Fachhochschule Joanneum GmbH
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„Projektmanagement 4.0 in der Sozialen Arbeit – Studierendenprojekte in Zeiten von Corona“ Lehrveranstaltung Projekte/Projektmanagement | ILV (7 ECTS, 1 SWS VO, 2 SWS UE) | Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit an der FH JOANNEUM, Graz

Ziele/Motive/Ausgangslage

Projektmanagement und Sozialmarketing sind im Studium der Sozialen Arbeit für viele Studierende auf den ersten Blick nur sekundär wichtige Studieninhalte. Umso stärker setzt die LV auf einen konkreten und realen Praxisbezug zu Einrichtungen der Sozialen Arbeit, die als direkte Projektauftraggeber/innen fungieren. So werden den Studierenden in der LV jedes Jahr 8-10 Projekte direkt aus der Sozialwirtschaft zur Bearbeitung übergeben. Ziel der LV ist es, den Studierenden einen Erfahrungsbereich zu ermöglichen, in dem sie theoretisches Wissen sofort in die Praxis umsetzen und selbst erproben können. Dies dient nicht nur der Festigung des Lernstoffs, sondern auch der Reflexion dessen, welche Bedeutung die erlernten Kompetenzen für die praktische sozialarbeiterische Berufswelt haben.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Aus der Not eine Tugend machen – eine Fähigkeit, die seit je her die Soziale Arbeit begleitet. Was dies aber im COVID-bedingten Distance Learning im Zusammenhang mit der Erarbeitung von Studierendenprojekten zutage fördern kann, macht eine neue Dimension in der Ausbildung zukünftiger Sozialarbeiter/innen auf. So waren wir im WS 2020/2021 mit der Herausforderung konfrontiert, ein LV-Konzept welches auf intensivem Austausch, Praxiskooperation und direkter Anwendung von Erlerntem beruht, ins Distance Learning zu überführen. Durch die Implementierung des Konzepts „Projektmanagement 4.0“ konnte nicht nur der Lernerfolg der Studierenden in dieser Situation gewährleistet werden, sondern auch wichtige Impulse hinsichtlich der Digitalisierung an die Projektauftraggeber/innen bzgl. ihrer sozialarbeiterischen Angebote gesetzt werden. „Projektmanagement 4.0“ verbindet moderne Tools der Digitalisierung und digitalen Didaktik (Flipped Classroom, Peer-Feedback, synchrone digitale Lehre, etc.) mit der Praxis Sozialer Arbeit. So wurden alle zehn Projekte so geplant und angepasst, dass sie auch trotz COVID-bedingten Einschränkungen umsetzbar sind und die Lehre vollständig digitalisiert.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Making a virtue out of necessity - an ability that has always accompanied social work. What this can bring to light in COVID-related distance learning in connection with the development of student projects opens up a new dimension in the training of future social workers. In the last wintersemester we were confronted with the challenge of transferring a course concept based on intensive exchange, practical cooperation and direct application of learning inputs into distance learning. By implementing the “Project Management 4.0” concept, it was not only possible to guarantee the learning success of the students in this situation, but also to set important impulses to the digitization of Social Work in general. "Project Management 4.0" combines modern tools of digitization and digital didactics (flipped classroom, peer feedback, synchronous digital teaching, ...) with the practice of social work. All ten projects were planned and adapted in such a way that they can be implemented despite COVID-related restrictions and that teaching is completely digitalized.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die Lehrveranstaltung Projekte/Projektmanagement und die Lehrveranstaltung Sozialmarketing sind fixe Bestandteile des Studiums der Sozialen Arbeit an der FH JOANNEUM. Die meisten Studierenden der Sozialen Arbeit kommen mit einer hohen Praxismotivation zu uns und möchten primär klient/innenorientiert arbeiten. Lehrinhalte aus dem Themenfeld des Projektmanagements oder dem Sozialmarketing sind hier für viele Studierende im Vergleich zur direkten Beratungstätigkeit oft zweitrangig eingeordnet. Dennoch braucht es gerade in Zeiten von engen Budgets und Einsparungen im Sozialbereich immer mehr Management-Kompetenzen. So ist es auch im Sozialbereich essenziell, seine eigenen Leistungen entsprechend darstellen zu können und gute Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Knappe Budgets erfordern ein gutes und professionelles Projektmanagement (inkl. Finanzierung, Ressourcenplanung, schnelle Umsetzung, etc.). Das grundsätzliche Ziel der Lehrveranstaltungen Projektmanagement und Sozialmarketing war es also schon immer über einen praxisorientierten Zugang zu den Lehrinhalten anwendungsorientiere Kompetenzvermittlung zu betreiben. Dies wurde bisher primär über konkrete Kooperationen mit Praxispartner/innen aus der Sozialwirtschaft umgesetzt, indem die Sozialeinrichtungen als Projektauftraggeber/innen für real von den Studierenden umzusetzende Projekte fungieren. Das eingereichte Projekt bzw. die eingereichte(n) Lehrveranstaltung(en) versuchte(n) weiterführend in der Lehre laufend folgenden didaktischen Prinzipien Rechnung zu tragen: 1) Vertrauensvoller und respektvoller Umgang miteinander 2) Praxisorientierung und Nutzbarkeit im (späteren) Berufsalltag 3) Skillorientiertes vernetztes Lernen statt ausschließlicher Theorievermittlung 4) Ansprechen aller Lerntypen und Eingehen auf persönliche Bedürfnisse der Studierenden 5) Lernen in der Peergroup und Einbringen von bereits vorhandenem Wissen und Erfahrungen 6) Studierende werden im Lehr-Lernprozess als Partner/innen gesehen und es gibt eine gemeinsame Verantwortung für den Erfolg der Lehre. Im Sinne des Constructive Alignments wurden Lernziele transparent dargestellt und die Lehr- und Lernmethoden sowie die Leistungsüberprüfung bereits bei der Planung aufeinander abgestimmt. Die Lernenden stehen hierbei mit einem aktiven Wissenserwerb und dem eigenständigen Aneignen von Wissen im Vordergrund. Für das Wintersemester 2020/2021 standen wir Lehrende aber gerade im Bereich der Projektarbeit vor einer weiteren und sehr neuen Herausforderung: der COVID-19 Pandemie. In Bezug auf synchrone und asynchrone Lehre konnten wir im Sommersemester 2020 bereits erste Erfahrungen sammeln und uns technisch mit dem Distance Learning vertraut machen, die Projektarbeit mit 10 Auftraggeber/innen, 57 Studierenden und 2 Lehrenden rein digital abzuwickeln war für uns alle aber komplettes Neuland. Zu Beginn wurden die von den Auftraggeber/innen im Frühsommer 2020 eingereichten Projekte auf die grundsätzliche Realisierbarkeit in Fernlehre bzw. unter Einhaltung der von der Regierung vorgeschriebenen Maßnahmen überprüft und ggf. Nachjustierungen vereinbart. So war bspw. klar, dass wir in diesem Semester, nicht wie sonst oft beliebt, Veranstaltungen oder Projekte direkt mit Klient/innen der Sozialen Arbeit durchführen konnten. Wir konnten aber eine gute Auswahl treffen und 10 Projekte in die Umsetzungsverantwortung der Studierenden übergeben. Hier haben wir bei der Gruppenbildung der Projektteams bereits darauf geachtet, persönliche Interessen der Studierenden einbeziehen zu können. So konnten die Studierenden nach einer Vorstellung aller Projektidee – diese Vorstellung war so frühzeitig im Semester angesetzt, dass diese noch real stattfinden konnte – eine Reihung ihrer Zuteilungswünsche einreichen. Die LV-Verantwortlichen haben dann in der Projektzuteilung versucht, die Wünsche der Studierenden bestmöglich zu berücksichtigen. Nach der Teamfindung der Projektgruppen und Verteilung der Aufgaben wurden die Studierenden intensiv auf die virtuelle Umsetzung der Projekte vorbereitet. So hatten sie von Beginn an einen Überblick, welche Arbeitspakete und Meilensteine auf sie warteten, auch wenn die konkreten Anforderungen an die jeweiligen Aufgaben bewusst erst Stück für Stück im Detail besprochen wurden. So sollte vermieden werden, die Studierenden gleich am Beginn zu überfordern und sie vor der Fülle der Aufgaben abzuschrecken. Die LV-Leiterinnen nahmen bei der späteren Aufgabenerfüllung in erster Linie die Rolle als Coaches ein und standen den Studierenden auf mehreren Kanälen zur Verfügung, wenngleich hauptsächlich per Mail und MS Teams kommuniziert wurde. Grundsätzlich diente die Lernplattform Moodle als zentraler Angelpunkt für alle relevanten Informationen und Dokumente. Dort fanden die Studierenden Lern-Videos, welche asynchron zur Verfügung standen, Lernunterlagen, Präsentationen sowie weiterführende Links, Checklisten, Literatur und andere Empfehlungen. Die Plattform diente aber auch als Sammlung der ausgearbeiteten Instrumente, Projektdokumentationen und Konzepte, was für die virtuelle Teamarbeit unerlässlich ist. Mit der Methode des Flipped Classroom konnten sich die Studierenden völlig zeitvariabel und ortsflexibel Lehrinhalte zum Thema Projektmanagement per Video aneignen. Diese Lehrvideos wurden von der LV-Leitung eigens erstellt und in der Woche vor dem jeweiligen LV-Block via Moodle zur Ansicht zur Verfügung gestellt. In der Live-online-Lehre via MS Teams wurden diese Inhalte dann nachbesprochen und auf die einzelnen Projekte umgelegt und angewandt. Dabei durften die Projektgruppen in ihren Kleingruppen bspw. eigenständig einen Kostenplan oder Projektstrukturplan erstellen. Die LV-Leitung diente hier als Coach und „ging“ virtuell von Gruppe zu Gruppe, um Einzelfragen zu klären und die Gruppen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Auch die Bewertungsmodalitäten wurden kompetenzorientiert und innovativ an die Situation im Distance Learning angepasst. So wurden Präsentationen beispielsweise als Video und später als virtuelle Live-Präsentation eingefordert und eine digitale Form des Peer-Feedbacks in die Beurteilung integriert. Ziel dabei war es, die Kompetenzen in wertschätzendem, professionellem Feedback zu schulen, was als Soft Skills in der LV eine zentrale Rolle spielte, aber gleichzeitig auch dazu diente, diese gängige Praxis der Scientific Community kennenzulernen. Zunächst hatten die Studierenden die Aufgabe, ein Video zu Ihrem Projektzwischenstand zu produzieren. Mithilfe der Moodle-Plattform musste dann jede/r Studierende ein Video aus einer anderen Gruppe bewerten und zu den bereits kennengelernten Lerninhalten qualitativ Feedback geben. Um auch ein Reflexionselement (Eigen- und Fremdwahrnehmung) in die Beurteilungskriterien aufnehmen zu können, wurden die Teams begleitet durch die LV-Leitung am Ende der Projektarbeit zu einer gemeinsamen Reflexion angeleitet und das eigene Engagement jeder/jedes Studierenden reflektiert. Die Verknüpfung mit der LV Sozialmarketing lieferte eine weitere innovative Dimension, indem die Projekte aus der LV Projektmanagement in der LV Sozialmarketing publizistisch und präsentationstechnisch bearbeitet wurden. So kamen kreative Tools bei den Videos der Zwischenpräsentation bzw. der Endpräsentation zum Einsatz, die in der LV Sozialmarketing vorgestellt wurden. Die Studierenden konnten ihrer Kreativität bei den Präsentationen also freien Lauf lassen. Die öffentliche Endpräsentation, welche bisher analog stattfand, wurde in das reine online-Setting überführt und diese virtuelle Veranstaltung selbst von den Studierenden gestaltet. Operativ wurde die Veranstaltung durch ein eigens dafür berufenes Marketing-Subteam, bestehend aus je einem für Marketing zuständigen Projektmitglied je Projektgruppen, vorbereitet, moderiert und nachbereitet. Via MS Teams und Padlet konnten die Projektergebnisse nun trotz COVID einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch hier wurde die Gruppe zur Reflexion genutzt und wieder ein digitales Peerfeedback per Moodle als Bewertung integriert, wobei diese Bewertung aufgrund der weiteren Lernschritte schon umfangreicher gestaltet war. Das Besondere hierbei war wiederum der Konnex zur LV Sozialmarketing. So mussten die Studierenden bei den Präsentationen der anderen Gruppen auch jene Inhalte anwenden und bewerten, die sie zuvor auch in der LV Sozialmarketing erlernt hatten. Ebenso war die mediale Nachbereitung in Form von sogenannten Onepagern im Aufgabenspektrum der LV. Die Peer-Feedback-Elemente und die Reflexion der eigenen Leistung wurden bewusst als Individualleistungen in die Gesamtbewertung aufgenommen, um die individuelle Abhängigkeit von den anderen Projektgruppenmitgliedern zu reduzieren und auch individuelle Elemente neben der Gruppenleistung zu integrieren. Die Bewertung der Projektinstrumente erfolgte dagegen als Gruppenleistung. In der Gruppe konnte so jede/jeder seine/ihre individuellen Stärken einbringen und gleichzeitig von den anderen Teammitgliedern lernen. Die Learning Outcomes der Studierenden erstrecken sich aufgrund dieses Settings allerdings nicht nur auf die Inhalte des Projektmanagements und des Sozialmarketings, sie umfassen in einem besonders hohen Maß auch die digitalen Kompetenzen, welche im Zuge des Semesters aufgebaut werden konnten. So sind die Studierenden nun auch routinierter im kollaborativen Arbeiten, kennen und beherrschen Tools dafür und für virtuelle Präsentationen, verstehen den Unterschied zwischen dem Präsentieren in Realbegegnung und im virtuellen Raum und haben außerdem noch durch Erfahrungslernen die hohe Bedeutung der Kommunikation in Projekten, insbesondere in der internen Zusammenarbeit kennengelernt. Durch diese Learnings wurde den Studierenden bewusst, welchen Bedeutungszuwachs die Digitalisierung aktuell in der Sozialen Arbeit bzw. Sozialen Innovation hat und sind auf künftige Anforderungen in der Angebotsgestaltung der Sozialwirtschaft gut vorbereitet. Es konnte sogar beobachtet werden, dass die Studierenden dazu Diskussionen führten, die weit über ihre Projektinhalte hinausgingen. Dabei wurden bereits zukunftsweisende Themen besprochen wie zum Beispiel des Ausbaus von Online-Beratungsangeboten oder Angebote für spezielle Zielgruppen, beispielsweise zum Gegensteuern der pandemiebedingten Vereinsamung von älteren und alten Menschen. Mit dieser Ausstattung an Kompetenzen sind die Studierenden auch für neue Herausforderungen in Zukunft gut gerüstet und werden ihre Aufgaben innovativ wahrnehmen und lebensweltorientiert umsetzen können: zum Wohl ihrer Klient/innen, im Auftrag des Staates und der Gesellschaft und in der Logik der eigenen Profession. Das außergewöhnlich gute Feedback der Auftraggeber/innen rundet dieses Bild noch ab: es lässt sich jetzt schon festhalten, dass alle Projekte inhaltlich und organisatorisch einen Mehrwert für diese generieren konnten und hilfreiche Ansätze für die unterschiedlichen beruflichen Herausforderungen in dieser sehr speziellen Zeit umgesetzt wurden, welche in die künftige Arbeit der Auftraggeber/innen einfließen werden. Abschließend ist festzuhalten, dass auch in Zukunft, wenn wieder Lehre an den Hochschulen in Realbegegnung möglich ist, viele der Ansätze des Projekts „Projektmanagement 4.0“ weiterhin Bestand haben werden und in die Gestaltung dieser LV integriert werden.

Mehrwert

Praxisprojekte sind immer mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, auf Studierenden-, als auch auf Lehrenden-Seite. Definitiv konnte mit diesem Konzept der Lernerfolg bei den Studierenden maßgeblich erhöht werden. Die vollständige Überführung des LV-Konzeptes ins Distance Learning im Sinne des „Projektmanagements 4.0“ brachte einen erheblichen Mehrwert für den Praxisbezug der LV. Die Alternative wären rein fiktive Übungsprojekte gewesen, die lediglich „am Papier“ abwickelt geworden wären. So konnte der hohe Praxisbezug beibehalten werden und die Studierenden direkt in realen Projekten ihre Kompetenzen im Bereich des Projektmanagements und des Sozialmarketings praxisorientiert ausbauen. Dementsprechend ist dem Projekt eine Lernerleichterung der Studierenden zuzuschreiben, auch wenn diese im ersten Moment durch die COVID-bedingte Umstellung für die Studierenden vielleicht nicht sofort erkennbar war. Durch die professionelle Umsetzung im Spektrum der Digitalisierung ist davon auszugehen, dass die Employability der Studierenden gesteigert werden konnte, zumal auch die Digitalisierung in die Sozialbranche Einzug gehalten hat. Die didaktische Methode des Flipped Classroom bot für die Studierende eine viel stärkere Flexibilisierung. So konnten die Studierenden selbst entscheiden, wann sie sich wo die Videos mit den Lehrinhalten anschauen wollen und mussten nicht an einem fixen Zeitpunkt zum Vortrag im Hörsaal sein. Die Flexibilisierung der Teammeetings erfolgte dahingehend, dass diese zwar zum vereinbarten Zeitpunkt stattfanden, es aber keine örtliche Gebundenheit brauchte und für die Studierenden die Pendelzeiten weggefallen sind. Dieses Konzept brachte auch im Zusammenhang von verordneten Quarantäne-Fällen u.Ä. erhebliche Erleichterungen für die Studierenden, die auch in diesen Fällen den Lehrinhalten folgen und den Meetings beiwohnen konnten.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept der LV bzw. Teile dessen kann und soll in andere stark praxisrelevante LVs übertragen werden. So können Elemente in allen LVs genutzt werden, die intensiv mit Personen aus der Praxis des Sozialbereichs kooperieren. Ebenso ist angedacht, Teile des Konzepts in dieser LV beizubehalten, auch wenn grundsätzlich eine Lehre in Realbegegnung wieder möglich sein wird. So können die Videos mit den Theorieinputs weiterhin genutzt werden und ihre Vorteile hier auch nachhaltig integriert werden. Auch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der LV Projektmanagement und den Inhalten der LV Sozialmarketing kann und wird in Zukunft beibehalten werden. Bisher sind immer wieder Projektaufträge ausgeschieden, weil die lokale Entfernung zum/zur beauftragenden Sozialeinrichtung zu weit war und die Studierenden entlegene Orte nur schwer erreichen konnten. Mithilfe der digitalen Medien und Online-Tools können ab sofort besser Distanzen überbrückt werden und die Bandbreite möglicher Projekte erweitert werden. Durch den erworbenen Kompetenzaufbau auf Lehrende-Seite können auch künftig verstärkt Projekte zum Thema Digitalisierung in der Sozialen Arbeit angenommen und professionell betreut werden.

Aufwand

Die Vorbereitungen und Umstrukturierungen sowie die Durchführung und die Auswertungen der einzelnen Teilleistungen haben sich aufgrund des erhöhten Abstimmungsaufwands und der aufwendigen Leistungserhebungs-Methoden in einem stark erhöhten Zeitaufwand niedergeschlagen. Dies gewährleistete aber gleichzeitig den Learning Outcome der Studierenden. Gleichzeitig hat sich der Kommunikationsaufwand mit den Studierenden im Allgemeinen und auch unter den Studierenden durch die völlige Digitalisierung massiv erhöht. Viele Dinge können in der Präsenzlehrveranstaltung unkompliziert und direkt besprochen werden. Im Distance Learning wurde jede Kommunikation auf eine formale Ebene gehoben und musste entweder schriftlich oder via MS Teams oder Telefon erfolgen. Dies verkomplizierte den Austausch untereinander enorm, diente aber letztlich auch gleichzeitig der Dokumentation.

Positionierung des Lehrangebots

Die LV ist im 3. Semester des Bachelor-Studiums Soziale Arbeit verortet und mit der LV Sozialmarketing verwoben. Die Studierenden verfügen bereits über Wissen zu den Grundstrukturen des Sozialwesens sowie zu methodischem Vorgehen in der Sozialen Arbeit. Aufbauend darauf werden ihnen Projektaufträge von externen Projektpartner/innen überantwortet, welche sie, begleitet durch die LV-Leiterinnen, ein Semester lang umsetzen. Dabei lernen sie im Team Methoden und Tools des Projektmanagements kennen und können ihr erworbenes Wissen zu Sozialmarketing, mit Schwerpunkt Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, praktisch anwenden. Für die erfolgreiche Umsetzung der Projekte werden sie inhaltlich den Erfordernissen entsprechend von den LV-Leiter/innen unterstützt. Diese Unterstützungsmaßnahmen erstrecken sich von den Grundzügen empirischer Sozialforschung bis hin zu Eventmanagement. Eine nachhaltige und öffentlichkeitstaugliche Dokumentation der Projektergebnisse ist ebenso fixer Bestandteil der LV.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Methoden des Distance Learning und deren nachhaltiger Einsatz
Ansprechperson
Mag. (FH) Dr. Marie-Therese Sagl & Mag.(FH) Barbara Porotschnig, MA
Studiengang Soziale Arbeit
+43 316/5453-8726
Nominierte Person(en)
Mag. (FH) Dr. Marie-Therese Sagl
Studiengang Soziale Arbeit
Mag.(FH) Barbara Porotschnig, MA
Studiengang Soziale Arbeit
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Employability
  • Rund ums Prüfen
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften