Hands on Brain - intergrierte Lehrveranstaltung - Fallstudien

Ziele/Motive/Ausgangslage

Wissenschaft begreifbar machen

 

Mit viel Wissen im Kopf geht es für Studierende an Fachhochschulen in die Praxis. Doch oft fühlen sie sich überfordert, das Gelernte auch anzuwenden. „Hands on Brain“ steht für eine praxisnahe Unterrichtsmethode, bei der sie in Fallbearbeitungen die Theorie mit der Praxis verknüpfen. Dem pädagogischen Konzept liegt die Idee zugrunde, den Abschluss der Lehrveranstaltung im fünf Schritt als Studierendenkongress abzuhalten. Prüfungsleistung ist eine Posterpräsentation, in der die Studierenden ihr Wissen an das Plenum weitergeben können.

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Das methodische Werkzeug zur strukturierten Bearbeitung von Fallbeispielen besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Stufen.

In der ersten Phase der Gruppenarbeit wird das Fallbeispiel genau gelesen und die Studierenden definieren hervorstechende Begriff. Der unkritische Umgang mit klinischen Abläufen oder persönlichen Handlungsweisen soll unterbrochen werden und dazu anregen, Hintergründe zu hinterfragen. Nur so können Anpassungen vorgenommen werden und Weiterentwicklung stattfinden. Durch eine fachliche Diskussion werden im zweiten Schritt die Themenfelder eingegrenzt. Ziel der Aufgabe ist es, sich auf einige Fragestellungen zu einigen und diese im dritten Schritt auszuformulieren. Im vierten Schritt findet das Selbststudium statt. Es dient der Beschaffung von wissenschaftlicher Literatur rund um die ausgewählten Fragestellungen. Dafür ist im Rahmen des European Credit Transfer Systems (ECTS) eine Semesterwochenstunde vorgesehen. In einer umfassenden Literaturrecherche werden Studien gelesen und bewertet, Gesetzestexte herangezogen und gegebenenfalls Interviews geführt. Diese Phase des Wissensgewinns soll neben der Fachkompetenz auch die Sozial- und Selbstkompetenz stärken. Dem pädagogischen Konzept liegt die Idee zugrunde, den Abschluss der Lehrveranstaltung im fünf Schritt als Studierendenkongress abzuhalten. Prüfungsleistung ist eine Posterpräsentation, in der die Studierenden ihr Wissen an das Plenum können.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The methodical tool for structurized processing of case reports is composed of five steps; built on each other. The first step of the group process is characterized by thorough case reading and formulation of specific terms. Uncritical personal approach should be overcome; thinking in set patterns can be changed lastingly.

This process guarantees adaptation and development.

The second step focuses on the theoretical progress and the consentual formulation of questions through expert discussion.

The group forms these scientific questions collectively during the third step.

Self study defines the fourth step. Students use scientific research to answer their questions. One ECTS is assigned for that task. Students review literature critically, legal works can be used and interviews conducted. This ensures a deeper understanding of expertise and allows growth in self-competence. There are no prefabricated rules regarding the process. The groups work results in a joint presentation of their scientific findings during a scholars convention. A poster designed during the process helps to visualize the groups process and their conclusions.

Nähere Beschreibung des Projekts

Dem pädagogischen Konzept liegt die Idee zugrunde, den Abschluss der Lehrveranstaltung im fünf Schritt als Studierendenkongress abzuhalten. Prüfungsleistung ist eine Posterpräsentation, in der die Studierenden ihr Wissen an das Plenum weitergeben können, was sie in den letzten Wochen hinterfragt, recherchiert, evaluiert und in Worte gefasst haben.

Hierfür wird im Rahmen der Lehrveranstaltung am Campus der Fachhochschule Wien ein Raum organisiert, Programme gedruckt und Pausenerfrischungen bereitgestellt. Die Veranstaltung wird zur willkommenen Abwechslung im studentischen Alltag und erzielt einen großen Lerneffekt. Sich auf dem Parkett von Tagungen, Symposien und Kongressen als Besuche*innen, aber auch als Vortragende bewegen zu können, zählt schließlich zu den Kompetenzen, über die Hebammen verfügen sollten. Berufseinsteiger*innen verlangen viele Settings eine gehörige Portion Mut ab, wie beispielsweise interdisziplinäre Fallbesprechungen, Visiten oder Dienstübergaben. Wenn es darum geht, proaktiv Fragen aufzuwerfen, eigene Überlegungen einzubringen und eine Meinung zu vertreten, sind Übungssituationen willkommen.

In mehreren Durchgängen werden die Rollen immer neu verteilt. Jedes Gruppenmitglied kommt auf diese Weise in den Genuss, Rede und Antwort zu stehen und Fallbeispiele vorgestellt zu bekommen. Wenn wissbegierige Studierende das Präsentierte hinterfragen, einzelne Aspekte genauer beleuchten und konstruktives Feedback geben, findet ein lebendiger Austausch statt.

Mehrwert

Übungssetting für die bevorstehende Bachelorprüfungen kann als Mehrwert für alle Lehrenden am Studiengang gesehen werden.
Erstellung und Korrekturen schriftlicher Prüfungsbögen entfällt.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Vorbereitung auf Konferenzen, Tagungen und Fallbesprechungen

Kompetenzstärkung zum Thema „konkrete Fragestellungen finden“, vorbereitend für die Bachelorarbeiten (Entwicklung von Forschungsfragen)

Kritische Haltung gegenüber vorgetragenen Inhalten und Formulieren von Fragestellungen

Skills zur Erstellung von Postern, vorbereitend für die Bachelor-Prüfung

Akzeptanz

Der/die Lehrende vermittelte die Lehrinhalte verständlich. 100,0 %

Die Bezüge zwischen Theorien und deren Anwendungen wurden hergestellt. 100,0%

Der/die Lehrende setzte für die Aneignung der Lehrinhalte geeignete Methoden ein. 100,0 %

Es wurden geeignete Lehr/Lernmaterialien und/oder Literaturquellen verwendet. 100,0 %

Der inhaltliche Aufbau der LV war strukturiert. 100,0 %

Die Bedingungen für einen positiven Abschluss der LV waren von Beginn an klar und verständlich. 100,0%

Die LV hat mein Interesse an den Inhalten gefördert. 100,0%

In der LV bestand ein offenes Klima für aktive Mitarbeit. 100,0 %

Ich bin mit meinem Engagement an der LV zufrieden. 100,0 %

Der/die Lehrende stand für inhaltliche Fragen ausreichend zur Verfügung. 100,0 %

Der/die Lehrende hat die LV interessant gestaltet. 100,0 %

Die Lernziele waren klar und verständlich. 100,0 %

Der/die Lehrende stand für organisatorische Fragen ausreichend zur Verfügung. 100,0%

 

(Quelle: Evaluierung der Lehrveanstaltung im Portal der FH Campus Wien, Jgh.Hebammen 20; Sommersemester 2019)

Aufwand

Jausenbuffet, Raumorganisation, Technik

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor Hebammen / 4.Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung
Ansprechperson
Katharina Wallner
Studiengang Hebammen
+43 1 6066877 4411
Nominierte Person(en)
Katharina Wallner
Studiengang Hebammen
Evelyn Gritsch
Studiengang Hebammen
Birgit Kubizek
Studiengang Hebammen
Sabrina Iwaszkiewicz-Hauss, MSc
freiberufliche Hebamme
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Kommunikation/Plattform
  • Rund ums Prüfen
  • Wissenschaftliche (Abschluss)Arbeiten
Fachbereiche
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften