Gedenk-Kultur an das ehemalige Frauengefängnis Kaplanhofstraße

Ziele/Motive/Ausgangslage

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, die derzeit im Alltagsleben an der PH OÖ kaum wahrgenommene Vergangenheit des Ortes, an dem sich heute das Gebäude der PH OÖ befindet, ins Blickfeld der Geschichte-Studierenden zu rücken. Um dies zu erreichen, wurden unterschiedliche digitale Darstellungsmöglichkeiten angeboten. Die Studierenden konnten sich in Kleingruppen für eine der möglichen Varianten entscheiden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Nach einer theoretischen Einführung in die angebotenen digitalen Darstellungsmethoden sowie über den historischen Hintergrund des Ortes, wurde den Studierenden, die sich im "distance-learning" befanden, über ein "online-Kooperationstool" eine Auswahl an Archivmaterialien zur Verfügung gestellt, das in den einzelnen Projekten Verwendung finden konnte. Die Studierenden arbeiteten über das Kooperationstool in Untergruppen zusammen. In wöchentlichen "online-meetings" berichteten sie über den Fortschritt ihrer Arbeiten und die Projekte wurden gemeinsam reflektiert. Die Ergebnisse zeigen Kurzfilme, "audio-Features" und "digital-stories", welche verschiedene Ansätze vereinen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Following a theoretical input in the digital production methods offered and the historical background of the location, the students, who were in "distance learning" during the time, were provided with archive material which could be used in the projects through an online cooperation tool. The students formed small working groups using the same tool to plan and design their projects. In weekly online meetings they reported about their progress, which was reflected together in the "big" group. The results show short films, audio features and digital stories, a combination of various tools.

Nähere Beschreibung des Projekts

Am Beginn des Studiensemesters wurde den Studierenden ein historischer Überblick über die während der Zeit des Nationalsozialismus herrschenden politischen und örtlichen Gegebenheiten in Linz vermittelt und dabei speziell auf das Gebiet Kaplanhof und die ehemalige Polizeikaserne sowie auf die Bombenangriffe in der Endphase des Zweiten Weltkriegs und auf den Umgang mit Gefangenen in den Gefangenenlagern während der NS-Zeit eingegangen.

Auf den historischen Teil folgte eine Phase, in der die verschiedenen Möglichkeiten einer Geschichts-Vermittlung mit "neuen Arbeitstechniken" besprochen wurden, wie etwa "digital story", "audio features", "sound designs", Kurzfilme und so weiter. Nach diesem Überblick kam es zur Einführung in die unterschiedlichen technischen Praktiken und zur Vorstellung der unterschiedlichen Applikationen. Ihre Werkzeuge und deren Umsetzung wurden ebenso besprochen wie auch die Vorteile, Risken und Gefahren der verschiedenen Anwendungsbereiche.

Im Anschluss daran formierten sich die Studierenden in Kleingruppen von cirka drei Personen und wählten ein Thema sowie eine Vermittlungsmethode, die im Abschnitt zuvor vorgestellt worden war. Die Studierenden arbeiteten daraufhin selbständig in Kleingruppen an ihren Projekten, einmal wöchentlich gab es ein gemeinsames Treffen via "Zoom-Meeting", bei dem die bisher erzielten Fortschritte gezeigt und besprochen wurden und ein professionelles Feedback gegeben wurde.

Nicht zuletzt aufgrund der durch die "Corona-Pandemie" ausgelösten Bestimmungen fanden die Lehrveranstaltungen sowie die Gruppenarbeiten der Studierenden fast ausschließlich online statt. Um auch in dieser Situation optimal und effektiv arbeiten zu können, wurden für derartige online-Kooperationen entwickelte spezielle "tools" wie beispielsweise "milanote" und "wevideo" angewandt, wodurch sich die Studierenden weitere digitalen Kompetenzen aneigneten und dadurch ihren kompetenzorientierten Umgang mit digitalen Medien intensivierten und stärkten.

Die bisher von den Studierenden produzierten Arbeiten werden auf der Webseite der PH Oberösterreich publiziert, als Fernziel wird eine Präsentation der einzelnen Arbeiten bei einer noch zu planenden Installation eines Gedenkortes an der PH Oberösterreich angepeilt.

Mehrwert

Die bei diesem Projekt angewendeten "tools" für online-Kooperationen können von den Studierenden auch in anderen Lehr- und Lernformaten angewendet werden. Darüber hinaus wurden digitale Kompetenzen angeeignet und der Umgang mit digitalen Medien intensiviert und gestärkt.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept ist auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar und wird für eine geplante Ausstellung an der PH OÖ längerfristig weiterentwickelt.

Aufwand

Da noch weitere Schritte geplant sind, kann dies derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

Positionierung des Lehrangebots

Das eingereichte Projekt wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung "Neue Medien und Arbeitstechniken", welches als Einführendes Konversatorium im Bachelorstudium des Lehramtsstudiums Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung am Beginn des ersten Studienabschnitts im ersten beziehungsweise zweiten Studiensemester angeboten wird, durchgeführt. Die Lehrveranstaltung wurde im "team-teaching" mit Prof. Christian Kogler (PH OÖ Medienpädagoge, Verantwortlicher für PH-TV und "TERRA FM") abgewickelt, was den interdisziplinären Ansatz der digitalen Aufbereitung der inhaltlichen Schwerpunkte ermöglichte. Die Ergebnisse der Lehrveranstaltung werden im Rahmen von Live-Sendungen dokumentiert.

Links zum Projekt
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Digitale Transformation in der Lehre
Ansprechperson
Egbert Bernauer, MMag. Dr.
PH OÖ
0650 7901870
Nominierte Person(en)
Egbert Bernauer, MMag. Dr.
PH OÖ
Christian Kogler, MSc.
PH OÖ
Themenfelder
  • Neue Medien
  • Didaktische Methode
  • Kommunikation/Plattform
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften