Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH
Johannes Gutenberg-Straße 3, 2700 Wiener Neustadt
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Interdisziplinäres Gesundheitsprojekt

Ziele/Motive/Ausgangslage

Die Auswertungen der AbsolventInnenbefragungen haben gezeigt, dass unsere Studierenden einerseits sehr zufrieden mit ihrem Studium im Gesamten und den fachspezifischen Inhalten im Besonderen sind, dennoch wurde angemerkt, dass der interdisziplinäre Austausch während des Studiums eine wertvolle Vorbereitung auf die späteren Herausforderungen in der beruflichen Praxis wären. Diese Anregung haben wir uns zu Herzen genommen und deshalb in einem ersten Schritt, neben anderen Aktivitäten, eine Lehrveranstaltung eines diagnostischen Studienganges (Biomedizinische Analytik) und eines therapeutischen Studienganges (Ergotherapie) gemeinsam abgehallten.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die gegenständliche Lehrveranstaltung liegt im 5. Semester der Bachelorstudiengänge Biomedizinische Analytik und Ergotherapie. Das damit verfolgte Ziel ist es, die Studierenden mit den nötigen fachlichen und sozialen Skills bestmöglich auf die späteren beruflichen Herausforderungen, vor Allem in der interprofessionellen Zusammenarbeit, vorzubereiten.

Mittels einzelner Workshops werden den Studierenden in dieser Lehrveranstaltung die Themenfelder „Zusammenarbeit“, „Führen“ und „Kommunikation“ näher gebracht. Dies geschieht vor allem durch eine Kultur der Neugier auf Lernen & Weiterbildung. Zum Einsatz kommen dabei New Learning Konzepte, die kurzweilige, interessante, gehirngerechte und transfersichere Methoden fokussieren. Durch die Anwendung des von Eva-Maria Kraus entwickelten Teak® Konfigurator kann eine Praxisanwendung von 80% erreicht werden. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen zwei interdisziplinäre Workshoptage an denen den Studierenden in interprofessionellen Kleingruppen die Themenbereich „Zusammenarbeit“, „Führen“ und „Kommunikation“ mit Hilfe unterschiedlicher Instrumente, wie zum Beispiel dem aus der Pilotenausbildung bekannten computergestützen Simulationstool InterLab oder der HDBI® Denkstilanalyse, näher gebracht werden.

Umrahmt werden die beiden Workshoptage von einem Block vor und einem Block danach, in welchem die Studierenden auf einen einheitlichen Wissensstand gebracht werden und der Transfer auf das eigene Berufsfeld erfolgt.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

This course is part of the 5th semester of the Bachelor's degree programmes in Biomedical Science and Occupational Therapy. The aim of this seminar is to prepare the students with the necessary professional and social skills in the best possible way for the upcoming challenges on their future career path, especially when working in interprofessional teams.

In this course, students are introduced to the topics "cooperation", "leadership" and "communication" in different workshops. This is primarily done through a culture of curiosity about learning & continuing education. New Learning concepts are used that focus on entertaining, interesting, brain-friendly and transferable methods. By using the Teak® Configurator developed by Eva-Maria Kraus, a practical application of 80% can be achieved. The focus of the course are two interdisciplinary workshop days during which the students are introduced to the topics of "cooperation", "leadership" and "communication" in interprofessional small groups. This is done with the help of various instruments, such as the computer-supported simulation tool InterLab, known from pilot training, or the HDBI® thinking style analysis.

The two workshop days are completed with teaching blocks before and after, during which students are brought to a uniform level of knowledge and receive the opportunity to transfer the competencies gained to their own professional field.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die gegenständliche Lehrveranstaltung liegt im 5. Semester der Bachelorstudiengänge Biomedizinische Analytik und Ergotherapie. Die Workload ist mit 2 ECTS definiert und curricular ist es dem Modul „Berufsfeld“ zugeordnet, welches darauf abzielt, die Studierenden mit den nötigen fachlichen und sozialen Skills bestmöglich auf die späteren beruflichen Herausforderungen, welche sich unter anderem in der interprofessionellen Zusammenarbeit ergeben, vorzubereiten.

Mittels einzelner Workshops werden die Studierenden in dieser Lehrveranstaltung auf die Themenfelder „Zusammenarbeit“, „Führen“ und „Kommunikation“ vorbereitet. Dies geschieht vor allem durch eine Kultur der Neugier auf Lernen & Weiterbildung. Zum Einsatz kommen dabei New Learning Konzepte, die kurzweilige, interessante, gehirngerechte und transfersichere Methoden fokussieren.

Im Mittelpunkt steht dabei der von Eva-Maria Kraus entwickelte Teak® Konfigurator:

Wir arbeiten Transferwirksam

Unsere Arbeit und Konzeption basiert auf den 12 Stellhebeln der Transferwirksamkeit von Dr. Ina Weinbauer-Heidel. Dadurch ermöglichen wir eine Praxisanwendung von bis zu 80%.

Wir setzen auf Erfahrungslernen

Unser Team schafft unterschiedliche hirngerechte und praxisorientierte Lernräume zu den Themen „Verhaltensprofile – sich und andere Menschen verstehen“, „Vortragssicher und authentisch auftreten“ und „Selbstmanagement“. Es werden diese Themen in Kurzformaten mit aktiver Umsetzung in wechselnden Gruppen erarbeitet. Aber auch die gemeinsame Aktionen aller Gruppen wird regelmäßig ermöglicht, wie durch das computergestützte Simulationstool InterLab, in dem Koordination, Kommunikation und Teamwork unerlässlich für den Erfolg sind. Ein Tool, welches in der weltweiten Luftfahrt für Piloten und deren Crews eingesetzt wird, um in verhaltenssensiblen Situationen als TOP-Team gemeinsam Spitzenleistungen zu erreichen.

Somit wird Lernen zum Erlebnis. Erfolg und Veränderungen sind spürbar und werden nicht durch Worte sondern aus eigenen Taten in die Umsetzung gebracht.

Aktionsorientierung steht im Fokus.

Wir generieren intrinsische Motivation, damit Erlerntes in der praktischen Anwendung umgesetzt wird. Durch aktive Übungen, Transferreflexionen für den Einsatz im Alltag und Übungen, die zeigen wie neue Perspektiven eingenommen werden können, wie man über sich selber hinauswächst zeigen, dass es lohnt das Erlernte weiter anzuwenden stehen in unserem Fokus.

Kompetenzvernetzend – zwei Studiengänge – viele Perspektiven – aktiver Austausch und ein mit- und voneinander Lernen damit Silodenken gar nicht er entstehen kann. Zusammenführen um zusammen zu führen steht im Mittelpunkt.

 

Vermittelt werden die Einzelinhalte in folgenden 4 Einzelworkshops:

InterLab

Das Simulationstool InterLab ist ein adaptives Lernkonzept mit kurzen Trainingseinheiten, mit welchem folgende Lerninhalte adressiert werden: Kommunikation, Teamwork, Transformation, in schwierigen Situationen richtig Entscheiden, Wissen teilen, vernetztes Arbeiten, agile Arbeitsprozesse steuern, Umgang mit Fehlern & neue Muster etablieren zu trainieren, fokussieren.

Im erlebnisorientierten Simulationstool InterLab wird direkt erlebt, welchen Einfluss Kommunikation, Vertrauen, agile Arbeitsprozesse, Teamarbeit uvm auf das Miteinander hat. In kurzen Micorlearnings wird dabei aktiv trainiert.

 

Auftritt und Wirkung:

In diesem Workshop liegt der Fokus auf dem eigenen Auftreten in bzw. vor einer Gruppe. Als greifbares Beispiel dient hierbei die bevorstehende Bachelorpräsentation. Konzeption und Struktur im Aufbau einer Informationspräsentation erleichtern den souveränen Auftritt vor einer Prüfungskommission. Die Studierenden können in diesem Lernraum aktiv ihre Präsentationsskills trainieren, ihren selbstbewussten Auftritt professionalisieren und wissen wie die Strukturen und der Aufbau von Verkaufs- und Informationspräsentationen erfolgen kann, um zielführend, aufmerksamkeitsfördernd und interaktiv Vorträge und auch die Abschlussprüfung zu gestalten. Führen statt geführt zu werden steht hier im Vordergrund

 

Selbstmanagement:

Im Studium und im späteren beruflichen Alltag, aber noch mehr in der herausfordernden Zeit der Pandemie, ist es essentiell durch Selbstmanagement und Eigenverantwortung das Leben zu meistern. Aus diesem aktuellen Anlass, war es für die Konzeption entscheidend, dass wir den Studierenden Inhalte vermitteln, die auch direkt in der Umsetzung gebraucht werden und auch zukünftig genutzt werden können. Selbstmanagement Tools, die unterstützen aktiv am Geschehen und als Gruppe bestehen zu bleiben, auch wenn Distance-Learning, Pandemie und die Isolation im Leben aller plötzlich präsenter sind als je zuvor. Mentale Stärke in Situationen der Unsicherheit zu bewahren, positives Denken und aktives Reflektieren der eigenen Situation sind entscheidend für jeden von uns im Umgang mit den Herausforderungen unserer Zeit. Und dies sind Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Studierende auch auf ihrem Weg benötigen. In diesem Workshop wird dieses aktiv und individuell erarbeitet und in Anwendung gebracht.

 

HBDI® - Whole Brain Thinking (Verhaltensprofile)

Jede/r Studierende erhält zu Beginn des Workshops seinen individuellen HBDI® Report auf Basis dessen dieser Teil gestaltet wird. Denn: Wenn Du weißt, wie Dein Team tickt, verbesserst Du schon die Zusammenarbeit und Ergebnisse. Wenn Ihr diese kognitive Vielfalt wirklich nutzt, sind Erfolg und Zufriedenheit unvermeidbar.

Jeder denkt anders, aber nur wenige können die kognitive Vielfalt als strategischen Vorteil nutzen.

Wie Menschen denken, bestimmt, wie sie arbeiten. Wie Gruppen von Einzelpersonen denken, bestimmt, wie das Team, das sie bilden, zusammenarbeitet. Damit, wie Gruppen von Teams denken (und arbeiten), steht und fällt der Erfolg des Unternehmens, für das sie arbeiten.

Im Klartext heißt das, der Erfolg hängt von der Fähigkeit seines Teams ab, Kommunikation, Innovation und Produktivität innerhalb und zwischen den einzelnen Bereichen zu fördern.

Mit diesem Ziel vor Augen werden in der Kleingruppe über die Verschiedenheit von Menschen, der Einzigartigkeit von jedem einzelnen und dem großen Gesamtbild der Gruppe gesprochen und die Ergebnisse gemeinsam erarbeitet und analysiert.

 

Die beiden Workshoptage starten mit einer gemeinsamen Introveranstaltung und enden mit einer gemeinsamen Abschlussreflexion. Zusätzlich sind die Pausen aufeinander abgestimmt, dass sich die Studierenden dazwischen auch gruppenübergreifend über ihre Erfahrungen austauschen können.

Umrahmt werden die beiden Workshoptage von einem Block vor und einem Block danach, in welchem die Studierenden der beiden Studiengänge unter sich sind. Dies dient zum einen, um Sie auf einen einheitlichen Wissensstand zu bringen und zum anderen dem Transfer auf das eigene Berufsfeld.

Abschließend ist noch anzumerken, dass der Vorbereitungs- und Ressourcenaufwand (Personal & Lizenzen) um einiges höher liegt als bei anderen Lehrveranstaltungen. Das Feedback durch die Studierenden, welche die Lehrveranstaltung mit „Sehr Gut“ evaluiert haben, bestätigen uns aber in unserer Arbeit und motivieren uns dazu weiterzumachen, sodass in einem nächsten Schritt bereits angedacht ist, zwei weitere Gesundheitsstudiengänge mit an Board zu holen. Parallel dazu läuft auch gerade ein Projekt zur Stärkung und Intensivierung der Interdisziplinarität und interprofessionellen Zusammenarbeit im Rahmen der Berufspraktika.

Mehrwert

Der Mehrwert des vorliegenden Projektes liegt vor allem in der Lernerleichterung für die Studierenden. Diese können sich die Inhalte, welche Sie für den späteren Berufsalltag im interdisziplinären Miteinander benötigen, spielend und anhand von praktischen Erfahrungen aneignen. Der autarke Lernaufwand ist zudem auf ein Mindestmaß reduziert worden. Dies wurde erreicht druch den Einsatz von gerhirngerechten und transfersicheren Methoden, mittels derer eine nachhaltige Wissens- und Fertigkeitenvermittlung gewährleistet wird. Ein weiterer Mehrwert ist in der Erweiterung des didaktischen Horizonts der interenen LektorInnen verortet, welche vom mitgebrachten Methodenportfolio der externen Trainer-Experten profitieren und sich auch das ein oder andere für Ihren eigenen Unterricht aneigenen und mitnehmen können. Durch den regelmäßigen Austausch mit den Trainern findet außterdem ein stetiger Transfer von Methoden und Trends in der Erwachsenenbildung statt.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept ist auf jeden Fall auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar und soll auch angewandt werden. Es sind für viele curriculare Studieninhalte Planspiele und Simulationstrainings verfügbar. Zudem geht aus den Qualitätszirkeln mit den Studierenden eindeutig hervor, dass das Angebot an interdisziplinären Lehrveranstaltungen ausgeweitet werden soll. Aktuell beschäftigen wir uns gerade mit der Umgestaltung der LV Rechtsgrundlagen, in welcher 3 Gesundheitsstudiengänge beteiligt sind und die Berufspraktika, welche ein viertel der ECTS in allen med. techn. Bachelorstudiengängen ausmacht. Die LV der aktuellen Projektvorstellung soll auf jeden Fall für die künftigen Jahrgänge beibehalten werden. Im Zuge des KVP wird diese auch jährlich evaluiert und an die Bedürfnisse der Alumni angepasst.

Aufwand

Der durch das Projekt verursachte Mehraufwand besteht einerseits in den Lizenzkosten (ca. €6000/60 Studierende) und andererseits in ca. 60 Arbeitsstunden, welche für die Konzeption und Abstimmung angefallen sind.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltungen "Interdisziplinäres Gesundheitsprojekt" (BMA) und "Medienprojekt" liegen im 5. Semester der Bachelorstudiengänge Biomedizinische Analytik und Ergotherapie. Die Workload ist mit 2 ECTS definiert. Curricular ist es dem Modul Berufsfeld zugeordnet, welches darauf abzielt, die Studierenden mit den nötigen fachlichen und sozialen Skills bestmöglich auf die späteren beruflichen Herausforderungen welche sich unter anderem in der interprofessionellen Zusammenarbeit ergeben, vorzubereiten.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Thomas Pekar, Dr., MA
Biomedizinische Analytik
+43/2622/89084 540
Nominierte Person(en)
Thomas Pekar, Dr., MA
Biomedizinische Analytik
Eva-Maria Kraus
externe Lehrende
Rainer Stepanek
externer Lehrender
Adelheid Perauer
externe Lehrende
Themenfelder
  • Neue Medien
  • Didaktische Methode
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften