Universität Wien
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Die Stolpersteinmethode. Ein feedbackbasiertes Konzept für Vorlesungen im „Angstfach“ Statistik

Ziele/Motive/Ausgangslage

Statistik gilt unter den Studierende der Publizistik-und Kommunikationswissenschaft als „Horrorfach“ und entspricht nicht den Erwartungen, die die Studierenden an ein Studium richten, das sich vereinfacht ausgedrückt „mit Medien beschäftigt“. Damit stellt sich die Herausforderung, wie Statistik in einer Vorlesung didaktisch gewinnbringend erlernt werden kann. Es stellen sich im Einzelnen drei zentrale Probleme:

 

(1) Geringe Motivation: Statistik ist für die Mehrheit der Studierenden angstbehaftet, das Fach gilt allgemein als Angstfach. Dementsprechend ist die Motivation der Studierenden im Vergleich zu Veranstaltungen zu den Themen Werbung, Public Relations, Journalismus oder soziale Medien vergleichsweise gering. Die Statistik ist eine zentrale Säule der Ausbildung in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, die neben qualitativen Methoden auch mit quantitativen Methoden arbeitet. Allerdings wird die Statistik von der Mehrheit der Studierenden zu Beginn des Master-Studiums nicht erwartet.

 

(2) Heterogene Vorkenntnisse: Die Studierenden weisen eine enorme Heterogenität in ihren Vorkenntnissen auf. In der Regel kommt mehr als ein Drittel der Studierenden von anderen Studiengängen und Instituten. Teilweise bringen die Studierenden keine oder nur geringe Statistikkenntnisse mit, sodass die Barriere für ein erfolgreiches Absolvieren und das Angstgefühl stark ausgeprägt ist.

 

(3) Anzahl der Studierenden: An der Universität Wien studieren derzeit mehr als 4000 Studentinnen und Studenten Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Im Masterstudium sind aus Kapazitätsgründen keine Übungsgruppen in parallelen Seminaren für die Statistikausbildung möglich. Daher müssen die Übungen als Hausübungen organisiert werden. Durch die Anzahl der Studierenden in der Vorlesung ergeben sich im Semester ca. 4000 Einzelübungen, zu denen ein individuelles Feedback nicht möglich ist.

 

Daraus ergeben sich wichtige Fragen: Wie kann in einer solchen Veranstaltung mit vielen Studierenden individuell auf alle Studierenden eingegangen werden, das heißt, wie lassen sich in einer Großlehrveranstaltung Feedback- und Interaktionsmöglichkeiten realisieren? Wie können die Studierenden aus eigenen „Fehlern“ lernen und somit die höhere Statistik besser verstehen? Und wie kann man der Heterogenität der Studierenden, die unterschiedliche BA-Abschlüsse haben, gerecht werden? Eine Frontalvorlesung mit dem einfachen Benoten von Hausübungen kann dies nicht leisten. Ganz im Gegenteil, es besteht die Gefahr, dass die Studierenden mit den Herausforderungen der Statistik alleine gelassen werden, was zu Demotivation und weiter zu Statistikangst führen kann. Oftmals dienen die Statistikvorlesungen dazu, die Studierenden „herauszuprüfen“. Dabei wird übersehen, dass alle Studierende höhere statistische Verfahren erlernen können, wenn man den Stoff entsprechend aufbereitet und Raum für angstfreie Interaktionen lässt.

 

Vor diesem Hintergrund wurde die „Stolpersteinmethode“ entwickelt und seit dem WS 2017 jedes Semester angeboten. Im WS 2017 trat ein neues Curriculum in Kraft, in dem erstmals für alle Studierende verpflichtende Veranstaltungen zu quantitativen und qualitativen Methoden angeboten wurden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Es ist eine enorme Herausforderung, Feedback in vertiefenden Statistik-Vorlesungen mit vielen Studierenden zu geben. Die „Stolpersteinmethode“ greift diese Problematik auf und sucht begleitend zur Vorlesung in den Hausübungen gezielt nach Stolpersteinen, die dann als „gemeinsame Fehler“ in jeder folgenden Vorlesung besprochen werden. Die Hausübungen umfassen insgesamt ca. 4000 Einzelübungen der Studierenden, zu denen kein individuelles Feedback gegeben werden kann. Mit der Stolpersteinmethode wird eine zufällige Stichprobe aller online abgegebenen Hausübungen gezogen und es werden die Fehler bzw. die Stolpersteine systematisch identifiziert. Diese werden dann in der nächsten Vorlesung durchgesprochen und interaktiv im Forum diskutiert. Damit lernen die Studierenden nicht nur aus den Stolpersteinen, über die sie selbst gestolpert sind, sondern auch aus den „Fehlern“ der anderen. Die Studierenden werden daher mit ihren Verständnisproblemen nicht allein gelassen, sondern sie können gemeinsam, nicht-konfrontativ und geschützt das Feedback zu allen Übungen diskutieren.

Die Stolpersteinmethode stellt den Lernerfolg der Studierenden in den Mittelpunkt. Fehler zu machen soll dabei nicht als demotivierend erlebt werden, sondern Fehler werden als Schlüssel zum besseren Erlernen der Statistik verstanden. Durch die Implementierung des didaktischen Konzepts konnte eine Abnahme der Statistikangst und ein besseres Meistern statistischer Verfahren in den Abschlussarbeiten beobachtet werden.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

It is an enormous challenge to provide students with feedback in advanced statistics lectures involving large numbers of students. The "stumbling block method" takes up this problem and, in addition to the lecture, specifically looks for stumbling blocks in the homework exercises, which are then discussed as "common mistakes" in each subsequent lecture. The home exercises for a statistics lecture comprise a total of approx. 4000 individual exercises, for which no individual feedback can be given. The stumbling block method is used to draw a random sample of all homework exercises submitted online and the mistakes or stumbling blocks are systematically identified. These will then be discussed in the next lecture and also discussed interactively in the online forum. In this way, the students learn not only from the blocks over which they stumbled themselves, but also from the "mistakes" of others. The students are therefore not left alone with their problems in understanding statistics, but they can discuss the feedback on all exercises together in a protected, non-confrontational, and anxiety-free environment.

The stumbling block method focuses on the students' learning success. Making mistakes should not be experienced as demotivating, but mistakes are seen as the key to a better understanding of statistics. Through the implementation of this concept, a decrease in statistics anxiety and a better mastery of statistical processes in the final theses could be observed.

Nähere Beschreibung des Projekts

Nähere Beschreibung des Projekts (max. 13.000 Zeichen inkl. Leerzeichen)

 

Es ist eine enorme Herausforderung, Feedback in vertiefenden Statistik-Vorlesungen mit vielen Studierenden zu geben. Die „Stolpersteinmethode“ greift diese Problematik auf und sucht begleitend zur Vorlesung in den Hausübungen gezielt nach Stolpersteinen, die dann als „gemeinsame Fehler“ in jeder folgenden Vorlesung in einem geschützten und nicht-konfrontativen Raum besprochen werden. Die „Stolpersteinmethode“ geht davon aus, dass Stolpersteine im Verständnis der Statistik zentral sind, um einen Lernerfolg zu gewährleisten. Fehler zu machen soll aber nicht als demotivierend erlebt werden, sondern Fehler werden als Schlüssel zum besseren Erlernen der Statistik verstanden. Damit sind Fehler bzw. Stolpersteine ganz zentral, um das „Angstfach“ Statistik zu meistern. Damit soll der Praxis entgegengewirkt werden, Studierende durch Statistikvorlesungen „herauszuprüfen“. Vielmehr ist der Ansatz, dass alle Studierenden die statistischen Verfahren lernen können, wenn man ihnen den angemessenen Raum dafür gibt und gezielt herausarbeitet, an welchen Punkten das Verständnis aus Sicht der Studierenden hakt.

 

Die Methode wird seit dem WS 2017 in der Vorlesung „VERQUAN Vertiefende quantitative Methoden“ angewendet. Die Vorlesung vermittelt Verfahren der höheren Statistik, die in Hausübungen vertiefend erlernt werden. Die Hausübungen einer Vorlesung umfassen insgesamt ca. 4000 Einzelübungen der Studierenden, zu denen kein individuelles Feedback mehr gegeben werden kann. Daher wird mit der Stolpersteinmethode eine zufällige Stichprobe aller online abgegebenen Hausübungen gezogen und es werden die Fehler bzw. die Stolpersteine systematisch identifiziert. Durch die breite Zufallsauswahl kann sichergestellt werden, dass alle relevanten Stolpersteine identifiziert werden. Diese werden dann in der nächsten Vorlesung gemeinsam mit den Studierenden durchgesprochen und vertiefend interaktiv im Forum diskutiert. Der interaktive Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden in einem angstfreien Raum steht dabei im Vordergrund.

 

Auf diese Weise lernen die Studierenden nicht nur aus den Stolpersteinen, über die sie selbst gestolpert sind, sondern auch aus den „Fehlern“ der anderen. Durch das gemeinsame Durchsprechen der „Fehler“ bzw. Stolpersteine erfolgt ein vertiefendes Verständnis des statistischen Verfahrens und die Perspektive der Studierenden auf den Stoff steht im Mittelpunkt. Darauf können die Dozierenden nun gezielt eingehen und selbst besser verstehen, an welchen Stellen es zu einem Verständnisproblem kommt. Die Studierenden werden daher mit ihren Verständnisproblemen nicht allein gelassen, sondern sie können gemeinsam und geschützt das Feedback zu allen Übungen diskutieren. Dafür spielt es keine Rolle, warum es zu einem Verständnisproblem kommt. Auch wird von den Studierenden nicht erwartet, sich einfach zu melden, wenn sie etwas nicht verstehen. Diese gängige Praxis ist in der Statistikausbildung dysfunktional, da angstbasiert eine enorme Barriere vorherrscht, sich zu statistischen Problemen zu melden. Klassische Vorlesungsmethoden greifen daher ins Leere und in der Regel wird von den Dozierenden nicht bemerkt, dass es mögliche Verständnisprobleme gibt.

 

Im Einzelnen beruht der Ansatz auf drei ineinandergreifenden Säulen: (1) systematisches, zufallsbasiertes Fehlersampling, (2) interaktiver Vorlesungsdiskussion und (3) permanentes online Feedback.

 

Die Herausforderung: In der Veranstaltung führen 150 Studierende zehn (aus mehreren Aufgaben bestehende) Hausübungen durch und laden diese zu einem Stichtag auf Moodle hoch, was zusammen mindestens ca. 1500 hochgeladene Übungen im Semester und mehr als 4000 Einzelaufgaben ausmacht, zu denen unmöglich ein individuelles Feedback – auch nicht digital – erfolgen kann. Daher wird zu jeder Übung eine Stichprobe an Übungen zufällig gezogen. Die zufällig gezogenen Übungen und die vorkommenden Fehler werden für die nächste Vorlesung systematisch aufbereitet (Fehlersampling) und den Studierenden online zur Verfügung gestellt, sodass nicht nur die richtige Lösung, sondern auch alle Stolpersteine umfassend dokumentiert werden. Die Größe der Stichprobe wird so gewählt, dass ein umfassendes Bild von allen möglichen auftretenden Stolpersteinen gezeichnet werden kann. In jeder neuen Einheit werden vor dem neuen Stoff die Übung und die auftretenden Stolpersteine ausführlich und im langsamen Tempo durchgesprochen (interaktive Vorlesungsdiskussion). Es wird jedes Verständnisproblem ernst genommen und in der Diskussion bewusst die Perspektive der Studierenden eingenommen. Durch dieses (1) Fehlersampling können alle auftretenden Stolpersteine in der (2) interaktiven Vorlesungsdiskussion analysiert werden. Die Studierenden stellen dazu aktiv Fragen und es wird ein umfassendes Feedback zu jeder einzelnen Aufgabe gegeben, sodass auch die Studierenden lernen können, die nicht fragen wollen oder den „Fehler“ gar nicht begangen haben. Das Besondere ist dabei, dass meist erst durch das Durchsprechen der „Fehler“ bzw. Stolpersteine das Verständnis des statistischen Verfahrens erfolgt. Hier wird die Perspektive der Studierenden auf den Stoff sehr deutlich. Durch den Fokus auf die „gemeinsamen Fehler“ werden die Stolpersteine nicht als Scheitern problematisiert, sondern als Schritte zum besseren Verständnis. Daher wird insbesondere gezielt kein individuelles negatives Feedback gegeben, um die Studierenden bei dem komplexen Stoff nicht zu demotivieren. Es werden immer die gemeinsamen Probleme beim Verständnis diskutiert. Individuelles Notenfeedback erhalten die Studierenden erst nach allen Übungen und rechtzeitig vor der Klausur, um sich optimal vorbereiten zu können.

 

Schließlich wird neben der interaktiven Vorlesungsdiskussion noch (3) permanentes vertiefendes Online-Feedback über Moodle angeboten (teilweise auch per E-Mail), das von den Studierenden lebhaft für individuelle Fragen und Feedback genutzt wird. Hier können Fragen zu den Übungen aber auch zum Stoff der Vorlesung insgesamt diskutiert werden. Selbstverständlich werden alle Vorlesungsfolien vor der Vorlesung und alle Übungslösungen sowie alle Fehleranalysen online auf Moodle zur Verfügung gestellt. Die Methode greift daher gezielt die eingangs beschriebenen drei Probleme auf: Erstens wird die Motivation der Studierenden erhöht, da Stolpersteine nicht als Manko, sondern als wichtiges Element zum Lernen verstanden werden. Zudem wird sichergestellt, dass die Studierenden tatsächliche die statistischen Verfahren verstehen, was die Selbstwirksamkeit erhöht. Zweitens kann durch die Methode der Heterogenität der Studierenden begegnet werden. Durch die Hausübungen, das gemeinsame Feedback im Hörsaal und das individuelle online-Feedback wird erreicht, dass alle Studierenden ein ähnliches Verständnislevel erreichen. Auch auf fortgeschrittene und den Rahmen der Vorlesung sprengende Fragen einzelner Studierender, die sich besonders für statistische Themen interessieren, kann im Online-Forum eingegangen werden. Drittens kann durch das Fehlersampling und das interaktive Feedback der Vorlesung ein verstärkter Übungscharakter sichergestellt werden, so dass auch größere Statistikveranstaltungen auf einzelne Studierende, deren Stolpersteine sich bündeln lassen, eingegangen werden kann.

 

Insgesamt ergibt sich ein maximaler Grad der Interaktion im Rahmen einer Statistikvorlesung, da die Dozierenden zu jeder Vorlesung die gemeinsamen Stolpersteine mit den Studierenden diskutieren und dies auch interaktiv im Online-Forum begleitend zur Vorlesung tun. Das Konzept wurde von den Studierenden als sehr positiv erlebt und die Veranstaltung wurde von der Universität Wien als bisher einzige Veranstaltung im Bereich Statistik mit dem UNIVIE Teaching Award 2019 ausgezeichnet.

Mehrwert

Der zentrale Mehrwert ist das Erlernen der höheren Statistik nicht nur für einige, sondern für alle Studierenden. Dies wird auch in dem sehr positiven Abschneiden der Klausuren deutlich. Der Studienerfolg der Veranstaltung ist nicht schlechter als bei inhaltlichen Veranstaltungen, was in der Regel bei statistischen Lehrangeboten nicht der Fall ist. Es wird ein „Herausprüfen“ der Studierenden durch die Statistik vermieden und sichergestellt, dass alle, wirklich alle Studierende den Stoff erlernen und ihre Berührungsängste mit Statistik verringern.

Der Erfolg der Veranstaltung lässt sich ebenfalls in einem Anstieg der Forschungskompetenz der Studierenden beobachten, was beispielsweise in der Qualität der Master-Arbeiten deutlich wird.

Das Konzept bietet sich für größere Statistikvorlesungen an, bei denen keine Seminar-Übungen parallel zur Vorlesung abgehalten werden können, beispielsweise aus Kapazitätsgründen. Eine Vorlesung mit 150 Personen bräuchte idealerweise 7-8 einzelne Übungen (á 20 Studierende) pro Semester. Dies ist in einem Studium wie der Wiener Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit ca. 4000 Studierenden nicht umsetzbar.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept wird längerfristig und jedes Semester eingesetzt. Es kann auf alle Vorlesungen zur höheren Statistik in sozialwissenschaftlichen Fächern, in denen in der Regel eine sehr geringe Motivation für die Statistik vorherrscht, eingesetzt werden. Auch eignet sich das Konzept bei sehr heterogenen Statistikkenntnissen.

Akzeptanz

Das Urteil der Studierenden auf die Vorlesung war insgesamt äußerst positiv, was bei höheren Statistikveranstaltungen in der Regel keine Selbstverständlichkeit ist. In der Lehrevaluation (N = 82) wurde der interaktive Gehalt dabei besonders positiv bewertet (1,2 für „Die LV-Leitung ist auf Beiträge und Fragen von Studierenden eingegangen“, 1,3 für „Ich war mit dem persönlichen Auftreten der LV-Leitung zufrieden“ und 1,4 für „Die/Den LehrveranstaltungsleiterIn empfinde ich als sehr motivierend“, Skala von 1-5), wobei zu erwähnen ist, dass die Anforderungen parallel als eher hoch eingeschätzt wurden.

Das Besondere an dem Konzept war, dass trotz der Veranstaltungsform und der Vorlesungsgröße intensives Feedback in einem geschützten Raum zu allen möglichen auftretenden Problemen der statistischen Verfahren und auf mehreren Ebenen (in der Vorlesung und online) gegeben wurde. Damit haben alle Studierenden individuelles Feedback auf die Übungen bekommen, obwohl sie in einer anonymen Vorlesung sitzen. Durch das Eingehen auf die gemeinsamen Probleme mit den statistischen Übungen konnte das Verständnis der vertiefenden Statistik beim Einzelnen enorm erhöht werden, was sich auch in der Klausur am Ende deutlich gezeigt hat.

 

Auszug aus der Nomination durch die Studierende für den UNIVIE Teaching Award 2019:

„Man hatte daher das Gefühl, den Stoff wie in einem Seminar zu lernen, obwohl es eigentlich eine Vorlesung war. […] Auch wenn (wie Prof. Matthes mehrmals erwähnt hatte) die VU eigentlich eine Vorlesung mit Übungen in kleinen Gruppen sein müsste, um sich individueller austauschen zu können (was aber aufgrund der Lehrressourcen nicht machbar sei), haben Prof. Matthes und seine Studienassistentin […] es geschafft, eine Pflichtvorlesung mit einem, für die meisten, verhassten Thema so aufzubereiten, dass man im Nachhinein wirklich das Gefühl hatte, ein Grundverständnis von Statistik und SPSS aufgebaut zu haben und dieses auch für seine Masterarbeit anwenden kann“.

Aufwand

 Es ergibt sich ein Aufwand von ca. 10h für die Studienassistentin, um die Vorlesung zu begleiten und die Stolpersteine gemeinsam mit dem Dozierenden herauszuarbeiten. Für den Dozierenden ergibt sich ein wöchentlicher Zusatzaufwand von zwei Stunden, um die Stolpersteine zu identifizieren, zu verstehen und lösungsgerecht zu vermitteln. Weitere Kosten werden nicht verursacht.

Positionierung des Lehrangebots

Die „Stolpersteinmethode“ ist ein didaktisches Konzept, das im Rahmen der Vorlesung „VU VERQUAN Vertiefende quantitative Methoden“ entwickelt wurde. Bei der Vorlesung handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung (6 ECTS) zum Thema höhere Statistik, die seit dem WiSe 2017 jedes Semester im Master-Studium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft angeboten wird. Die Vorlesung ist eine zentrale Säule der Methodenausbildung, sie ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Master-Arbeit im Feld der quantitativen publizistik- und kommunikationswissenschaftlichen Forschung. Mit der Vorlesung werden multivariate statistische Auswertung mathematisch behandelt und mit Hilfe von Analysesoftware eingeübt. Die Vorlesung wurde im Rahmen einer Neugestaltung des Curriculums entwickelt, die eng an den Prinzipien des Bologna-Prozesses ausgerichtet war und sich speziell an den besonderen Herausforderungen der Statistikausbildung bei großen Vorlesungen orientiert hat.

Links zu der/den Projektmitarbeiter/innen
Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit
Ansprechperson
Jörg Matthes, Univ.-Prof., Dr. phil.
Fakultät für Sozialwissenschaften
+43-664-60277-49307
Nominierte Person(en)
Jörg Matthes, Univ.-Prof., Dr. phil.
Fakultät für Sozialwissenschaften
Helena Knupfer, Bakk. BSc (Studienassistentin)
Fakultät für Sozialwissenschaften
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Rund ums Evaluieren der Lehre
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften