Simulationen in der Lehrerbildung. Ein kokreativer Prozess zwischen Studierenden und Lehrenden.

Ziele/Motive/Ausgangslage

1. Ausgangslage

 

Lehramtsstudierende haben im Rahmen ihrer Schulpraktika die Gelegenheit, einschlägige und vor allem reale Berufsfelderfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen beschränken sich jedoch in den meisten Fällen auf den Unterricht bzw. unterrichtsnahe Tätigkeiten. Nur in den seltensten Fällen gewinnen Studierende ausreichend Einblicke in Schul- und Qualitätsentwicklungsprozesse. Dies, obwohl die Einzelschule als gestaltbares Element der Mikroebene gesehen wird, welches als Entwicklungstreiber der Schulentwicklung zur Bewältigung aktueller sozialer und (bildungs-)politischer Herausforderungen agiert (Berkemeyer & Manitius, 2016). Der Einzelschule wird damit gegenüber der Systementwicklung Vorrang gegeben (Rolff, 2016). Lehrer/innen sind in diesen Prozessen aus Rolffs Sicht (2016) neben den Schulleiterinnen und -leitern die zentralen operativen Akteurinnen und Akteure. Deren aktive Beteiligung und Mitarbeit an Schulentwicklungsprozessen ist somit unerlässlich und ist in diesem Sinne sowohl als Notwendigkeit als auch als professionelle Pflicht zu sehen. Dies spiegelt sich beispielsweise auch im Tätigkeitsprofil von Lehrerinnen und Lehrern, das die Grundlage des Career Counselling for Teachers (CCT) bildet, wider. Darin wird implizit auf die Mitwirkung in Schulentwicklungsprozessen, nämlich als Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, Bezug genommen.

 

Simulationen als Methoden einer konstruktivistischen Didaktik finden im Bereich der Lehrer/innenbildung wenig Anwendung. Dies spiegelt sich auch in den äußerst geringen Forschungsbefunden dazu wider.

 

2. Motive

 

Das Lehramtsstudium ist als berufsvorbereitende Ausbildung mit stark handlungsorientiertem Charakter zu sehen, was auch besondere Qualitätsanforderungen in Hinblick auf die Lehrqualität bedingt (Pfäffli, 2015). Hochschullehrende haben im Lehramtsstudium nicht nur die Aufgabe, Inhalte kompetenzorientiert und studierendenzentriert zu vermitteln, sondern agieren darüber hinaus auch als Role models für das Lehrhandeln (Amtmann, Matischek-Jauk & Krammer, 2018). Umso mehr gilt es, das didaktische Handeln auf Kooperation und Partizipation auszurichten. Studierende und Lehrende agieren dabei als Subjekte in einem gemeinsam gestalteten Lehr-Lern-Setting mit dem Ziel, praxiswirksame Lernerfolge zu erreichen (Macke, Hanke & Viehmann, 2012; Pfäffli, 2015).

 

Simulationen bieten eine kreative und innovative hochschuldidaktische Möglichkeit, komplexe Lerninhalte und üblicherweise schwer miteinander vereinbare Ziele zu verbinden (Böss-Ostendorf & Senft, 2010). Durch die Schaffung eines möglichst realitätsnahen Lernsetting sind Simulationen besonders geeignet, die Systemkompetenz zu entwickeln (Kriz, 2013). Zudem verfügen sie über das Potential, die Sozial-, Organisations-, Präsentations- und Handlungskompetenz zu steigern (Gruber & Köhler, 2014). Sie folgen einer handlungs- und kompetenzorientierten Hochschuldidaktik, indem sie neben der Wissensvermittlung die Förderung praxisbezogener Erkenntnisse sowie begleitete Selbstlernprozesse der Studierenden ermöglichen (Svinicki & McKeachie, 2018; Pfäffli, 2015).

 

Aus oben genannten Gründen wurden Simulationen als eine die individuellen Kompetenzen der Studierenden födernde Methode für die praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Schulentwicklung gewählt und umgesetzt.

 

3. Ziele

 

Das Bestreben der beiden LV-Leiterinnen war es, im Sinne einer offenen Orientierung, wie sie von Gössling & Luft (2019) beschrieben wird, den Erwerb der im Curriculum formulierten Kompetenzen handlungsorientiert in einem innovativen Lehr-Lern-Setting zu unterstützen und dabei einen kooperativen und partizipativen Weg zu beschreiten: eine Co-Kreation in der Konzeption unter Lehrenden und in der Umsetzung zwischen Lehrenden und Studierenden.

 

Im Design wurde das Modell eines realen Schulentwicklungsprozesses entwickelt, bei dem die Komplexität aus didaktischen Gründen der Zielgruppe entsprechend reduziert wurde. Beide Lehrpersonen sind unter anderem als Schulentwicklungsberaterinnen tätig. Umso wichtiger schien es, Studierenden bereits im Rahmen des Bachelorstudiums realistische und praxisnahe Einblicke in Grundlagen, Rahmenbedingungen und Herausforderungen einer partizipativ gelebten Schulentwicklungspraxis zu geben. Das Bewusstsein für die notwendige, aktive Beteiligung als Lehrer/in an Schulentwicklungsprozessen sollte durch die Simulation unterstützt und gefördert werden.

 

Ziel der Simulation war die gemeinsame Entwicklung einer Qualitätsstrategie inkl. Evaluationskonzept für den jeweiligen Schulstandort und für den Schulcluster.

 

Das Konzept selbst wurde vor dessen Umsetzung auch Kolleginnen und Kollegen anderer Lehrveranstaltungen des Moduls vorgestellt, um auch hier die Anschlussfähigkeit für die Studierenden sicherstellen zu können.

 

Die Simulation wurde von den LV-Leiterinnen mit dem Ziel der Qualtitätssicherung zum Zweck der Weiterentwicklung des Konzepts der Lehrveranstaltung evaluativ begleitet. Einerseits wurde am Ende jeder Einheit um Rückmeldung gebeten und andererseits wurde abschließend ein Online-Fragebogen an die Studierenden übermittelt.

 

In der Abschlussevaluation standen folgende Fragestellungen im Vordergrund :

- Wie beurteilen die Studierenden das LV-Konzept?

- Wie schätzen die Studierenden ihre Wissens- und Kompetenzzuwächse sowohl im fachlichen als auch im überfachlichen Bereich ein?

- Wird eine Simulation von den Studierenden als praxisnahe erlebt?

- Was wirkt förderlich, was hinderlich für die Identifikation mit der simulierten Situation?

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Als berufsvorbereitende Ausbildung erfordert das Lehramtsstudium einen stark handlungsorientierten Charakter, der besondere Qualitätsanforderungen in Hinblick auf die Lehrqualität bedingt. Lehrerbildner/innen haben nicht nur die Aufgabe, Inhalte kompetenzorientiert und studierendenzentriert zu vermitteln, sondern agieren darüber hinaus auch als Role models für das Lehrhandeln. Umso mehr gilt es, das didaktische Handeln auf Kooperation und Partizipation auszurichten. Simulationen sind Ausdruck einer handlungs- und kompetenzorientierten Hochschuldidaktik, indem sie neben der Wissensvermittlung die Förderung praxisbezogener Erkenntnisse sowie begleitete Selbstlernprozesse der Studierenden ermöglichen. In der Lehrveranstaltung Qualitätssicherung und Evaluation repräsentierte jede LV-Gruppe eine eigenständige Volksschule in einem Schulcluster. Die Studierenden erarbeiteten als Schulkollegien eine Qualitätsstrategie sowie ein Evaluationskonzept für ihren Schulstandort ebenso wie für den gemeinsamen Schulcluster, die Lehrenden fungierten als Cluster- bzw. Bereichsleitung. In standortübergreifenden Konferenzen wurden auch partizipative Einigungsprozesse und Großgruppenprozesse erlebbar gemacht. Neben der Aneignung von Grundwissen zu Qualitäts- und Schulentwicklung war es den Studierenden in diesem Setting möglich, in einer realitätsnahen Situation einen Schulentwicklungsprozess mitzugestalten und sich selbst als zentrale Akteure und Akteurinnen der Prozesse zu erleben.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

Understanding initial teacher training as a pre-vocational training with a strong practical orientation also leads to high quality requirements regarding academic teaching. Although the professional profile of teachers is not just about teaching, it is seen as the predominate educational goal of initial teacher training. Even during internships in schools, teacher students hardly gain sufficient insight into school and quality development processes. Meanwhile, it has become evident, that individual schools drive development in order to face challenges on the social and political level. School principals and their teachers are regarded as the main factors for success. Therefore, it has become crucial for each individual teacher to actively participate in developing shared professional values and acting accordingly. Simulations are an appropriate didactical tool based on constructivism. Yet, they have hardly been utilized in teacher education. Besides knowledge transfer, they also foster relevant insights for acting professionally and allow students to follow self-determined learning processes.

In a compulsory lecture dealing with quality assurance and evaluation, students acted as teachers of a primary schools, which was part of a school cluster of a total of 3 schools. Based upon their role as teachers, students had the task of developing a shared philosophy, a quality strategy and an evaluation concept for their school and cluster. The teacher educators acted as headmasters.

Nähere Beschreibung des Projekts

Innovative Volksschulen in Graz (IViG) – die Simulation

 

Die Lehrveranstaltung Qualitätssicherung und Evaluation als Teil des Moduls Schulentwicklung und Bildungssystem im Wandel (Bachelorstudium Lehramt Primarstufe, 7. Semester, 1 SSt, 5 Termine à 3 Einheiten, 2 ECTS-AP) wurde als Simulation eines Schulentwicklungsprozesses einer Volksschule bzw. als Entwicklungsprozess eines Pflichtschulclusters konzipiert. Bezugspunkt der methodisch-didaktischen Überlegungen war die curriculare Verankerung der Lehrveranstaltung Qualitätssicherung und Evaluation und des Themas Schulentwicklung. Drei zentrale und aktuelle Themen der Schulentwicklungsberatung standen thematisch im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung:

• Schulqualität Allgemeinbildung (SQA), das System pädagogischer Qualitätsentwicklung und -sicherung im allgemeinbildenden Schulwesen

• Das Lesen und korrekte Interpretieren der Ergebnisse standardisierter Schulleistungstests als wesentliche Grundlage einer evidenzbasierten Unterrichtsentwicklung und somit im Sinne von Rolff (2016) höchst relevant für Schulentwicklung

• Schulcluster als organisatorische und pädagogische Zusammenschlüsse von zwei bis max. acht Schulstandorten in geografisch benachbarter Lage unter einer gemeinsamen Leitung, wobei der einzelne Schulstandort als Schule erhalten bleibt

 

Insgesamt absolvierten im Studienjahr 2019/20 134 Studierende in sechs Lehrveranstaltungsgruppen dieses Seminar. Die Studierenden einer Lehrveranstaltungsgruppe repräsentierten in der Simulation das Kollegium eines Schulstandorts, wobei jeweils drei Schulstandorte einen Volksschulcluster bildeten. Die beiden LV-Leiterinnen agierten als Schulleiterinnen am jeweiligen Standort, die im Clusterkonzept als Clusterleiter/in bzw. als Bereichsleiter/in bezeichnet werden. Eine Studierende nahm an drei Einheiten mittels Videoconferencing teil, da sie aufgrund einer Verletzung nicht vor Ort sein konnte.

 

Die im Rahmen der Konferenzen eingesetzten Methoden stammen aus dem Methodenrepertoire der Hochschuldidaktik bzw. Schulentwicklungsbegleitung (think-pair-share; Kleingruppenarbeit, Gruppenpuzzle, Microlabs, Plenardiskussionen, Präsentationen, Umsetzung partizipativer Einigungsprozesse). Für die Kommunikation und Kooperation der Arbeitsgruppen wurde auf Moodle eine gemeinsame Plattform eingerichtet, die von den LV-Leitungen moderiert wurde. Um den Austausch auch zwischen den Konferenzen zu fördern, wurden Chats und Foren eingerichtet und moderiert und auch Einigungsprozesse elektronisch unterstützt.

 

Impuls für die Studierenden war ein Steckbrief je Standort mit dem Leitbild sowie einer Beschreibung der Schüler/innen, des Lehrer/innenteams und des Standorts. Dieser Steckbrief wurde bereits im Rahmen des Briefings in der ersten Einheit den Studierenden nähergebracht, um unmittelbar nach dem Einstieg in die Simulation mit der kritischen Reflexion des Leitbildes und dessen Adaptierung zu beginnen. Ebenso wurden im Rahmen des ersten Termins standortbezogene Arbeitsgruppen gebildet, die sich unter anderem im Sinne des Inverted Classroom Modells außerhalb der Lehrveranstaltung mit Grundlagentexten auseinanderzusetzen hatten.

 

Beim zweiten Termin erfolgte erstmals das Zusammentreffen mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen beiden Standorte des Clusters. Im Zentrum stand dabei das wechselseitige Kennenlernen. Dazu wurden Informationen zur Idee des Schulclusters allgemein gegeben und auch grundlegendes Wissen zu SQA vermittelt. Partizipativ wurde schließlich ein gemeinsames Clusterthema vereinbart, an dem alle beteiligten Schulstandorte in den nächsten 3 – 5 Jahren arbeiten wollten.

 

Im dritten Termin erfolgte am Standort in Form von Microlabs eine Diskussion von in Arbeitsgruppen bearbeiteten Grundlagentexte zu Schulentwicklung, Qualitätsentwicklung und Zukunftsperspektiven von Bildung. Darüber hinaus wurde im Sinne von SQA partizipativ und bezugnehmend auf das akkordierte Clusterthema ein Zielbild für den Standort entwickelt.

 

Beim vierten Termin arbeiteten die Kollegien in Arbeitsgruppen nach einer Einführung durch die jeweilige Leitung zu Aufbau und korrekter Interpretation statistischer Ergebnisse mit den Schulrückmeldeberichten der Bildungsstandardüberprüfungen aus Deutsch und Mathematik. Darauf aufbauend wurden mögliche Maßnahmen für Unterricht und Schule abgeleitet und adäquate Ziele (inkl. Zieldefinition, Indikatoren, Verantwortlichkeiten, Zeitplan und zwei Maßnahmen) für den Standort formuliert.

 

Den Abschluss bildete eine Clusterkonferenz, im Rahmen derer aus den von den jeweiligen Kollegien bestbewerteten beiden Standortzielen ein Clusterziel identifiziert wurde, an dem der Cluster hinkünftig arbeiten möchte. Schließlich gab auch die Bereichs- bzw. Clusterleitung einen Ausblick auf die weiteren Schritte. Damit endete die Simulation. Im Debriefing wurde das Setting gemeinsam mit den Studierenden reflektiert und Rückmeldung bzw. Feedback eingeholt.

 

 

Die Perspektive der Studierenden (Evaluationsmodell und -ergebnisse)

 

Im Zuge der Debriefings am Ende der Einheiten wurden die Studierenden auch im Sinne einer formativen Evaluation um Rückmeldung gebeten, wobei diese mit jeweils unterschiedlichen Methoden eingeholt wurde. Dabei wurden bewusst Methoden gewählt, die sich auch für die Einholung von Schüler/innenfeedback eignen und so auch in die schulische Praxis der Studierenden übertragbar waren.

 

Die Lehrveranstaltung wurde summativ in Form einer Online-Erhebung evaluiert, zu deren Teilnahme die Studierenden im Rahmen der abschließenden Clusterkonferenz gebeten wurden. An der Abschlussevaluation haben 46 Personen teilgenommen, 1 Studierender meldete Bedenken hinsichtlich der Anonymität und gab dies als Grund für die Nichtteilnahme an. Insgesamt betrug der Rücklauf 34,3 %.

 

Die Studierenden geben eine durchwegs positive Rückmeldung zum LV-Konzept. Der Wissens- und Kompetenzzuwachs ist in den inhaltlichen Bereichen (Entwicklung eines Schulleitbilds, Arbeit am Schulentwicklungsplan, Verständnis und Interpretation der Bildungsstandardergebnisse sowie Ableitung adäquater Maßnahmen) am größten. Das sind genau jene Bereiche, in denen die Studierenden lt. eigenen Angaben über sehr wenig Vorwissen bzw. -erfahrungen verfügten. Auch in den überfachlichen Dimensionen (Organisation und Moderation von Konferenzen, Moderation von Großgruppen, Gestaltung partizipativer Einigungsprozesse, Lernplattform als Kooperations- und Kommunikationstool) zeigen sich diesbezüglich bedeutende Unterschiede. Am häufigsten beschreiben die Studierenden die Lehrveranstaltung als neu/anders/ungewöhnlich bzw. interessant/spannend/anregend/beschwingt. Dem gegenüber steht die Rückmeldung von 13 Primarstufenstudierende, die die LV phasenweise als langatmig und langwierig empfunden haben. Die Vermutung liegt nahe, dass sich diese Rückmeldung auf die Abstimmungs- und Einigungsprozesse bezieht, denen im Sinne der Partizipation Raum gegeben wurde. Mehr als die Hälfte der Befragten (25 von 46) beschreibt die Lehrveranstaltung mit ausschließlich positiv/neutralen Adjektiven, zwei Personen mit ausschließlich negativen. Insgesamt beurteilen beinahe drei Viertel der Studierenden die Praxisnähe als eher bzw. sehr hoch, alle anderen sehen die Praxisnähe als eher niedrig an. Fünf dieser 13 Studierenden argumentieren ihre Beurteilung damit, dass die Situation zu fiktiv bzw. das Thema zu unattraktiv für sie war bzw. das Ziel der LV nicht verstanden wurde.

 

Als besonders förderlich für das Einlassen auf die Simulation werden von den Studierenden die beiden LV-Leiterinnen genannt, im Speziellen durch deren Agieren, deren Rollentreue und -konsequenz. Ebenso unterstützend wurden der methodisch-didaktische Aufbau (Briefing, Konferenzen, Arbeitsaufträge), die Rahmenbedingungen (Raumgestaltung, Sitzordnung, Getränke und Snacks) sowie das Arbeitsklima (wertschätzender Umgang und respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe) erlebt.

 

Fazit

 

Die teilweise heterogenen Evaluationsergebnisse bestätigen die Forschungsbefunde zu Simulationen (Ruohomäki, 2003 zit. n. Kriz, 2013). Nicht für alle Studierenden ist es gelungen, ein Setting zu schaffen, dass ein Einlassen auf die Situation möglich machte. Es zeigt sich, dass die Konzeption, Vorbereitung und Kommunikation durch die LV-Leitung wesentliche Gelingensfaktoren darstellen. Zudem bestätigen sich die Forschungsbefunde von Kriz (2013), dass dem Briefing bzw. den Debriefings große Bedeutung zukommt, die den nachhaltigen Lernerfolg zusätzlich unterstützen.

 

Die Rückmeldungen der Studierenden wurden in regelmäßigen Meta-Debriefings der LV-Leiterinnen besprochen sowie diskutiert und dienten als Reflexionshintergrund der eigenen Wahrnehmungen bzw. bildeten die Entscheidungshilfe für die fortlaufenden Adaptierungen der Planung. Gemeinsam mit den Ergebnissen der summativen Online-Befragung bilden die Rückmeldungen der Studierenden die Grundlage für die Weiterentwicklung dieses Lehrveranstaltungskonzepts, sodass dieses Konzept als "Simulation 2.0" angeboten werden kann.

 

Für die zukünftigen Simulationen gilt es, die Studierenden noch umfassender zu briefen und die Reflexionsanteile zu vertiefen, um dadurch den nachhaltigen Lernertrag stärker abzusichern.

Mehrwert

Innovatives Lehrveranstaltungskonzept, optimale Theorie-Praxisverschränkung, Beteiligung der Studierenden an einem Schulentwicklungsprozess, hohe Praxisnähe, Kokreation zwischen Lehrenden und Studierenden, Studierenden erleben eine über alle Gruppen hinweg abgestimmte Lehrveranstaltung.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept wird auf Basis der Evaluationsergebnisse weiterentwickelt und weiterhin im Kontext dieser Pflichtlehrveranstaltung eingesetzt. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Bachelorstudium wurde das Konzept für ein Wahlpflichtfach im Masterstudium Primarstufe adaptiert und wird dort im Sommersemester 2020 erstmals umgesetzt.

Akzeptanz

Evaluationsergebnisse finden sich in der Projektbeschreibung

Aufwand

Zeitaufwand für die Konzeption und laufende Weiterentwicklung des LV-Designs im üblichen Ausmaß, Gemeinsames Konzipieren, Meta-Debriefing wurde von Seiten der Lehrenden als überaus positiv erlebt.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelorstudium Lehramt Primarstufe, 7. Semester, 1 SSt, 5 Termine à 3 Einheiten, 2 ECTS-AP

Lehrveranstaltung Qualitätssicherung und Evaluation als Teil des Moduls Schulentwicklung und Bildungssystem im Wandel

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung
Ansprechperson
Elgrid Messner, Prof. Dr.
'Rektorin der PH Steiermark
0316 8067 1001
Nominierte Person(en)
Elisabeth Amtmann, Prof. Mag.
Zentrum für Personal- und Hochschulentwicklung
Brigitte Pelzmann, Prof. Mag.
Institut für Educational Governance
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Sonstiges
Fachbereiche
  • Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften