Fachhochschule Wiener Neustadt GmbH
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Vom Junior zum CFO: Wenn Entscheidungen zu Verantwortung führen - Vermittlung von Führungskompetenz anhand eines 3-Ebenen-Modells der Lernertragssicherung

Ziele/Motive/Ausgangslage

Im wirtschaftlichen Kontext ist das stimmige Zusammenwirken von strategischer und operativer Planung eine fundamentale Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensführung. Aus diesem Grund liegt der Lehrveranstaltung Controlling im Studiengang „Produktmarketing und Projektmanagement“ die Zielsetzung zu Grunde, den Studierenden neben dem notwendigen theoretischen Fachwissen auch ein möglichst praxisnahes Erfahrungswissen zu vermitteln. Die Studierenden sollen in einem geschützten Setting die Möglichkeit haben, unternehmerische Entscheidungen zu treffen, um die sich daraus ergebenden Konsequenzen und Herausforderungen zu analysieren und zu reflektieren.

 

Da der klassische Frontalvortrag dem Lernziel nicht gerecht wurde und die daraus resultierenden Abgaben größere Verständnismängel sowie eine fehlende Motivation der Studierenden erkennen ließen, kam es zu einer Neukonzeption der Lehrveranstaltung, die im Sinne des Gamification-Gedanken auf den spielerischen Praxisansatz des Planspiels fokussiert.

Durch diesen didaktischen Zugang sollen die folgenden Hauptlernziele erfüllt werden:

 

• Eigenständiges Durchführen einer integrierten Unternehmensrechnung anhand einer möglichst realen Marktsimulation.

• Treffen von unternehmerischen Entscheidungen im Spannungsfeld von Marketing und Finanzplanung.

• Analyse und Reflexion von selbst getroffenen Unternehmensentscheidungen hinsichtlich der daraus ergebenden Konsequenzen.

 

Die Eingangsvoraussetzungen (z.B. Aufbau einer Bilanz, Durchführung einer Kostenplanung, Marktsegmentierung) wurden in den vorgelagerten Lehrveranstaltungen zu Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre geschaffen. Das Ziel der Lehrveranstaltung Controlling ist es nun diese Lehrinhalte vernetzt zu vermitteln, um den Studierenden die Zusammenhänge und das Big-Picture der Unternehmensführung zu vermitteln.

 

Die Neukonzeption der Lehrveranstaltung orientierte sich an der Unterrichtsmethode des Cognitive Apprenticeship nach Collins (1991), der in Anlehnung an eine Meisterlehre das schrittweise Begleiten und Unterstützen eines Novizen bis zum Erwerb des Expertenstatus vorsieht. Der Lernertrag wird auf drei Ebenen gesichert. Im Rahmen der Lehrveranstaltung wird es den Studierenden ermöglicht, in fachlichen Austausch mit Expert/inn/en zu treten (Ebene 1) und parallel dazu die Inhalte in Form eines Planspiels praktisch zu erfahren (Ebene 2). Durch das praktische Setting werden mögliche Verständnisschwierigkeiten und disziplinäre Herausforderungen unmittelbar transparent und thematisierbar. Die Vernetzung der Disziplinen Marketing, Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre ermöglicht die Förderung von betriebswirtschaftlicher Anwendungskompetenz. Am Ende der Lehrveranstaltung stellen die Studierenden ihren Expertenstatus unter Beweis, indem sie ihre unternehmerischen Entscheidungen und Erfolge vor Praktiker/inne/n aus den Bereichen Marketing, Controlling sowie Unternehmensführung präsentieren und kritisch reflektieren (Ebene 3).

Kurzzusammenfassung des Projekts in deutscher Sprache

Die Lehrveranstaltung Controlling an der FH Wiener Neustadt Campus Wieselburg verfolgt die Zielsetzung, möglichst praxisnah betriebswirtschaftliche Kompetenz zu vermitteln. Für die wurde Lehrveranstaltung wurde ein neues Lehrkonzept basierend auf einem 3-Ebenen Modell zur Lernertragssicherung entwickelt. Die Neukonzeption orientiert sich an der Methode des Cognitive Apprenticeship nach Collins, der in Anlehnung an eine Meisterlehre das schrittweise Begleiten und Unterstützen eines Novizen bis zum Erwerb des Expertenstatus vorsieht. Der Lernertrag wird auf drei Ebenen gesichert. Im Rahmen der Lehrveranstaltung wird es den Studierenden ermöglicht, in fachlichen Austausch mit Expert/inn/en zu treten (Ebene 1) und parallel die Inhalte in Form eines Planspiels mit Gamification-Faktor praktisch zu erfahren. Dabei wird eine möglichst authentische Marktsimulation geschaffen (Ebene 2). Am Ende stellen die Studierenden ihren Expertenstatus unter Beweis, indem sie ihre unternehmerischen Entscheidungen vor einer Jury präsentieren und kritisch reflektieren (Ebene 3). Das Konzept unterstützt dabei, ein tiefergehendes Verständnis von betriebswirtschaftlichen Abläufen zu erlangen, Führungskompetenz aufzubauen und die Folgen unternehmerischer Entscheidungen abschätzen zu können. Außerdem hilft es dabei, die Inhalte aus bisherigen Lehrveranstaltungen zusammenzuführen, ein Big Picture zu erzeugen sowie durch praxisnahes Arbeiten eine höhere Identifikation mit den Lehrinhalten zu gewährleisten.

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The Controlling course at the University of Applied Sciences Wiener Neustadt Campus Wieselburg has the objective to teach practical business competence. The new concept combines the 3 levels of learning success and the method of cognitive apprenticeship according to Collins. This concept accompanies a novice in his teaching process until he reaches the expert status. The learning objectives are measured on three levels. At the beginning, students have the possibility to exchange professional knowledge about the topic with an expert (level 1). At the same time, a business simulation game with a high gamification factor takes place. This market simulation is as authentic as possible (level 2). In the end, the students prove their knowledge and acquired expert status in form of a presentation, and reflect their entrepreneurial decisions critically in front of an expert jury (level 3). The concept supports the gaining of a deeper understanding of business processes, leadership skills and the estimation of decision-making and consequences in an entrepreneurial environment. Further, the concept supports connecting topics and content of previous courses to shape the so-called “big picture”. At last, the identification level of the students for economic issues rises because of the integration of practical work through market simulation.

Nähere Beschreibung des Projekts

Die pädagogischen Erfahrungswerte der letzten Jahre erweckten den Eindruck, dass die Studierenden trotz der Absolvierung von mehreren Grundlagenveranstaltungen zu den Disziplinen der Betriebswirtschaft und des Rechnungswesens an der Anwendbarkeit des vermittelten Wissens zweifelten und in Praxissettings auf die Anleitung eines Experten angewiesen sind. Um die Anwendungskompetenz der Studierenden zu fördern, wurde ein begleitendes Planspiel entwickelt, das durch die Simulation von unterschiedlichen Entscheidungsbereichen, die Auswirkungen unternehmerischen Handelns erfahrbar macht. Dies soll den Weg zum Expert/inn/en-Status ermöglichen und wird in Anlehnung an den Cogitive Apprenticeship-Ansatzes nach Collins (1991) folgendermaßen im Rahmen der Lehrveranstaltung umgesetzt.

 

Phase 1: „Modeling“ – Im Dialog mit dem Experten zu mehr Wissen.

In dieser Phase werden den Studierenden anhand von Best-Case-Beispielen und durch die Ausführungen von Expert/inn/en die wichtigsten Kenntnisse des Controllings in Vortragsform vermittelt. Im Zentrum steht hierbei die Externalisierung von intrinsischem Expert/inn/enwissen. Dies geschieht im Rahmen einer Vortragsreihe mit einem Controlling-Experten aus der Praxis, der im Dialog mit den Studierenden wesentliche Überlegungen von Management-Entscheidungen transparent macht. Diese Phase ist geprägt von der didaktischen Methode des frageentwickelnden Unterrichts der einen Praxisdialog mit den Lernenden ermöglicht. Dadurch werden wesentliche Stellschrauben der Unternehmensplanung greifbar. Während des Praxisdialoges wird mit Übungen der Lernertrag gesichert.

 

Phase 2: „Scaffolding“ - Lasst das Planspiel beginnen!

In der anschließenden Phase unternehmen die Studierenden schon erste eigene Verantwortung und werden an die unternehmerische Entscheidungsrolle herangeführt. Dies geschieht im ersten Workshop zum Planspiel der „Controlling-Challenge“, der parallel zur Vortragsreihe stattfindet. Hierbei werden die Studierenden in Teilgruppen zu je drei bis vier Personen aufgeteilt und bekommen die gleiche Ausgangslage - Sie leiten ein Unternehmen, das auf die Produktion eines „biologischen Healthy-Shots“ spezialisiert ist. Alle Gruppen verkaufen dasselbe Produkt und teilen sich untereinander den Gesamtmarkt auf. Diese didaktische Verkürzung wurde getroffen, um eine Fokussierung auf wesentliche Lerninhalte zu ermöglichen. Zu Beginn der Challenge stehen mehrere unternehmerische Entscheidungen an, die in die Erstellung einer integrierten Planungsrechnung münden. Als erste Entscheidungen fallen Festlegungen über die Zielgruppe, das Marktpotential inklusive prognostizierter Absatzzahlen, die Marketingaktivitäten sowie die geplanten Kosten an. Dadurch kommt es schon zu Beginn des Planspiels zu einer Verschränkung der Disziplinen Unternehmensrechnung und Marketing und die Wechselwirkungen der beiden Größen werden thematisiert.

Nachdem alle Teilnehmer/innen ihre Vorberechnungen und strategischen Überlegungen des ersten Geschäftsjahrs an den/die Lektorin übermittelt haben, gibt es ein Feedback vom Markt. In Form eines Branchenberichts werden ihnen Informationen über die tatsächliche Absatzsituation, den Wettbewerb innerhalb der Zielgruppen sowie die Veränderung der geplanten Kosten übermittelt. Eine Adaption der Planung ist im Anschuss notwendig. Zu optimistische Planungen werden somit vom Marktgeschehen in ihre Schranken verwiesen. Diese Schritte erfolgen noch in enger Begleitung mit dem Vortragenden der die Entwicklungen im Unterrichtsetting thematisiert und bei Unklarheiten individuell unterstützt.

 

Phase 3: „Fading“ – Wenn der/die Lehrende langsam in den Hintergrund tritt …

Die Studierenden entwickeln nun die integrierte Planungsrechnung für das nächste Geschäftsjahr, wobei es am Jahresende wieder ein Feedback vom Markt gibt. Die Lektor/inn/en nehmen sich in dieser Phase schon zunehmend zurück und unterstützen im Anlassfall. Um ihren Absatz zu steigern, können die Studierenden in Marketing-Maßnahmen sowie Forschung und Entwicklung investieren. Diese geplanten Maßnahmen führen jedoch auch zu einer Erhöhung der jeweiligen Kostensituation, was eine Kosten-Nutzen-Abwägung erforderlich macht. Hierbei gilt es zu bedenken, dass beispielsweise das Agieren auf einem gesättigten Markt, auch höhere Ausgaben mit sich bringt, um Erfolge bei der Zielgruppe zu erreichen. Eine Neupositionierung in Bezug auf die Zielgruppe kann in einem solchen Fall zielführend sein.

Desweiten sind Überlegungen zur Finanzierung notwendig. Sollte eine Aufnahme von Fremdkapital erforderlich werden, müssen die Studierenden die anfallenden Kosten recherchieren und für die Genehmigung ist die Absprache mit den Lektor/inn/en notwendig. Die Tilgungsraten und Zinszahlungen werden im Liquiditätsplan sowie der Plan-G&V dokumentiert.

Auch der Lagerbestand muss zukunftsgerichtet geplant werden. Die maximale Haltbarkeit der Getränke beträgt 180 Tage, dann werden diese zur Gänze abgeschrieben. Da sich die Kosten für Abfüllung und Transport je nach Menge unterscheiden, muss die Absatzmenge möglichst sorgfältig geplant werden.

Die Gruppen werden nun auch mit unvorhergesehen externen Geschehnissen konfrontiert. Beispielsweise wird eine wissenschaftliche Studie publiziert, die nachweist, dass ein Inhaltsstoff des Getränks zu Störungen des Hormonhaushaltes bei einer spezifischen Zielgruppe führt. Dadurch sind einzelne Marktteilnehmer (=Gruppen) zu einer Neupositionierung ihres Produktes gezwungen.

Die Studierenden halten die selbst geplanten Marketingaktivitäten in einem Dokument fest und übermitteln dieses gemeinsam mit ihrer Finanzplanung an die Lektor/inn/en. Am Ende des Jahres wird den Gruppen der neue Branchenbericht übermittelt, der neue Erkenntnisse über die Marktsituation bietet. Die Studierenden bekommen im Anschluss in schriftlicher Form Feedback sowie erfolgt ein individuelles Coaching und Mentoring durch individuelle Gruppengespräche.

 

Phase 4: „Coaching“ – Wenn der Novize zum Experten wird!

Bei der Erstellung der nächsten zwei Geschäftsjahre des Planspiels arbeiten die Studierenden weitgehenden autonom. Im Rahmen der parallel stattfindenden Vortragsreihe erfolgt nun die inhaltliche Prüfung. Das Ende der Lehrveranstaltung wird durch eine Abschlusspräsentation der Studierenden charakterisiert, wo sie ihre unternehmerischen Entscheidungen vor einer Fachjury erläutern. Das Feedback zum Planspiel erfolgt wiederum in schriftlicher Form, Feedbackgespräche finden auf Nachfrage statt. Nach dem Abschluss des dritten Geschäftsjahres wird der Gruppenerfolg anhand von zwei Kriterien ermittelt. Als quantitative Messgröße wird die Höhe des erwirtschafteten Eigenkapitals herangezogen. Die Gruppe mit der höchsten Wachstumsrate kann dieses Kriterium für sich entscheiden. Da eine reine Fokussierung auf das Shareholder-Value zu kurz greifen würde, präsentieren die Studierenden wesentliche Eckdaten ihrer Entscheidungen der drei Geschäftsjahre vor einer Kommission. Diese setzt sich aus Expert/inn/en auf den Gebieten Marketing, Controlling und Unternehmensführung zusammen. Es wird dann eine Gewinner-Gruppe der Controlling-Challenge gekürt, die bei beiden Entscheidungskriterien in Summe am besten Abschneiden konnte.

 

Der Lernertrag wird somit auf drei Ebenen gemessen. Durch die Absolvierung der schriftlichen Prüfung (theoretisches Grundlagenwissen), die Ausarbeitungen des Plan-Spiels (Anwendungswissen) sowie die Abhaltung der Abschlusspräsentation (tiefergehendes Reflektionswissen) wird der Erwerb einer ganzheitlichen betrieblichen Entscheidungskompetenz sichergestellt.

 

Didaktische Abschlussüberlegungen

Die Neukonzeption ermöglicht eine Kombination von individuellem problembezogenem Lernen und der Lernbegleitung durch Fachexpert/inn/en. Zentrale Probleme der strategischen Unternehmensplanung können somit individuell erfahren und im Austausch mit Mentor/inn/en diskutiert werden. Dies ermöglicht den Blick über den fachdisziplinären Tellerrand und vermittelt das große Ganze der wirtschaftlichen Entscheidungsfindung.

Die Lernenden werden angeregt, eigene Lösungsansätze zu entwickeln, um in der simulierten Unternehmenspraxis bestehen zu können. Die Lektor/inn/en wurden auch mit manch überraschender Idee konfrontiert. Eine Gruppe ging bei ihrem Bestreben, ihre Eigenkapitalrate im letzten Geschäftsjahr zu maximieren, sogar so weit, dass Sie alle Lagerbestände abverkaufte und ihre Mietverträge aufkündigte. Dieser Entscheidung lag ein selbstverfasster Lizenzvertrag mit Coca-Cola bei, wo darauf hingewiesen wurde, dass das die Geschäftsidee und die Marke um 70 Millionen Euro verkauft wurde. Die Studierenden hatten somit eigenständig tiefergehende Kenntnisse im Lizenzrecht erworben, eine Materie die in der ursprünglichen LV-Planung nicht vorgesehen war.

Mehrwert

Der Mehrwert wird durch die Vertiefung des Verständnisses von komplexen Zusammenhängen sowie die Vermittlung des „Big Picture“ von wirtschaftlichem Handeln geschaffen.
Die Fachhochschule Wiener Neustadt Campus Wieselburg betrachtet Marketing ganzheitlich – von der Idee über die Umsetzung bis hin zur erfolgreichen Etablierung am Markt – und berücksichtigt dabei alle relevanten Aspekte.
Die Studierende erhalten durch die Anwendung des vorliegenden Konzepts eine ganzheitliche Sicht auf die wichtigsten Aspekte der Betriebswirtschaft mit besonderem Fokus auf das Marketing-Management als Teildisziplin, welche im Mittelpunkt des Bachelor-Studiums „Produktmarketing und Projektmanagement“ steht.
Neben der ganzheitlichen Betrachtung werden die Studierenden dazu ermutigt, selbstständig Entscheidungsmöglichkeiten zu finden, Folgen abzuschätzen und anschließend Entscheidungen zu treffen. Speziell an diesem Konzept ist in weiterer Folge, dass die Studierenden darüber hinaus die Auswirkungen ihrer Entscheidungen reflektieren und aus den daraus ergebenden Folgen nachhaltig lernen.

Übertragbarkeit/Nachhaltigkeit

Das Konzept wird aufgrund des nachhaltigen Lernerfolgs seit dem Wintersemester 2015 eingesetzt und seither stetig adaptiert. Während die erste Umsetzung teilweise noch starr mit einer Abgabe verlief, wird der interaktive Part des Konzepts seither ständig gesteigert und mittlerweile agieren die Studierenden-Gruppen auf einem gemeinsamen sich permanent bewegenden Markt.

Das praktische Lehrsetting ermöglich auch eine Übertragung auf andere Fachdisziplinen. Durch die Ausweitung des Planspiels um weitere Inhaltsfelder wird die Komplexität der Entscheidungsfindung erhöht und eine fächerübergreifende Lehre noch weiter gefördert. Beispielsweise könnten Fragen der Lebensmitteltechnik und der nachhaltigen Rohstoffgewinnung thematisiert und deren Auswirkung auf die Kostenstruktur eines Unternehmens diskutiert werden.

Akzeptanz

Seit der erstmaligen Adaption des Lehrkonzepts verbesserten sich nicht nur die Noten dieser, sondern auch die der drauffolgenden betriebswirtschaftlichen Lehrveranstaltung erheblich. Darüber hinaus wurde das Konzept in qualitativer Hinsicht gemeinsam mit den Studierenden evaluiert. Das Ergebnis dieser Evaluierung war, dass aus Sicht der Studierenden ein höheres Identifikationslevel mit der Aufgabenstellung erzielt wurde und ihnen durch praktische Anwendung der Lehrinhalte vor allem auch die Angst vor der schriftlichen Abschluss-Prüfung genommen wurde. Die Studierenden gaben weiters an, dass ihnen das didaktische Konzept dabei half, die Inhalte aus bisherigen Lehrveranstaltungen besser zusammenzuführen, da ihnen davor eine Vernetzung der Lehrinhalte schwerfiel und das Big-Picture noch nicht wirklich verstanden wurde.

Aufwand

Das Konzept verlangt eine laufende Mitarbeit der Lehrenden, da diese gewisse Marktdynamiken vorgeben und den Markt somit beeinflussen. Außerdem ist der regelmäßige Austausch mit den Studierenden erforderlich. Je nach Leistungsniveau der Studierenden ist dadurch phasenweise eine intensivere Unterstützung notwendig, die sich in einem erhöhten Zeitaufwand niederschlägt.

Positionierung des Lehrangebots

Das vorliegende didaktische Konzept wird seit dem Wintersemester 2015 im Bachelor-Studiengang „Produktmarketing & Projektmanagement“ der Fachhochschule Wiener Neustadt Campus Wieselburg im Zuge der Lehrveranstaltung „BWL IV: Controlling“ im 3. Semester umgesetzt. Aufgrund des nachweislich höheren Lernerfolgs wurde das Konzept stetig adaptiert, verfeinert und wird weiterhin Anwendung finden.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.
Ars Docendi
2020
Kategorie: Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung
Ansprechperson
Christoph Haslinger BSc, MA
Fachbereich Wirtschaft & Recht - Campus Wieselburg
+43 7416/53 000-735
Nominierte Person(en)
Christoph Haslinger BSc, MA
Fachbereich Wirtschaft & Recht - Campus Wieselburg
Mariella Pfannenstill BA, MA
Fachbereich Wirtschaft & Recht - Campus Wieselburg
Dr. Stefan Grohs-Müller BSc, MSc
Fachbereich Wirtschaft & Recht - Campus Wieselburg
Themenfelder
  • Didaktische Methode
  • Erfahrungslernen
  • Rund ums Prüfen
Fachbereiche
  • Wirtschaft und Recht