Bilaterale Online-Ringvorlesung: Grenzen öffnen - Werte prüfen. Transdisziplinäre Entwürfe zum kunstpädagogischen Bildungsverständnis

Ziele/Motive/Ausgangslage

Werte sind Abstraktionen und konkretisieren sie sich in handelnden Individuen einer Wertegemeinschaft. Werte sind komplexe Vereinbarungen, die einen Minimalkonsens akzeptabler und verpflichtender Grundwerte erfordern, die auf ihre Berechtigung gegenwärtiger und zukünftiger Anforderungen hin im Bildungssystem des 21. Jahrhunderts kontinuierlich überprüft werden müssen. Hier setzt die interdisziplinäre bilaterale Online-Ringvorlesung inmitten der globalen Zäsur durch die COVID-19 Pandemie mit den Gästen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland an, wofür wir neben synchronen v.a. asynchrone Anteile als OER digital neu transformiert haben.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

In der bilateralen Online-Ringvorlesung „Grenzen öffnen – Werte prüfen“ werden für die künstlerische Lehrerbildung Fragen der Orientierungs-, Steuerungs- und Legitimationsfunktion diskutiert, um wertebezogene Richtungen, Ziele, Methoden und Medien des unterrichtlichen Handels systemkritisch zu hinterfragen und lösungsorientiert für das 21. Jahrhundert zu entwerfen. Wir kommen nicht umhin, in der Corona-Pandemie und den damit verbundenen kurz-, mittel- bis längerfristigen Konsequenzen der digitalen Transformation in der Lehre den Anlass zum ersten Teil unseres Titels „Grenzen öffnen“ für die Wertediskussion zu nennen. Im April/Mai 2020 haben wir zueinander Kontakt aufgenommen und nach Chancen in der Krise gesucht – bei geschlossenen Grenzen! Das dokumentierte Lehrkonzept des Co-Teachings mit asynchronen und synchronen Anteilen verbindet nicht nur zwei getrennte Länder, sondern auch zwei Kolleginnen mit ihren jeweiligen Expertisen. Die Vielzahl und unterschiedlichen Disziplinen der Gäste multiplizieren das Potenzialgefüge und erzeugen Nähe bei gleichzeitiger Distanz. Eigentlich bezeichnet Co- oder Team-Teaching eine Lehrsituation, in der zwei Lehrpersonen zusammen an einem Ort arbeiten. Was genau heißt aber eigentlich ‚Ort‘ v.a. in Zeiten von Distance Learning-Erfordernissen? Muss es der Studien- oder Klassenraum an einem Ort sein oder ist nicht auch der gemeinsame Ort in zwei vernetzten Lehrköpfen denkbar, solange die Stärken beider Lehrpersonen sich und andere elektrisieren?

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

In the bilateral online lecture series "open limits - check values", questions of orientation, coordination and legitimation functions are discussed for art/education in order to critically question value-related directions, goals, methods and media of instructional action and to design them in a solution-oriented approach for the 21st century. We have to appreciate the Corona pandemic in the way of the short-, medium-, and longer-term consequences that come within of the digital transformation in teaching the occasion for the first part of our title "open limits" for the extension of values. In April/May 2020, we contacted each other and looked for opportunities and chances in the crisis - with closed borders! The documented teaching concept of co-teaching with asynchronous and synchronous parts connects not only two separate countries, but also two colleagues with their respective expertise. The variety and interdisciplinarity of the guests multiply the potential structure and create closeness with simultaneous distance. Actually, co- or team-teaching refers to a teaching situation in which two teachers work together in one place. But what exactly does 'place' mean, especially in times of distance learning requirements? Does it have to be the study room or classroom in one place or is not also the common place in two networked teaching heads conceivable, as long as the strengths of both teachers electrify themselves and others?

Nähere Beschreibung des Projekts

WERTE VON HEUTE SIND IM GRUNDE VEREINBARUNGEN VON GESTERN.

Werte geben uns Orientierung, wirken wie ein Kompass für persönliche Einstellungen und setzen einen Anker in unsicheren Zeiten, wie es das sog. VUCA-Modell für die Zukunft entwirft. Werte sind historisch gewachsen, gestalt- sowie wandelbar und immer in ein soziales Interaktionsgefüge eingebunden. Manche Werte sind überholt und bedürfen dann Gestaltungsarbeit mit vielschichtigen Aushandlungs- und Abwägungsprozessen. Ein Spielraum an konkreten Handlungsformen wird gesellschaftlich geduldet, der in modernen Gesellschaften heterogener und tendenziell unübersichtlicher erscheint, genauso aber auch bei devianten Interpretationen geahndet wird. Werte konstituieren Normen, die verbindliche Regeln vorschreiben und in Gesetzen ihre Rechtsverbindlichkeit erhalten. Das setzt voraus, dass Individuen in ihrer gesellschaftlichen Einbindung dazu befähigt werden müssen, je nach Situation inmitten pluraler Orientierungsmuster diese zu ordnen, zu wählen und sich überlegt zu positionieren. Das verlangt aber auch eine Wertekompetenz bei (angehenden) Lehrenden, warum sie eigentlich fachdidaktisch das initiieren, was sie initiieren:

„Wertekompetenz ist die Fähigkeit, sich mit unterschiedlichen, auch konkurrierenden Werten konstruktiv auseinanderzusetzen, dabei ein eigenes handlungsleitendes Wertesystem zu entwickeln […]. Wertekompetenz schließt daher auch die Fähigkeit ein, Wertekonflikte auszuhalten, zu bewältigen oder friedlich, fair und kooperativ zu regeln. Sie setzt ein Bündel von Kompetenzen voraus, wie Empathie, Fähigkeit zur Perspektivübernahme, Kommunikations-, Konflikt- und Kooperationsfähigkeit“ (Bertelsmann Stiftung, 2017, S. 9).

Der Kunstunterricht repräsentiert im schulischen Fächerkanon ein soziales Interaktionsgefüge, in dem das Mandat, Kinder und Jugendliche erziehen und befähigen zu wollen, zukunftsorientiert geprüft werden muss, was von professionellen Kunstpädagogen eine Übersetzungsleistung erfordert; das sog. tagtägliche Kleinarbeiten pädagogischen und didaktischen Handelns. Hubert Sowa hat dies 2004 im Rahmen seiner Überlegungen zur Werteorientierung in der Kunstpädagogik und Ästhetischen Bildung folgendermaßen formuliert: „Was ist in künstlerischen Werken, Verfahren und Positionen eigentlich in ethischer Hinsicht impliziert und was könnte in einem darauf bezogenen allgemein bildenden ‚Kunstunterricht‘ eigentlich sinnvoll begründet und verantwortbar intendiert werden?“ (Herv. i. O., S. 124). Die Frage ist weniger nach den fachlichen Lern-/Bildungsinhalten, die oftmals durch kompetenzorientierte Lehrpläne und Curricula klar formuliert vorliegen und über eine reine Anbindung an Kunst noch so viel mehr authentische Lernfolien aus der Alltags- und Populärkultur der Lernenden und Studierenden offerieren, vielmehr stellt sich die Frage nach deren kunstdidaktischen Umsetzung und wie diese plausibilisiert wird.

Die Wertewandelforschung geht diesen nicht-linearen Verläufen umwälzender Veränderungen nach, indem sie bestimmte Untersuchungsfelder einzeln und in ihrer gesamtgesellschaftlichen Dynamik analysiert. Dazu zählen Bereiche wie familiale Lebensformen und damit zusammenhängende Erziehungsstile sowie Geschlechterverhältnisse, Berufswahlmotive, Konsumverhalten, weltanschauliche Orientierungen oder politisches Wählerverhalten. Jugendliche und ihre Werthaltungen liefern ebenso wichtige Indizien dafür, wie sich progressive, retardierende, innovative oder konservative Schübe anbahnen und sich ein Trend abzeichnet. Prognosen und Empfehlungen lassen sich formulieren, die v.a. für das Bildungssystem wichtige Anhaltspunkte liefern. Eine zentrale Bedeutung, die Stimmen der Jugendlichen dazu zu systematisieren, übernimmt die kurz genannte ‚Shell-Jugendstudie‘, die eine Revitalisierung von ökologisch relevanten Werten bei den 12- bis 25-Jährigen in Deutschland zuletzt nachweist. Wurden in den 1970er Jahren noch Pflicht- und Akzeptanzwerte wie Disziplin, Fleiß und Bescheidenheit von den Selbstentfaltungswerten wie Emanzipation, Individualismus oder Hedonismus verdrängt, fordern Jugendliche heute einen achtsamen Umgang mit der Umwelt sowie mit Anderen. Sie streben nach Gerechtigkeit und sind (wieder) bereit, sich für ihre Anliegen zu engagieren und sich in Gesellschaft aktiv einzubringen (Shell-Jugendstudie, 2019, S. 13).

Werte ordnen zudem die Weltsicht in Einzelbiografien einerseits (Mikroperspektive) und strukturieren systemische Teilbereiche wie generatives Verhalten, Arbeitsmarkt oder Stadtplanung andererseits (Makroperspektive). Beide Perspektiven sollten (angehende) Lehrende wechselseitig aufeinander beziehen können, damit sie eine Wertekompetenz in Form einer Widerstandskompetenz kultivieren, Schule weniger konservierend und reagierend, dafür über statische Bildungsstandards hinaus umso ‚kreativer‘ begegnen und Schule sowie die Entwicklung der Heranwachsenden aktiv mitgestalten können.

Wertebildung ist insofern im schulischen Bildungsauftrag ein fester Bestandteil und sollte daher auch im kunstdidaktischen Diskurs eine zentrale Rolle einnehmen, weil sich angesichts der aktuellen und zukünftigen Entwicklungen ein immer stärker um sich greifender Wertewandel ankündigt, den es verantwortungsvoll und möglichst genussvoll zu gestalten gilt. Insofern lassen sich folgende zwei zentrale Fragerichtungen mit Blick auf ein kunstpädagogisches Bildungsverständnis in der Hoch-/Schule stellen:

1. Welche Werte sind in der Kunstdidaktik und -pädagogik handlungsleitend?

2. Wie kann Wertebildung in den künstlerisch-gestalterischen Studien-/Unterrichtsfächern konkret gefördert werden?

 

KONZEPTION

Es geht bei der bilateralen Online-Ringvorlesung um eine Kartierung des gemeinsamen Nenners. Es werden Fragen der Orientierungs-, Steuerungs- und Legitimationsfunktion diskutiert, um wertebezogene Richtungen, Ziele, Methoden und Medien des unterrichtlichen Handels systemkritisch zu hinterfragen und lösungsorientiert zu entwerfen. Wir kommen nicht umhin, in der Corona-Pandemie und den damit verbundenen kurz-, mittel- bis längerfristigen Konsequenzen den Anlass zum ersten Teil unseres Titels „Grenzen öffnen“ für die Wertediskussion zu nennen. Aus der Coronakrise heraus haben wir im April/Mai 2020 zueinander Kontakt aufgenommen – bei geschlossenen Grenzen! Wir haben nach Chancen in der Krise gesucht, die sich erst im Möglichkeitsfenster durch Corona eröffnet haben. Der neuseeländische Bildungswissenschaftler John Hattie war selbst an einer Universität mit Fernstudium tätig, was er als „großartige Lernerfahrung“ (S. 273) erinnert. Er hebt in den einbezogenen Studien von 1978–2007 das Commitment zu einer gründlichen Lehrvorbereitung und -begleitung auf Seiten des Personals und der Studierenden als Formatvorteil hervor. Dies können wir eindeutig bestätigen, weil wir eigens eine Online- Evaluation (n=42) dazu erstellt und durchgeführt haben. Mit dem Verweis auf mehrere Meta-Analysen stellt Hattie (ebd., S. 273-274) fest, dass es keine Unterschiede zwischen einem traditionellen Präsenzlehrgang ohne Studioausrüstung und einem Fernlehrgang mit Studioausrüstung bei den Outcomes gibt. Dies sollte uns nachdenklich stimmen, wenn schon vor gut 20 Jahren beide Bildungswege effektiv sind und somit als gleichwertig gelten müss(t)en. Versetzt man sich in die damalige Studiensituation zurück, bei der im synchronen oder im asynchronen Fernunterricht noch mit E-Mails, Telefon oder auf dem guten alten Postweg gearbeitet wurde, erscheinen die aktuellen Diskussionen in Schule und Hochschule zu – guter – Lehre ein wenig anachronistisch vor dem Hintergrund heutzutage vorhandener Möglichkeiten. Es ist im Übrigen auch eine Frage von Inklusion, dass wir weniger die Schule oder Universität als Ort, sondern das Lernen mit resonanter Beziehungsarbeit ins Zentrum stellen, wodurch der Modus zweitrangig wird, weil es um Folgendes geht: The empowered learner is the engaged learner!

Eine bilaterale Online-Ringvorlesung bringt nicht nur zwei, sondern viele Blickwinkel durch die Gäste zusammen und rahmt methodisch eine intersubjektive Überprüfbarkeit. Sie sättigen die Lehrdynamik, sich kreativ denkend und handelnd anzuspornen, Grenzen zu öffnen. Sämtliche Gespräche, also 14 ca. einstündige Interviews, wurden mit je zwei Gästen zu einem Unterthema vor Semesterstart in den Monaten August und September 2020 vorab aufgezeichnet, fachdidaktisch aufbereitet und in mehreren Korrekturschleifen geschnitten (siehe Gesamtprogramm unter dem angegebenen Link). Die fachdidaktische Kontextualisierung ist ein Kernmerkmal innovativer Hochschuldidaktik mit Multiplikatorpotenzial, wie wir den interdisziplinären Austausch für unsere Disziplin anschlussfähig gestalten. In den Lehrvideos können die Studierenden wichtige Aussagen und Einschübe wie Zitate, Literatur-, Serien- und Filmtipps oder Bilder der Bildenden Kunst und Populärkultur ihrem Lerntempo entsprechend sehen, in der timeline des Videos zurückgehen und den komplexen Lehrimpuls wiederholen. Hierin liegt eine studiendezentrierte Lehre mit binnendifferenzierendem Charakter begründet, damit Studierende mit unterschiedlichem Vorwissen aus Bachelor- und Masterlevel ihre Anker in den Lehrvideos finden und später im synchronen Anteil des Lehrkonzepts gemeinsam darüber diskutieren können. Die Art und Weise der aufbereiteten Lehrvideos zeigt metamethodisch einen Employability-Charakter auf, weil Studierende Commitment als Haltung bei Lehrenden authentisch erfahren, inbesondere durch die Take-Outs am Ende jeden Videos, und sie einen Tranfer in ihren eigenen späteren Berufsjahren in der Schule abrufen können. Es geht um Befähigung und Ermächtigung, dass Studierende durch die neuen Umstände sich nicht als ohnmächtig, sondern umso mehr als kompetent verstehen lernen, weil es um wirkliche Gestaltungskompetenz geht, weniger im fachlichen Sinne, sondern im gesellschaftlichen Sinne, wie man Lehre als Begegnung ermöglichen kann. Begegnung ist dann auch das Stichwort, was für dieses Lehrkonzept zentral ist, dass eine internationalisation@home inmitten von zeitversetzten Lockdowns in der Schweiz, Österreich und Deutschland ermöglicht wird. Die Lehrvideos als asynchroner Anteil wurden im Vorfeld der Vorlesungszeit vorbereitet, sodass während des Semesters viel mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Studierenden als Einzel- und Gruppenfeedbacks möglich war; übrigens auch für den erhöhten Anteil an akademischer Selbstverwaltung. Die Lehrvideos dienen als Open Educational Resource (OER), die als asynchrone Anteile jederzeit und mehrfach auf YouTube abrufbar sind. Die durchschnittliche Klickzahlen liegen bei über 120 je Video, was ein Vielfaches im Verhältnis zur bisherigen Teilnehmerzahl in den Seminarräumen vor der Coronapandemie ist. In den synchronen Live-Talks haben regelmäßig 50-100 Personen abends teilgenommen, d.h. es ist ein offener Bildungsraum im Digitalen mit einem breiteren Radius möglich. Diese offenen Diskussionsphasen mit den Studierenden im Beisein der Gäste, daher Live-Talks, sind Teil der synchronen Programmtermine während des Studienjahrs und kultivieren die interdisziplinär angelegte kunstpädagogische Theoriearbeit, zwischen Seins- und Sollens- sowie Wollens-Aussagen sauber zu trennen. Insbesondere bei Wertorientierungen besteht die Gefahr, persönliche Wertungen als Evidenzerleben in einen direkten kausalen Bezug zu stellen und irrationale oder gar unreflektierte Entscheidungen davon abzuleiten. Wir möchten mit dieser Online-Ringvorlesung einen Beitrag dazu leisten, eigene Wertvorstellungen und Werturteile im Feld der Kunstdidaktik und -pädagogik zu reflektieren sowie eine Revision im hochschulischen Selbstverständnis der Curriculumsentwicklung anzustoßen. Schließlich sollten Werte Curricula und somit Bildung leiten.

Mehrwert

- Erstprojekt zunächst einmal keine Zeitersparnis und Reduktion des Verwaltungsaufwands, eher best-practice-Modell-Motivation, um nun Empfehlungen aussprechen zu können, außerdem eher Fokus auf Qualität statt Zeitersparnis

- mit kleinen Mitteln etwas Überraschendes für die Studierenden zaubern können, ohne eine Top-Erstausstattung von YouTuber- und Influencer-Wissen zu haben (vgl. späteres Arbeiten an mängelverwalteten Schulen) bzw. Lösungsorientierung authentisch vorleben

- Studienerleichterung durch asynchronen Anteil/Flexibilität à la "academic netflix", wenn abends Zeit ist oder zwischendurch in der Bahn

- coronakonforme Lehre und trotzdem Nähe durch synchrone Anteile und Beratungen/Feedback zwichendurch

- metastruktureller best-practice-Charakter für gute Lehre gerade für Lehramtsstudierende, die später oder aktuell auch Distanzlehre in Schulen umsetzen müssen

- internationaler Austausch/Vernetzung & eigenen Standort relativieren lernen

- zwei statt einer Professorin kontinuierlich in der Lehre haben, also auch zwei Standpunkte, unterschiedliche Stärken & Expertisen

- andere Studierende kennenlernen, andere Art des Diskurses aufeinander abstimmen lernen

- asynchroner Anteil/Lehrvideos: Studierende können eigenes Lerntempo bestimmen, zurückspulen und sich auf Diskussion mit Gästen strukturiert vorbereiten

- synchroner Anteil/Live-Talks: Studierende können auf Augenhöhe Expert:innen begegnen und den Diskurs steuern

- offener Lehrraum auch als Fort-/Weiterbildung für Externe

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

OER deutschsprachig verfügbar, langfristig wären natürlich englische Untertitel o.ä. für Steigerung internationaler Sichtbarkeit wünschenswert, Lehrkonzept wird als Lehr- und Forschungskooperation im WS2021/22 fortgeführt, weil Wertediskussion grundlegende Basis ist, die je nach Zeitgeschehen und -geist rekontextualisiert wird

 

vollen Umfang zu einem anderen Thema zu wiederholen müsste bedeuten, dass man SWS Lehre anders "poolt"/vertraglich verrechnet, wenn dieser Aufwand nur für 2SWS eigentlich gilt, weil der zeitliche Umfang in der Vorbereitung enorm ist und die Professoren am Ende verantwortliche Supervisor sind vgl. Regisseur beim Film

Aufwand

- Mehraufwand beim Einarbeiten in technische Voraussetzungen (Accounts anlegen, Hardware & Software abgleichen, Internetzugang Up+Download, Bild- & Tonspuren usw.)

- Mehraufwand bei Einarbeiten in rechtliche Voraussetzungen, z. B. was darf man in ein Video hineinschneiden und wiederum online stellen? (Datenschutz, Urheberrechte, Open Access Bedingungen)

- Mehraufwand für komplexes Gesamtkonzept (viel mehr Abstimmung, Improvisation bei unerwarteten Rückschlägen, Druck durch Zielfokusssierung/Deadline) statt Lehre as usual (a-/synchrone Lehrmaterialen und -formate vs. drag & drop pdf-Lehrkultur)

- Mehraufwand für Herstellungsprozess/Lehrvorbereitung: Schnitt & Layout, Korrekturschleifen durch Gäste und eigene Qualitätssicherung, Videoproduktion von ca. 60min erfordert ein Vielfaches an Bearbeitung und arbeitsteiliger Schritte, ca. 5-8 Arbeitstage mit gut je 14 Stunden, auch am Wochenende weil mehrphasige Korrekturschleifen

- kein Sommerurlaub

aber:

- Gewinn durch kollegiale Wertschätzung & Austausch über Grenzen hinweg mit Schweizer Kollegin (peer deepness & peer loyalty)

- Gewinn durch Teamarbeit, gemeinsames Lernen mti Team/Studierendenassistenzen und Professoren

- Gewinn durch Wertschätzung der Studierenden, die die Arbeit hinter einem Video und dem Gesamtprogramm pünktlich zum Semesterstart erahnen und Inspirationen entdecken

- Gewinn durch Wertschätzung der Gäste/Expert:innen, die uns bei der fachdidaktischen Aufbereitung blind vertraut haben

- Gewinn durch Wertschätzung in Fachcommunity, dass wir Pionierarbeit für Distanzlehre einerseits und zukunftsorientierte Kunstdidaktik andererseits mit kleinen Mitteln geleistet haben

- Gewinn durch Transparenz=offener Seminarraum

- Gewinn durch Lehre mit Sinn

Positionierung des Lehrangebots

Das Lehrangebot ist sowohl für Bachelor- als auch für Masterlevel zu belegen, eben weil das Konzept so aufgebaut ist, wie es ist:

Auf inhaltlicher Ebene ist die Wertebildung ein rekursives Diskursfeld, d.h. es liegt in der Sache der Natur, dass Wertewandel immer wieder eine Introspektion erfordert und die Frage nach der Zukunft nach einem bestimmten Zeitraum gestellt werden muss.

Auf formal-methodischer Ebene erleben die Studierenden in den Lehrvideos zunächst einmal eine nahbare Wissenschaftskommunikation, weil die Gäste eine lebendige Begegnung eingehen, wobei sie sich z.T. nicht kennen. In den Videos sind zahlreiche Hinweise wie Zitate, Literatur- oder Serien-/Filmtipps und Bilder vorhanden, mit denen eine fachliche Anbindung auf unterschiedlichem Anforderungsniveau von den Zuschauer:innen er- und bearbeitet werden kann. Bei den synchronen Live-Talks können alle Studierenden teilhaben und den Diskus aufgreifen.

Das Lehrkonzept hat einen Studium Generale Charakter.

Links zu Social Media-Kanälen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Digitale Transformation in der Lehre
Ansprechperson
Anna Maria Loffredo, Prof. Dr.
Abt. Fachdidaktik, Institut Kunst & Bildung
+43 676 847898377
Nominierte Person(en)
Anna Maria Loffredo, Prof. Dr.
Abt. Fachdidaktik, Institut Kunst & Bildung
Nicole Berner, Prof. Dr.
Leitung Professur für Didaktik in Kunst & Design (PH FHNW)
Themenfelder
  • Rund ums Evaluieren der Lehre
  • Didaktische Methode
  • Berufsbegleitend Studieren
  • Curriculagestaltung – Inhalt
  • Erfahrungslernen
  • Internationalisation@home
Fachbereiche
  • Kunst, Musik und Gestaltung