen eingeladen, die damit verbundenen makroökonomischen Konzepte oder Modelle zu erklären. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Klärung individueller Fragen. Das Ziel ist, den vermittelten Lehrstoff durch regelmäßiges Wiederholen anhand der Wochenrückblicke leicht fassbar, verständlich und anwendbar zu gestalten. Studierende werden befähigt, makroökonomische Modelle auf praxisrelevante Fragestellungen zu übertragen und daraus eigene Schlüsse zu ziehen.

 

3.3 Filmprojekt (Weiterentwicklung des ökonomischen Wissens sowie kreative Stärkung der Sozial- und Medienkompetenz)

Zu Semesterbeginn werden die Kursteilnehmer/innen in zufällig zusammengestellte Gruppen à vier bis sechs Personen eingeteilt. Innerhalb dieser „Lerngruppen“ soll sich eine Dynamik zum gemeinsamen Lösen von freiwilligen Hausübungen, zur gegenseitigen Unterstützung vor den Prüfungen und zum Kennenlernen von Kolleginnen und Kollegen entwickeln. An einer großen Hochschule wie der Wirtschaftsuniversität Wien erscheint es besonders wichtig, allen Studierenden Anschlussmöglichkeiten zu bieten. Dieser Kurs möchte daher außerdem die soziale Interaktion fördern.

Besonders wichtig sind die Kleingruppen für ein selbst entwickeltes Filmprojekt. Konkret darf jede Gruppe einen fünf- bis zehnminütigen Kurzfilm erstellen, um mittelfristig relevante wirtschaftliche Aspekte eines ausgewählten Staates zu diskutieren. Der Pool möglicher Staaten ist jedes Semester unterschiedlich und reichte bisher von europäischen Ländern wie Italien oder Estland über Asien mit Japan, Singapur oder der Mongolei und Amerika mit Brasilien oder Kanada bis nach Swasiland in Afrika. Studierende werden angeleitet, über den Tellerrand hinauszublicken und internationale Entwicklungen in den Fokus zu rücken. Die internationale Ausrichtung impliziert nicht nur die inhaltliche Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Situation anderer Länder, sondern auch die damit einhergehende Beschäftigung mit internationalen Quellen.

Die Intention der Filmprojekte liegt in der Stärkung von Projektmanagementfähigkeiten, sozialen Kompetenzen, wissenschaftlichen Herangehensweisen sowie Medienkompetenz der Studierenden durch kreative Ansätze. Daher sind an die konkrete Implementierung der Filmprojekte keine Vorgaben geknüpft. Dass sich Studierende in ihrer Kreativität frei entfalten können, ist erwünscht. Entsprechend heterogen sind die gewählten Zugänge. Die Kreativität der Studierenden erstaunt dabei regelmäßig: Die Palette der Umsetzungsstrategien reicht von Expert/inn/eninterviews in fiktiven Nachrichtensendungen über animierte Präsentationen mittels Cartoons und simulierte Diskussionen bis zu musikalischen und tänzerischen Gestaltungen. Alle Projekte zeichnen sich durch eine intensive Auseinandersetzung der Studierenden mit dem ausgewählten Staat und dessen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie detaillierte Recherchetätigkeit aus. Um das wissenschaftliche Arbeiten zu trainieren, ist den Filmprojekten ein Quellenverzeichnis beizulegen. Da die Beurteilung der Filmprojekte eine Gruppenleistung darstellt, stärken Studierende schließlich ihre zukunftsweisenden Kompetenzen der Teamarbeit sowie des Projektmanagements. Aufgrund der umfassenden Vorbereitung und kreativen Umsetzung der Projekte erhalten diese regelmäßig ausgezeichnete Beurteilungen.

 

4. Kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung

Kontinuierliches Feedback stellt nicht nur für Studierende einen Anreiz zur ständigen Auseinandersetzung mit dem Lehrstoff und dessen praktischen Implikationen dar, sondern schafft auch für Lehrende die Grundalge der Qualitätssicherung von Kursen. Das Konzept dieser Lehrveranstaltung ist daher nicht als starres Konstrukt zu betrachten, sondern darf sich auf Basis der Rückmeldungen von Student/inn/en kontinuierlich weiterentwickeln. Die Lehrveranstaltung wird daher bereits in der Mitte des Semesters detailliert evaluiert. Dies bietet dem LV-Leiter die Möglichkeit, den heterogenen Anforderungen von Studierenden bereits während eines laufenden Kurses zu entsprechen und im Anlassfall Adaptionen am Kursdesign vorzunehmen. Dass sich Studierende der Möglichkeit solcher Anpassungen bewusst sind, soll den Detailgrad des Feedbacks erhöhen.

 

Aufgrund der besonderen Situation im Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021 wurde die Lehrveranstaltung den Corona-Auflagen entsprechend angepasst. Die Änderungen sind in dem beigefügten Foliensatz (siehe Links) zu entnehmen.

Mehrwert

Der Mehrwert der zentralen didaktischen Konzepte Wochenrückblick und Filmprojekte beruht auf drei Säulen.

i) Studierende stärken ihre Kompetenzen in der reflektierten Auswahl, nachvollziehbaren Verwendung und verständlichen Aufbereitung von komplexen Informationen.

ii) Studierende bauen ihre ökonomisches Fach- und Praxiswissen aus.

iii) Studierende festigen ihre Teamfähigkeit, wenden Projektmanagementkenntnisse an und entwickeln ihre rhetorischen Begabungen.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Sowohl die Wochenrückblicke als auch die Filmprojekte sind unter anderen Kontextbedingungen anwendbar. Wochenrückblicke eignen sich ganz besonders, wenn Lehrveranstaltungen einen Konnex zu aktuellen Geschehnissen („Breaking News“) aufbauen und somit eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen möchten. Filmprojekte bieten die Möglichkeit der intensiven und kreativen Auseinandersetzung mit ausgewählten Gebieten des Lehrstoffes. Deren Anwendungsbereiche umfassen all jene Fragestellungen, welche durch eigene Recherche bearbeitet und anhand unterschiedlicher Ansätze beantwortet werden können.

Die beiden Konzepte sollen langfristig bestehen bleiben. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen in Zusammenhang mit Covid-19 erforderten jedoch deren temporäre Umgestaltung. So sind die Wochenrückblicke derzeit in Form von Videos abzugeben, während die Filmprojekte gegenwärtig pausieren müssen.

Aufwand

Die Konzepte wurden im Rahmen des Lehrveranstaltungsdesigns durch den LV-Leiter entwickelt und ausgestaltet. Ein Aufwand fällt lediglich durch Administration und Korrektur der Abgaben an.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung Internationale Makroökonomik (4 ECTS) an der Wirtschaftsuniversität Wien ist im Bachelorstudium Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von Studierenden aller Studienzweige (Betriebswirtschaft, Internationale Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Sozioökonomie sowie Wirtschaftsinformatik) verpflichtend zu absolvieren. Der Planpunkt ist unmittelbar nach der Studieneingangs- und Orientierungsphase im Common Body of Knowledge angesiedelt und stellt somit ein wesentliches Element im Aufbau eines fundierten ökonomischen Wissens dar.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Hochschullehrpreis 2018
Kategorie: Schwerpunkt: Aktivierende Lehre – Aktives Lernen
Link zum Hochschulpreis
Ansprechperson
Tobias Kaloud, MSc BSc BA
Department Volkswirtschaft, Institut für Quantitative VWL
n.a. (Marina Hülssiep, +43 1 31336 6375)
Nominierte Person(en)
Tobias Kaloud, MSc BSc BA
Department Volkswirtschaft, Institut für Quantitative VWL
Themenfelder
  • Neue Medien
  • Didaktische Methode
  • Rund ums Prüfen
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht