Medizinische Universität Graz
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Im Notfall kompetent - kompetenzorientierte Prüfung Notfallmedizin "OSCE 1 + 2"

Ziele/Motive/Ausgangslage

Fallbasiertes Lernen (Case-Based Learning, CBL) gehört seit Jahrzehnten zu den Grundpfeilern der Ausbildung in Gesundheitsfächern, insbesondere der Humanmedizin. Schon vor dem Wandel der humanmedizinischen Studiengänge weg von früheren, fächerbasierten Studiengängen hin zu system- und symptombezogenen Studienplänen wurde eines an nahezu allen Universitäten erkannt: Zukünftige Ärztinnen und Ärzte bedürfen nicht nur einer fundierten theoretischen Ausbildung in naturwissenschaftlichen Grundlagen und klinischen Fertigkeiten.

Die Teaching Unit Notfallmedizin der Universitätsklinik für Anästhesie & Intensivmedizin der Medizinischen Universität Graz hat seit der Implementierung des neuen Studienplanes für das Diplomstudium Humanmedizin im Jahr 2015 ein Netzwerk an Lehrveranstaltungen entwickelt, das die Studierenden über alle Studienjahre begleitet und aufeinander aufbauend das Erkennen sowie die Therapie der für alle Ärzte und Ärztinnen essentiellen Notfälle lehrt. Diese Lehrveranstaltungen bauen auf CBL auf, finden teils im Clinical-Skills-Center statt, teils als Seminare in denen der klinische Blick auf Patientinnen und Patienten sowie apparatives Monitoring in bestimmten Notfällen geschult wird auf entwickeln sich von einfachen Notfällen des Basic-Life-Support im ersten Studienjahr bis hin zu erkennen und therapieren von schwerstkranken PatientInnen zB im Rahmen eines Herzkreislauf-Stillstandes oder einer allergischen Reaktion im 5. Studienjahr.

Um dieses umfangreiche Angebot an Lehrveranstaltungen und das darin erlernte auch in den an der Medizinischen Universität Graz verpflichtenden OSCEs vor und nach dem klinisch-praktischen Jahr (KPJ) abzubilden, wurden von uns zwei Fallbeispiele entwickelt in der die Studierenden in 10 Minuten anhand eines klinischen Falles zielgerichtet ihre erlernten Fertigkeiten präsentieren können.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Eines der Hauptziele des Studiums Humanmedizin der MedUni Graz ist, Fertigkeiten, die vom ersten Berufstag als Arzt oder Ärztin an besonders relevant sind, zu definieren und deren Vermittlung zu forcieren. Die „Day One Competence“ der zukünftigen Absolventinnen und Absolventen im Bereich der Notfallmedizin erfuhr hier besonderes Augenmerk und spiegelt sich auch in der Struktur unserer Lehrveranstaltungen in diesem Bereich wieder.

So wurde im Sinne des „constructive alignment“ ein Netzwerk an Lehrveranstaltungen geschaffen, die sich als sogenannte Tracks über das gesamte Studium verteilen. Um die so erlernten Kompetenzen auch in den vorgegebenen zwei Abschlussprüfungen (OSCEs) abprüfen zu können, wurden von uns universelle Fallbeispiele als Prüfungsstationen entwickelt, welche die Lehrinhalte sowie die Ziele im Sinne der „Day One Competence“ in ihrer Gesamtheit widerspiegeln.

Mit der Kombination aus diesen beiden Station wird es möglich, das gesamte Curriculum der notfallmedizinischen Ausbildung sowie den Wissens- und Kompetenzzuwachs im klinisch-praktischen Jahr in ein Prüfungsfallbeispiel „zu kondensieren“ und so die „Day One Competence“ im Bereich der Notfallmedizin zu belegen. Zusätzlich wird auch für uns als Lehrende ein wertvolles Instrument des Feedbacks über die erreichten Kompetenzen bzw. mögliche Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten im Curriculum erreicht. Diese Fallbeispiele sind einfach zu adaptieren und zu variieren und so an andere Gegebenheiten anzupassen.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

One of the main goals of the study of human medicine at the Medical University of Graz is to define skills that are particularly relevant from the first day of work as a doctor and to push their teaching. The "Day One Competence" of future graduates in the field of emergency medicine received special attention here and is also reflected in the structure of our courses in this area.

Thus, in the sense of "constructive alignment", a network of courses was created, which are distributed as so-called tracks throughout the entire study program. In order to be able to test the competencies learned in the specified final examinations (OSCEs), we have developed universal cases as examination scenarios, which reflect the course content as well as the objectives in the sense of "Day One Competence" in their entirety.

With the combination of these two examinations, it is possible to "condense" the entire curriculum of emergency medicine training as well as the increase in knowledge and competence in the clinical-practical year into one examination scenario and thus to prove the "Day One Competence" in the field of emergency medicine. In addition, a valuable tool of feedback on the competencies or possible gaps in the knowledge of the students and opportunities for improvement in the curriculum is also achieved for us as teachers. These scenarios can be easily adapted and varied to fit other circumstances.

Nähere Beschreibung des Projekts

I. DIDAKTISCHES ZIEL & FOKUS

Im Rahmen der permanenten Evaluierung und Weiterentwicklung des Studienplans des Diplomstudiums Humanmedizin (O202) an der Medizinischen Universität Graz in den letzten Jahren wurden ab dem Jahr 2015 umfangreiche strukturelle Maßnahmen gesetzt. Diese sollten Kontinuität und Nachhaltigkeit der Wissensvermittlung aller Fächer steigern, um Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft sowohl der Studierenden als auch der Lehrenden zu maximieren. Diese Veränderungen betrafen alle beteiligten Fächer und überspannten das gesamte Studium, vom ersten bis zum sechsten Studienjahr. Die bewährte Modulstruktur des Curriculums blieb erhalten, wurde aber optimiert.

Eines der wichtigsten Ziele der kompetenzorientierten Curriculums-Entwicklung war es, jene Fertigkeiten, die vom ersten Berufstag als Arzt oder Ärztin an besonders relevant sind, zu definieren, diesen in der Ausbildung besonderes Augenmerk zu schenken, deren Vermittlung zu forcieren und letztlich auch die Überprüfung ihres Erwerbs sicherzustellen. Hier wurde insbesondere die Notfallmedizin in den Vordergrund gerückt. Auch wenn nur ein Bruchteil der Absolventinnen und Absolventen der Medizinischen Universität Graz dezidiert als Notfallmedizinerinnen und -mediziner tätig wird, kann jeder oder jede zumindest einmal in die Situation kommen, einen Notfall beruflich auf einer Krankenstation, einer Notaufnahme oder auch im privaten Umfeld erkennen und therapieren zu müssen. Notfallmedizinische Kenntnisse und Fertigkeiten sind also für Ärztinnen und Ärzte von elementarer Bedeutung. Wer möchte in Notfallsituationen etwa nicht adäquat reagieren können?

Die „Day One Competence“ der zukünftigen Absolventinnen und Absolventen im Bereich der Notfallmedizin erfuhr hier also besonderes Augenmerk und spiegelt sich auch in der Struktur unserer Lehrveranstaltungen in diesem Bereich wieder. Die Seminare und Übungen legen besonderen Wert auf die Aspekte des longitudinalen Verlaufs über das gesamte Studium, logische, aufeinander aufbauende Inhalte, praxisnahe Seminare zur Erarbeitung und Vertiefung entscheidender Konzepte sowie realitätsnahe Übungen als „high fidelity“ Simulation im Clinical Skills Center und Peer Teaching.

So wurde ein Netzwerk an Lehrveranstaltungen geschaffen, die sich als sogenannte Tracks über das gesamte Studium verteilen. Dieses umfasst grob umrissen die folgenden Lerninhalte:

− Basic Life Support (Herz-Lungen-Wiederbelebung): ab dem 1. Semester Inhalte der Ersten Hilfe durch Studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

− Notfallmedizin 1: im 4. Semester werden das Erkennen kritischer Erkrankungszustände und die komplexen Abläufe des „Advanced Life Support“ (Erweiterte Herz-Lungen-Wiederbelebung), also der Reanimation im professionellen Umfeld des Krankenhauses bzw. des präklinischen ärztlich besetzten Rettungsdienstes, gelehrt und geübt

− Notfallmedizin 2: im 5. Semester werden gemeinsam mit erfahrenen Notfallmedizinern und -medizinerinnen unserer Universitätsklinik die Abläufe bei der Versorgung schwerster Krankheitsbilder akut erkrankter Patientinnen und Patienten erarbeitet und geübt. Es stehen die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit häufigen Notfallsymptomen wie akuter Atemnot, Schockzuständen oder auch mit schwersten allergischen Reaktionen im Fokus.

Erwerb theoretischer Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten werden innerhalb der Lehrveranstaltungen im Sinne immanenten Prüfungscharakters sowie abschließend durch virtuelle Wissensüberprüfungen überprüft. Um die angepeilte „Day One Competence“ mit Abschluss des Studiums, also nach Ende des 12. Fachsemesters, garantieren zu können, bedurfte es allerdings weiterer, im Sinne des „constructive alignment“ zeitlich und inhaltlich präziser abgestimmter Prüfungsmethoden.

Am Ende des zweiten und dritten Studienabschnitts des Diplomstudiums Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz ist jeweils eine objektiv-strukturierte klinische Prüfung (OSCE) vorgesehen. Beide OSCEs bestehen aus praktischen Prüfungsstationen, die von den verschiedenen Universitätskliniken konzeptioniert und abgehalten werden.

Am Ende des 2. Studienabschnittes findet - als Zulassungsvoraussetzung vor Eintritt in das klinisch-praktische Jahr - ein OSCE 1 statt. Bei diesem wird das – hauptsächlich praktisch – Erlernte der ersten fünf Studienjahre und das für das klinisch-praktische Jahr an Fertigkeiten Notwendige abgeprüft. Im Allgemeinen wird dort etwas der korrekte Ablauf von manuellen Fertigkeiten überprüft, beispielsweise das Legen einer peripheren Venenverweilkanüle. Dieses OSCE wird bereits seit 2010 jährlich sechs Mal abgehalten; unsere Universitätsklinik war von Beginn an daran beteiligt.

Am Ende des klinisch-praktischen Jahres findet als Studienabschluss noch ein OSCE 2 statt. Dieses soll die im klinisch-praktischen Jahr erlernten Fähigkeiten abprüfen und Fähigkeiten sowie Kenntnisse umfassen, welche ein Arzt oder eine Ärztin in Basisausbildung, also unmittelbar nach Ende des Studiums am Beginn Tätigkeit als Arzt oder Ärztin, mitbringen muss. Dieses OSCE wurde mit der letzten Version unseres Studienplans eingeführt und im vergangenen Sommersemester 2020 erstmals abgehalten.

Unsere Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin war vor der Umsetzung dieses Projekts mit einer Prüfungsstation vertreten, in welcher ein Basic Life Support-Algorithmus überprüft wurde. Da dieses Fallbeispiel nur unzureichend die „Day One-Competence“ widerspiegelt und auch nicht die von uns unterrichtete Notfallmedizin in ihrer gesamten Breite abbildete, wurde 2020 mit der Erarbeitung eines elaborierteren notfallmedizinischen OSCE-Beispiels begonnen. Parallel wurde das OSCE 2 von Grund auf neu entworfen und die dazugehörigen Prüfungsstationen konzipiert. Im Sinne des „constructive alignment“ wurde diese Chance genutzt und hier aus „einem Guss“ zwei Prüfungsstationen in Analogie zur bereits bestehenden Lehrveranstaltungsstruktur geschaffen. Diese setzen zwei unterschiedliche Schwerpunkte, welche umgekehrt in der Überarbeitung der Lehrveranstaltungsinhalte noch mehr in den Fokus gerückt wurden.

Für OSCE 1 wurden folgende Schwerpunkte definiert: das Erkennen des bedrohlichen Zustandsbildes, des führenden Leitsymptoms und der drohenden Lebensgefahr sowie das Setzen der unmittelbar lebensrettenden Sofortmaßnahmen im Sinne der erweiterten Herz-Lungen-Wiederbelebung („Immediate Life Support“). OSCE 2 sollte bei ähnlich gestalteten Fallbeispielen mehr in die Tiefe gehen und das Gewicht in der Bewertung weniger auf das Erkennen, sondern mehr in das Initiieren von komplexeren Therapieschemata legen („Advanced Life Support“); auch die Anschlussversorgung (z.B. auf einer Intensivstation oder im Herzkathetherlabor) sollte bereits angedacht werden. Zusammen sollten OSCE 1 und OSCE 2 die „Day One Competence“ sicherstellen.

II. PRAKTISCHE UMSETZUNG

Ziel bei der Entwicklung unserer notfallmedizinischen Stationen war es, Beispiele aus dem Bereich der Notfallmedizin zu entwickeln, welche gleichzeitig die erforderlichen Kompetenzen evaluieren können und in der mit 10 Minuten vorgegebenen Zeit gut abzuarbeiten sind. Die von internationalen Leitlinien ins Hauptaugenmerk gerückten Kompetenzen waren klinischer Blick, apparatives Monitoring und zielgerichtete diagnostische Methoden sowie unmittelbar lebensrettende Therapien wie die Defibrillation und wichtigste therapeutische Möglichkeiten wie Medikamentengabe. Außerdem war eine Möglichkeit der Variation der Beispiele für uns wichtig um hier eine ausreichend große Anzahl an Beispielen zur Verfügung stellen zu können.

Die folgenden Aufgaben wurden unter Beachtung der von uns definierten Anforderungen von uns für das OSCE 1 universell entwickelt, um die entscheidenden Punkte unabhängig vom vorliegenden Fallbeispiel abzubilden:

„--

1. Überprüfen Sie die Vitalfunktionen leitlinienkonform.

2. Setzen Sie zwingend erforderliche Sofortmaßnahmen.

3. Führen Sie die erforderliche klinische Erstuntersuchung und -einschätzung sowie ggf. Maßnahmen der erweiterten Herz-Lungen-Wiederbelebung durch.

4. Verwenden Sie erforderliche apparative Untersuchungs- und Überwachungsmethoden und ziehen Sie ggf. sofort erforderliche therapeutische Konsequenzen.

5. Erheben Sie die für diesen Fall relevante Notfallanamnese und fassen Sie Ihre Erkenntnisse zusammen.

--„

Auch die OSCE 2-Prüfungsstation umfasst Aufgaben, welche unabhängig vom präsentierten Notfallbild die diagnostischen Pfade und therapeutischen Prinzipien im Sinne der „Day One Competence“ überprüfen:

„--

1. Führen Sie die klinische und apparative Ersteinschätzung durch.

2. Erheben Sie die für diese Situation relevante Notfallanamnese.

3. Nennen Sie Ihre Verdachtsdiagnose sowie 2 mögliche Differentialdiagnosen.

4. Kommunizieren bzw. setzen Sie die erforderlichen Basismaßnahmen.

5. Setzen Sie korrekte medikamentöse und/oder maschinelle Maßnahmen, wie angebracht

--„

Die Studierenden durchlaufen diese Prüfungssituation in einem Raum im Clinical-Skills-Center der Medizinischen Universität Graz, der einem modernen Krankenhauszimmer inkl. aller notwendigen Utensilien wie Multiparameter-Monitor, Sauerstoffanschluss etc. entspricht und die gesamte Situation so realistisch als möglich abbilden soll. Außerdem liegt die zu diesem Patienten gehörige Fieberkurve inkl. aller notwendigen Informationen und Vorerkrankungen auf. Der Patient ist ein High-End-Simulator der mittels voreingestellter Symptome genau die von uns geforderten Krankheitsbilder abbilden kann.

Exakt vorgegebene und gewichtete Punktebewertungsschemata wurde entwickelt, welche die vermittelten Lehrinhalte und relevante Kompetenzen Ziele im Sinne der „Day One Competence“ abbilden und entsprechend den an die Studierenden gestellten Aufgaben benoten. Diese Punkte werden während der Prüfung in Echtzeit in der einen digitalen Bewertungsbogen auf einem Tablet eingetragen, sodass am Ende der 10-minütigen Prüfungssituation bereits die erreichten Gesamtpunkte vorliegen und direkt an die Prüfungsorganisation übermittelt werden können.

Um die Studierenden optimal vorzubereiten wurden im Sinne des „constructive alignment“ die bereits etablierten Lehrveranstaltungen evaluiert und so adaptiert, dass die in den Prüfungen relevanten Inhalte auch exakt abgebildet werden. Im Pflichttrack „Notfallmedizin I“ werden nun in fokussierten Seminaren und Übungen das leitlinienkonforme Überprüfen der Vitalfunktionen, die klinische Erstuntersuchung und –einschätzung, apparative Untersuchungs- und Überwachungsmethoden sowie Maßnahmen der erweiterten Herz-Lungen-Wiederbelebung gelehrt und beübt. Im Pflichttrack „Notfallmedizin II“ werden diese Kenntnisse um Fertigkeiten um das Erheben der relevanten Notfallanamnese, dem Stellen von Verdachts- und Differentialdiagnosen und das Setzen medikamentöser und maschineller Maßnahmen erweitert. Zeitgleich mit der Etablierung der Prüfungsstationen wurde eine Übungsstation im Clinical Skills Center etabliert um diese Stationen unter realistischen Bedingungen beüben zu können.

Während der ersten Durchführungen dieser neuen Prüfungsstationen wird ein Monitoring eben dieser hinsichtlich Schweregrad, Durchführungsqualität und Erreichen der von uns gesteckten Kompetenz-Ziele durch Expertinnen und Experten für medizinische Lehre und Prüfungsmethodik durchgeführt. Auch wird eine Evaluierung durch die hausintern für Evaluierungen zuständige Abteilung angestrebt, sodass daraus auch für uns wertvolles Feedback über fünf Jahre notfallmedizinische Lehre gezogen werden kann und Prüfung wie auch Lehrveranstaltungen konsequent weiter verbessert werden können.

III. FAZIT

Mit der Kombination aus unseren beiden Prüfungsstationen wird es möglich, den Wissens- und Kompetenzzuwachs aus dem Humanmedizin-Studium in der gesamten Breite in ein Prüfungsfallbeispiel „zu kondensieren“. So kann die „Day One Competence“ der Studierenden im Bereich der Notfallmedizin eindrucksvoll belegt werden. Zusätzlich wird auch für uns als Lehrende ein wertvolles Instrument des Feedbacks über die erreichten Kompetenzen bzw. mögliche Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten im Curriculum erreicht. Zusätzlich ist dieses Fallbeispiel einfach zu adaptieren und zu variieren und so an andere Gegebenheiten anzupassen.

Und last but not least: Auch die Studierenden erhalten so einerseits vor dem Eintritt in das klinisch-praktische Jahr Feedback als auch am Ende ihrer universitären Ausbildung, dass sie optimal auf eventuell auftretende Notfälle in ihrer Berufslaufbahn vorbereitet.

Mehrwert

Aus diesem Projekt ergeben sich für uns mehrere Punkte, die einen Mehrwert bringen: Für uns als Lehrende das direkte Feedback ob unsere notfallmedizinische Lehre die Ergebnisse bringt die wir uns wünsche, für Studierende dass sie für die wichtigsten Notfälle als Arzt oder Ärztin gerüstet sind. Zusätzlich ist dieses Fallbeispiel flexibel und leicht abwandelbar sodass es jederzeit adaptiert werden kann.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Dieses Konzept wird längerfristig angewandt und ist gerade in der medizinischen Aus- und Fortbildung ubiquitär einsetzbar.

Aufwand

Es entsteht durch dieses Projekt keinerlei personeller oder finanzieller Mehraufwand. Wir waren bereits bis 2020 regelmäßig als Prüferinnen und Prüfer bei den OSCEs eingeteilt, auch die dazugehörigen LVs waren bereits vorhanden und wurden von uns nur adaptiert. Auch die Infrastruktur (Simulatoren, Skill Center) für die Prüfung sowie die LVs sind bereits vorhanden und in unserer Lehre voll integriert.

Positionierung des Lehrangebots

Das Projekt repräsentiert ein Ergebnis der fortwährenden Optimierung der Pflichtlehre aus Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin im Rahmen des Diplomstudiums Humanmedizin (O202) an der Medizinischen Universität Graz und stellt den Abschluss des 2. sowie des 3. Studienabschnitts dar. Im 1. und 2. Studienabschnitt werden die Studierenden schrittweise in unserer track-basierten notfallmedizinischen Lehre auf die Bewältigung sich ihnen tagtäglich stellender Notfallsituationen vorbereitet und relevantes Wissen und grundlegende Fertigkeiten der Notfallmedizin vermittelt. In diesen OSCEs (Objective structured clinical Examination) vor Eintritt in den sowie am Ende des 3. Studienabschnitts wird dieses Wissen kondensiert in jeweils einem abzuarbeitenden klinischen Fall abgeprüft.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2021 nominiert.
Ars Docendi
2021
Kategorie: Lernergebnisorientierte Lehr- und Prüfungskultur
Ansprechperson
Philipp Zoidl, Univ. FA Dr.med.univ.
Univ.-Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivmedizin
031638584659
Nominierte Person(en)
Philipp Zoidl, Univ. FA Dr.med.univ.
Univ.-Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivmedizin
Zajic, Paul, Univ. FA Dr.med.univ. Dr.scient.med
Univ.-Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivmedizin
Prause, Gerhard, Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ
Univ.-Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivmedizin
Hallmann, Barbara, FÄ Dr.in.med.univ
Univ.-Klinik f. Anästhesiologie u. Intensivmedizin
Themenfelder
  • Rund ums Prüfen
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften