Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025
Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Noor Stenfert Kroese
Student at work during the course
Ars Docendi Kriterien
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
"Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication“ verbindet Theorie und Praxis in Bio Arts und Biofabrication. Studierende arbeiten mit nicht-menschlichen Organismen, experimentieren praxisnah und entwickeln nachhaltige künstlerische und materia
Kurzzusammenfassung des Projekts
"Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication" ist ein interdisziplinärer Kurs in Bio Arts und Biofabrication, der Theorie und Praxis durch kritische Reflexion und praxisorientierte Experimente verbindet. Studierende arbeiten mit nicht-menschlichen Organismen als aktive Kollaborateure und entwickeln nachhaltige künstlerische und materialbasierte Ansätze jenseits theoretischer Spekulation.
Der Kurs basiert auf Sympoiesis ("making-with") und fordert, dass Studierende ihre gewählte Spezies erforschen und verstehen, bevor sie praktisch arbeiten. Sie dokumentieren ihre Prozesse, reflektieren ethische und gesellschaftliche Implikationen und entwickeln ihre Ansätze durch Speziesrecherche, Manifest-Erstellung, Laborarbeit und iterative Experimente weiter.
Der Kurs findet in einem kunstbasierten Biofabrication Lab statt, in dem Studierende spezialisierte Werkzeuge nutzen und sichere, verantwortungsbewusste Arbeitsweisen erlernen. Obwohl kein klassisches Labor, stehen Sicherheit, Sorgfalt und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.
Die Bewertung ist prozessorientiert und fokussiert sich auf Engagement, Reflexion und konzeptionelle Entwicklung statt fixer Ergebnisse. Durch die Verbindung von künstlerischer und gestalterischer Praxis mit Material- und Organismenforschung fördert der Kurs kompetenzbasiertes Lernen. Studierende werden zu forschungsorientierten, nachhaltigen und verantwortungsbewussten Kreativen, die aktiv zu Bio Arts, Bio Design und Bio Fabrication beitragen.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
"Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication" is an interdisciplinary course in bio arts and biofabrication, combining theory and practice through critical reflection, hands-on experimentation. Students engage with non-human organisms as active collaborators, moving beyond theoretical speculation to develop a sustainable artistic and material-based practice. The course is structured around sympoiesis ("making-with"), requiring students to research and understand their chosen species before starting practical work. They document their processes, reflect on ethical and societal implications, and refine their approaches through species research, manifesto writing, lab work, and iterative experimentation. The course takes place in an arts-based Biofabrication Lab, where students have access to specialised tools while learning safe and responsible working methods. While not a traditional science lab, safety, care, and sustainability are key components. Assessment is process-based, focusing on engagement, reflection, and concept development rather than fixed outcomes.By integrating artistic and design practices with material and organism research, the course fosters competency-based learning. It prepares students to become research-driven, sustainable, and responsible creators while also contributing thoughtfully to the broader field of bio arts, bio design, and bio fabrication.
Nähere Beschreibung des Projekts
Course Title: Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication
Lecturer: Noor Stenfert Kroese
Kursübersicht
"Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication" bietet einen interdisziplinären Zugang zu Bio Art und Biofabrication. Der Kurs unterstützt Studierende dabei, die Herausforderungen der Arbeit mit nicht-menschlichen Organismen in künstlerischen Kontexten zu verstehen, indem er kritisches Denken mit praktischer, experimenteller Arbeit verbindet. Die Kursstruktur basiert auf dem Prinzip der Sympoiesis, making-with*1, wie es Donna Haraway beschreibt. Studierende werden ermutigt, nicht-menschliche Organismen als aktive Mitwirkende in den kreativen Prozess zu integrieren und mit ihnen kollaborativ zu arbeiten.
Der Kurs fordert Studierende dazu auf, ihre Praxis kritisch zu reflektieren – insbesondere die Beziehung zwischen theoretischen Rahmenwerken und der tatsächlichen Arbeit mit lebenden Organismen. Während spekulative und theoriebasierte Projekte wertvoll sind, geht dieser Kurs einen Schritt weiter: Er fordert dazu auf, über reine Spekulation hinauszugehen und sich dem oft unvorhersehbaren, iterativen Prozess des künstlerischen Schaffens zu stellen. Durch theoriegeleitete Experimente werden Studierende ermutigt, zu beobachten, zu testen und ihre Ideen kontinuierlich zu verfeinern, um so ein tieferes Verständnis für ihre künstlerische Praxis und ihre Umwelt zu entwickeln.
Der Kurs wurde im Rahmen der Promotion der Lehrenden am Creative Robotics Lab in Zusammenarbeit mit den Masterprogrammen Fashion and Technologies und Interface Cultures an der Kunstuniversität Linz angeboten. Er zog Studierende aus beiden Programmen sowie aus den Bereichen Bildende Kunst und Raum & Designstrategien an. Der Kurs fand im Biofabrication Lab, einem Co-Lab an der Universität, statt. Die Studierenden hatten Zugang zu allen erforderlichen Geräten und erhielten Anleitung für die Arbeit mit den von ihnen gewählten Spezies. Ergänzt wurde der Kurs durch eine Online-Plattform für Aufgaben, Lektüren und Inspiration, darunter Kunstwerke, Dokumentationen, Podcasts und Filme.
Lehransatz
Der Lehransatz basiert auf Interaktion und Beobachtung und spiegelt so die künstlerische und forschende Auseinandersetzung mit nicht-menschlichen Organismen wider. Studierende werden ermutigt, eigene Interessen, Arbeitstempo und individuelle Herangehensweisen zu erkunden, wodurch kritisches Denken und Eigenverantwortung gefördert werden. Die aktive Beteiligung während des gesamten Kurses hilft ihnen, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen.
Der Kurs verbindet Theorie und Praxis, indem er sowohl die analytische Reflexion als auch das praktische Arbeiten in den Mittelpunkt stellt. Studierende führen zunächst eine umfassende Recherche zur gewählten Spezies durch, bevor sie mit der praktischen Arbeit beginnen. Diese Vorbereitung ist eine essenzielle Fähigkeit in einer Welt, in der Informationen zwar leicht zugänglich sind, jedoch die Fähigkeit, sie kritisch zu bewerten und anzuwenden, entscheidend ist.
Viele Studierende kommen mit theoretischen oder philosophischen Ansätzen, die ihre Herangehensweise prägen. Diese Konzepte werden in der praktischen Arbeit herausgefordert: Die Studierenden überprüfen ihre Annahmen durch den direkten Umgang mit lebenden Organismen. Um diesen Reflexionsprozess zu unterstützen, verfassen sie Manifeste über ihre Praxis, ihre Rolle und ihre Beziehung zum Nicht-Menschlichen. Diese Texte werden am Ende des Kurses erneut betrachtet, um zu analysieren, wie sich Theorie und Praxis manchmal unterscheiden und wie sich diese Differenzen überbrücken lassen. Das Manifest dient als Reflexionsinstrument, das es den Studierenden ermöglicht, ihre Ideale mit den praktischen Herausforderungen der Arbeit mit lebenden Organismen abzugleichen.
Kursstruktur
Die Kursstruktur folgt dem Rhythmus der Organismen, mit denen gearbeitet wird. Die Pflege und Kultivierung lebender Systeme erfordert längere Vorbereitungszeiten sowie Phasen des aktiven Wartens, in denen sich die Organismen entwickeln. Der Kurs fand von Oktober 2024 bis Februar 2025 statt.
- Einführung und Manifest (Woche 1)
Einführung in die Kursinhalte, Ziele sowie die Konzepte von Sympoiesis, Biolabs und Bioarts/Design. Diskussion bestehender Manifeste aus dem Bereich Bioarts und
Biofabrication als Inspirationsquelle. Die Studierenden wählen eine Spezies, diskutieren deren Implikationen und beginnen mit dem Verfassen eines ersten Entwurfs ihres
eigenen Manifests.
- Speziesrecherche und Vorbereitung (Woche 3)
In Einzelgesprächen präsentieren die Studierenden ihre gewählte Spezies und besprechen deren spezifische Anforderungen (Umweltbedingungen, ethische Überlegungen,
praktische Werkzeuge). Anschließend beginnen sie mit der Dokumentation und Vorbereitung für die Laborphasen.
- Manifest-Reflexion 1 und Laboreinführung (Woche 5)
Präsentation und Diskussion der Manifeste. Einführung in die Laborarbeit, Sicherheitsprotokolle, Logbücher und Sammlungen von Mikroorganismen.
- Laborarbeit und Spezies-Interaktion (Woche 9)
Praktische Arbeit mit den gewählten Spezies, darunter das Vorbereiten von Agarplatten und Flüssigkulturen, der Bau von Terrarien und das Schaffen von Lebensräumen für
Organismen wie Scoby, Bakterien, Mikroben und Schleimpilze. Zudem werden die historischen Beiträge von Wissenschaftler*innen, insbesondere Frauen wie Fannie Hesse,
thematisiert.
- Fortschrittsüberprüfung und Konzeptentwicklung (Woche 13)
Einzelgespräche zur Evaluierung des bisherigen Prozesses und zur Entwicklung nächster Schritte. Parallel arbeiten andere Studierende weiter im Labor.
- Abschlusspräsentationen und Reflexion (Woche 15)
Studierende präsentieren ihre Ergebnisse, reflektieren ihren Prozess und überarbeiten ihr Manifest abschließend.
Bewertung
Anstelle einer traditionellen Notengebung setzt der Kurs auf eine prozessorientierte Bewertung. Studierende werden auf Grundlage ihres Engagements mit den Organismen, ihrer kritischen Reflexion über die eigene Praxis sowie der Weiterentwicklung ihrer Konzepte beurteilt. Feedback erfolgt in individuellen Gesprächen, in denen die Studierenden gezielte Anregungen erhalten, um ihre Arbeit weiterzuentwickeln. Kritisches Denken wird aktiv gefördert, indem bestehende Annahmen hinterfragt und eine Umgebung für Diskussion und Exploration geschaffen wird. Zur erfolgreichen Absolvierung des Kurses ist die Einreichung einer Abschlussdokumentation erforderlich.
Schlüsselaufgaben
- Manifest-Erstellung: Studierende verfassen ein Manifest über ihre Herangehensweise und Intentionen. Dieses wird am Ende des Kurses überarbeitet, um Veränderungen in ihrer Praxis zu reflektieren.
- Speziesrecherche: Untersuchung der gewählten Spezies, ihrer Bedürfnisse und einer sicheren Arbeitsweise.
- Dokumentation und Logbuchführung: Fortlaufende Aufzeichnung von Experimenten, Beobachtungen und Fortschritten.
- Konzeptentwicklung und nächste Schritte: Entwicklung eines finalen künstlerischen oder gestalterischen Konzepts mit Überlegungen zur Weiterarbeit.
- Abschlussdokumentation: Zusammenstellung aller Versionen des Manifests, Konzeptbeschreibungen, Experimente und Methoden.
Alle entwickelten Rezepte und Methoden sind für alle Studierenden in der Online-Lernumgebung zugänglich, sodass sie die Informationen später abrufen können, falls sie mit einer anderen Spezies arbeiten möchten.
Fazit
"Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication" schafft einen Raum, in dem Studierende Theorie, Praxis und Beobachtung miteinander verbinden. Während sie dazu ermutigt werden, ihren Prozess durch Forschung zur Pflege ihrer Spezies zu informieren, liegt der Kern ihres Lernens in der direkten Auseinandersetzung mit dem lebenden Organismus. Durch diese praktische Erfahrung testen und adaptieren sie ihre Ideen, wodurch Theorie in realen Kontexten neu geformt wird.
Der Kurs wurde als Antwort auf die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze entwickelt, die künstlerische, wissenschaftliche und sicherheitsrelevante Aspekte bei der Arbeit mit lebenden Materialien integrieren. Er hinterfragt konventionelle Lernformate, indem er eine prozessorientierte Bewertung in den Mittelpunkt stellt und selbstgesteuerte Forschung sowie Dokumentation fördert.
Studierende setzen sich nicht nur mit den technischen Aspekten von Bioarts und Biofabrication auseinander, sondern auch mit den ethischen und gesellschaftlichen Implikationen ihrer Arbeit. Durch den aktiven Austausch mit ihren Spezies und die Dokumentation ihrer Erfahrungen entwickeln sie eine reflektierte, kritische Herangehensweise an ihre Praxis. Sie hinterfragen bestehende Überzeugungen, präzisieren ihre Konzepte und erlangen ein tieferes Verständnis von Interdependenz, indem sie künstlerische Freiheit mit Verantwortung in Einklang bringen. Diese Reflexion fördert eine Haltung der Verantwortung und unterstützt die Studierenden dabei, nicht nur bewusste und reflektierte Kunstschaffende zu werden, sondern auch als wissensbasierte Akteur*innen in den Feldern der Bioarts, des Bio-Designs und der Bio-Fabrikation tätig zu sein.
*1.Haraway, Donna. 2016. Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene. Experimental Futures: Technological Lives, Scientific Arts, Anthropological Voices. Durham: Duke University Press,58.
Akzeptanz und Resonanz
Der Kurs „Sympoietic Practices in Bio Arts and Bio Fabrication“ wurde von Studierenden aus verschiedenen Disziplinen – darunter Fashion & Technology, Interface Culture, Raum & Design Strategies und Fine Arts – mit großem Interesse und Engagement aufgenommen.
Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die ursprünglich geplante Teilnehmerzahl von acht auf zwölf Studierende erhöht, was die Relevanz und den interdisziplinären Charakter des Kurses unterstreicht. Die Auseinandersetzung mit den vermittelten Methoden geht über den Kurs hinaus: Viele Studierende arbeiten auch nach Semesterende weiter im Biofabrication Lab und entwickeln ihre Projekte weiter. Rund 40 % der Teilnehmenden integrieren die im Kurs entwickelten Konzepte in ihre Masterarbeiten, was den nachhaltigen Einfluss auf die künstlerische und wissenschaftliche Praxis verdeutlicht.
Studierenden-Feedback und Kurswirkung
Formale Evaluationen und qualitatives Feedback zeigen eine überwältigend positive Resonanz. Die Studierenden hoben folgende zentrale Aspekte hervor:
- Prozessorientierter Ansatz – Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, durch iteratives Experimentieren Ideen zu testen und weiterzuentwickeln.
- Verknüpfung von Theorie und Praxis – Die Kombination aus kritischer Reflexion und praktischer Anwendung ermöglichte es den Studierenden, theoretisches Denken mit materialbasierten Methoden zu verbinden.
- Interdisziplinäre Lernumgebung – Die vielfältigen Hintergründe der Teilnehmenden förderten einen dynamischen Austausch und stärkten die kollaborative und forschungsbasierte Arbeitsweise.
- Arbeit mit nicht-menschlichen Organismen – Die Auseinandersetzung mit lebenden Materialien regte die Studierenden dazu an, Nachhaltigkeit, Eigenverantwortung und den Umgang mit anderen Lebensformen in ihren kreativen Prozessen zu hinterfragen.
- Langfristiger Einfluss – Viele Studierende gaben an, dass der Kurs ihre künstlerische und gestalterische Praxis nachhaltig verändert hat, und setzen die erlernten Methoden in weiterführenden Projekten ein.
Besonders geschätzt wurde auch die unterstützende, sichere und offene Kursstruktur, die es den Studierenden ermöglichte, ihre individuellen künstlerischen und materialbezogenen Fragestellungen zu erforschen, während sie durch strukturierte Diskussionen und kritisches Feedback begleitet wurden.
Während das Gesamtfeedback äußerst positiv ausfiel, äußerten einige Studierende den Wunsch nach Exkursionen zu Bio-Laboren in ganz Europa, was zwar über den Rahmen des Kurses hinausgeht, aber das große Interesse an einer weiterführenden Auseinandersetzung mit Biofabrikation verdeutlicht.
Langfristige Wirkung des Kurses
Die nachhaltige Wirkung des Kurses zeigt sich in der fortlaufenden Beschäftigung der Studierenden mit Biofabrikation. Viele setzen ihre Arbeit im Biofabrication Lab fort, wenden die erlernten Techniken an und entwickeln sie weiter. Zudem kehren mehrere Studierende für weiterführende Kurse in diesem Bereich zurück, was die langfristige Relevanz des Kursformats bestätigt.
Die sehr positive Resonanz und die anhaltende Auseinandersetzung der Studierenden bekräftigen die Bedeutung des Kurses für eine forschungsorientierte, nachhaltige und kompetenzbasierte Ausbildung in Bio Arts und Biofabrication.
Nutzen und Mehrwert
Der Kurs zeichnet sich durch seine projektbasierte und prozessorientierte Struktur aus, die es den Studierenden ermöglicht, eigene Methoden entwickeln. Die Verknüpfung von Theorie, Forschung und praktischer Arbeit schafft eine dynamische Lernumgebung, in der konzeptionelles Denken kontinuierlich durch praxisbasierte Erkundungen überprüft und weiterentwickelt wird.
Ein zentraler Bestandteil des Kurses ist der personalisierte Lehransatz, der sicherstellt, dass jede*r Studierende individuelle Betreuung erhält, während das Gruppenformat den Peer-Learning-Prozess fördert. Diese Balance zwischen individueller Entwicklung und kollaborativem Austausch stärkt die Fähigkeit der Studierenden, ihre künstlerische und forschungsbasierte Praxis kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Kurses fördert den Wissenstransfer zwischen verschiedenen Fachrichtungen und fordert bestehende Konzepte in Bio Arts, Biofabrication und nachhaltigem Design heraus.
Der Kurs hinterfragt grundlegend die Paradigmen des Gestaltens und Arbeitens mit nicht-menschlichen Organismen und fördert einen Wechsel von extraktiven hin zu kollaborativen, prozessorientierten und verantwortungsbewussten Ansätzen. Studierende nutzen KI, Open-Source-Rezepte für Biofabrication und andere digitale Ressourcen, um ihre Projekte zu entwickeln. Gleichzeitig lernen sie, Informationen kritisch zu bewerten, Fehlinformationen zu erkennen und sicher mit den erarbeiteten Methoden umzugehen.
Ein zentraler Bestandteil des Kurses ist die Online-Plattform, auf der die Studierenden ihre Forschungsergebnisse teilen, ihre Prozesse dokumentieren und Wissen austauschen. Jeder Studierende erhält individuelles Feedback zu ihrem/seinem Projekt in eigenen Kanälen, während alle Diskussionen für andere sichtbar bleiben. Dadurch entsteht eine kollektive Lernumgebung, die Zugang zu einer Vielzahl an Perspektiven
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2024
Der Kurs ist eng mit einer laufenden Doktorarbeit im Bereich der Creative Robotics verknüpft, die sich mit der Interaktion mit nicht-menschlichen Systemen befasst. Die Forschung liefert kontinuierlich neue Erkenntnisse, die nicht nur die wissenschaftliche Arbeit vorantreiben, sondern auch direkt in die Lehre einfließen. Gleichzeitig bereichert die Zusammenarbeit mit den Studierenden die Forschung, indem sie neue Perspektiven, Fragestellungen und methodische Ansätze eröffnet. Zudem wird ein Forschungsantrag vorbereitet, der dieses Themenfeld weiter vertiefen und zukünftige Kursformate beeinflussen wird.
Über den universitären Kontext hinaus basiert der Kurs auf bereits etablierten Lehrplänen, die in Zusammenarbeit mit Fraunhofer im Rahmen einer europäischen Sommerschule entwickelt wurden. Dies zeigt, dass interdisziplinäre und praxisorientierte Lehrmodelle erfolgreich in verschiedenen institutionellen Kontexten implementiert werden können – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschullandschaft.Der interdisziplinäre und konvergente Ansatz, der Theorie, Forschung und praxisorientiertes Arbeiten verbindet, ist gut übertragbar. Eine erfolgreiche Umsetzung profitiert jedoch von längeren Lernprozessen sowie einer hands-on, prozessorientierten Struktur. Die intensive Betreuung und individuelle Anleitung, die diesen Kurs auszeichnen, sind essenziell für einen effektiven Wissenstransfer. Während das Modell in unterschiedliche Bildungsformate adaptiert werden kann, entfaltet es seine größte Wirkung in Umgebungen, die angewandtes, iteratives Lernen mit intensiver Unterstützung durch Lehrende ermöglichen.
Institutionelle Unterstützung
Das Projekt wird durch die Infrastruktur der Kunstuniversität Linz unterstützt, insbesondere durch den Zugang zum Biofabrication Lab, das als Co.Lab Teil eines transdisziplinären Netzwerks experimenteller Räume an der Universität ist. Co.Labs sind temporäre, flexible Einheiten, die für bis zu fünf Jahre eingerichtet werden. Sie bieten eine offene Umgebung für künstlerische, kreative und wissenschaftliche Forschung, ohne festgelegte Ziele. Nach Ablauf ihrer Laufzeit können sie in bestehende Institute oder Abteilungen integriert werden.
Das Biofabrication Lab als Co.Lab ermöglicht innovative, prozessbasierte Forschungs- und Arbeitsweisen mit nicht-menschlichen Organismen und stellt spezialisierte Geräte und Materialien für experimentelle Methoden bereit.
Zusätzlich profitiert der Kurs von den digitalen Plattformen der Universität, die den Studierenden den Austausch, die Dokumentation und die kollaborative Weiterentwicklung ihrer Projekte ermöglichen.
Die Lehrveranstaltung wurde durch das PhD-Teaching-Programm ermöglicht und ist in die Forschungsstruktur der Universität eingebettet. Diese institutionelle Integration fördert eine starke Verbindung zwischen Forschung und Lehre und ermöglicht interdisziplinäre Ansätze.
Aufgrund des Erfolgs des Kurses gibt es Interesse, ihn erneut anzubieten. Die Finanzierung erfolgt über das PhD-Department, sodass Studierende aus verschiedenen Masterprogrammen weiterhin teilnehmen können. Diese institutionelle Unterstützung stärkt die Nachhaltigkeit des Kurses und seine Rolle in der Weiterentwicklung forschungsgeleiteter, praxisbasierter Lehre in Bio Arts und Biofabrication.