Fachhochschule Vorarlberg GmbH
Hochschulstraße 1, 6850 Dornbirn

Virtuelle "International Week" in der Gesundheits- und Krankenpflege

Ziele/Motive/Ausgangslage

An der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) wird der Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege als Vollzeitstudium angeboten. Die Studierenden werden in Theorie und Praxis der Gesundheits- und Krankenpflege unterrichtet und auf die Arbeit in einem sich ständig weiterentwickelnden Gesundheitssystem auf der Grundlage der Bedürfnisse der Patient:innen vorbereitet. Der Lehrplan bietet einen evidenzbasierten Ansatz im Gesundheitswesen, der die Studierenden lehrt, wie sie ihre pflegerische Praxis kritisch hinterfragen und nach Quellen hochwertiger wissenschaftlicher Informationen suchen können.

 

Der demographische Wandel, Multimorbidität, Pflegenotstand, Zunahme der Komplexität innerhalb der Patient:innenbiografien, knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen, zunehmende Technisierung einzelner Abläufe kennzeichnen den Berufsalltag vieler Pflegenden. Montori (2020) verweist auf die zunehmende Industrialisierung des Gesundheitssystems. Andererseits fühlen Patient:innen sich nicht gesehen, gehört, verstanden und angenommen. Seit einigen Jahren wird vermehrt die Implementierung von Compassionate Care diskutiert (Lieshout et al 2015; Montori 2019; Nijboer & Cinkel 2019). Compassion als Teil eines personzentrierten Ansatzes (Rogers 1983) in der Pflege ist Teil der Vision des Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege FHV. Studierenden werden zu einem kollaborativen Arbeiten in verschiedenen Kontexten und der aktiven gesellschaftlichen Partizipation mit dem Ziel der nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen, seines Systems und der Gruppe insgesamt befähigt. Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele ist eine Haltung des Einzelnen, die durch Openmindness, Respekt, Akzeptanz, Neugierde, Empathie und Compassion geprägt ist und den Einzelnen unter Berücksichtigung des kommunikativen Kontextes in den Mittelpunkt des pflegerischen Handelns stellt.

 

Wie aber genau kann die Vision des Studiengangs umgesetzt werden, so dass zukünftige Absolvent:innen der FHV Beziehungen mit Patient:innen individuell und mit der entsprechenden Compassion gestalten? Eine Möglichkeit, diese unterschiedlichen Ziele zu erreichen, bietet ein Auslandspraktikum. Steigerung der kommunikativen Kompetenz, der Erwerb von Openmindness, Neugierde und Respekt für den Anderen wurden durch zahlreiche Studien belegt (Kunaviktikula & Turale 2020a; Erasmus+ 2021). Zu den Vorteilen internationaler Bildungschancen gehören eine "verbesserte Qualität des Lehrens und Lernens" und ein "erhöhtes internationales Bewusstsein für eine vertiefende Auseinandersetzung mit globalen Themen durch die Studierenden". Der allgemeine Nutzen für die Studierenden sollte darin bestehen, sie „auf eine globale Welt vorzubereiten" (de Wit et al, 2015 S.64). Zwar hat sich die Anzahl der österreichischen Studierenden, die sich für ein Praktikum im Ausland entscheiden, zwischen 2007 und 2017 verdoppelt (Erasmus+ 2021), aber viele wollen oder können nicht von diesem Angebot Gebrauch machen (im Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege ist ein Auslandspraktikum im 5ten Semster möglich).

 

Studienreisen, wenn auch kürzer, können einen vergleichbaren Effekt erzielen oder zumindest zu einem ersten Gedankenanstoß anregen. Aufgrund der Corona Pandemie konnte eine, in 2020 von der FHV geplante Studienreise nach Schottland mit den Studierenden des 5ten Semesters des Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege nicht durchgeführt werden. Daraufhin wurde eine virtuelle "International Week" organisiert. Zugrunde gelegt wurden die Erfahrungen eines, von Erasmus+ finazierten Projektes zur virtuellen Mobilität. Die Entwicklung, die Bewertung und die Anerkennung virtueller Mobilitätskompetenzen in der Hochschulbildung wurden eingehender untersucht. Es konnte konkludiert werden, dass „Virtual mobility as a form of academic mobility allows students and teachers to gain international academic experience without leaving their country. Virtual mobility can be especially beneficial for students and teachers who cannot travel due to issues related to health, finances or politics.“ (Buchem, I., Konert, J., Poce, A., Carlino, C., Tur, G., Ubachs, G. 2018). Die Lernergebnisse der virtuellen "International Week" spiegeln mehrere der im Projekt Virtuelle Mobilität identifizierten Lernergebnisse wider. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden in einen Open Virtual Mobility Learning Hub übersetzt.

 

So erhielten die an unserem Projekt teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, internationale Erfahrungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung im Rahmen einer virtuellen Woche zu sammeln. Ziel war eine Sensibilisierung für ein globales Bewusstsein und die Erhöhung der interkulturellen Fähigkeiten (Altmann et al 2019, Kunaviktikula & Turale 2020b). Zu den Lernergebnissen gehörten sowohl die Reflexion und Interaktion mit dem sozialen Umfeld, neuer Handlungsfelder und technologischer Anwendungen in der Pflege, als auch die kritische Auseinandersetzung mit Denkansätzen, die Identifizierung der Einflüsse des Gesundheitssystems auf die Entlassplanung und die Anerkennung der verschiedenen Kompetenzen von Pflegestudierenden aus anderen Ländern und Bildungssystemen.

 

Literatur:

Altmann, A.; Ebersberger, B.; Mössenlechner, C.; Wieser, D. (eds) (2019). The Disruptive Power of Online Education. Emerald Publishing.

 

Buchem, I.; Konert, J.; Poce, A.; Carlino, C.; Tur, G.; Ubachs, G. (2018). Open Virtual Mobility Brochure. Retrieved from www.openvirtualmobility.eu/topics/outputs (aufgesucht am 01.03.2021).

 

Erasmus plus (2021). erasmusplus.at/fileadmin/Dokumente/bildung.erasmusplus.at/Aktuelles/2017/30_Jahre_Erasmus_Pressematerial/30_Jahre_Erasmus_Zahlen_Daten_Fakten.pdf (aufgesucht am 01.03.2021).

 

Kunaviktikula, W.; Turale, S. (2020a). Giving undergraduate nursing students international experiences: Issues and strategies. In: Nurse and Health Sciences 22 (3).

 

Kunaviktikula, W.; Turale, S. (2020b). Internationalizing nursing curricula in a rapidly globalizing world. In: Nurse education in Practice. 43:1-3.

 

Lieshout, van F.; Titchen, A.; McCormack, B.; McCance, T. (2015). Compassion in facilitating the development of person-centred health care practice. In: Journal of Compassionate Health Care (2015) 2:5. DOI 10.1186/s40639-015-0014-3.

 

Montori, M. (2020). “Why we revolt: a patient revolution for careful and kind care“. Mayo Clinic Press.

 

Nijboer, A.; Cingel, van der M. (2019). Compassion: Use it or lose it? A study into the perceptions of novice nurses on compassion: A qualitative approach. In: Nurse Education Today 72 (2019) 84-89.

 

Rogers, C. R. (1983). Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie. Frankfurt a. M.: Fischer TB. 20. Auflage.

 

Wit, H.; Hunter, F.; Howard, L.; Egron-Polak, E. (2015) Internationalisation of Higher Education www.europarl.europa.eu/studies (aufgesucht am 01.03.2021)

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Als die COVID 19-Pandemie die Reisemöglichkeiten einschränkte wurde die virtuelle „Internationale Week“ als Alternative zum internationalen Reisen entwickelt. Die virtuelle „International Week“ bietet Pflegestudierenden der FH Vorarlberg und anderen internationalen Pflegehochschulen die Möglichkeit, Vorlesungen von internationalen Akademi-ker:innen zu besuchen. Die Studierenden arbeiten darüber hinaus gemeinsam an einem Projekt (relevante Frage aus der pflegerischen Praxis), deren Ergebnisse in einer Online-Konferenz vorgestellt werden. Studierenden teilen dort ihre Arbeit mit einem Publikum und besuchen Vorträge anderer Mitglieder der teilnehmenden Institutionen. Dieser Ansatz gibt Studierenden nicht nur die Möglichkeit, mit anderen Pflegestudierenden Wissen zu teilen und von ihnen zu lernen, sondern stärkt auch das Profil des Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege im Vorarlberg. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partner:innen wird die Lehre und Bewertung der Studierenden beeinflussen, da Beispiele bewährter Verfahren durch Vorlesungen und Studierendenaustausch verbreitet werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

International week online was developed as an alternative to travelling internationally when the COVID 19 pandemic restricted opportunities to travel.

International week online offers nursing students from the FH Vorarlberg and other international nurse education institutes, the opportunity to attend lectures given by international academics. The students also work together on a joint project (relevant nursing question from practice) which culminates in an online conference where students can share their work with an audience which includes lecturers and members of the participating institutions. This approach not only gives students the opportunity to share with and learn from other nursing students it also raises the profile of Bachelor level nurse education in Vorarlberg. Working with international partners will influence teaching and assessment of our students as examples of good practice are disseminated via lectures and student exchanges.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die virtuelle „International Week“ bietet ein Programm mit täglichen Vorträgen von internationalen Akademiker:innen, täglichen Gruppentreffen zwischen den Studierenden und einer Konferenz, auf der die Studierenden ihr gemeinsames Lernen teilen. Zu den Lernergebnissen gehören Reflexion und Interaktion mit dem sozialen Umfeld, neue Handlungsfelder und technologische Anwendungen in der Pflege, die kritische Auseinandersetzung mit Denkansätzen, die Identifizierung der Einflüsse des Gesundheitssystems auf die Entlassplanung und die Anerkennung der verschiedenen Kompetenzen von Pflegestudierenden aus anderen Ländern und Bildungssystemen. Diese Möglichkeit für internationales Lernen bietet den Studierenden Zeit, sich mit internationalen Studierenden zu beschäftigen und mehr Möglichkeiten, die aktuelle Praxis im eigenen Land in Frage zu stellen.

 

Im Jahr 2020 haben 39 Studierende internationaler Hochschulen in Chile, den USA, Großbritannien und Österreich in der ersten virtuellen „International Week“ teilgenommen. Dieser neuartige Ansatz stellte sicher, dass die Studierenden sich auf einer fachspezifischen Ebene (Die Pflegepraktiken aus internationaler Perspektive identifizieren), auf einer anwendungsspezifischen Ebene (Planung der Patient:innenversorgung durch Vergleich und Gegenbildung der Gesundheitsversorgung aus internationaler Perspektive) und auf einer persönlichen Ebene (die sich über ihr Lernen aus der Online-Zusammenarbeit mit anderen Studierenden aus anderen Ländern, die Verwendung von Englisch als gemeinsame Sprache und die unterschiedlichen kulturellen Erwartungen der Betreuung von Patient:innen mit besonderen Bedürfnissen widerspiegelt) weiterentwickeln.

Gestartet wurde in 2020 mit 39 Studierenden. Für 2021 ist die virtuelle "International Week" mit 100 Teilnehmenden aus sechs Ländern geplant. In 2022 soll die virtuelle "International Week" an verschiedenen internationalen Standorten jeweils 50 Studierenden offenstehen.

 

Die Lehrveranstaltung folgt den Prinzipien des Bologna-Prozesses (kompetenzorientierte Gestaltung von Lernmodulen), schließt internationale Erkenntnisse und Entwicklungen (internationalisation@home) ein, und fördert den Blick über den Tellerrand. An den folgenden Kompetenzen sollte innerhalb der virtuellen "International Week" gearbeitet werden. Die Studierenden:

 

- entwickeln eine professionelle Pflegeidentität auf der Grundlage von historischem Wissen, Reflexion und Interaktion mit dem sozialen Umfeld

- erklären fachlich relevantes, historisches Wissen im aktuellen gesellschaftlichen Kontext

- reflektieren aktuelle Entwicklung der Professionalisierung vor dem Hintergrund der Anforderung an eine wissenschaftliche Qualifikation in einem praktischen Bereich, in dem dies noch nicht verankert ist

- beforschen und präsentieren neue Handlungsfelder und Technologieanwendungen in der Pflege

- entwickeln innovative Konzepte.

 

Kursinformation virtuelle „International Week“ (Übersetzung aus dem englischen Handbuch).

 

Dieser Kurs findet vom 23. bis 27. November 2020 über 5 Tage online über MS Teams statt.

Alle Studierenden werden zu den Online-Vorlesungen und zur Teilnahme an den täglichen Online-Gruppensitzungen erwartet. Die Studierenden MÜSSEN an den Präsentationen am Freitag, 27. November teilnehmen. Sie sollten damit rechnen, dass Sie etwa 5 Stunden pro Tag im Präsenzunterricht verbringen. Aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen der teilnehmenden Hochschulen findet der Präsenzunterrichtet zwischen 15 und 20 Uhr statt. Darüber hinaus brauchen Sie Zeit für die Literaturrecherche und Erarbeitung der in der Gruppe vereinbarten Arbeitsschritte (ca. 3 Stunden). Für den Reflexionsbericht (Siehe unten) berechnen Sie bitte einen Arbeitsaufwand von ca. 10 - 12 Stunden. Nach Abschluss des Kurses erhalten die Studierenden ein Zertifikat, das besagt, dass die Teilnahme 2 ECTS entspricht.

 

Thema der Gruppenarbeit: Im Krankenhaus haben Sie sich um einen älteren Menschen gekümmert, der in den nächsten Tagen entlassen wird. Diese Person hat eine chronische Krankheit und lebt allein zu Hause, benötigt aber einige Hilfe bei einigen Aktivitäten des täglichen Lebens.

 

Vor Kursbeginn werden die Kursteilnehmer Gruppen zugewiesen. Von den Studierenden wird erwartet, dass sie jeden Tag in diesen Gruppen arbeiten. Die Arbeitsgruppen haben folgende Aufgaben:

 

• Definieren des Themas ihrer Gruppenarbeit

• Zuweisen von Aufgaben und Rollen zu Gruppenmitgliedern

• Vereinbaren der Zeiten für tägliche Besprechungen

• Aufbewahren der detaillierten Notizen von Besprechungen

• Entwicklung einer Präsentation für Freitag, den 27. November

 

Gruppen können ihre eigenen Szenarien um diese ältere Person erstellen. Wir erwarten von den Studierenden, dass sie die Betreuung in verschiedenen Ländern unter Berücksichtigung von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren vergleichen, die beeinflussen könnten, wie dieser ältere Mensch unterstützt wird, zu Hause zu leben. Die Studierenden sollten einen evidenzbasierten Ansatz für diese Tätigkeit wählen, indem sie Statistiken, Forschung, klinische Leitlinien usw. verwenden, um ihre Wahl des Szenarios und die Ansätze für die Pflege zu unterstützen.

 

Der betreuenden Hochschullehrenden (Andrea oder Alison) sind jeweils den Gruppen zugewiesen und werden kurz an mindestens 1-2 Sitzungen teilnehmen, um den reibungslosen Ablauf der Gruppen zu erleichtern. Sie werden über MS Teams zu jedem Meeting eingeladen.

 

Programm der virtuellen „International Week“: Alle Vorträge beginnen um 15:00 Uhr MEZ (14:00 Uhr UK; 08:00 U.S.; 09:00 Chile).

 

Montag, 23. November 2020

15:00-15:10 Uhr: Willkommen

15:15-16:00 Uhr: Vortrag - "Personenzentrierte Pflege". Christian Müller Hergl, Deutschland

16:30-17:00 Uhr: Einführung und Wochenüberblick

17:05-20:00 Uhr: Erste Gruppensitzung zur Planung der Arbeit; stimmen Rollen zu; Zuweisen

von Aufgaben

 

Dienstag, 24. November 2020

15:00-16:00 Uhr: Vortrag- "Eine persönliche Erfahrung von Demenz". Dr. Eva Joanna Alexjuk, Schottland

16:05-20:00 Uhr: Treffen in Gruppen und Arbeiten an Projekt und Reflexion

 

Mittwoch, 25. November 2020

15:00-16:00 Uhr: Vortrag- "Aging Asia". Janice Chia, Singapur

16:05-20:00 Uhr: Treffen in Gruppen und Arbeiten an Projekt und Reflexion

 

Donnerstag, 26. November 2020

15:00 -16:00 Uhr: Vortrag - "Forschung zur Demenz". Dr. Eva Joanna Alexjuk, Schottland

16:05-20:00 Uhr: Treffen in Gruppen und Arbeiten an Projekt und Reflexion

 

Freitag, 27. November 2020

15:00-15:10 Uhr: Einführung Alison Themessl-Huber

15:10-16:00 Uhr: Gruppen 1-4 Präsentationen

16:10-17:10 Uhr: Gruppen 5-9

17:15-18:00 Uhr: Schlussbemerkungen aus Österreich

 

Von Ihnen wird erwartet, dass Sie einen reflektierenden Bericht über Ihre Erfahrungen mit der Arbeit in einer internationalen Gruppe von Krankenschwestern und Krankenschwestern einreichen. In diesem reflektierenden Bericht sollten Sie sich überlegen, wie Sie mit den Aufgaben der internationalen Woche umgegangen sind (z.B. die Teilnahme an Vorlesungen, die Teilnahme an einer Gruppe von Studenten aus anderen Ländern, einen Beitrag zur Entwicklung der Themen für die Abschlusspräsentation etc.) und wie Sie Ihren Ansatz in einer ähnlichen Situation ändern oder verbessern können. Ihre Überlegungen sollten auch das einschließen, was Sie über sich selbst gelernt haben und was Sie aus dieser internationalen Erfahrung gewonnen haben, zum Beispiel wird diese internationale Zusammenarbeit Einfluss auf Ihre Ansätze in der Pflege haben.

Mehrwert

Der Mehrwert dieses Projekts besteht darin, dass es die Vernetzung über internationale Grenzen hinweg erleichtert. Die Studierenden lernen, die Gesundheits- und Krankenpflege sowohl aus einer internationalen als auch aus einer nationalen Perspektive zu be-trachten, was sie dazu befähigt, bestehende Praktiken in Frage zu stellen und die Evidenzbasis für ihre aktuelle Praxis zu erforschen. Weiter entwickeln sich Netzwerke zwischen der FH Vorarlberg und internationalen Hochschulen und Akademiker:innen, die die evidenzbasierte Praxis weltweit beeinflussen. Dies fördert die Zusammenarbeit, um die Ausbildung und Pflegepraxis von Gesundheits- und Krankenpflegenden weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sind die Kosten durch die Online-Bereitstellung dieses Kurses minimal, da die Möglichkeit besteht, die Teilnehmerzahl und die Standorte kontinuierlich zu erweitern. Es entfallen Reise- und Übernachtungskosten. Der Verwaltungsaufwand beinhaltet nur die Registrierung der internationalen Studierenden.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Die virtuelle „International Week“ zeigt, dass es möglich ist, international mit Plattformen wie MS Teams zu arbeiten. Dies führt zu der Möglichkeit, internationale Dozent:innen zur Teilnahme an anderen Kursen an der FH Vorarlberg einzuladen. Der Online-Ansatz wurde als Reaktion auf die COVID-19 Pandemie entwickelt, aber das positive Feedback von Teilnehmenden und Bildungseinrichtungen hat gezeigt, dass es eine ausgezeichnete Möglichkeit ist, Studierende aus der ganzen Welt zusammenzubringen.

Die virtuelle „International Week“ wird nicht nur durch die Erhöhung der Zahl der internationalen Teilnehmer weiterentwickelt, sondern auch durch die Erforschung der Möglichkeit, dass unsere internationalen Mitarbeitenden in ihren Instituten Elemente des Programms entwickeln werden, die zu endlosen Möglichkeiten der internationalen Bildung und Lehre führen können. Langfristiges Ziel ist es, ein internationales Netzwerk von kollaborativen Institutionen aufzubauen, um den Lernaustausch zu erleichtern und die evidenzbasierte Gesundheitsversorgung zu fördern.

Aufwand

Das International Office der FH Vorarlberg verfügt über gut entwickelte Systeme zur Einschreibung internationaler Studierender in Kurse und zur Verleihung von Abschlusszeugnissen. Dadurch wurde auch sichergestellt, dass das Programm den Datenschutz-Bestimmungen entspricht. Die Abteilung Informationstechnologie stand zur Verfügung, um Online-Aktivitäten zu unterstützen, aber da die meisten Studenten und externen Teilnehmenden MS-Teams oder ein ähnliches System verwendet hatten, gab es nur wenige Probleme im Zusammenhang mit der Online-Teilnahme in der virtuellen "International Week". Dies wurde bisher als Hindernis für Online-Bildungsangebote angesehen (Altmann et al, 2019). Die meisten Anstrengungen waren zunächst erforderlich, um internationale Sprecher:innen und Referent:innen zu akquirieren. Diese Aufgabe wurde von den, für den Kurs verantwortlichen Dozent:innen durchgeführt, die auch die von den teilnehmenden Studierenden zur Verleihung von 2 ECTs eingereichten Reflektionsberichten kennzeichneten. Online-Bewertungen wurden am Ende der Woche über Surveyhero.comgesammelt.

 

Literatur:

Altmann, A.; Ebersberger, B.; Mössenlechner, C.; Wieser, D. (eds) (2019). The Disruptive Power of Online Education. Emerald Publishing.

Positionierung des Lehrangebots

Die virtuelle "International Week" richtet sich an Studierende im fünften Semester (respektive vergleichbares Level im internationalen Vergleich) ihres Studiums für den Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege. Sie verfügen über entsprechende personelle, methodische, fachliche und wissenschaftliche Kompetenzen, um gemeinsam mit Studierenden aus verschiedenen Ländern an unterschiedlichen Aufgaben der Pflegeplaung und -evaluation zu arbeiten.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Kooperative Lehr- und Arbeitsformen
Ansprechperson
Dr. Alison Themessl-Huber
Fachbereich Soziales und Gesundheit
+43 5572 792 5905
Nominierte Person(en)
Dr. Andrea Kuckert-Wöstheinrich
Fachbereich Soziales und Gesundheit
Themenfelder
  • Internationalisation@home
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften