Theaterwalk - Spaziergang durch eine verwaiste Theaterlandschaft

Ziele/Motive/Ausgangslage

Kooperation und Koordination sind zentraler Bestandteil theatralen Arbeitens. Unter pandemischen Bedingungen sind diese für Studierende besonders schwer zu erlernen. Die Theater sind geschlossen, studentische Theaterprojekte sind weder innerhalb noch außerhalb der Universitäten möglich. Die „angewandten“ Kunst wird vorübergehend zur Theorie – und es fehlen überall die Orte und Angebote, diese Erfahrung zu reflektieren.

 

Ziel war es, durch Kooperation zwischen Lehrenden der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung, Studierenden und renommierten Theaterinstitutionen den Studierenden die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zur Umsetzung eines künstlerisch-diskursiven Projekts zu bieten.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Theater ist künstlerische Kooperation. Ziel des Studiums der Bühnen- und Filmgestaltung ist, in Dialog mit RegisseurInnen, SchauspielerInnen und anderen Mitwirkenden künstlerische Abläufe zu entwerfen und zu präsentieren.

 

In der ersten Phase der Corona-Pandemie ist genau das unmöglich. Die Universität ist in „Distanzlehre“, alle Theater und Veranstaltungsstätten sind geschlossen!

 

Drei Lehrende beschließen, mit ihren Studierenden ein Format zu entwickeln, das Kooperation und Auseinandersetzung auch unter diesen Bedingungen ermöglichen soll. Nach zwei Monaten Vorbereitung präsentieren sie eine theatrale Lecture-Performance im öffentlichen Raum: Am Freitag, 26. Juni 2020 führen die Studierenden beim „Theaterwalk“ ihre KollegInnen und neugierige Gäste von Theater zu Theater. Die Studierenden haben mit externen Institutionen Kooperationen geplant: vor jedem geschlossenen Theater wird das Publikum von einem Mitglied der jeweiligen Theaterleitung zu einem Gespräch empfangen, das die Studierenden selbst moderieren. Es ist der erste Dialog vor Publikum seit Monaten.

 

Neueste Technik ermöglicht die Einhaltung der Sicherheitsabstände, per Kopfhörer können alle SpaziergängerInnen den persönlichen Gesprächen folgen, die gleichzeitig live ins Internet gestreamt werden.

 

Der Weg führt zu Nestroyhof Hamakom, Odeon, Kammeroper, Theater Drachengasse, WERK X, Akademietheater, brut Wien, Wiener Staatsoper, Volkstheater Wien, Burgtheater, Ringtheater, Le Studio - Film und Bühne.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Theater is artistic cooperation. The goal of the study of stage and film design is to design and present artistic sequences in dialogue with directors, actors and other participants.

 

In the first phase of the Corona pandemic, this is exactly what is impossible. The university is in "distance teaching," all theaters and venues are closed!

 

Three university teachers decide to develop a format with their students that will enable cooperation and discussion even under these conditions. After two months of preparation, they present a theatrical lecture-performance in public space: on Friday, June 26, 2020, the students lead their colleagues and curious guests from theater to theater during the "Theaterwalk". The students have planned collaborations with external institutions: in front of each closed theater, the audience was welcomed by a member of the respective theater management for a conversation, moderated by the students themselves. It is the first dialogue in front of an audience in months.

 

The latest technology makes it possible to maintain safety distances; via headphones, all walkers can follow the personal conversations, which are simultaneously streamed live on the Internet.

 

The walk led to Nestroyhof Hamakom, Odeon, Kammeroper, Theater Drachengasse, WERK X, Akademietheater, brut Wien, Wiener Staatsoper, Volkstheater Wien, Burgtheater, Ringtheater, Le Studio - Film und Bühne.

Nähere Beschreibung des Projekts

1. Grundidee:

 

>>Alle warten auf die Zeit nach Corona. Auch alle am Theater warten auf die Zeit nach Corona. Wenn sich das Virus aber nicht einfach wegwedeln lässt, dann muss man langsam auch darüber nachdenken, was es hieße, mit Corona zu leben. Und mit Corona Theater zu machen. Oder soll man sich darauf verständigen, dass es sich mit dem Theater in der "pandemischen Phase der Menschheit" endgültig erledigt hat?<<

Wolfgang Behrens, nachtkritik.de

 

Die Pandemie ist für Kunstschaffende auf jedwede Art existenziell. Die Pandemie ist eine Krise der Versammlung. Alle Theater sind geschlossen.

 

Es ist Frühjahr 2020. Der erste Schock bezüglich der Entdeckung des Sars-Cov-2-Virus ist vorüber, man lernt langsam, mit den Einschränkungen zu leben. Doch der Gegenstand unserer Lehre wird von der Praxis zur Theorie. Wir, Helga Utz, Jakob Brossmann und Hannah Egenolf unterrichten auf der Universität für Angewandte Kunst in der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung und überlegen gemeinsam:

Wie können wir im Rahmen der Lehre unter diesen Bedingungen einen Mehrwert für die Studierenden generieren, der sie fordert und fördert? Die Grundfrage ist ja: Wie unterrichten in einer Klasse, in der es darum geht, Räume zu gestalten, Räume zu bauen, Räume zu entwerfen. Was aber, wenn diese Räume nun geschlossen sind? Nicht zu betreten?

 

Wir haben uns außerdem gefragt: Wie kann man die Studierenden in diesem herausfordernden Semester noch einmal unter sicheren Bedingungen persönlich treffen, Erfahrungen austauschen? Wie kann man die leerstehenden Theater reflektieren und vielleicht sogar integrieren? Zum ersten Mal seit dem Weltkrieg gibt es kein Publikum in Wien. Wie geht es den Theaterschaffenden überhaupt, mit dieser Situation?

Und auch die Studierenden stehen im Moment vor der schwer lösbaren Aufgabe: Wie kann ich mich im Rahmen meines (angewandten) Studiums auf meine zukünftige Arbeit, meinen angestrebten Beruf vorbereiten?

 

In dieser Zeit zwischen Hoffen und Bangen im Frühjahr 2020 haben wir gemeinsam mit Studierenden der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für Angewandte Kunst in Kolaboration zwischen unseren jeweiligen Lehrveranstaltungen ein Projekt initiiert: „Theaterwalk – Spaziergang durch eine verwaiste Theaterlandschaft“. Wir wollten zu den Theatern hingehen, diese in einem großen Spaziergang zusammenführen und mit den Theatermacher*innen sprechen, die derzeit vor großen Herausforderungen stehen. Die Studierenden gestalteten also ein „Event“ in Zeiten, wo keines stattfinden konnte.

 

 

2. Persönliche Motivation und Zielsetzung:

 

Uns war es wichtig, dass die Studierenden diese Lecture-Performance „Theaterwalk“ eigenständig konzipieren, organisieren, administrieren und durchführen. Der Weg durch die Stadt, die Gespräche und die damit einhergehende Sichtbarmachung der Theater wurde von den Studierenden als künstlerischer und politischer Akt begriffen und umgesetzt.

Neben den curricularen Zielen (siehe Abschnitt „Besonderes Engagement in der Lehre - Lernziele“) war es uns auch wichtig, für die Studierenden ein Gemeinschaftsmoment herzustellen, um damit den durch die Corona-Maßnahmen geschaffenen sozialen Druck wenigstens punktuell zu entschärfen.

Die Möglichkeit ein Projekt in der Gruppe durchzuführen und abzuschließen, ist essentiell für junge studierende Künstler*innen. Sich selbst zu beweisen und im Idealfall gemeinsame Erfolgserlebnisse zu schaffen, ist zentral für diese Phase in jeder Künstler*innenbiografie. Dass diese Erfahrungen in turbulenten Zeiten möglich wurde, ist das besondere Verdienst dieses Projekts.

 

 

3.1. Planung und Konzeption

 

In Kooperation unserer drei Lehrveranstaltungen (Helga Utz: „Das / Der / Die FREMDE auf der Bühne“ / Hannah Egenolf: „Theatergeschichte, Literatur, Analyse, Libretto, Poetik“ / Jakob Brossmann: „Produktionstechnik für Bühnenraum“) haben wir mit einer Gruppe von Studierenden der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung diesen „Theaterwalk“ konzipiert.

Nachdem die grundlegende Idee umrissen war, wurde überlegt, welche Theatergebäude im Umfeld der Universität für Angewandte Kunst von Interesse sein könnten. Dann wurde die Route geplant – welche Wege führen uns von A) nach B), auf welchen Wegen führen wir welche Gespräche mit welchen Theatermacher*innen.

 

 

3.2. Vorbereitung

 

In allen Theatern, die auf unserem Weg lagen, wurde mit dem Mitglied, das sich bereit erklärt hatte, eine Art Interview vorbereitet – über die jeweilige Funktion im Theater, über die Geschichte der Institution und wie es mit der Stadt rundherum im Austausch steht. Zudem wollten wir natürlich auch über die jeweiligen Lockdown-Erfahrungen und die Pläne für die Zukunft sprechen. Diese Gespräche wurden von den Studierenden im Vorfeld entwickelt.

Folgende Gesprächsansätze wurden letztendlich umgesetzt:

 

• Begrüßung, sich selbst vorstellen, das Gegenüber vorstellen

• Kurz erwähnen, ob und woher man sich kennt

• Eingangsfrage zur Geschichte des Hauses und zur Architektur

• Bezug zum Stadtraum? Ist das Theater versteckt, ist es gut sichtbar, was sind die Herausforderungen des konkreten Ortes?

• Was ist hinter den verschlossenen Türen während der Pandemie passiert?

• Und worauf dürfen wir uns freuen?

 

Das Ziel, souverän vor Publikum zu sprechen, wurde von allen Studierenden als Herausforderung beschrieben, aber letztendlich gut gemeistert. Dabei galt es vor drei verschiedenen Gruppen von Zuhörenden und Zusehenden gleichzeitig zu sprechen: Den jeweiligen Interviewpartner*innen, die ja gleichzeitig wichtige Vertreter des Theaterbetriebs sind, dem Live-Publikum und dem Publikum zu Hause im ZOOM.

 

 

3.3. Zugänglichmachung für potenzielles Publikum:

 

Wir wollten natürlich auch Studierenden oder etwaigen anderen Teilnehmer*innen, die Möglichkeit bieten, vor Ort oder von daheim an unserem „Theaterwalk“ teilzunehmen. Der „Theaterwalk“ bot beides: Ein Erleben im Stadtraum, aber auch die digitale Teilnahme für die, die nicht vor Ort teilnehmen konnten. Hier bot sich für die Studierenden dementsprechend die Möglichkeit, nicht nur ein Gespräch mit Theatermacher*innen vorzubereiten und durchzuführen - sie mussten dies gleichzeitig auch für ein Publikum mitdenken: Wie binde ich Zuschauer*innen ein, die zu Hause sind, wie schaffe ich die gleiche oder zumindest eine ähnliche Atmosphäre von Nähe?

 

 

3.4. Zur technischen Umsetzung

 

Eine Hauptkamera wurde an einem Gimbal montiert, in dieses wurde ein Funkmikrofon eingespeist. Das Funkmikrofon selbst war mobil. Die Person, die gerade moderierte, hatte also das Funkmikro in der Hand und sprach in dieses Mikro hinein.

 

Via ZOOM-Zugangsdaten war es also Teilnehmer*innen von zu Hause aus möglich, sich diesen Walk und vor allem die Gespräche mit den Expert*innen anzusehen und anzuhören. Der ZOOM-Zugangslink wurde auf der Website der Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung sowie auf der dazugehörigen facebook-Veranstaltung angegeben. Zudem trugen einige Studierende während des Walks Zettel an ihren Kleidern, die wiederum auf die ZOOM_ID hinwiesen, sodass auch zufällig vorbeikommende Passant*innen noch spontan teilnehmen konnten.

 

 

3.5. Umsetzung auf der Route

 

In Bezug auf die Planung der Route haben sich die Studierenden Einiges abverlangt. Es galt, einen Weg zu finden, der schlussendlich insgesamt an 13 Theatern und Produktionsstätten vorbeiführt. Zugleich mussten sämtliche Theaterleiter*innen bzw.-mitarbeiter*innen gebrieft werden, wann sie wo sein sollten, welches Stück des Wegs sie uns begleiten. Ein genaues Zeitmanagement war von Nöten. Die Planung und vor allem Durchführung der Route war aber auch insofern ein maximaler Lernerfolg für die Studierenden, als dass sie auch gelernt haben, unterschiedlichste Interessen auszuverhandeln und in Kooperation Lösungen zu finden. Ähnlich einer Theater- oder Opernaufführung war Timing und Ablauf auch hier der Schlüssel für eine gelungene Veranstaltung.

 

Am 26. Juni 2020 um 15:00 war es soweit. Wir starteten an der Universität für Angewandte Kunst am Oskar-Kokoschka-Platz 2. Es waren etwa drei Dutzend Zuschauer*innen/Teilnehmer*innen gekommen, die durch die Website der Universität für Angewandte Kunst oder auch die dazugehörige facebook-Veranstaltung auf unseren „Theaterwalk“ aufmerksam geworden waren.

 

Hier ein kurzer Überblick über die Route und die Gesprächspartner*innen:

 

• Universität für Angewandte Kunst/Schwanzer-Trakt: Jakob Brossmann, Lehrbeauftragter

 

• Theater Nestroyhof Hamakom: Co-Leiterin und Regisseurin Ingrid Lang

 

• Odeon/Serapionsensemble: Künstlerischer Leiter Max Kaufmann

 

• Theater Drachengasse: Künstlerische Leitung Katrin Schurich

 

• Wiener Kammeroper: Veronika Leitl , Technische Direktorin des Theater an der Wien

 

• WERK X-Petersplatz: Hannah Egenolf, Leitende Dramaturgin WERK X

 

• brut Wien: Dramaturg Flori Gugger

 

• Akademietheater: Technischer Leiter Johann Bugnar

 

• Wiener Staatsoper: Leiter der Digitalen Entwicklung Christopher Widauer

 

• Burgtheater: Dramaturg Andreas Karlaganis

 

• Ehemaliges Ringtheater: Hauptbrandmeister i.R. und Kustos des Wiener Feuerwehrmuseums Heinrich Krenn

 

• Le Studio: Künstlerische Leitung Lise Lendais und Pierre-Emmanuel Finzi

 

 

4. Schriftliches Feedback von teilnehmenden Studierenden

 

>>Zwischen den Lockdowns. Eine Zeit der Ungewissheit und gleichzeitig einer kleinen Flamme der Hoffnung. Der „Theaterwalk“ war ein Versuch, die widrigen Umstände im Frühjahr 2020 als Chance zu sehen, etwas Neues auszuprobieren. Es war ein wichtiges Projekt, das gezeigt hat, wie interessiert die verschiedenen künstlerischen Institutionen Wiens an einer Zusammenarbeit mit StudentInnen sind. Es war sehr schön zu sehen, mit welcher Freude und Selbstverständlichkeit die teilnehmenden StellvertreterInnen der einzelnen Theater uns mit Wort und Schritt begleitet haben.

Diese Arbeit ist auf jeden Fall als ein sehr gutes Beispiel für eine studentische und professionelle Kooperation anzusehen. Ich wünschte, es hätte mehr Projekte wie diese gegeben. Nicht die ewige Schockstarre und das große Warten darauf, dass man wieder darf. Sondern der aktive Umgang mit der Situation und ein Weiterdenken und Handeln. <<

Dimitrij Murashov, Diplomand Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung

 

>>Das Konzept des Theaterwalks der “Angewandten” überraschte mit seiner Dichte und Vielfalt an Information und Interaktion. Die Theaterräume sind nun alle geschlossen damit fehlen auch die dazugehörigen sozialen Aspekte: das “sich Austauschen” über Gesehenes, oder die Begegnung mit neuen Leuten und anderen Meinungen als der eigenen.

So kam der Theaterwalk nicht nur zur rechten Zeit, weil deutlich gemacht wurde, dass die Spielstätten existieren und dass dort lebendig gearbeitet und gedacht wird, sondern es gab auch endlich wieder live eine Möglichkeit, sich mit anderen Theaterinteressierten auszutauschen. (Ich lernte dort zum Beispiel einen Bühnenbildner kennen, mit dem ich mittlerweile gemeinsame Projekte realisiere).

Die Experten der verschiedenen Spielstätten konnten durch ihre verschiedenen Funktionen den Blick jeweils anders auf ihre Institution lenken. Es wurde ein sehr buntes Bild der Wiener Theaterlandschaft gezeichnet, das selbst für regelmäßige Theater Besucher*innen einen neuen Input erbrachte.

Aus der Form der gleichzeitigen Übertragung der Veranstaltung über Zoom, die technisch problemlos und einfach funktionierte, ergaben sich interessante Teilnahmemöglichkeiten an der Veranstaltung, ich konnte zum Beispiel erst zu einem etwas späteren Zeitpunkt starten, fand die Gruppe problemlos über das Livebild und hatte schon die Möglichkeit, in der U-Bahn Online teilzunehmen und Fragen loszuwerden. Eine interessierte Gruppe bulgarischer Student*innen, die uns zufällig begegnete, konnte dank einer Übersetzung auf Englisch in den Walk einsteigen und blieb (mehrere Stunden) bis zum Schluss.

Wir brauchen mehr solcher ungewöhnlichen gut durchdachten Lehrveranstaltungen!<<

Philipp Seybold, mittleres Semester Theater-, Film- und Medienwissenschaften

 

 

>>Das besondere des „Theaterwalks“, war für mich das Erfahren der Stadt als ein Netzwerk der Theaterszene. Besonders, dass die Vertreter*innen der Hauser erklären und vorstellen, gab mir einen Einblick wie breit diese Szene in Wien gefächert ist.

Für mich als Studierender hat dies vor allem ein Spektrum vorgeführt, in dem auch ich mich als Theaterschaffender verorten konnte und wollte. Denn dadurch zeigten sich mir auch die Kriterien und Diskrepanzen einer künstlerischen Freiheit und wie diese mit der diversen wirtschaftlichen Situationen der Häuser und ihren eigenen Anspruch einhergeht. Gut, weil die Sprecher*innen der Häuser sehr offen über diese Punkte gesprochen haben, was eben an der Plattform „Theaterwalk“ lag.

Diese Offenheit empfand ich als wichtig, da er mir eben den konkreten Einblick in die Individualität der einzelnen Spielorte gab und so, aus der allgemein gefassten "Szene", differenzierte Facetten wurden. <<

Max Schwidlinski, hohes Semester Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung

 

Mehrwert

Das Projekt sollte die im Curriculum vorgesehenen Lernziele unter Corona-Bedingungen erreichbar und anwendbar machen, sowie ein gemeinsames Erfolgserlebnis ermöglichen. Wie den schriftlichen Feedbacks der Studierenden entnommen werden kann (siehe Sektion „Nähere Beschreibung des Projekts“ Punkt 4) wurde dies erreicht. Auch die teilnehmenden Theaterschaffenden reagierten mit Begeisterung auf die Themensetzung und professionelle Durchführung des Projekts.

Die Sichtbarmachung der geschlossenen Theater wurde als wertvoller Beitrag zur Debatte empfunden. Im Rahmen der Lehrveranstaltung und der Abschlussveranstaltung „Theaterwalk – Spaziergang durch eine verwaiste Theaterlandschaft“ konnte die Diskussion und Einordnung der Ereignisse auch im Gespräch persönlich direkten erfolgen.

Das all das in schwierigen Zeiten der Distanzlehre möglich wurde, ist der Mehrwert dieses Projekts.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Die Ausgangslage des Projekts war die „Distanzlehre“ und die Schließung der Theater aufgrund der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Insofern ist dieses Projekt im Wesentlichen eine Reaktion auf eine gesellschaftliche Krise und eine Übertragbarkeit ist im unmittelbaren Sinn gar nicht wünschenswert.

Als Lehrende nehmen wir jedoch die erfreuliche Erfahrung mit, dass der direkte Kontakt zwischen Studierenden und Institutionen sehr gut angenommen wird und auf beiden Seiten zu sehr positiven Reaktionen führt. Die Lernerfolge und Feedbacks sprechen für sich und können somit auch als nachhaltige Erfahrung in den Lernbiografien der teilnehmenden Studierenden betrachtet werden.

Wir werden selbst in unserer Lehre die erprobten Methoden weiter einsetzen, allem voran Ermächtigung der Studierenden durch den direkten Kontakt mit Institutionen und ihren Vertreter*innen. Wir möchten alle Kolleg*innen ermutigen, es uns gleich zu tun.

Aufwand

Der zeitliche Aufwand außerhalb der jeweils eigenen Lehrververpflichtung war für die teilnehmenden Lehrenden mit je etwa 15-20 Stunden beträchtlich, aber gut zu bewältigen. Da die Pandemie erst im Laufe des Semesters in ihrer vollen Tragweite erkannt wurde, konnte das Projekt nicht vorab geplant werden und es galt, die reguläre Lehre unter neuen Bedingungen durchzuführen und gleichzeitig die Kooperation zu entwickeln und die Studierenden auf ihrem Weg durch dieses Projekt zu begleiten. Insbesondere der Kontakt zwischen Studierenden und Institutionen bedarf einer achtsamen Begleitung, da die Reputation der Universität und aller beteiligten Personen ja letztendlich profitieren soll.

Insgesamt betrachten wir den erbrachten Mehraufwand jedoch als absolut lohnend, da wir selbst, als Lehrende und Künstler*innen wertvolle Lern- und Lehrerfahrung außerhalb unserer Routine sammeln konnten.

Positionierung des Lehrangebots

Das Angebot richtete sich in der Projektphase an alle Studierenden des Diplomstudienganges "Bühnen- und Filmgestaltung" sowie in der Abschlussveranstaltung an alle Studierenden der Universität und eine interessierte Öffentlichkeit mit einem Interesse an der Theaterkultur der Stadt. Sowohl die Mitarbeit am Projekt als auch der Besuch der Abschlussveranstaltung war freiwillig und ist nicht im Curriculum vorgesehen. Das Projekt sollte die im Curriculum vorgesehenen Lernziele unter Corona-Bedingungen erreichbar und anwendbar machen, sowie ein gemeinsames Erfolgserlebnis ermöglichen. Das Angebot richtete sich in der Projektphase an alle Studierenden des Diplomstudienganges "Bühnen- und Filmgestaltung" sowie in der Abschlussveranstaltung an alle Studierenden der Universität und eine interessierte Öffentlichkeit mit einem Interesse an der Theaterkultur der Stadt. Sowohl die Mitarbeit am Projekt als auch der Besuch der Abschlussveranstaltung war freiwillig und ist nicht im Curriculum vorgesehen. Das Projekt sollte die im Curriculum vorgesehenen Lernziele unter Corona-Bedingungen erreichbar und anwendbar machen, sowie ein gemeinsames Erfolgserlebnis ermöglichen.

Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Jakob Brossmann, Univ-Lekt. Mag.-art.
Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung
+43 699 123 54 735
Nominierte Person(en)
Hannah Egenolf, Univ-Lekt. Mag.a
Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung
Helga Utz, Dr.
Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung
Jakob Brossmann, Univ-Lekt. Mag.-art.
Klasse für Bühnen- und Filmgestaltung
Themenfelder
  • Neue Medien
  • Didaktische Methode
  • Kommunikation/Plattform
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Kunst, Musik und Gestaltung