CREACT Cross-Cultural Reflection & Action

Ziele/Motive/Ausgangslage

AUSGANGSLAGE UND MOTIVE:

Die Fachhochschule des BFI Wien hat seit ihrer Gründung einen europäischen Schwerpunkt. Internationalisierung wird als Querschnittsmaterie betrachtet, die sich auf verschiedene Bereiche der Hochschule auswirkt. Eine besondere Rolle kommt ihr in der Lehre zu, gilt es hier doch als besonders wichtiges Ziel weltoffene Fach- und Führungskräfte auszubilden, die in der Lage sind an der Lösung von globalen Herausforderungen zu arbeiten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurden regelmäßig Internationalisierungsprojekte an der FH des BFI Wien umgesetzt.

 

Seit September 2017 wird das Projekt „Internationalising the Curriculum – Quality Assurance for International and Intercultural Competences“, implementiert, das von der Stadt Wien (MA 23) gefördert wird. Ziel des Projektes ist es unter anderem mehrere Studiengänge der FH des BFI Wien auf eine CeQuInt Zertifizierung (Certificate for Quality in Internationalisation) vorzubereiten. Das Projekt umfasst verschiedene Aktivitäten zur Steigerung der Qualität in der Internationalisierung. Angestoßen durch das genannte Projekt wurde auch die Internationalisierungsstrategie der FH des BFI Wien in einem partizipativen Prozess (Oktober 2018 – Mai 2019) aktualisiert.

 

Auslandserfahrungen, besonders durch langfristige Aufenthalte wie Auslandssemester, spielen eine zentrale Rolle für die Internationalisierung von Hochschulen, sowohl im Hinblick auf Kompetenzerwerb als auch die Vorbereitung von Studierenden auf den Arbeitsmarkt. Sie sind mittlerweile durch verschiedene Förderprogramme (z.B. Erasmus+, Ernst Mach, Fulbright) an österreichischen Hochschulen etabliert. Lernergebnisse sind für diese Aktivitäten, die weit über den rein fachlichen Kompetenzerwerb hinausgehen aber oftmals nicht festgelegt. Im Sinne der Qualitätsorientierung gewann dieses Thema während des Prozesses der Strategieentwicklung immer mehr an Bedeutung und führte dazu mehrere Maßnahmen zur qualitätsvollen Entwicklung internationaler und interkultureller Kompetenzen in die Strategie mitaufzunehmen.

In der weiteren Umsetzung wurden zunächst im Qualitätszirkel Lehre Definitionen für internationale und interkulturelle Lernergebnisse gefunden, die allgemeine Kriterien darstellen, um Lehrveranstaltungen mit besonders internationalem oder interkulturellem Charakter zu kennzeichnen.

 

Auslandssemester stellen ein zentrales Internationalisierungsinstrument an der FH des BFI Wien dar. Jedes Jahr nehmen circa 100 Studierende an einer solchen Erfahrung teil. Forschungsergebnisse (Van der Poel, 2020; Vande Berg, Paige, & Lou, 2007) zu interkultureller Kompetenzforschung zeigen, dass Auslandserfahrungen besonders dann zum Kompetenzerwerb von Studierenden beitragen, wenn diese gemeinsam mit interkulturell erfahrenen Personen vorbereitet, begleitet und nachbereitet werden.

Eine weitere Thematik in der Internationalisierung von Hochschulen ist, dass lokale Studierende und internationale Studierende oft wenig miteinander in Kontakt kommen. Eine Befragung von lokalen Studierenden an der FH des BFI Wien im Zuge der Lehrveranstaltung „International Project Management“ ergab, dass sich weitaus mehr internationale und lokale Studierende Kontakt zueinander wünschen würden, informelle Angebote zum Austausch aber dennoch wenig wahrgenommen werden, oftmals aus den umfangreichen Verpflichtungen der berufsbegleitend Studierenden.

 

Aus dieser Situation heraus wurde das Modul Cross-Cultural Reflection and Action (CREACT) konzipiert. Das CREACT Modul ist in drei Phasen unterteilt – in Vorbereitung, virtuelle Begleitung und Reflexion – und unterstützt so den interkulturellen Kompetenzerwerb über alle Etappen des Auslandsaufenthaltes hinweg. Gleichzeitig schafft es eine Plattform, um Outgoing- und Incoming-Studierende miteinander zu vernetzen und so den Erfahrungsaustausch und die internationalen Netzwerke zwischen Studierenden zu fördern.

 

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Cross-Cultural Reflection & Action (CREACT) wurde als Maßnahme auf strategische Zielsetzungen im Bereich Internationalisierung an der FH des BFI Wien geschaffen und reagiert direkt auf Bedürfnisse zur Entwicklung von internationalen und interkulturellen Kompetenzen der Studierenden und deren Vorbereitung auf eine diverse und globale Lebens- und Arbeitswelt. Die drei Teile von CREACT (Preparation Workshop, Virtual Learning, Reflection Workshop) richten sich an Studierende, um ihre Auslandserfahrung mit konkreten Lernzielen vorzubereiten, sie zu begleiten und nachzubereiten. Zielsetzungen von CREACT sind: qualitätsvolle Internationalisierung zu fördern, die Studiengänge durch ein studiengangübergreifendes Angebot zu unterstützen, zu innovativer Lehre und Ideenaustausch beizutragen und Auslandssemester zu begleiten, Outgoing-Studierenden den Erwerb einer Referenz für den Arbeitsmarkt zu ermöglichen und Studierende unterschiedlicher Hintergründe (lokal, international, versch. Disziplinen) über Erfahrungslernen miteinander zu vernetzen.

Durch die Verortung von CREACT im „International Programme“, das vom International Office der FH des BFI Wien organisiert wird und die Verzahnung mit der Lehrveranstaltung „Intercultural Management“, werden Incoming-Studierende in die Workshops eingebunden. Der Erfahrungsaustausch zwischen Studierenden, die bereits Auslandserfahrung gesammelt haben und denen, die noch vor der Auslandserfahrung stehen trägt wesentlich zur Kompetenzentwicklung bei.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Cross-Cultural Reflection & Action (CREACT) was created as a response to strategic objectives in the field of internationalisation at the UAS BFI Vienna and responds directly to needs for the development of international and intercultural competencies of students and their preparation for a diverse and global living and working environment. The three parts of CREACT (Preparation Workshop, Virtual Learning, Reflection Workshop) are aimed at students to prepare, accompany and follow-up their experience abroad with specific learning objectives. The objectives of CREACT are: to promote high-quality internationalisation, to support the degree programmes of the UAS BFI Vienna by offering a module across different degree programmes that contributes to the exchange of ideas through innovative teaching methods, to accompany semesters abroad, to enable outgoing students to acquire an additional reference for the labour market, and to network students from different backgrounds (local, international, various disciplines) through experiential learning.

By locating CREACT in the "International Programme", which is organised by the International Office of the UAS BFI Vienna, and by dovetailing it with the course "Intercultural Management", incoming students are integrated into the preparation and reflection workshops. The exchange of experiences between students who have already gained experience abroad and those who are about to do so contributes significantly to their competence developm

Nähere Beschreibung des Projekts

AUFBAU, ZIELGRUPPEN UND STRUKTUR

CREACT besteht aus 3 Teilen und richtet sich an 2 TeilnehmerInnen-Zielgruppen. Outgoing-Studierende werden vor, während und nach ihrem Auslandssemester begleitet, Incoming-Studierende werden in der österreichischen Kultur willkommen geheißen und können ihre Erfahrungen an Studierende, denen eine ähnliche Lernerfahrung bevorsteht, weitergeben. Durch die thematische Weiterführung in der Lehrveranstaltung „Intercultural Management“ werden auch sie während ihrer Auslandserfahrung in Wien begleitet, während die Outgoing-Studierenden durch virtual learning im Auslandssemesters erfahrungsbasierte Übungsaufgaben lösen, diese gemeinsam reflektieren, so die Auslandserfahrung intensivieren und ein Global Competence Certificate erwerben können.

Grundsätzlich können alle Studierenden, der FH des BFI Wien, die für ein Auslandssemester nominiert sind an CREACT teilnehmen. Für alle regulären Bachelor-Studierenden ist eine Anrechnung von 3 ECTS für ihr Studium an der FH des BFI Wien garantiert. Master-Studierende und Double Degree Studierende klären eine Anrechnung individuell mit ihren Studienprogrammleitungen ab.

 

DIE DREI PHASEN VON CREACT IM ÜBERBLICK

1. CREACT Preparation (vor dem Auslandssemester der Outgoing-Studierenden und zum Ende des Auslandssemesters der Incoming-Studierenden)

2. CREACT Virtual Learning (während des Auslandssemester und virtuell, Outgoing-Studierende) Lehrveranstaltung “Intercultural Management” (während des Auslandssemesters in Wien für Incoming-Studierende)

3. CREACT Reflection (nach dem Auslandssemester der Outgoing-Studierenden und zu Beginn des Auslandssemesters der Incoming-Studierenden).

 

LEHRVERANSTALTUNGSZIELE

Nach erfolgreichem Abschluss des CREACT Moduls sind Studierende in der Lage:

- sich ihre persönlichen Verhaltens- und Denkweisen in eigenen und in fremden kulturellen Kontexten bewusst zu machen,

- sich die Verhaltensweisen und zugrunde liegenden Werte anderer Personen oder Gruppen in verschiedenen kulturellen Kontexten bewusst zu machen,

- ihre Gedanken und Emotionen, die mit kulturellen Unterschiedenen und dem Erleben von Diversität einhergehen, wertfrei zu reflektieren und zu regulieren,

- kulturelle Unterschiede zu überbrücken, indem sie die Perspektive anderer einnehmen, flexibel reagieren sowie angemessen und effektiv kommunizieren und agieren.

 

LERNUMGEBUNG UND LEHR- UND LERNAKTIVITÄTEN:

Beim Aufbau von CREACT wurde intensiv mit dem Kooperationspartner AFS - Austauschprogramme für interkulturelles Lernen zusammengearbeitet, einer international tätigen, parteipolitisch unabhängigen und gemeinnützigen Freiwilligenorganisation, die langjährige Erfahrung in der Organisation von Schüleraustauschprogrammen und damit der Betreuung und Begleitung von Auslandserfahrungen hat. Outgoing-Studierende haben die Möglichkeit im Zuge des CREACT Moduls das Global Competence Certificate (GCC), das von AFS entwickelt und angeboten wird, zu erlangen.

 

CREACT Preparation Workshop

Beim CREACT Preparation Workshop stehen die Themen kulturelle Konzepte, Stereotype vs. Generalisierungen, Perspektivenwechsel und Kommunikationsstile im Vordergrund. Dementsprechend sind die intendierten Lernergebnisse des Workshops, dass TeilnehmerInnen nach dem Besuch des Workshops in der Lage sind:

- Definitionen von Kultur zu artikulieren,

- das Eisberg-Modell zu erklären,

- die Unterschiede zwischen kulturellen Werten und Artefakten aufzuzeigen und Beispiele in ihrem Alltag zu finden.

- zwischen Stereotypen und Generalisierungen zu unterscheiden und erstere zu vermeiden,

- Wertungen oder Verurteilungen zu vermeiden durch die Anwendung des D.I.V.E Modells,

- Anderen mit einer respektvollen Haltung zu begegnen,

- Selbstständig ihre Beobachtungsgabe, Fähigkeit die Perspektive anderer einzunehmen und Reflexionsfähigkeit in Alltagssituationen weiter zu schulen.

 

Der Workshop gliedert sich in drei Teile:

- Introduction

Hier lernen die TeilnehmerInnen die WorkshopleiterInnen kennen und werden eingeladen ihre eigenen kulturellen Hintergründe auf innovative Art zu teilen und zu reflektieren. So lernen die TeilnehmerInnen auch einander kennen.

- Core Session

Während des Hauptteils werden durch verschiedene Übungen in diversen Gruppen kulturelle Konzepte erarbeitet. Dabei werden die Hintergründe der TeilnehmerInnen genutzt, um unterschiedliche Bedeutungen trotz einer einheitlichen Sprache und somit von kulturellen Unterschieden zu veranschaulichen. Darauf folgen theoretische Erklärungen und videogestütze Übungen zu „Generalizations and stereotypes“ und dem D.I.V.E. Modell, durch das die TeilnehmerInnen lernen Wertungen und Verurteilungen von ihnen unbekannten Verhaltensweisen zu vermeiden.

Durch eine Simulation, in der die TeilnehmerInnen aufgrund diverser Kulturzugehörigkeiten mit unterschiedlichen Reaktionen konfrontiert werden, wird zum Thema „Culture & conflict“ und „Coping strategies“ übergeleitet.

- Closing

Zum Abschluss geben alle TeilnehmerInnen, die bereits Auslandserfahrung gemacht haben, anderen TeilnehmerInnen Tipps und Tricks mit auf den Weg.

Die Inhalte und Lernerfahrungen des Workshops werden kurz reflektiert und die nächsten Schritte besprochen.

 

CREACT Virtual Learning

CREACT Virtual Learning ist eine Kombination aus asynchronem online-basiertem Selbststudium und Dialog-Webinaren. Die Videomodule des Global Competence Certificate (GCC) werden dabei von den TeilnehmerInnen selbstständig durchgearbeitet und die neu erlernten Inhalte durch erfahrungsbasierte Übungen und Reflexion von eigenen Erfahrungen mit Bezug zu kulturellen Unterschieden gefestigt. Die Lernergebnisse von Virtual Learning sind, dass TeilnehmerInnen nach Abschluss des GCC und Teilnahme am Virtual Learning in der Lage sind:

- sich ihre persönliche und kulturelle Identität bewusst zu machen.

- zu verstehen wie persönliche und kulturelle Identität Verhaltens-, Denk- und Gefühlsweisen beeinflussen.

- ihre eigene kulturelle Voreingenommenheit und emotionale Auslöser zu erkennen und zu managen.

- Verhaltensweisen und Werte von Personen mit anderen kulturellen Kontexten zu erkennen und zu verstehen.

- die Perspektive von anderen einzunehmen.

- erlernte Strategien anzuwenden, um flexibel und wertfrei mit Unterschieden umzugehen und diese zu überbrücken.

- angemessen und effektiv in verschiedenen kulturellen Kontexten zu kommunizieren.

- globale Aspekte, die kulturelle Unterschiede beeinflussen, zu analysieren.

- interkulturelle Kompetenz im Arbeitsumfeld einzusetzen, um effektiv in diversen Teams zu arbeiten.

 

Virtual Learning wird in allen Phasen des Auslandsaufenthaltes durchgeführt. In der Vorbereitungsphase lernen die TeilnehmerInnen sich selbst und andere in Kontext von Kultur kennen. Während der Auslandserfahrung unterstützen die Inhalte und Aufgaben die TeilnehmerInnen dabei mehr über ihr Gastland zu erfahren, sowie Selbstbewusstsein und Kompetenzen zu entwickeln um sich im neuen Umfeld zurechtzufinden und tiefgehende Verbindungen mit Personen unterschiedlicher kultureller Kontexte einzugehen. Die Reflexionsphase nach Abschluss des Auslandsaufenthaltes unterstützt die Vertiefung des Erlernten und die Anwendung in zukünftigen Situationen.

Innerhalb des Virtual Learning werden 18 Video-Lehreinheiten bearbeitet. Begleitende Übungen und Dialog-Webinare unterstützen verschiedene Lernstile durch erfahrungsbasierte Aufgaben und Reflexionen. Durch regelmäßige Beiträge im virtuellen Forum bleiben die TeilnehmerInnen miteinander in Kontakt und reflektieren Erfahrungen und Inhalte der Video-Lehreinheiten.

In den vier Dialog-Webinaren diskutieren die TeilnehmerInnen die Inhalte der Video-Lehreinheiten, können Verständnisfragen stellen und wenden das Gelernte auf eigene Erfahrungen an. Die Webinare zielen darauf ab die, in den Videoeinheiten bearbeiteten, Themen und eigene Erfahrungen bzw. möglichen Situationen, die innerhalb der Auslandserfahrung auftreten können, zu reflektieren und zu diskutieren.

Das 1. Dialog-Webinar findet in der Vorbereitungsphase statt und thematisiert: Lerntypen, sichtbare und unsichtbare kulturelle Aspekte, Reflexion der eigenen Kultur, Reflexion der persönlichen und kulturellen Aspekte der eigenen Identität, Vertiefung Unterschiede zwischen Stereotypen und Generalisierungen, kulturelle „Value Dimensions“, Bridging Technique zum Umgang mit kulturellen Unterschieden, Kommunikationsstile, Diskussion über „Cultural surprise“ und “Cultural irritation”, und die Diskussion über Strategien bei kulturellen Konflikten.

Das 2. Dialog-Webinar findet während der Auslandserfahrung statt und thematisiert: Verlassen der gewohnten Umgebung/Komfortzone, Vertiefung „Cultural surprise“, “Cultural irritation” und „Culture shock“, Konfliktstile und weitergehende Diskussion über mögliche Strategien zur Bewältigung von Stresssituationen/kulturellen Konflikten, Bridging Strategie und D.I.E. Methode.

Das 3. Dialog-Webinar findet während der Auslandserfahrung statt und thematisiert: weitere kulturelle „Value dimensions“, Wiederholung Kommunikationsstile, Vertiefung Konfliktstile, Diskussion über Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit Konfliktsituationen, Diskussion zu kulturbasierten Privilegien, Mikroagressionen und wie diese vermieden bzw. damit umgegangen werden kann.

Das 4. Dialog-Webinar findet nach der Auslandserfahrung statt und bezieht sich auf die Inhalte: Reflexion von Schlüsselmomenten der TeilnehmerInnen, Analyse der Schlüsselmomente in Bezug auf den Nutzen zum Erlernen von neuen Fähigkeiten, Einsichten und Einstellungen; Diskussion darüber wie die erlernten Kompetenzen weiter ausgebaut und in zukünftigen Kontexten eingesetzt werden können.

 

Integrierte Lehrveranstaltung (ILV): Intercultural Management

Während die Outgoing-Studierenden am Virtual Learning teilnehmen, besuchen die Incoming-Studierenden die ILV Intercultural Management. Diese ist mit den beiden CREACT Workshops verzahnt und zielt darauf ab, Studierende mit unterschiedlichen Theoriemodellen zu Kultur und Diversität vertraut zu machen. Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung, können die Studierenden zwischen kulturellen Dimensionen unterscheiden, verschiedene Kommunikationsstile anwenden und über angemessene internationale Recruiting-Praktiken entscheiden. Sie verstehen die Bedeutung von Konzepten wie Diversity und Unconscious Bias. Als Teil der Lehrveranstaltung nehmen die Studierenden an beiden CREACT-Workshops, zu Beginn und am Ende ihres Semesters in Wien, teil.

 

CREACT Reflection Workshop

In diesem Workshop liegt der Fokus auf der Reflexion von Erfahrungen und Kompetenzen, die durch die Auslandserfahrung entwickelt wurden. Dadurch, dass individuelle Erfahrungen reflektiert werden, werden sich die Outgoing-Studierenden einerseits bewusst, welche Fähigkeiten sie entwickelt haben, andererseits können sie diese Erfahrungen mit den Incoming Studierenden, die gerade ihr Semester in Wien beginnen, teilen und tragen so zu deren Kompetenzentwicklung bei.

Beim Reflection Workshop steht der direkte Austausch zwischen den Studierenden und die Reflexion von sowie das Lernen aus eigenen oder den Erfahrungen anderer. Dementsprechend sind die intendierten Lernergebnisse des Reflection Workshops, dass die TeilnehmerInnen nach Abschluss in der Lage sind:

- Kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten differenziert zu artikulieren.

- Über positive und negative Erfahrungen zu sprechen und Entwicklungen daraus abzuleiten.

- Lernerfolge zu artikulieren, auszutauschen und weiterzugeben.

- Durch die Bearbeitung von Zukunftsszenarien positive Lernstrategien zu festigen .

- Mit kulturellen Herausforderungen umzugehen.

Der Workshop gliedert sich in vier Teile:

- Introduction

Da es sich bei den Incoming-Studierenden um andere Personen handelt als beim Preparation Workshop, lernen die TeilnehmerInnen während der Introduction die WorkshopleiterInnen kennen und werden eingeladen ihre eigenen kulturellen Hintergründe auf innovative Art zu teilen und zu reflektieren (eigene kulturelle Hintergründe, Videoanalyse). So lernen die TeilnehmerInnen auch einander kennen.

- Simulation

Durch eine Simulationsübung, bei der die Studierenden unterschiedliche Rollen einnehmen und klare Kommunikationsaufgaben erfüllen müssen, werden Situationen, in denen Menschen unterschiedlicher Kulturhintergründe aufeinandertreffen nachgestellt. Die Verhaltensweisen und „coping strategies“ der TeilnehmerInnen werden dann gemeinsam diskutiert und reflektiert.

- Reflection & Exchange

Die Outgoing-Studierenden reflektieren in diesem Teil welche Lernerfahrungen sie gemacht und welche Lernstrategien sie entwickelt haben. Die Incoming-Studierenden reflektieren welche Fragen sie den Studierenden, die aus dem Auslandssemester zurück nach Österreich gekommen sind, gerne stellen würden. Danach folgt der Austausch der beiden Gruppen.

- Closing

Zum Abschluss wird durch verschiedene Übungen (z.B.: write a letter to your future self, reflection on misunderstandings, learning strategies) die zukünftige Kompetenzentwicklung thematisiert.

Mehrwert

QUALITÄTSSTEIGERUNG IN DER INTERNATIONALISIERUNG:

Durch die Einarbeitung von Forschungserkenntnissen im Bereich Internationalisierung von Hochschulen und die Implementierung des hochschuldidaktischen Konzeptes (insbesondere Lernergebnisorientierung) auf eine Aktivität des informal Curriculum wird der Zugang zur interkulturellen Kompetenzentwicklung qualitativ verbessert.

UNTERSTÜTZUNG DER STUDIENGÄNGE DURCH STUDIENGANGÜBERGREIFENDES ANGEBOT:

Durch das Verfügbarmachen von Expertise zu interkultureller Kompetenzentwicklung und Vorbereiten, Begleiten und Nachbereiten von Auslandssemestern, die in Studiengängen nicht gleichermaßen ausgeprägt vorhanden ist, wird eine Balance geschaffen. Die Studiengänge werden in diesem Kompetenzbereich unterstützt und für die Studierenden ein attraktives und effektives Angebot etabliert.

VERNETZUNG UND INTERKULTURELLER IDEENAUSTAUSCH:

Durch den Aufbau des Moduls werden internationale und lokale Studierende und auch Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen der FH des BFI Wien miteinander vernetzt. Durch den Ansatz des erfahrungsbasierten Lernens kommt es dabei zu Ideenaustausch, aber auch intensivem Kennenlernen zwischen diesen Gruppen, das im Optimalfall dazu führt, dass Studierende während ihres Auslandsaufenthaltes vor Ort schon Kontakte und persönliche Ansprechpartner der lokalen Kultur haben. Rückmeldungen von Studierenden zeigen, dass ihnen dies besonders wichtig ist und einen großen Mehrwert liefert.

BEGLEITUNG WÄHREND DES AUSLANDSSEMESTERS:

Durch virtuelle Begleitung von Outgoing-Studierenden werden diese auch während ihres Auslandssemesters begleitet und tauschen sich unter Moderation regelmäßig zu ihren Erfahrungen aus und reflektiere so anders, als sie es ohne diese Begleitmaßnahmen tun würden. Incoming-Studierende

REFERENZ FÜR DEN ARBEITSMARKT:

Dadurch, dass das Modul für Outgoing-Studierende mit dem Erwerb des Global Competence Certificate (GCC) in Kooperation mit dem AFS zusammenhängt, erhalten diese nach dem erfolgreichen Abschluss eine Referenz über ihre interkulturelle Kompetenzentwicklung.

FÖRDERUNG GLOBAL MINDSET – LÖSEN GLOBALER HERAUSFORDERUNGEN:

Durch das Arbeiten an konkreten Beispielen aus der Erfahrungswelt der Studierenden lernen diese in interkulturellen Teams zu arbeiten und auch thematisch besondere Herausforderungen und Problemstellungen einer globalisierten Welt kennen.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Wir halten es für realistisch, dass Konzept insofern auf andere Lehrveranstaltungen oder -situationen übertragbar ist, als dass es eine konkrete Erfahrung (Auslandserfahrung), die die TeilnehmerInnen machen, auf innovative Art und Weise nutzt, um Kompetenzentwicklung zu fördern und Lernen sichtbar zu machen. Der Umgang mit Diversität spielt dabei eine wichtige Rolle, ebenso wie die Tatsache, dass trotz der Vielfalt an unterschiedlichen Ausgangspositionen, innerhalb der Erfahrung viele Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Dementsprechend können auch andere Erfahrungen, die für Studierende prägend sind (z.B. Praxiserfahrungen) durch ähnliche Konzepte bearbeitet werden.

Derzeit ist folgender Prozess zur Evaluierung und Weiterentwicklung implementiert:

- Evaluierung durch das CREACT Team (bestehend aus inhaltlicher Leitung, Lehrenden, mind. 1 Mitglied des Kooperationspartners AFS und Organisation) nach jedem Workshop-Termin, um Verbesserungspotenzial zu definieren und für die Umsetzung des nächsten Workshops zu berücksichtigen

- Direkte Kommunikation mit Studierenden zum Angebot und Verbesserungspotenzial

- Evaluierung durch das Qualitätsmanagement (zum Lernerfolg bzw. Lehrveranstaltungsevaluierung)

- Evaluierung/Berichtslegung an den Fördergeber des Projektes „Internationalising the Curriculum“ (MA 23, Stadt Wien)

Folgende Arten Weiterentwicklungen sind bereits geplant:

INHALTLICHE UND DIDAKTISCHE WEITERENTWICKLUNGEN

Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie mussten alle Aktivitäten auf online-Modus umgestellt werden. Solange dieser Zustand andauert, werden laufend Weiterentwicklungen zum Thema virtuelle Vernetzungsmöglichkeiten vorgenommen.

Die jeweiligen Aktivitäten (Simulationen, Übungsaufgaben, etc.) werden je nach Evaluierung des CREACT Teams überarbeitet und angepasst.

Angedacht ist auch eine zusätzliche Implementierung von Kompetenzmessung. Traditionelle Formen der Kompetenzmessung im interkulturellen Kompetenzbereich fokussieren auf fragebogenbasierte Selbstevaluierungen. In einem Forschungsprojekt zum Thema Reflexionsfähigkeit und interkulturelle Kompetenz, das Ingrid Pleschberger innerhalb des Projektes „Internationalising the Curriculum“ leitet, werden Zusammenhänge zwischen Reflexion und interkultureller Kompetenzentwicklung untersucht. Ziel ist dabei auch eine neuartige Möglichkeit zu schaffen Reflexionen über Narrative von Studierenden anhand von Kriterien zu Kategorisieren und so Rückschlüsse auf interkulturelle Kompetenzen zu ziehen. Diese Forschungsergebnisse werden für die weitere Implementierung der Kompetenzmessung berücksichtigt.

ORGANISATORISCHE WEITERENTWICKLUNGEN

Derzeit ist eine Teilnahme am Programm freiwillig, da durch den Ausbruch der Corona-Pandemie viele Unsicherheiten in Bezug auf Auslandssemester aufgetreten sind und die Studierenden nicht noch zusätzlich unter Druck gesetzt werden sollten. So konnte CREACT erfolgreich erprobt und Erfahrungen gesammelt werden. Geplant ist eine Weiterentwicklung im Hinblick darauf die Teilnahme von Bachelor Studierenden, die ein Auslandssemester absolvieren verpflichtend zu verankern, um auch tatsächlich alle Bachelor Outgoing-Studierenden zu erreichen.

Auch nach dem Ende der Projektförderung (August 2021) soll CREACT weitergeführt werden.

Aufwand

Für die Konzipierung und Implementierung von CREACT wurden ca. 65 Personenstunden aufgewendet. 70% der Personalkosten wurden im Rahmen des von der Stadt Wien geförderten Projekts "Internationalising the Curriculum" gefördert.

Positionierung des Lehrangebots

Das Lehrangebot richtet sich an Studierende aller Studiengänge der FH des BFI Wien auf Bachelor- und Master-Niveau, in denen Auslandssemester durchgeführt werden.

 

BA Arbeitsgestaltung & HR-Management: 3. – 4. Semester

BA Bank & Finanzwirtschaft: 3. – 4. Semester

BA Banking & Finance (engl.): 3. – 4. Semester

BA Europäische Wirtschaft & Unternehmensführung: 4. Semester

BA European Economy & Business Management (engl.): 4. Semester

BA Film-, TV- & Medienproduktion: 4. Semester

BA Logistik & Transportmanagement: 5. Semester

BA Projektmanagement & IT: 5. Semester

BA Technisches Vertriebsmanagement: 4. Semester

 

MA Europäische Wirtschaft & Unternehmensführung: 3. Semester

MA International Banking & Finance (engl.): 3. Semester

MA Logistik & Transportmanagement: 2. Semester

MA Projektmanagement & Organisation: 3. Semester

MA Quantitative Asset & Risk Management (engl.): 3. – 4. Semester

MA Strategic HR Management in Europe (englischsprachig): 2. – 3. Semester

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Ansprechperson
Mag. Dr. Dietmar Paier
Hochschuldidaktik
1-7201286-961
Nominierte Person(en)
Ingrid Pleschberger, BA BA MSc (Idee und Konzeptualisierung)
Head of International Office, FH BFI Wien
Anne Schitter, MA (Workshopgestaltung und virtuelle Begleitung)
International Office FH BFI Wien
Mag.a Regina Rastbichler, MA (Workshopgestaltung und Unterricht Intercultural Management)
Nebenberuflich Lehrende
Dr.in MMag.a Ewa Martyna-David
International Office
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Employability
  • Kommunikation/Plattform
  • Erfahrungslernen
  • Internationalisation@home
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht