Lehrveranstaltung "Grundlagen der Evaluation"

Ziele/Motive/Ausgangslage

Diese LV ist eine Pflichtlehrveranstaltung für Studierende des 1. Studienjahres im Bachelorstudium "Aging Services Management" an der Ferdinand Porsche FernFH.

Die Ferdinand Porsche FernFH ist Österreichs erste und einzige Fern-Fachhochschule, dementsprechend war die Herausforderung die vorliegende LV von Grund auf so zu designen, dass sie den Bedürfnissen und Anforderungen der Studierenden entspricht dabei aber gleichzeitig garantiert wird, dass relevante Inhalte und Wissen nachhaltig vermittelt werden - insbesondere bei methodenlastigen Lehrveranstaltungen gestaltet sich das oft als schwierig.

 

Das Design der Lehrveranstaltung bzw. die in ihr verwendeten Methoden wurden daher gänzlich an die Anforderungen, die sich aus der Ausgangssituation eines berufsbegleitenden Fernstudiums ergeben, angepasst und entsprechend konzipiert.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die Lehrveranstaltung "Grundlagen der Evaluation" ist Teil des Bachelor-Studiengangs "Aging Services Management" an der Ferdinand Porsche FernFH und dem Modul "Methoden der Public Health" zugeordnet.

Folgende Lehrinhalte sollen dabei vermittelt werden

• Grundbegriffe der Evaluation

• Formen und Ziele von Evaluationen

• Standards für Evaluationen

• Evaluationsansätze im Gesundheits- und Sozialbereich

• Planung einer Evaluation (Evaluationskonzept erstellen & bewerten)

• Qualitative Methoden der Datenerhebung

• Einschätzung von Ergebnissen in Bezug auf ihre Aussagekraft und Bewertung von Evaluationsberichten

 

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung sollen die Studierenden in der Lage sein, auf der Grundlage und unter Einhaltung von internationalen Standards, Evaluationen zu planen, umzusetzen und kritisch zu bewerten.

Die Besonderheit der Lehrveranstaltung liegt dabei in ihrem Design und die in ihr verwendeten Methoden und Instrumente, die gänzlich an die Anforderungen, eines berufsbegleitenden Fernstudiums, angepasst und entsprechend konzipiert wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Grundprinzipien, denen die Lehrveranstaltung genügen soll:

 

1.) Praxisrelevanz

2.) Zeitliche Flexibilität

3.) Vermeidung von Druck

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The lecture „Evaluation 101“ („Grundlagen der Evaluation“) is held as part of the bachelor degree program “Aging Services Management” at the Ferdinand Porsche University of Applied Sciences.

The lecture puts an emphasis on applied methods of empirical social research; after successfully completing this course, students should be able to design, plan, conduct and critically appraise evaluations in the health- and social sector while adhering to international evaluation standards.

The main feature of this course is its unique design which incorporates didactical methods and instruments which serve the goal to facilitate and enable distance learning in the best way possible. The three main principles which this course tries to adhere to are

1.) Practical relevance

2.) Flexibility

3.) Prevention of pressure and study related stress

Nähere Beschreibung des Projekts

Die Lehrveranstaltung "Grundlagen der Evaluation" ist Teil des Bachelor Studiengangs "Aging Services Management" an der Ferdinand Porsche FernFH und dem Modul "Methoden der Public Health zugeordnet"

 

Folgende Lehrinhalte sollen dabei vermittelt werden:

• Grundbegriffe der Evaluation

• Formen und Ziele von Evaluationen

• Standards für Evaluationen

• Evaluationsansätze im Gesundheits- und Sozialbereich

• Planung einer Evaluation (Evaluationskonzept erstellen & bewerten)

• Qualitative Methoden der Datenerhebung

• Einschätzung von Ergebnissen in Bezug auf ihre Aussagekraft und Bewertung von Evaluationsberichten

 

Am Ende der Lehrveranstaltung sollten Studierende folgende Kompetenzen besitzen:

 

1.) Studierende wissen Bescheid über Bedeutung, Zweck und Ziele von Evaluation und Evaluationsforschung und haben ein Grundverständnis für die Herausforderungen der Evaluation im Gesundheits- und Sozialbereich.

2.) Studierende haben einen Überblick über Formen von Evaluation und verschiedene Evaluationsansätze im Gesundheits- und Sozialbereich und kennen die Standards für Evaluationen.

3.)Studierende sind in der Lage, Evaluationsberichte kritisch zu bewerten und die dargestellten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für ihre berufliche Tätigkeit nutzbar zu machen.

 

Im Rahmen der Lehrveranstaltung sind zwei Präsenzveranstaltungen vorgehen: das Semester startet mit einer Einführungsvorlesung gefolgt von einer Fernstudienphase. Während dieser haben die Studierenden zwei Einsendeaufgaben (ESA) zu absolvieren, eine Einzelarbeit (ESA 1: Quiz/Test zum Studienheft) und eine Gruppenarbeit (ESA 2: Verfassen einer Ausschreibung für eine externe Evaluation). Danach folgt die zweite Präsenzveranstaltung bei der die Studierenden im Rahmen eines Workshops eine dritte Aufgabe in der Gruppe absolvieren müssen (ESA 3: Erarbeitung eines Evaluationskonzepts). Zum Abschluss des Semesters haben die Studierenden etwa zwei Wochen Zeit die letzte Aufgabe zu absolvieren, bei der es darum geht, einen Evaluationsbericht kritisch, nach vorgegebenen Kriterien, zu bewerten (ESA4: individuelle Bewertung eines Evaluationsberichts). Die Note für die Studierenden ergibt sich aus folgendem Beurteilungsschema:

 

 

Keine schriftliche Prüfung (0%)

• 10%: ESA1*: Einzelarbeit - Selbststudium Skript inkl. Quiz

• 20%: ESA2: Gruppenarbeit - Ausschreibung

• 20%: Anwesenheit und Mitarbeit im Workshop inkl. ESA 3

• 50%: ESA4*: Einzelarbeit – Evaluationsbericht

 

 

LV-Design

 

Das Design der Lehrveranstaltung bzw. die in ihr verwendeten Methoden wurden gänzlich an die Anforderungen, die sich aus der Ausgangssituation eines berufsbegleitenden Fernstudiums ergeben, angepasst und entsprechend konzipiert.

Die LV soll dabei diesen grundlegenden Prämissen/Zielen genügen:

 

I. Praxisrelevanz

Die vermittelten Inhalte sollen möglichst für sämtliche Studierende praktische Relevanz und Anwendbarkeit haben. Am Ende der Lehrveranstaltung müssen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Lage sein, die vermittelten Inhalte praktisch anwenden zu können.

 

II. Zeitliche Flexibilität

Alle Studierenden müssen die Möglichkeit haben, sich in Vereinbarkeit mit ihren jeweiligen beruflichen Tätigkeiten zeitlich flexibel mit den Inhalten auseinanderzusetzen und mit diesen vertraut zu machen.

 

III. Vermeidung von Druck

Die oben angeführte Auseinandersetzung mit den LV-Inhalten soll möglichst ohne Druck erfolgen, um a) ein optimales Lernverhalten zu fördern (Vermeidung von „binge-learning“ vor Prüfungen), b) die Vereinbarkeit von Studium mit der beruflichen Tätigkeit zu gewährleisten und c) diejenigen Studierenden, die unter Prüfungsangst leiden, eine bestmögliche Lernerfahrung zu ermöglichen.

 

Im Folgenden wird zusammengefasst dargestellt, wie diese drei Ziele durch die Konzeption der Lehrveranstaltung erreicht werden:

I. Praxisrelevanz

Kurz gesagt gibt es im Rahmen einer Evaluation drei Produkte, mit denen man im beruflichen Alltag konfrontiert werden kann, nämlich a) die Evaluationsausschreibung, b) das Evaluationskonzept und c) den Evaluationsbericht.

Die Lehrveranstaltung ist so konzipiert, dass sich die Studierenden mit diesen Produkten eingehend beschäftigen müssen:

Im Rahmen einer Gruppenarbeit werden zunächst von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ausschreibungen für die externe Evaluation eines von ihnen erdachten Projekts verfasst (ESA 2). Diese Ausschreibungen sind bis eine Woche vor der zweiten Präsenzphase abzugeben.

In der Präsenzphase selbst findet ein Workshop statt, in dessen Rahmen die Ausschreibungen unter den Gruppen ausgetauscht werden, mit der Aufgabe basierend auf diesen ein entsprechendes Evaluationskonzept zu erarbeiten (ESA3).

Die Gruppen nehmen so eine Doppelrolle ein, zum einen die der Auftragnehmer (Erstellung des Konzepts) zum anderen die der Auftraggeber. So soll die in der Praxis oftmals schwierige Kommunikation zwischen den beiden Stakeholdern verdeutlicht werden.

In der abschließenden Aufgabe geht es dann darum, vor dem Hintergrund des Gelernten einen Evaluationsbericht kritisch zu lesen und zu beurteilen (ESA 4)

Die theoretischen Grundlagen und Inhalte, die für die Beschäftigung mit den „praktischen“ Evaluationsprodukten benötigt werden, werden einerseits im Zuge der Einführungsvorlesung vermittelt, zum größten Teil aber durch die Absolvierung der ESA 1, des Quiz zum Studienheft, durch das vor allem die eingangs beschriebenen Ziele II & III erfüllt werden:

 

II.Zeitliche Flexibilität

Das Konzept dieser ESA 1 ist relativ simpel, so geht es bei ihr darum, online 10 Fragen zum Stoff der Lehrveranstaltung zu beantworten.

Die Fragen werden dabei immer zufällig aus einem entsprechend großen Fragenpool ausgewählt; die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen alle Fragen richtig beantworten, dafür haben sie unbegrenzt viele Versuche.

Sie sehen allerdings nicht, welche Fragen sie falsch beantwortet haben, sondern nur, ob alle 10 Fragen korrekt beantwortet wurden oder nicht.

Dieses Design „zwingt“ die Studierenden sich intensiv mit dem Stoff bzw. dem Studienheft auseinanderzusetzen, ermöglicht es ihnen aber gleichzeitig die Auseinandersetzung zeitlich relativ frei zu gestalten.

Die Absolvierung des Quiz ist verpflichtend, die Deadline ist üblicherweise mit dem Termin der zweiten Präsenzveranstaltung festgelegt, da für die Aufgaben im Workshop inhaltliche Grundlagen vorhanden sein müssen.

 

III. Vermeidung von Druck

Die oben beschriebene Vermittlung der theoretischen Grundlagen hat neben der zeitlichen Flexibilität noch den inhärenten Vorteil, dass ungünstige Lernstrategien, vor allem das sogenannte „binge-learning“, also das intensive Lernen von Inhalten innerhalb von kurzer Zeit vor den jeweiligen Prüfungen, vermieden werden.

Das zeigt im Übrigen auch die Auswertung der Quiz-Daten über mittlerweile drei Jahre: die Beschäftigung mit dem Stoff erfolgt meist über einen längeren Zeitraum.

 

Ein weiterer Vorteil dieser Wissensvermittlungsstrategie, ist eine (hoffentlich) positive Lernerfahrung für Studentinnen und Studenten mit Prüfungsangst.

Mehrwert

Für die Studierenden stellt das LV-Konzept, laut ihren eigenen Rückmeldungen, eine Lernerleichterung dar. Die Aspekte, die von ihrer Seite besonders geschätzt werden sind das Wegfallen des Prüfungsdrucks sowie die praxisnahe Vermittlung der Inhalte.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept der LV ist grundsätzlich gut übertragbar, initial ist damit ein gewisser (überschaubarer) Aufwand verbunden (Erstellung des Onlinequiz mit entsprechendem Fragenpool, Konzeption des Workshops etc.)

Die LV wird regelmäßig evaluiert, das heißt das Konzept kann entsprechend den Rückmeldungen der Studierenden angepasst werden.

Akzeptanz

Hohe Akzeptanz von Seiten der Studierenden. Die LV wird regelmäßig evaluiert. (Siehe angefügter Link zu den LV-Ergebnissen)

Aufwand

Für die Organisation selbst besteht kein zusätzlicher Aufwand.
Da das LV-Konzept keine Prüfung vorsieht, sondern insgesamt 3 schriftlich einzureichende Aufgaben, die allesamt zu beurteilen sind und jedenfalls auch mit einem kurzen Feedback an die Studierenden versehen werden sollten, ist der Aufwand gegenüber einer "klassischen" LV mit Prüfung etwas höher.

Positionierung des Lehrangebots

Die LV ist Teil des Bachelor-Studiums "Aging Services Management", findet im ersten Semester im Modul "Methoden der Public Health" statt und ist mit 3 ECTS bewertet.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Digitale Transformation in der Lehre
Ansprechperson
MMag. Tanja Adamcik
Ferdinand Porsche FernFH
43 2622 32600-150
Nominierte Person(en)
Gunter Maier, BA, MA
Gesundheit Österreich GmbH
Themenfelder
  • Berufsbegleitend Studieren
  • Didaktische Methode
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften