Angewandtes Marketing

Ziele/Motive/Ausgangslage

Studierende erlernen in der Lehrveranstaltung "Angewandtes Marketing" den „Zusammenschluss“ ihres bisher erarbeiteten Marketingwissens. Das Modul Angewandtes Marketing inkludiert Marketingkommunikation, Produktentwicklung & Servicedesign, und Online Marketing. Diese Studienmodule sollen miteinander verknüpft werden und zu einer konzeptionellen Lösung eines typischen Marketingproblems führen. Studierende werden besonders dazu aufgefordert, eine selbständige, eigenverantwortliche Problemlösung zu erarbeiten. Sie lernen, über den bisherigen Lehrstoff hinaus, zu recherchieren und sich weiteres und vor allem relevantes Wissen im Marketing anzueignen. Methodisch wird der Lernansatz von Problem-Oriented Project Work (POPW) angewendet.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die Lehrveranstaltung "Angewandtes Marketing" (insgesamt 12 ECTS) beinhaltet das Hauptmodul Angewandtes Marketing (6 ECTS) als Präsenzmodul, und 3 Module (je 2 ECTS), nämlich Marketingkommunikation, Produktentwicklung & Servicedesign, und Online Marketing, die als e-Learning Module konzipiert sind. Der Fokus und Aufgabe der Lehrveranstaltung besteht in einem angewandten Marketing-Lernen, das auf digitale Transformation in der Produkt- und Serviceentwicklung basiert, und durch ausgewählte Online Marketinginhalte Studierende in die Digitale Welt des angewandten Marketing und Digitalisierung begeistern und vorbereiten soll.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The course "Applied Marketing" (12 ECTS in total) includes the main module Applied Marketing (6ECTS) as a presence module, and 3 modules (2 ECTS each), namely marketing communication, product development & service design, and online marketing, which are designed as e-learning modules. The focus and task of the course is applied marketing learning, which is based on digital transformation in product and service development, and should inspire and prepare students for the digital world of applied marketing through selected online marketing and digitization content.

Nähere Beschreibung des Projekts

In der Lehrveranstaltung Angewandtes Marketing werden die Inhalte der Lehrveranstaltungen Marketingkommunikation, Produktentwicklung & Servicedesign, und Online Marketing verknüpft. Bezüge werden hergestellt und unterschiedliche Betrachtungsweisen reflexsiv gegenübergestellt. Der Fokus liegt hier in der praktischen Anwendung und in der digitalen Transformation von Lerninhalte in der Lehre. Die Lehre fördert fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen.

 

Die studierendenzentrierte Lehre im Modul Angewandtes Marketing berücksichtigt unterschiedliches Vorwissen und Bildungsbiografien von Studierenden. Insbesondere werden Lern- und Studienbedingungen der eher unterschiedlichen Studierendenschaft, hier in Form von berufsbegleitend Studierenden, berücksichtigt, und durch Inputvorlesungen und den nachhaltigen Besprechungen sowie Feedback Loops, insbesondere durch individuelle Betreuung von Projektgruppen, speziell gefördert. Der Lehre liegt ein strukturiertes, für Studierende jederzeit nachvollziehbares und kompetenzorientiertes Konzept zugrunde.

 

Ausgewählte Ziele sind:

* Bearbeitung einer Fallstudie zu einem spezifischen Thema des angewandten Marketings unter Einbeziehung von Digitalisierung und digitalen Prozessen (Lab-Learning Model)

* Strukturierung eines Marketingkonzeptes (Aufbereitung des Themas und damit verbundener Bereiche, Relevanz, Marktanalyse, Zielbildung, strategischer Ansatz, Marketingmix, Digital Marketing, Prototyping, Kalkulation, Controlling, Markteintritt)

* Verknüpfung und Transfer von sämtlichen Modulen des Bachelor Studiums

* Anwendungsbezogene Arbeit mit moderner Technologie (insbesondere in der Produktentwicklung), digitalen Kanälen, und Methoden im Marketing

* Präsentation und Diskussion von Ergebnissen online und offline (vor Publikum)

 

Im folgenden wird auszugsweise der Vorlesungsplan und die theoretische Aufarbeitung aus einer Problem-orientierten Projektarbeitsmethode sowie die Bewertungsmodalitäten kurz dargestellt:

 

(1)

Vorlesungsplan für Berufsbegleitend Studierende:

 

Session 1, Kick Off

8:45-10:15 Input Vorlesung 1

10:30-12:00 Fallstudienarbeit I und Präsentation von Ergebnissen der Fallstudienlösung

12:45-15:00 Projektarbeit am Beispiel "Produktentwicklung" aus der online Lehrveranstaltung "Produktentwicklung und Servicedesign".

 

Session 2

14:00-14:45 Input Vorlesung 2, basiert auf Kreutzer, R. (2018), Kapitel 4.3 und 4.4; weitere Literatur...

15:00-16:30 Fallstudienarbeit II und Präsentation von Ergebnissen der Fallstudienlösung

16:45-19:45 Projektarbeit

20:00-20:45 Input Vorlesung 3, basiert auf Kreutzer, R. (2018), Kapitel 4.7 und 4.8; weitere Literatur...

 

Session 3

08:45-10:15 Input Vorlesung 4, basiert auf Kreutzer, R. (2018), Kapitel 4.9; weitere Literatur...

10:30-12:00 Fallstudienarbeit III und Präsentation von Ergebnissen der Fallstudienlösung

12:45-15:30 Projektarbeit

 

Session 4

14:00-14:45 Input Vorlesung 5; weitere Literatur...

15:00-16:30 Fallstudienarbeit IV und Präsentation von Ergebnissen der Fallstudienlösung

16:45-19:45 Projektarbeit

20:00-20:45 Präsentation von zentralen Themen der Projektarbeit

 

Session 5

8:30-10:00 Präsentation der Projektergebnisse in Pitch-formate (3-slides, 5 min speech, 29sec video)

10:15-10:30 Evaluation der Lehrveranstaltung. Bitte bringen sie ein Notebook mit um die Evaluation in der LVA zu machen.

10:30-12:00 Input Vorlesung 6, weitere Literatur...

13:00-14:30 Input Vorlesung 7, weitere Literatur...

 

Session 6, Projektarbeit, Labor 3D Drucker

Session 7, Projektarbeit, Labor 3D Drucker

Session 8, Projektarbeit, Labor 3D Drucker

Session 9, Ergebnispräsentation und Reflexion

 

(2)

Beispiel und Inhalte zur theoretische Aufarbeitung des Marketingproblems:

 

Teil 1:

Studierende lesen und studieren selbstständig relevante Literatur, erstellen ein theoretisches Konzept und besprechen dann einen priorisierten theoretischen Ansatz und einen alternativen Ansatz mit ihrem Professor (Lernmodell: inverted classroom).

 

Basisliteratur:

Bruhn, M. (2016). Marketing Kommunikation: Handbuch für integriertes Kommunikationsmanagement. Gabler.

Homburg, Ch. (2017). Marketing Management. Springer.

 

Weiterführende/Anwendungsorientierte Literatur:

Greenberg, S. (2012). Sketching User Experiences: The Workbook. Waltham, Mass: Morgan Kaufmann. (KuBi)

Buxton, W. (2007). Sketching User Experiences: Getting the Design Right and the Right Design. Amsterdam: Morgan Kaufmann. (KuBi)

Percy, L. (2019). Startegic Integrated Marketing Communications. Routledge.

Rossiter, J. R,., Percy, L. & L. Bergkvist (2018). Marketing Communications. SAGE.

Kreutzer, R. (2018). Praxisorientiertes Online-Marketing: Konzepte - Instrumente - Checklisten. Springer Gabler.

Lammenett (2017). Praxiswissen Online-Marketing: Affiliate- und E-Mail-Marketing, Suchmaschinenmarketing, Online-Werbung, Social Media, Facebook-Werbung. Springer Gabler. (KuBi)

 

Teil 2:

Als nächsten Schritt erstellen Studierende ein Projektkonzept. Projektgruppen reichen dazu eine Kurzbeschreibung von 3-4 Textseiten ein und bekommen schriftliches Feedback zur präsentierten Projektidee, Pläne der Ausarbeitung und der geplanten Umsetzung.

 

Teil 3:

Studierende überarbeiten und optimieren ihr Projektkonzept. Die Ergebnisse dienen als Grundlage, um mit der Producktentwicklung, der digitalen Transformation sowie der Prozessgestaltung zu starten.

 

Teil 4:

Studierende arbeiten im 3D-Labor an einer praktischen Umsetzung ihrer Produktidee. Im Prototyping mit unterschiedlicher Software erarbeiten Studierende einen markttauglichen Erstentwurf ihrer Produktidee. Der Entwurf wird als CAD-Model erstellt und dann im 3D Labor zum Leben erweckt. In dieser Phase soll dann - im besten Fall - ein Prototyp entstehen, der im weiteren Design und Engineering Process markttauglich gemacht werden kann oder auch soll.

 

Teil 5:

Präsentation von Ergebnissen, Darstellung von Ergebnissen, sowie Evaluierung der vorgestellten Produktentwicklung. Diskussion und Reflexion von alternativen Lösungen.

 

(3)

Ein wichtiges Element zur Steigerung der Sinnerfassung und Sinngebung von Lerninhalten sowie der Transparenz von Lehrinhalten kommt der Nachvollziehbarkeit der Bewertung von Projektarbeit zu. Die Bewertung der Leistungen von Studierenden zählen: Projektarbeit, Laborarbeit, Ergebnisdokumentation und Präsentation.

 

Die Lehrveranstaltung folgt den Prinzipien des Bologna-Prozesses (Darlegung der Arbeitsbelastung, kompetenzorientierte Gestaltung von Lernmodulen), und schließt internationale Erkenntnisse und Entwicklungen (bspw die methodische Perspektive des problem-oriented project work) ein.

 

Schlüssel zur Bewertungsmodalität (im Sinne des dialogischen Konsens) für Projektarbeit:

 

Eine Aufgabe in der Projektarbeit könnte durch ein Markenaudit und durch eine Projektaufgabe defineirt sein:

 

Insgesamt erreichen sie in der Projektarbeit 100 Punkte.

Audit: Total 50 Punkte

Klarheit des Audits, Anforderung und Anspruch an Digitales Dialogmarketing (20 Punkte),

Markenelemente (10 Punkte),

Relevanz der Daten (5 Punkte),

Objektivität (5 Punkte),

Darstellung und Begründung der Erreichung von Ziele des DM (DDM), Ergebinspräsentation (10 Punkte).

 

Projekt: Total 50 Punkte

Klarheit des Projektproblems (bspw. Struktur, Marktaffinität, Problemerkennung für das Dialogmarketings, Bezug zu Marketing 4Ps) 20 Punkte,

Objektivität und Relevanz des Problems aus einer Digital Dialogmarketing Perspektive (10 Punkte),

Relevanz der Daten präsentierten Daten, Zusammenhang zu Marke, Firma etc. (5 Punkte),

Anwendung und Umsetzung von theoretischen Modellen um eine Lösung für das Projektproblem zu erarbeiten (5 Punkte),

Relevanz der Handlungsempfehlungen (10 Punkte).

 

Lehrveranstaltungsphilosophie und Hintergrund:

Das Lab-Learning Modell oder das problem-oriented project work orientierte Arbeiten und Lernen sind grundsätzlich keine neuen didaktischen Methoden. Allerdings steht in dieser Lehrveranstaltung und Lern-Projekt nicht die erfolgreiche Durchführung eines Projektes im Mittelpunkt, sondern die Ausbildung und Schärfung von fachlichen und generischen Kompetenzen, die digitale Transformation in der Lehre, sowie die Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen Studierenden. Zudem soll die Begeisterung für Digitalisierung bei Studierenden im Marketing, insbesondere bei weiblichen Studierenden, nachhaltig gefördert werden.

Mehrwert

Lernerleichterung für Studierende, erhöhte Employability, gesteigerte Begeisterung für Technik und Digitalisierung, aussergewöhnlich zufriedene Studierende;

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Natürlich kann das Modul- und Lernkonzept auch auf andere Lehrveranstaltungen oder Lehrsituationen ohne grösseren Aufwand übertragen werden. Das Konzept wird längerfristig eingesetzt und natürlich weiterentwickelt. Gerade die Technikbegeisterung, die insbesondere während der Lehrveranstaltung und gerade bei weiblichen Studierenden ausgelöst wird, soll und muss unbedingt weiter durch nachfolgende Lehrveranstaltungen mit Digital-Schwerpunkten gefördert und ausgebaut werden. Hochschule muss ermöglichen.

Akzeptanz

Die Akzeptanz ist durch die hohe Begeisterung und die ausserordentlich positiven Evaluationsergebnissen nachvollziehbar gegeben.

Aufwand

Der Planungsaufwand und der Betreuungsaufwand während der Lerhveranstaltung ist um rund 40% höher als zu einer vergleichbaren traditionellen Lehrveranstaltung. Das Ergebnis der Lehrveranstaltung ist aber um 200% besser als jenes einer vergleichbaren traditionellen Lehrveranstaltung.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor, 4. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Digitale Transformation in der Lehre
Ansprechperson
Markus Holzweber, Dr.
Marketing & Communications Research
+ 43 5372 71819 311
Nominierte Person(en)
Markus Holzweber, Dr.
Marketing & Communications Research
Themenfelder
  • Berufsbegleitend Studieren
  • Didaktische Methode
  • Employability
  • Erfahrungslernen
  • Infrastruktur
  • Neue Medien
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht