FH OÖ Innovation Week - Fakultätsübergreifende, hybride Hochschullehre in Kooperation mit österreichischen Leitbetrieben

Ziele/Motive/Ausgangslage

Das Unternehmensumfeld von heute zeichnet sich durch rasanten Wandel in einem globalen Umfeld, hohe Unsicherheit und komplexe Herausforderungen aus. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, in diesem Umfeld Entscheidungen zu treffen und die Intelligenz, Erfahrung und Perspektiven aller Mitarbeiterinnen in die Lösungsentwicklung einfließen zu lassen. Dadurch entsteht die Forderungen nach multidisziplinären Teams, die in agilen, offenen und innovativen Arbeitsformen die Innovationen von morgen entwickeln. Für die Bildungsangebote tertiärer Bildungsanbieter, wie die Fachhochschule Oberösterreich bedeutet dies, Lehr- und Lernformate anzubieten, die Studierende verschiedenster Disziplinen in hoch-diskursiven Lernformen zusammenzubringen und sie im Team an praktischen Problemen arbeiten zu lassen. Heute ist der Fokus in der Vermittlung von Innovationskompetenzen oft am Prozess und an den Methoden, die Förderung von divergenten Denkhaltungen und das Entwickeln von praxisnahen, komplexen Lösungsansätzen für unsichere Herausforderungen im Team wird dabei noch oft vernachlässigt.

Ziel und zugleich Motivation des Formats der Innovation Week ist es, eine fakultätsübergreifende Lernerfahrung zu vermitteln, die es den Masterstudierenden aus unterschiedlichen Studiengängen ermöglicht, intensiv mit anderen Disziplinen und Fachbereichen zusammenzuarbeiten. Durch die hohe Dynamik im Projekt, die kooperative Zusammenarbeit mit Unternehmen, dem Ausarbeiten von Prototypen, die auch am Ende der Innovation Week vor den Auftraggebern präsentiert werden und die selbstgesteuerte Arbeit in einem Innovationsteam, begleitet von Lehrenden als Coaches können Studierende aller Fakultäten einen tiefgreifenden Einblick in multidisziplinäre, selbstorganisiert und selbstverantwortete Innovationsarbeit in Unternehmen erlangen. Als wertvolle Ergänzung zum regulären Studium soll hier eine Lernerfahrung geboten werden, die als solche einzigartig ist und ausgewählten Studierenden die Chance vermittelt, in einem hoch-inspirierenden Umfeld und mit intensiver Begleitung im Team zu erleben, wie man innovative Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickelt. Dies bietet den Studierenden eine Lernerfahrung, die weit über das rein Inhaltliche hinausgeht. Selbsterfahrung, die eigene Rolle als Expertin und Experte in diversen Teams, das Entscheiden unter Unsicherheit und das Vertreten von eigenen Ideen vor einem Unternehmensplenum sind nur ausgewählte Ziele, die im Rahmen des Formats erreicht werden sollen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die Innovation Week der FH OÖ stellt zum Zeitpunkt der Antragstellung das einzige fakultätsübergreifende Lehrangebot dar, in dem Studierende die Möglichkeit erhalten in multidisziplinären Innovationsprojekten für reale Problemstellungen von Unternehmen zu arbeiten. Die Innovation Week (www.fh-ooe.at/innovation-week/) wird seit nunmehr sechs Jahren durchgeführt und bietet etwa 30 Masterstudierenden aus Wirtschaft, Technik, Informatik und Sozialwissenschaften die Möglichkeit in multidisziplinären Teams und selbstgesteuert an Innovationen zu arbeiten. 2021 wird das etablierte Format aufgrund der Corona-Einschränkungen weiterentwickelt und als hybrides Format angeboten. 25 Studierende arbeiten in fünf Teams für eine Woche an einem Leitthema. Unter dem Motto "Wie arbeiten wir in Zukunft?" explorieren die Studierenden die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Arbeitswelt und entwickeln Ideen und Prototypen für das freudvolle Arbeiten von morgen im Spannungsfeld von digitaler und analoger Umfelder. Unterstützt werden sie von acht österreichischen Leitbetrieben und ihren Führungskräften. Personalleiter, HR-Experten, New Work-Beauftragte und Digital Transfer Agents teilen über MS Teams mit den Studierenden ihre Visionen für das Arbeiten von morgen und liefern ihnen spannende Impulse für ihren Innovationsprozess. Den würdevollen Abschluss bilden die Final Presentations, in denen die Studierenden ihre Lösungen den Unternemen persönlich vorstellen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

FH OÖ’s Innovation Week is the first and only faculty-wide course that offers students from all master programmes the unique opportunity to work on real corporate challenges in interdisciplinary teams. Since six years 130 students from 16 different master programmes have been working on more than 30 design challenges from companies in Austria and Germany. Software engineers, supply chain managers, product designers and human-centred designers work together on open innovation challenges. This year’s innovation week will be special and due to corona restrictions the format will be a hybrid one. The groups will be located in class, guided by a coach, all interviews and input sessions will be held via MS Teams and the collaboration supported by Mural. Following the topic “Workspace of the future” the students will be inspired by interviews with personnel executives, HR and new work experts, change agents and digital transformation and UX experts and various groups of employees from companies all over the world and will explore the challenges of working in hybrid settings between online and offline. During the week insights are generated, ideas developed and prototypes are built so that all students are prepared for the perfect finale: the presentation of their innovative solutions to the corporate partners!

Nähere Beschreibung des Projekts

EINFÜHRUNG

Wer lernen möchte, zu innovieren, braucht nicht nur Faktenwissen über Innovationsprozesse und -methoden, sondern muss verstehen, welche Denkhaltungen, Werte und Dynamiken den Innovationsbegriff ausmachen. Multidisziplinarität, Iteration, eine strikte Ausrichtung am Kunden, die Bereitschaft zu experimentieren , das schnelle Erstellen von Prototypen sowie Offenheit und das Zulassen von unterschiedlichen Perspektiven kann nicht in der „Theorie“ erlernt werden sondern erfordert einen Praxiskontext.

 

Was es braucht, damit Teams aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam arbeitsfähig werden, wie sie sich auf die anfängliche Unsicherheit in Innovationsprozessen einlassen, wie sie gemeinsam zu Erkenntnissen, Schlüssen und klaren Positionen kommen und wie sie als Gruppe ihr gesamtes, auch kreatives Potenzial, nutzen, ist der Fokus in zeitgemäßen Innovationslehrformaten.

 

Mit der Innovation Week hat die FH OÖ ein solches Format im Angebot, das es Studierenden aus drei Fakultäten möglich macht in einem kreativen und kooperativen Umfeld, mit multidisziplinären Gruppen eine Woche lang an offenen und komplexen Unternehmensproblemstellungen zu arbeiten.

Im Vergleich zu herkömmlichen Lehrveranstaltungsformaten unterscheidet sich die Innovation Week vor allem auch durch multidisziplinäre, fakultätsübergreifende Teams aus den drei Fachbereichen Informatik, Wirtschaft und Naturwissenschaften, die durch die FH OÖ Fakultäten Hagenberg, Steyr und Wels repräsentiert werden. In einem kreativen Umfeld und von Coaches aus verschiedenen Disziplinen betreut, werden für Unternehmen konkrete Ideen in einer Woche entwickelt. Das Format macht es möglich, wie etablierte Unternehmen und Innovationsagenturen an Innovationsprojekten zu arbeiten.

 

5 TAGE – SPANNENDE THEMENSTELLUNGEN – VIELE FRAGEN:

Wo liegt die wirkliche Herausforderung im Thema?

Was denkt der potenzielle Kunde? Was wünscht er sich wirklich?

Aus welcher Perspektive sollte die Herausforderung bearbeitet werden?

Welche Einflussfaktoren bestimmen unsere Lösungsmöglichkeiten?

Wie sieht der prototypische Nutzer aus?

Welche Ideen können uns helfen, das Problem zu lösen?

Wie kann ein Prototyp aussehen und wie kommt er an?

Wie visualisieren und präsentieren wir die Lösung vor dem Auftraggeber?

 

Bisher haben 130 Studierende von 16 Studiengängen die Chance genutzt an 22 spannenden Projekten von Unternehmen zu arbeiten. Dieses Jahr im Februar geht das Format in die sechste Runde.

 

WESENTLICHE ECKPUNKTE DES FORMATS

Die Innovation Week stellt das einzige fakultätsübergreifende Lehrveranstaltungsformat dar, das allen Master-Studierenden der FH OÖ offen steht. Folgende Charakteristika beschreiben die Innovation Week im Detail:

 

Zeitgemäßer Ansatz auf internationalem Niveau:

Die Innovation Week ist ein Ausbildungsformat, das in jedem Fall den Ansätzen international renommierter Institutionen entspricht (siehe Stanford D.School, MIT Media LAB, Aalto Design School, Imperial College London, HPI D-School) und auf sehr zeitgemäßem Niveau Problemlösungsfähigkeiten von Studierenden entwickelt.

 

Mulitdisziplinäre, fakultätsübergreifende Lehre:

Das Format der Innovation Week wurde ursprünglich für den Masterstudiengang Supply Chain Management (SCM) entwickelt, wo es bis heute durchgeführt wird. Um den eigenen Anspruch an multidisziplinäre Lehre gerecht zu werden und auch Innovationsprozesse realitätsnah (also disziplinenübergreifend) vermitteln zu können, wurde zusätzlich zum SCM-Angebot mit einem kleinen Team an Professoren der FH OÖ das übergreifende Format initiiert.

 

Ausgewählter Kreis motivierter Studierender:

Die Innovation Week ist ein Zusatzangebot an die Studierenden und kann nicht alle Bewerber berücksichtigen. Im Bewerbungsverfahren werden die Studierenden aufgefordert, ihre persönliche Motivation kurz zu beschreiben. Die geeignetsten Studierenden werden anschließend von den jeweiligen Fakultäten entsandt. Durch dieses Ausleseverfahren und die begrenzte Teilnehmerzahl (bewusste Verknappung) ist die Leistungsmotivation der Studierenden hoch und sie freuen sich, bei dem Format dabei sein zu dürfen.

 

Eindrucksvolles Event in kreativem Umfeld:

Die Innovation Week selbst läuft dann weniger wie eine klassische LVA ab, sondern eher wie ein Bootcamp. Es gibt montags einen Check-in in der Tabakfabrik Linz, die Studierenden arbeiten in selbstgesteuerten Gruppen in einem Co-Working-Space unter Gründern und Innovationsmanagern, sie lernen neben dem Prozess und der Arbeit am Projekt auch einen realen Creative Space und dessen Atmosphäre kennen.

 

Selbstgesteuerte Gruppenarbeit mit coachingorientierter Lehre:

Die Arbeit während der Innovation Week läuft vorwiegend selbstgesteuert ab. Durch den Design Thinking Ansatz wird eine strukturierte Vorgehensweise angeboten innerhalb derer sich die Gruppen sehr frei bewegen können. Sie organisieren sich die Vergabe der Aufgaben, die Pausenzeiten, die Rollen im Team und die Arbeitsaufteilung selber. Es gibt klare Vorgaben, welche Ziele erreicht werden müssen – die Auswahl der Methoden und Arbeitsweisen steht den Gruppen frei, obwohl sie im Prozess intensiv begleitet und gecoacht werden. So entstehen sehr reale Lernerfahrungen im Innovationsprojekt (Gruppendynamische Prozesse, Frustration, Umgang mit Unsicherheit und Konflikten) die bei klassischen Lehrkonzepten nur schwer zu erreichen sind.

 

Zusammenarbeit auf Augenhöhe:

Die Kommunikation mit den Studierenden ist bewusst im „Du“ und auf Augenhöhe. Die Lehrenden sehen sich als Unterstützer, die angefragt werden können und als Herausforderer, kritisch Hinterfragende und Motivatoren im Prozess – je nach Bedarf im jeweiligen Schritt und der Situation im Team. Im Vordergrund steht immer das Ziel, den Unternehmen am Ende der Woche eine wirklich nutzeroriente Lösung des Problems präsentieren zu können.

 

Hohe Dynamik durch reale Problemstellungen:

Die Gruppen arbeiten immer an konkreten, von Unternehmen gestellten Problemstellungen. Es gibt immer einen Input und eine Exploration beim Unternehmen vor Ort (im hybriden Format via MS Teams), die Prototypen werden am Ende der Woche Führungskräften bzw. Entscheidungsträgern aus dem jeweiligen Unternehmen präsentiert – dies erzeugt einen gewissen Erwartungsdruck und fördert die Motivation der Gruppen im Prozess!

 

ZEITGEMÄSSER ANSATZ ZUR ENTWICKLUNG VON INNOVATIONSKOMPETENZ

Betrachtet man die Forderungen des World Economic Forum an zukünftige Fähigkeiten (Future Skills) von Mitarbeitinnen und Mitarbeiter, so erkennt man einen klaren Paradigmenwechsel von der reinen Wissensvermittlung hin zur Kompetenzentwicklung. Die Fokussierung auf Fähigkeiten wie kritisches Denken, integrierte Lösungsentwicklung, kreative Konzeption, Hinterfragen von Sachverhalten und aduktivem Denken bilden einen Schwerpunkt diesem Format. Die Antragstellerin ist davon überzeugt, dass Kompetenzen vorrangig in der Praxis, oft auch im Coaching und Mentoring erworben werden und am wenigsten in traditionellen Bildungsformaten.

 

Diesen Forderungen trägt das beschriebene Lehrformat Rechnung, in dem die Studierenden angehalten werden, zu explorieren, Möglichkeiten aufzudecken, bestehende Strukturen und Prämissen zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung der Situation zu bilden (Reframing, Definition eines Problem Statement)

 

Die Studierenden finden ein Übungsfeld für das Erwerben neuer Kompetenzen, das sie zum einen herausfordert, zum anderen aber auch intensiv begleitet, wenn Schwierigkeiten auftreten (z. B. wenn nach der Explorationsphase Probleme bei der Verdichtung der Daten auftreten, wenn die Meinungen der Auftraggeber sich mit den eigenen nicht decken, wenn es scheinbar keine guten Lösungswege für das Problem gibt, uva.) In solchen Fällen steuern die Lehrenden im Prozess unterstützend ein und führen die Gruppen durch Coachingmethoden wieder zur Arbeitsfähigkeit zurück.

 

Das fachliche Vorwissen fließt in den Prozess insofern ein, als dass jedes Teammitglied seine eigene, wertvolle Perspektive in den Prozess einbringt. Die Teams werden auch in der Gruppenbildung begleitet, damit das unterschiedliche Vorwissen als Ressource und nicht trennender Faktor in den Teams gesehen wird. Im Innovationsthema haben die Studierenden unterschiedliche Vorkenntnisse, diese werden zu Beginn offen gelegt und reflektiert, damit die Teams konstruktiv damit umgehen können.

 

Insgesamt betrachtet ist die Innovation Week also ein Lernansatz, der die Innovationsfähigkeiten der Studierenden fördert, in dem Innovationsprozesse an realen Herausforderungen erprobt werden. Da das Format fakultätsübergreifend ist und Studierende vernetzt, werden die Potenziale und Synergien, die die unterschiedlichen Fakultäten der FH OÖ bieten, optimal ausgeschöpft. Insofern ist die Innovation Week ein einzigartiges Format, in dem die Studierenden besonders realitätsnah und intensiv auf die Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt vorbereitet werden und ihre persönlichen Erfahrungen sammeln können.

 

DAS BESTE AUS BEIDEN WELTEN – WEITERENTWICKLUNG ZU HYBRIDEM FORMAT

Durch die Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise sehen sich die Fachhochschulen und Universitäten gleichermaßen vor der Aufgabe, ihre Lehre – die bisher in vielen Fällen, wie auch diesem – von Interaktivität und intensiver Begleitung der Studierenden geprägt war, zu virtualisieren. Aus den Erfahrungen vollständiger Online-Lehre, wie sie in manchen Innovationsformaten in den Studiengängen stattgefunden hat, wurde klar, dass sich die Diskussion in den Gruppen, der intensive Austausch in der Ideengenerierung und die gemeinsame Prototypen- und Konzeptentwicklung nur mit Abstrichen online durchführen lässt. Persönliche, intensive Entscheidungsprozesse, das analoge Erarbeiten von Erkenntnissen und haptische und multisensuelle Lernerfahrungen mit schnellem Ausprobieren von Lösungen konnten über Online-Tools nicht völlig kompensiert werden.

Zielsetzung der neu konzipierten, „hybriden“ Innovation Week war es deshalb, die Erfahrungen aus der Online-Lehre mitzunehmen und ein Format zu entwickeln, das das Beste aus beiden Welten aufgreift und optimal zusammenführt. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Inhalte und Arbeitsphasen in Innovationsprojekten und der Vorgaben seitens der Hochschulleitung für die Lehre im Corona-Alltag wurde folgendes Konzept entwickelt.

 

a. Teams vor Ort, die von Coaches intensiv begleitet werden.

b. Online-Sequenzen via MS Teams für alle Phasen, in denen Arbeitsaufträge verteilt bzw. Inhalte zu den einzelnen Prozessschritten vermittelt werden

c. Online-Interviews mit den ExpertInnen und NutzerInnen, die für die Exploration des Themas involviert werden.

d. Online-Pitches, die die Endergebnisse des Projektes allen UnternehmenspartnerInnen und Studierenden vorstellen.

 

Durch die Projektarbeit vor Ort kann die intensive Zusammenarbeit in den Teams optimal unterstützt werden. Durch einen Coach begleitet können die Studierenden in eigenen „Satelliten“ von fünf Personen einen qualitativ hochwertigen Innovationsprozess durchlaufen.

 

Durch die Auslagerung der Input-Sequenzen und Plenarsessions in MS Teams kann die Kontaktintensität stark verringert werden, ohne den Prozess in der Gruppe an sich abzuschwächen. Eine intensive Lernerfahrung mit zusätzlicher Interaktion mit externen Partnern wird so möglich.

Folgende Vorteile von Innovationsformaten im Präsenzformat können so genutzt werden:

Kreative Arbeitsumgebungen

Selbstgesteuerte Gruppenarbeit

Analoge, stark visuell und haptisch unterstützende Werkzeuge

Eigene Erfahrungen in Bezug auf Gruppendynamik, Prozessdynamik (Unsicherheit, Offenheit, Treffen von Entscheidungen)

Timeboxing (Strukturierter Ablauf mit großen Freiheiten in den Arbeitsphasen)

Intensive Reflexion der eigenen Erfahrungen und Verknüpfung mit der Theorie

 

Im Vergleich zum reinen Präsenzformat ergeben sich folgende Vorteile durch die partielle Umsetzung online:

Auslagerung der Grundlagen ins Selbststudium

Verfügbarkeit von örtlich verteilten ExpertInnen und NutzerInnen via MS Teams fs

Einsatz von Mural (www....) für die gemeinsame Dokumentation der Ideen und Erkenntnisse mittels bereitgestellter Vorlage

 

Ziel ist es, eine ebenso intensive Projekterfahrung wie im Präsenzformat zu erreichen und die Impulse aus den Online-Formaten positiv für die immer noch bestehenden Einschränkungen zu nutzen. Eine Analyse dieser Lernerfahrungen wird sicher noch spannende Impulse für die Fortführung dieser Diskussion bringen.

 

Zusammengefasst bietet die Innovation Week in all ihren Facetten, als intensives Präsenzformat oder auch als hybride Lehrveranstaltung, den Studierenden ein intensives Lernerlebnis, das sie in die Welt der Innovation einführt und für diese begeistern soll. Die persönliche Motivation der Initiatorinnen ist es, die Studierenden für die Herausforderungen der der Arbeitswelt von morgen optimal vorzubereiten und in ihnen den Mut und das Vertrauen in ihre eigenen kreative Potenziale zu wecken – um sie letztlich zu Gestaltern der Zukunft zu machen.

Mehrwert

Die Innovation Week bietet Studierenden die einzigartige Möglichkeit in einer LVA mit KollegInnen aus drei Fakultäten an realen Unternehmensfällen zu arbeiten. Dies ermöglicht ihnen, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen zu sammeln, interdisziplinäre Projektarbeit praxisnah in einem offenen Lernsetting zu erfahren und die notwendigen Schlüssel- und Querschnittskompetenzen des 21sten Jahrhunderts aufzubauen. Der Mehrwert für die Studierenden liegt lt. ihrer eigenen Beobachtung in der Berücksichtigung anderer Handlungs- und Denkweisen, in der Kombination unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen sowie in der Vernetzung zwischen Fachdisziplinen, wie sie es so noch nie im Studium erleben und erfahren durften. Die Studierenden schätzen die kooperative Teamarbeit an realen Fällen aus der Praxis und die Dynamik, die sich aus dem intensiven Wochenformat mit Abschlusspräsentationen vor den Auftraggebern sowie aus den ergebnisoffenen kreativen Dialogen ergibt.

 

Für die Lehrenden der FH OÖ ist die Innovation Week eine Gelegenheit, über Standorte hinweg gemeinsam zu lehren und sich zu vernetzen. Darüber hinaus bringt der Austausch mit Fachkollegen zu einem gemeinsamen Thema neue Impulse und Ideen für die eigene bzw. zukünftige Lehr- und Forschungsarbeit.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Kurz gesagt, ja. Das Format der Innovation Week gibt es so seit nunmehr 6 Jahren an der FH OÖ, wobei die Veranstaltung von Innovation Bootcamps im Wochenformat und mit konkreten Unternehmensfällen schon längere Tradition hat und hier schon aus über 300 Projekten Erfahrungen gesammelt werden konnten. Das Format selber wird laufend weiterentwickelt und direkt in andere Lehrveranstaltungsformate bzw. Lehr-/Lernszenarios (wie bspw. Studienprojekte) integriert.

Die aktuell vorherrschende Corona-Situation erforderte eine didaktisch/methodische Anpassung als hybrides Format mit kleinen präsenten Satelliten und Input-Sessions und Unternehmenskontakten über MS Teams.

An der FH OÖ existieren bereits konkrete Entwicklungen, dieses etablierte Format auch auf andere Fachbereiche, wie z. B. Entrepreneurship, zu transferieren und von den Erfahrungen aus der Innovation Week profitieren zu können.

Aufwand

Die laufenden Kosten des Projektes belaufen sich auf die Personalkosten der Lehrenden während der Innovation Week sowie auf die Spesen, die durch die Umsetzung entstehen (Räume, Arbeitsmaterialien, etc.)

Die Projektorganisation, -administration und die –durchführung (während der Innovation Week stehen 4-5 Lehrende/Coaches durchgehend zur Verfügung) können mit ca. 35 Personentagen veranschlagt werden.

Positionierung des Lehrangebots

Das Lehrangebot richtet sich an alle Masterstudierenden der FH OÖ und wird als fakultätsübergreifendes Lehrformat in der vorlesungsfreien Zeit im Februar angeboten. Es bietet etwa 30 durch eine Bewerbung ausgewählten Masterstudierenden die Möglichkeit, in multidisziplinären Teams aus unterschiedlichen Studiengängen dreier Fakultäten an konkreten Innovationsprojekten für Unternehmen zu arbeiten. Der positive Abschluss der Innovation Week wird mit einem Zertifikat anerkannt und kann in den jeweiligen Studiengängen angerechnet werden.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Hochschullehrpreis 2018
Kategorie: Beste Lehrveranstaltung an der FH OÖ
Link zum Hochschulpreis
Ansprechperson
Mag. Dr. Daniela Freudenthaler-Mayrhofer
Logistikum - Masterstudiengang für Supply Chain Management
+43 50804 - 33211
Nominierte Person(en)
Mag. Dr. Daniela Freudenthaler-Mayrhofer
Logistikum - Masterstudiengang für Supply Chain Management
FH-Prof. Dr. Josef Altmann
Masterstudiengang Kommunikation, Wissen, Medien
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht
  • Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik/Ingenieurwissenschaften
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften