Vertiefung in elementarer Bildung

Ziele/Motive/Ausgangslage

Im Jahr 1962 wurde in Österreich mit dem Schulorganisationsgesetz (BGBl. Nr. 242/1962, 61. Stück) die Ausbildung von Pflichtschullehrerinnen*-lehrern und jene von Kindergärtnerinnen getrennt. Erstere wurde damals im postsekundären Bildungsbereich etabliert (Pädagogische Akademien), Zweitere verblieb im Sekundarbereich (Bildungsanstalten für Kindergärtnerinnen). Mancherorts wurde diese Trennung begrüßt (vgl. Lex-Nalis & Rösler, 2019, S. 134); zu groß waren und sind die Unterschiede in Didaktik und Methodik zwischen dem non-formalen System der elementaren Bildung im Vergleich zum formalisierten Schulsystem. Längst werden heutzutage Pädagoginnen*Pädagogen der Primarstufe in Österreich an den nunmehr ‚Pädagogischen Hochschulen‘ auf Bachelorniveau ausgebildet, demnach auf Niveau 6 nach ISCED. Die ‚PädagogInnenbildung Neu‘ verlangt gar ein Niveau höher 6 in Form eines Masterstudiums. Im Vergleich die Elementarstufe: Österreichweit einheitlich erfolgt die Ausbildung hierfür derzeit an berufsbildenden höheren Schulen, den ‚Bildungsanstalten für Elementarpädagogik‘, auf Niveau 5 im internationalen Vergleich.

Seit dem WS 2018/19 ist es möglich, sich an Pädagogischen Hochschulen einem Bachelorstudium im Bereich der Elementarbildung/Elementarpädagogik zu widmen. In mindestens sechs Semestern und mit einem Umfang von 180 ECTS wird beispielsweise im Verbund Nord-Ost das Bachelorstudium ‚Elementarbildung: Inklusion und Leadership‘ angeboten. Die Bachelorstudien an den Pädagogischen Hochschulen sind derzeit ausschließlich für ausgebildete Kindergartenpädagoginnen*-pädagogen zugänglich und schließen mit dem Titel ‚Bachelor of Education (BEd)‘ ab. Einer Studie von Koch (2019, 2020) zufolge, gibt die Mehrheit der Teilnehmer*innen „fachlich fundierte Weiterbildung“ sowie die „Vertiefung bereits erworbener Kenntnisse“ (Koch, 2019, S. 36) als Hauptmotive für ihr Studium an. Der formale Abschluss (Bachelor of Education) ist in Österreich derzeit mit keinerlei Anstellungsspezifika (z. B. einer Leitungsposition oder höherem Gehalt) verbunden, was auf hohe intrinsische Motivation der Studierenden zur persönlichen beruflichen Weiterbildung weist (vgl. Bruckner, 02/2021).

Aktuell bedeutet in Österreich der Wechsel von der elementaren Bildungseinrichtung (Kindergarten) in die Primarstufenbildung (Schule), ein System zu verlassen und in ein anderes einzutreten (vgl. Bruckner, in 2021). Gelungene Transition (‚ökologischer Übergang‘ nach Bronfenbrenner, 1979/Übers. 1981) und kontinuierliche Bildungsverläufe entstehen, wo sich Tätigkeiten (nebst Rollen und Beziehungen) in Mikrosystemen, hier der Kindergartengruppe und darauffolgend der Schulklasse, überschneiden dürfen.

Der ‚Sammelband Elementare Bildung‘ (Herausgeberinnen: Johanna Bruckner und Doris Lindner) setzt an dieser Schnittstelle an. Er befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Umsetzung elementarer Bildung. Hauptzielgruppe sind Pädagoginnen*Pädagogen, die Kinder bis zur Einschulung betreuen, erziehen und bilden. Mit Blick auf bereits erwähnte kontinuierliche Bildungsverläufe, wurden Personen mit fachspezifischer Expertise (z.B. hinsichtlich Sprachbildung, Mathematik, Musik, Technik, Sport und Bewegung) gebeten, elementare Lernfelder für das jeweilige Fach zu identifizieren und Beiträge für erwähnte Zielgruppe zu verfassen.

Einige Ziele des weiter unten genauer beschriebenen Modulkonzeptes/Projektes waren

- ausgebildete Kindergartenpädagoginnen (als zukünftige Zielgruppe) aktiv in die Entstehung des Sammelbandes (Buches) einzubinden,

- die Mitarbeit sinnvoll in ein Modul (bestehend aus zwei Projektlehrveranstaltungen) ihres Bachelorstudiums einzubetten,

- Studierende mit einem konkreten (und später sichtbaren) Ziel für die Auseinandersetzung mit aktueller, wissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnissen zu motivieren,

- das Schreiben von Reviews zu erproben und

- fachspezifisches Wissen in die elementarpädagogische Praxis zu übersetzen.

 

Quellenverzeichnis:

BGBl. Nr. 242/1962, 61. Stück. Schulorganisationsgesetz. Verfügbar unter www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1962_242_0/1962_242_0.pdf

Bronfenbrenner, U. (1979). The ecology of human development. Experiments by nature and design. Cambridge, MA: Harvard U. Press (dt. Die Ökologie der menschlichen Entwicklung, 1981). Stuttgart: Klett.

Bruckner, J. (2021). Transition von elementar- in primarpädagogische Settings: Eine theoretisch-praktische Annäherung. In: T. Katschnig, I. Wanitschek & J. Bruckner (Hrsg.), Miteinander! Vernetzung zwischen Kindergarten und Volksschule (S. 42-50). Wien: LIT.

Bruckner, J. (02/2021). Bachelorstudien für Kindergartenpädagog*innen an Pädagogischen Hochschulen in Österreich – Chancen in Hinblick auf Transition und Bildungsverläufe. Flipped Presentation im Rahmen der sektionsübergreifenden ÖFEB-Online-Tagung (24.-26.02.2021).

Internationale Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED). Verfügbar unter www.bildungssystem.at/isced-klassifikation/internationale-standardklassifikation-im-bildungswesen

Koch, B. (2019). Wer studiert Elementarpädagogik in Österreich? Eine Erhebung über soziodemographische Merkmale, Berufsprofile und Motive bei Studierenden aller Hochschulen. ElFo - Elementarpädagogische Forschungsbeiträge, 1(2), 32-41. dx.doi.org/DOI: 10.25364/18.1:2019.2.3

Koch, B. (2020). Die Bachelorstudien Elementarpädagogik an Österreichs Hochschulen. Bestandaufnahme und Entwicklungsmöglichkeiten. Wien: LIT.

Lex-Nalis, H. & Rösler, K. (2019). Geschichte der Elementarpädagogik in Österreich. Weinheim: Beltz Juventa.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Vor dem Hintergrund der historisch, gesellschaftlich und auch im internationalen Vergleich bedeutsamen Möglichkeit einer tertiären Ausbildung für Pädagoginnen*Pädagogen der Elementarstufe in Österreich, wurde das eingereichte Projekt im Rahmen des Bachelorstudiums ‚Elementarbildung: Inklusion und Leadership‘ an der KPH Wien/Krems implementiert. Die Studierenden sind ausgebildete Kindergartenpädagoginnen*-pädagogen mit mehrjähriger Berufserfahrung in elementaren Bildungseinrichtungen. Sie wurden im Rahmen eines Moduls, bestehend aus zwei Projektlehrveranstaltungen, aktiv in ein Entwicklungsprojekt (‚Sammelband Elementare Bildung‘) der Hochschule eingebunden. Sie erhielten von den Autoren*Autorinnen mit fachspezifischer Expertise (z.B. in den Bereichen Sprache, Technik, Musik, Bewegung und Sport) zur Verfügung gestellte Beitragsentwürfe. Im Laufe eines Studiensemesters (WS 2020/21) befassten sich die Studierenden mit Literaturrecherche und -ausarbeitung zu den thematischen Beiträgen, der Nachvollziehbarkeit und adäquaten Übersetzung der im Entwurf enthaltenen theoretischen Grundlagen in die elementarpädagogische Praxis sowie dem Verfassen eines Reviews für die Autorinnen*Autoren. Mit einem zielorientierten, nachvollziehbaren und (fachübergreifend) kompetenzorientierten Lehrkonzept sollten Theorie und Umsetzung in die Berufs- und Lebenspraxis verbunden sowie das Vorwissen und die Bildungsbiografien der Studierenden aktiv aufgegriffen werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In light of the historically, socially and internationally meaningful possibility of tertiary training for educators at the elementary level in Austria, the submitted project was implemented as part of the bachelor’s program 'Early Childhood Education: Inclusion and Leadership' at the University College of Teacher Education Vienna/Krems. The students are trained kindergarten teachers with several years of professional experience in institutions of early childhood education and care. As part of a training module consisting of two project courses, students were actively involved in a book project ('Anthology of Early Childhood Education'). Students received drafts from the authors (with subject-specific expertise, e.g. in the areas of language/speech development, technology, music, movement and sports). In winter term 2020/21, the students dealt with literature research and elaboration on these topics, their comprehensibility, adequate applications of the theoretical foundations (contained in the draft) into early childhood education and wrote a review – based on these considerations – for the authors. A goal-oriented, comprehensible and (interdisciplinary) competence-oriented teaching concept should combine theory and implementation in professional practice, activate students’ prior knowledge and take their previous educational biographies into account, too.

Nähere Beschreibung des Projekts

Bezugnehmend auf oben beschriebene Ausgangslage und die damit verbundene Bedeutung eines tertiären Ausbildungsangebotes für Pädagoginnen*Pädagogen der Elementarstufe, soll in Folge kurz auf erwähntes Curriculum zum Bachelorstudium ‚Elementarbildung: Inklusion und Leadership‘ Bezug genommen werden.

„Das Bachelorstudium Elementarbildung: Inklusion und Leadership bietet eine wissenschaftliche Ausbildung für in elementaren Bildungseinrichtungen tätige Personen. Im Sinne eines Professionalisierungskontinuums baut das Studium auf die mit der Reife- oder Diplomprüfung für Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen erworbenen Kompetenzen auf, wobei der Ausgewogenheit von Wissenschaftlichkeit und Praxisorientierung eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Hiermit wird ein Beitrag geleistet, um den Komplexitätsansprüchen der Tätigkeit in elementaren Bildungseinrichtungen gerecht zu werden“ (Curriculum Elementarbildung: Inklusion und Leadership. Bachelorstudium, 2018, Präambel, S. 1).

Das Lehr-, Lern- und Beurteilungskonzept im Studium Elementarbildung folgt (vgl. Curriculum, S. 7ff)

• der Kompetenzorientierung (u. a. der Bildung eines professionellen Habitus der Pädagoginnen*Pädagogen),

• der Handlungsorientierung (u. a. Eigenverantwortung und Selbstreflexion sowie aktivierende und studierendenzentrierte Lernarrangements),

• dem konstruktiven Wissenserwerb (u. a. mittels dialogischen und forschenden Lernens, kontinuierlicher Reflexion und entsprechender Feedback-Kultur),

• forschendem Lernen (u. a. Rezipieren, Erforschen, Reflektieren, Entwickeln),

• der Vernetzung im Praxisfeld (im Rahmen von Pädagogisch-Praktischen Studien),

• vielfältigen Lernsettings (inkl. blended learning Szenarien),

• Diversität und Inklusion (u. a. indem Diversität unter den Studierenden als Ressource für Entwicklungs- und Lernprozesse wahrgenommen, wertgeschätzt und genützt werden solle),

• individuellen Schwerpunktsetzungen (Wahlpflichtmodule) und

• transparenten Beurteilungskriterien (die in Zusammenhang mit den zu erwerbenden Kompetenzen stehen).

Vorliegendes Projekt wurde an der KPH Wien/Krems im WS 2020/21 in das Modul B-3-3 (3. Semester) des Bachelorstudiums Elementarbildung: Inklusion und Leadership‘ eingebettet. Das Modul umfasst 5 ECTS-AP, aufgeteilt in die Arbeitsgemeinschaft ‚Projektwerkstatt‘ sowie die Übung ‚Aktuelle Entwicklungen im elementarpädagogischen Handlungsfeld‘.

Im Juni 2020 wurden die für erwähntes ‚Sammelband Elementare Bildung‘ gewonnenen Autorinnen*Autoren gebeten, bis Ende September 2020 Entwürfe Ihrer Beiträge bereitzustellen. Die Beitragsentwürfe standen in Folge für Reviews, verfasst von Bachelorstudierenden der Elementarbildung und damit Kindergartenpädagoginnen mit mehrjähriger Berufserfahrung, zur Verfügung. Im Oktober 2020 erfolgte die Übergabe der anonymisierten Beitragsentwürfe an die Studierenden. Diese sollten sich im Laufe des WS 2020/21 mit der weiterführenden Literaturrecherche und-ausarbeitung zum gewählten thematischen Beitrag, der Nachvollziehbarkeit und adäquaten Übersetzung der darin enthaltenen theoretischen Grundlagen in die elementarpädagogische Praxis sowie dem Verfassen eines Reviews zum Beitragsentwurf befassen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab für beide Lehrveranstaltungen (1x prüfungsimmanent, 1x nicht prüfungsimmanent) wurden in der ersten Einheit bekanntgegeben und umfassten

• aktive Mitarbeit in den Arbeitsgruppen, Beteiligung an Diskussionen und Einhalten der vereinbarten Abgabetermine,

• Beiträge zur gemeinsamen Literaturrecherche (via Moodle-Forum),

• Führen eines Projekttagebuches (via Moodle-Forum),

• Präsentation der eigenen, anteiligen Projektarbeit (in Form eines vor dem Plenum geführten digitalen Fachgespräches mit der Dozentin),

• mündliches und in Folge schriftlich verfasstes Feedback für eine Kollegin (im digitalen Plenum resp. via Moodle-Forum),

• Einarbeiten des erhaltenen, kollegialen Feedbacks in das eigene Review und

• Verfassen eines Reviews zum thematischen Beitrag inkl. Rückmeldung zur Umsetzung in die elementarpädagogische Praxis und Vorschlägen zu weiterführender Literatur.

Die Präsentation der eigenen, anteiligen Projektarbeit erfolgte noch vor den Weihnachtsferien in Form von digitalen Fachgesprächen mit der Dozentin vor dem interessierten Plenum. Inhalte waren die ‚take-home-message‘ (resp. ‚take-into-ECEC-work-message‘) des jeweiligen Beitrages, die Nachvollziehbarkeit der theoretischen Ausführungen und Rückmeldungen hinsichtlich der praktischen Umsetzungsmöglichkeiten in elementaren Bildungseinrichtungen. Die schriftliche Erstversion des Reviews wurde Anfang Jänner abgegeben. Diese wurden einzeln bzw. in Kernteams von Studierenden mit der Dozentin (digital) rückbesprochen, finalisiert und in Folge anonymisiert von der Dozentin an die Autorinnen*Autoren der Beiträge weitergeleitet. Gearbeitet wurde in einem double-blind-Verfahren (Reviewer*innen/Studierende wissen nicht wer den Beitrag/das Review verfasst hat). Die Studierenden wurden vorweg darüber aufgeklärt, dass die Reviews keine Autorinnenschaft begründen, die Beiträge vor der Veröffentlichung unter besonderem Schutz stehen und eine Weitergabe der Entwürfe an Dritte nicht gestattet ist. Der Transfer der Entwürfe bzw. von Auszügen daraus sollte demnach ausschließlich via Moodle-Forum (zur Lehrveranstaltung) bzw. hochschulinternen E-Mails erfolgen.

Bildungsinhalte, und -ziele sowie antizipierte Lernergebnisse/Kompetenzen der Lehrveranstaltungen waren unter anderem

• der Kompetenzerwerb hinsichtlich der Konzeption, Planung und Durchführung von Projekten,

• die aktive Partizipation (als Arbeitsgemeinschaft) am Projekt ‚Sammelband Elementare Bildung‘ und damit an einem Entwicklungsprojekt an der Hochschule,

• das Erleben der Bedeutsamkeit von (auch disziplinübergreifender) Kooperation zwischen Expertinnen*Experten in Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Praktizierenden,

• die (digitale) Präsentation vor einem Plenum und zur Diskussion stellen von Fragestellungen/Projektergebnissen,

• Erfahrung mit double-blind-Reviews zu thematischen Beiträgen zu sammeln,

• eine adressatenadäquate Rückmeldung (auch zur Umsetzung theoretischer Ausführungen in die elementarpädagogische Praxis) zu geben,

• Vertiefung des Wissens und Wissenstransfer in den Disziplinen, die gegebenenfalls problemorientiert für die Themenstellung der Bachelorarbeit herangezogen werden können und

• Wahlmöglichkeit einer inhaltlichen Schwerpunktsetzung als Weiterentwicklung von Handlungsfähigkeiten und pädagogischer Professionalisierung.

Rückblickend konnten oben genannte Inhalte mit den Studierenden aufgegriffen und Bildungsziele erreicht werden. Die bisherigen Rückmeldungen der Autorinnen*Autoren zu den Reviews sind sehr wertschätzend und weisen ebenfalls seitens der Hochschullehrenden/Autorinnen*Autoren auf die Bedeutung eines praxis- und themenbezogenen Wissens- und Erfahrungstransfers.

 

Quellenverzeichnis:

Curriculum Elementarbildung: Inklusion und Leadership. Bachelorstudium (2018). Verfügbar unter www.kphvie.ac.at/fileadmin/Mitteilungsblatt/KPH-2018_MB148_Curriculum_Elementarbildung_Inklusion_und_Leadership.pdf

 

Die folgenden Ausführungen wurden von den Teilnehmerinnen am beschriebenen Modul verfasst:

Der Aufbau des Moduls „Vertiefung in elementare Bildung“ mit der dazugehörigen Übung „Aktuelle Entwicklungen im elementarpädagogischen Arbeitsfeld“ und der Arbeitsgemeinschaft „Projektwerkstatt“, welche teilweise in Arbeitsgruppen durchgeführt wurden, folgten einer klar durchstrukturierten und „pandemiefreundlichen“ Gestaltung. Grundlegend erfuhren alle Studierenden eine professionelle Begleitung durch Frau Mag. Dr. Bruckner. Wir Studierenden und auch die Lehrenden werden aktuell auf eine harte Probe gestellt und ständig neue Herausforderungen begleiten unser Studium. Wir konnten jedoch durch die Projektarbeit Gemeinsamkeit und Zusammenhalt erfahren. Aufgrund des hohen Anteils an Distance learning fühlten wir uns im gesamten Semester oftmals mit unseren Aufgaben auf uns allein gestellt – im Modul „Vertiefung in elementare Bildung“ traf dieses Gefühl nicht zu. Frau Mag. Dr. Bruckner holte uns regelmäßig in Big Blue Button-Räume, wo wir richtig gefordert wurden. Wir durften uns selbst zu ausgewählten inhaltlichen Schwerpunkten zuteilen, diese im kleinen Rahmen diskutieren und mit den Mitstudierenden teilen.

Eine weitere Aufgabenstellung war das Projekttagebuch, welches geführt werden musste. Dieses gewährleistete eine intensivere Auseinandersetzung mit eigenen Gedanken und unterstützte uns die Übersicht zu behalten.

Onlinerecherchen, Auseinandersetzung mit Fachartikeln, Zeitpläne erstellen, konstruktive Feedbackgespräche waren weitere Inhalte des Moduls.

An dieser Stelle möchten die Studierenden auf deren Reviewtätigkeit eingehen. Zu Beginn wurden Anmerkungen im Sinne einer guten wissenschaftlichen Praxis vermittelt. Diese waren:

• Reviewtätigkeit begründet keine Autorenschaft

• Beiträge stehen unter besonderem Schutz -> die Weitergabe an Dritte war nicht gestattet, somit stand die Vertraulichkeit im Vordergrund

• Transfer von Entwürfen, Überlegungen, etc. ausschließlich über unsere Plattform Moodle oder via Mail

Diese Anmerkungen erzeugten im Modul positiv besetzte Spannung, Neugier und Hochwertigkeit.

Die Studierenden sollten konstruktives Feedback geben, was enorm herausfordernd war. Unter Begleitung von Frau Mag. Dr. Bruckner konnten auch diese anspruchsvollen Situationen umgesetzt werden.

Weiter durften wir eine Doppelrolle erleben. Einerseits als Studierende, welche neue Inhalte und Arbeitsweisen kennenlernten und andererseits als Reviewerinnen, die durch die pädagogische, praxisnahe Expertise im elementarpädagogischen Bereich im Entstehen eines Buches mitwirken durften. Die Studierenden waren nicht nur Empfängerinnen von Inhalten, sondern gaben auch Wissen und Erfahrung weiter.

Das Modul war im Gesamten eine absolute Bereicherung. Die Studierenden festigten das Zitieren, was für den weiteren Studienverlauf eine perfekte Übung beziehungsweise gute Vorbereitung war. Außerdem zeigte uns Frau Prof. Bruckner wie wichtig es ist, Recherchen bezüglich Literatur sofort niederzuschreiben, um Aspekte einer Arbeit belegen zu können und diese nicht zu verlieren.

Mehrwert

Pandemiebedingt wurde das Modul in Form digitaler Lehre implementiert (internes Forum für die Teilnehmer*innen und virtueller Kursraum für synchrone Einheiten). Besonders bei digitaler Lehre und fehlendem, persönlichen Kontakt vor Ort im Hörsaal/Seminarraum, stellt sich die Frage der Motivation beiderseits (Studierende wie Lehrende). Das klare Ziel eines wertvollen Beitrags zu einem Sammelband in Form von Reviews zu Beiträgen und der projektbezogene Zugang schienen sich besonders positiv auf motivationale Faktoren auszuwirken.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Hinsichtlich der Übertragbarkeit können unter anderem eine adressatenadäquate Kommunikation, der Wert konstruktiven Feedbacks, der Perspektivenwechsel Lehrende ('Gebende') <=> Lernende ('Nehmende') und die so wichtige Vernetzung zwischen Elementar- und Primarstufenbildung genannt werden.

Aufwand

Der Aufwand für die Studierenden wurde der dem Modul B-3-3 des Bachelorstudiums ‚Elementarbildung: Inklusion und Leadership‘ zugrundeliegenden fünf ECTS-Anrechnungspunkten entsprechend gestaltet.

Der Aufwand der Dozentin ging insofern nicht über andere Lehrveranstaltungen hinaus, als auch dort individuelles Feedback - wie im Zuge der gemeinsamen Arbeit mit den Studierenden an den zu versendenden Reviews umgesetzt - einen wichtigen Bestandteil gelungener Lehre darstellt.

Positionierung des Lehrangebots

Modul B-3-3 (3. Semester) des Bachelorstudiums 'Elementarbildung: Inklusion und Leadership' bestehend aus der Arbeitsgemeinschaft ‚Projektwerkstatt‘ sowie der Übung ‚Aktuelle Entwicklungen im elementarpädagogischen Handlungsfeld‘

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit
Ansprechperson
Mag. Dr. Johanna Bruckner
KPH Wien/Krems; Ausbildung Wien
06766126235 (mit der Bitte, diese nicht auf der Website zu veröffentlichen)
Nominierte Person(en)
Mag. Dr. Johanna Bruckner
Ausbildung Wien
Themenfelder
  • Weiterbildung Lehrende
  • Berufsbegleitend Studieren
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften