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Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025

„Musik(forschung) Machen“: Vermittlung von digitalen Methoden durch aktives und partizipatives Lernen

Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung

Ingrid Schachner, Miriam Griebaum

Mit diesem Bild stellten Studierende ihre Forschungsergebnisse dar: Daten aus Fragebögen wurden mithilfe von einer in der Übung vorgestellten Methodenkompetenz analysiert, um die mentale Repräsentation von Liedern einer populären Band zu untersuchen.

Ars Docendi Kriterien

  • Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
  • Innovative Hochschuldidaktik
  • Studierenden- und Kompetenzorientierung
  • Partizipation und Mitgestaltung

Gruppengröße

< 20

Anreißer (Teaser)

Forschendes Lernen durch Selbst Machen: In dieser Übung erwerben Studierende die digitalen Methodenkompetenzen, um die vielfältigen Aspekte des Musikhören als psychologisches und physiologisches Phänomen praktisch zu erforschen.

Kurzzusammenfassung des Projekts

Das Ziel dieses Lehrprojekts war es, Studierende auf das für die Masterarbeit geplante „Musikforschung Machen“ vorzubereiten, indem sie die dafür nötigen Methodenkompetenzen aktiv und partizipativ erlernen. In einem asynchronen Setting wurden zunächst verschiedene Wissensstände ausgeglichen. In den darauffolgenden synchronen Sitzungen lernten Studierende durch Mitmachen (dem geleiteten Ausführen digitaler Methoden anhand eines konkreten Forschungsbeispiels der Lehrperson), durch Machen (der Verarbeitung von eigenen und eigens gesammelten Daten mithilfe der kennengelernten Methodik) und durch Lehren (der gegenseitigen Vermittlung der Methodik in abschließenden Präsentationen), wie verschiedene Methodenkompetenzen angewandt werden können, um Forschungsfragen über das vielseitige Phänomen Musikhören zu beantworten. Die Vielseitigkeit der in der Lehrveranstaltung entstandenen Projekte ist Zeugnis der den Studierenden ermöglichten freien Entfaltung, mithilfe welcher aktiv die Chancen und Grenzen der jeweiligen Methodiken ausgelotet werden konnten. Die Effektivität dieses Modells zeigt sich in den nun vorliegenden Abschlussarbeiten und Tagungsbeiträgen, in denen nicht nur die gelernten Methodiken eingesetzt wurden, sondern auch die digitalen Kompetenzen, welche Studierende im Rahmen der Lehrveranstaltung erwarben und erweiterten.

Vorstellung des Projekts „Musik(forschung) Machen“

Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache

The goal of this teaching project was to prepare students to “do music research” as part of their master’s theses, and specifically, to let students actively learn common methods used when “doing music research.” In an asynchronous setting, students’ differing degrees of prior knowledge was equalized. In the following synchronous sessions students learned by “doing alongside” (a guided tour through digital methods based on a specific research example by the teacher), by “doing” (the processing of their own data and data collected by the students using the new methods) and by “teaching” (through explaining the methods based on their own examples to the other students) how different data processing methods can be applied to answer research questions about the many-faceted phenomenon of music perception. The many-faceted projects which resulted from students’ active participation are testament to students’ self-determination and participatory stake, with which the possibilities and limits of the methods could be tested. Theses and conference submissions in which the taught methods have been applied alongside the digital competencies which were acquired and extended as part of the class further demonstrate how effective the applied teaching models were.

Nähere Beschreibung des Projekts

Musik ist für viele Menschen ein unabdingbarer Teil des Lebens. Musik begegnet uns in vielfältigen Situationen und das Musikhören ist ein ebenso vielseitiges Erlebnis, das nicht nur auf der Arbeit unserer Ohren, sondern auch auf Prozessen im Gehirn und Körper beruht. Genauso vielseitig ist daher auch der Methodenkoffer, mit dem in der musikpsychologischen Forschung über das Phänomen Musikhören Daten gewonnen, verarbeitet, analysiert und ausgewertet werden. Drei große Methodenkompetenzen standen in diesem Lehrprojekt im Vordergrund: Daten aus Verhaltensexperimenten zum Beispiel – in denen Versuchspersonen etwa verschiedene musikalische Stimuli hören und entscheiden, welcher einem bestimmten Kriterium entspricht – werden oft mithilfe der Signalentdeckungstheorie analysiert. Daten aus physiologischen Experimenten, bei denen bspw. die Gehirnaktivität oder die Herzschlagrate während des Musikhörens oder Musikmachens beobachtet wird, werden mithilfe von Signalverarbeitungstechniken verarbeitet. Schließlich lassen sich Daten über Beziehungen zwischen Konzepten, zum Beispiel über die Beziehung zwischen verschiedenen Liedern, die man aus Fragebögen über die eigene Erfahrung der Musikhörenden gewonnen hat, mithilfe von sozialer Netzwerkanalyse betrachten. Erst nachdem mit diesen Methoden die gesammelten Daten verarbeitet und analysiert sind, können mithilfe statistischer Tests Schlussfolgerungen über die ursprünglichen Forschungshypothesen gezogen werden. So ist es umso verwunderlicher, dass gerade diese vielfältigen Verarbeitungsmethoden in der gängigen Methodenlehre eigentlich gar nicht beleuchtet werden, sondern, wenn überhaupt, lediglich die Statistik als Methode über die bereits verarbeiteten Daten beziehungsweise die Anwendung statistischer Verfahren auf die verarbeiteten Daten vermittelt wird. Das hier eingereichte und bereits erprobte Lehrkonzept will genau diese Lücke im Erwerb insbesondere digitaler Methodenkompetenzen schließen, um Studierende sowohl fit zu machen für innovative Forschungsansätze als auch sie für eine eigenständige berufliche Praxis zu befähigen. Gerade für Studierende im Masterstudium, die ja für ihre Abschlussarbeiten ihre eigene Forschungsfrage beantworten, also „Musikforschung machen“ sollen, ist es besonders wichtig, ein Angebot zu schaffen, mit dem sie auch ihren eigenen Methodenkoffer befüllen können. Am Ende des Semesters sollen Studierende also das methodische Wissen und die Umsetzungskompetenz besitzen, um eigene Forschungsfragen über das Musikhören, sei es über physiologische, psychologische oder soziale Dimensionen, sowie konkrete Ansätze zu deren Beantwortung entwickeln zu können. Gleichzeitig bekommen Studierende dadurch die Möglichkeit, ihre allgemeinen als auch forschungsbezogenen digitalen Kompetenzen weiterzuentwickeln, indem die Methodiken in und mit digitalen Formaten beziehungsweise an Daten umgesetzt und eingesetzt werden. Somit ist also das Lehrprojekt von Anfang an immer ein forschungsbezogenes gewesen und ist zugleich studierenden- und kompetenzorientiert.

Ebenfalls stand von Anfang an außer Frage, dass der fachliche Inhalt, mit dem die Studierenden schließlich etwas „machen“ müssen, am besten gelehrt wird, indem sie das „Machen“ üben. Über ein Semester hinweg wurden die verschiedenen Teile des Methodenkoffers – Signalentdeckungstheorie, Signalverarbeitungstechniken und soziale Netzwerkanalyse – durch aktives und partizipatives Lernen befüllt. Um es Studierenden zu erlauben, nicht nur für ein konkretes Problem die passenden Methoden zu erlernen, sondern auch die Methodik zu abstrahieren und in Folge auf noch nicht konkretisierte Forschungsfragen zu übertragen, lernten Studierende die Methoden an mindestens drei Forschungsbeispielen kennen: An einem von der Lehrperson präsentierten Beispiel (etwa über die Anwendung von sozialer Netzwerkanalyse auf expressive Qualitäten von Musik aus Beschreibungen von Musikhörenden, siehe Hentschel und Cui, 2022, Exploring 19th-century Perception of “Uncanny” Music Using a Semantic Network Approach, in Music Perception, Band 40, Ausgabe 2, Seiten 168 bis 189), an einem zusammen mit einem weiteren Studierenden entwickelten Beispiel, und abschließend an den von anderen Studierendenteams entwickelten Beispielen (die damit ebenfalls eingeübte Kollaborationskompetenz ist ebenfalls eine sowohl für die Forschung als auch berufliche Praxis wichtige Dimension). Zeitlich auf jeweils drei Wochen begrenzt, wiederholten bzw. lernten die Studierenden erst die Geschichte und Theorie einer Methode in einem asynchronen Setting kennen. Hierbei wurden zuvor von der Lehrperson aufgezeichnete Videovorlesungen über die Methoden, ihre Anwendung in der Musikforschung und die mithilfe der Methoden gewonnenen Erkenntnisse eingesetzt. Nachdem Studierende im Master oftmals verschiedene Studienhintergründe haben, konnten durch diese asynchrone Komponente auch die dadurch bedingten verschiedenen Wissensstände ausgeglichen werden. In einem weiteren asynchronen Teil, bestehend aus jeweils einem Miniquiz auf einer E-Learning-Plattform, wurde das Verständnis der Studierenden überprüft.

Der erste synchrone Teil bestand aus einer Vorführung, beziehungsweise dem Lernen am Modell: Hier wurden Studierende parallel darin angeleitet, Schritt für Schritt die in den online bereitgestellten Vorlesungen vorgestellte Methodik mithilfe von auf der E-Learning-Plattform zugänglichen digitalen Programmcodes auf eine konkrete Forschungsfrage der Lehrperson anzuwenden, um so nachzuvollziehen, wie die Lehrperson zu ihrem Forschungsergebnis kam. Die Demonstration der Methodik war also immer an ein konkretes Forschungsergebnis gekoppelt. Ebenfalls im ersten synchronen Teil überlegten sich Studierende durch Brainstorming und im Gruppenaustausch bereits eigene Forschungsfragen über das Musikhören, welche man mit der Methodik beleuchten könnte.

Die durch dieses Lernen am Modell oder „Lernen durch Mitmachen“ bereitgestellte Orientierungsgrundlage wurde im zweiten synchronen Teil durch „Lernen durch Machen“, also dem Lernen durch Selbstmachen vervollständigt: Dabei sammelten Studierende Daten, welche sie im digitalen Format mithilfe der zu erlernenden Methodik analysieren würden. Studierende konzipierten kleine Studien, die im Rahmen einer Lehrsitzung durchführbar waren, bauten kleine Experimentstationen auf, betreuten abwechselnd mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner die eigene Experimentstation und rotierten als Versuchsperson durch die anderen Experimentstationen. Am Ende dieses Teils wurde gemeinsam diskutiert, wie die verschiedenen gesammelten Daten analysiert werden könnten. Einige Beispiele werden später noch vorgestellt.

Im abschließenden dritten synchronen Teil präsentierten Studierende sich gegenseitig, wie sie mithilfe der Methodik zu ihren eigenen Forschungsergebnissen gekommen waren – „Lernen durch Lehren“ – und hatten damit nicht nur an ihren eigens gesammelten Daten die Methodik mit eigenen Händen ausprobiert, sondern sahen gleich anhand der Beispiele ihrer Lernpartnerinnen und Lernpartner, wie die von ihnen gesammelten Daten mit derselben Methodik verarbeitet wurden, um andere Forschungserkenntnisse abzuleiten. So sicherten die Studierenden ihre neuen Kenntnisse durch das gegenseitige Vermitteln ab.

Die Wirksamkeit dieser Mischung aus asynchronen und synchronen Teilen und der Abfolge des Lernens durch Mitmachen, Machen und Lehren ist am besten sichtbar anhand der Studien, die im Rahmen des Lehrprojekts von Studierenden konzipiert, durchgeführt, anhand der als Lehrinhalt im Zentrum stehenden Methoden analysiert und schließlich präsentiert wurden, die in ihrer Vielseitigkeit eben auch die Vielseitigkeit des Phänomens Musikhören widerspiegeln. Studierende verarbeiteten Daten aus verschiedensten Experimenten: Es wurden in einer Studie zum Beispiel Fragen über das Musikhören in Fragebögen beantwortet, in denen sie einzelne Töne unterscheiden mussten. In weiteren Studien trugen Studierende beim Musikhören physiologische Messgeräte und präsentierten Erkenntnisse über die Wahrnehmung akustischer Charakteristika oder setzten Gehirnaktivität in Bezug zu gehörter Musik. Zwei Studierende verarbeiteten Daten aus einem weiteren Experiment, in dem ihre Lernpartnerinnen und Lernpartner dazu aufgefordert wurden, so schnell wie möglich ihnen bekannte Lieder einer bestimmten erfolgreichen Popgruppe zu nennen. Sie zeigten anhand der daraus entstandenen Netzwerke zwischen Liedern, dass die mentale Repräsentation von Liedern eher von der Präsentation dieser Lieder in einem erfolgreichen Musicalfilm beeinflusst wird als von den ursprünglich sortierten Alben dieser Popgruppe (eine bildliche Darstellung des Netzwerks ist beigelegt). Dieser spielerische Umgang mit der Methodik war ausdrücklich erlaubt und sollte Studierenden ermöglichen, die Bandbreite der Methodik in ihrer Fülle auszuloten. Die im Lehrprojekt durch eben das Anwenden der Methodik fast nebenbei erweiterten digitalen Kompetenzen der Studierenden fanden bereits in Abschlussarbeiten und Tagungsbeiträgen ihren gewinnbringenden Einsatz. Dies zeigt, dass nicht nur das Vermitteln der Methodiken, sondern auch das Vermitteln der digitalen Kompetenzen sehr gut funktioniert, wenn es forschungsgeleitet an konkreten Inhalten passiert und somit die Abstraktion von den im Lehrprojekt vermittelten Methodiken und der digitalen Kompetenzen ein individueller, von den Studierenden gestalteter Prozess ist.

Akzeptanz und Resonanz

Das Lehrprojekt wurde ausgesprochen gut angenommen und stieß auf große Akzeptanz und Resonanz. In der anonymen Lehrevaluation wurde die Lehrveranstaltung mit sehr gut bewertet und einige der grundlegenden Ideen des Projekts hervorgehoben. Die angestrebte Transparenz in der Lehre wurde laut dem anonymen Feedback ebenfalls erreicht – so zum Beispiel ein/e Studierende/r: „ich mag das Konzept mit den 3er Konzept, Theorie, Versuch durchführen, Ergebnisse vorstellen.“

Das Angebot zum aktiven und partizipativen Lernen wurde bereitwillig angenommen. So wurde in einer Nominierung des Lehrprojekts seitens einer/s Studierender/en betont, dass „die Ideenfindung und das persönliche Einbringen seitens der Teilnehmenden“ gefördert wurde und, dass bei der Konzipierung der eigenen Projekte „außerdem verschiedene musikalische Ansätze und Themen nach eigener Präferenz verfolgt werden“ konnten. Mithilfe der im anonymen Feedback erwähnten „Ausgezeichnete[n] Hilfestellungen bei Rückfragen zu den gestellten Aufgaben“ wurden zudem individuell auf die verschiedenen Vorerfahrungen und Bedürfnisse der Studierenden eingegangen.

Das Lehrprojekt wurde laut der Studienvertretung Musikwissenschaft von mehreren Studierenden für den UNIVIE Teaching Award 2024 nominiert und wurde schließlich auch mit dem universitären Lehrpreis in den Kategorien „Innovative Präsenzlehre“ und „Digitalität“ ausgezeichnet. Obwohl eben digitale Methoden sich vielleicht im digitalen Raum besonders gut lehren lassen sollten, war das Ziel des Lehrprojekts mit einem dezidiert Präsenzlehrefokussierten Ansatz, die digitalen Methoden mit den eigenen Händen greifbar zu machen und den Bezug zwischen behavioralen, psychologischen und physiologischen Daten, ihrer Digitalisierung und ihrer Verarbeitung sichtbar herzustellen. In einer Nominierung des Lehrprojekts wurden passenderweise die digitalen Methoden, die zur Verarbeitung genutzt werden, also die zu erwerbenden digitalen Methodikkompetenzen, als „ein wichtiges Handwerk“ bezeichnet.

Der ausdrücklich erlaubte und gewollte kreative und spielerische Zugang zu den gelehrten Methoden spiegelt sich in den aus dem Lehrprojekt resultierenden Forschungsergebnissen, die neben den geforderten Präsentationen auch zum Beispiel Playlists beinhaltete. Hierzu auch aus einer Nominierung des Lehrprojekts: „Frau Cui schaffte es ihre persönliche Note in den Unterricht zu bringen, den Inhalt klar verständlich und gleichzeitig auf eine humoristische Art zu vermitteln“. Weniger spezifisch, aber dennoch die Akzeptanz und Resonanz des Lehrprojekts belegend, aus dem anonymen Feedback: „the best LV this semester“.

Nutzen und Mehrwert

Die mithilfe der gelehrten Methoden beantworteten Forschungsfragen, die in Abschlussarbeiten und Tagungsbeiträgen gestellt wurden, sind Zeugnis des direkten Mehrwerts des Lehrprojekts. Eine Mischung aus asynchronen und synchronen Aspekten trug zur Flexibilisierung der Lehre bei. Gleichzeitig wurde der Lernprozess der Studierenden individuell unterstützt und begleitet, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren, methodische Grundlagen flächendeckend zu lehren und Methodikkompetenzen zu fördern. Hierzu aus einer Nominierung durch eine/n Studierende/n für den universitären Lehrpreis UNIVIE Teaching Award 2024: „Abschließend lässt sich sagen, dass Kurse auf diesem Niveau und mit dementsprechendem Inhalt ein wichtiges Grundfundament für die Befassung mit quantitativen Methoden darstellen, weswegen ich mich persönlich darüber gefreut habe, dass so ein umfassendes Angebot […] vorhanden war.“

Die Partizipation durch Studierende zeichnet das gesamte Lehrangebot der Systematischen Musikwissenschaft an der Universität Wien aus. Dennoch ist vielleicht das Ausmaß der Partizipation – Studierende gestalteten drei unterschiedliche Forschungsprojekte innerhalb eines Semesters – ein Alleinstellungsmerkmal dieses Lehrprojekts. Trotz des vielleicht groß erscheinenden Umfangs der von Studierenden geforderten Arbeit, wurden die durch die Lehrveranstaltung an die Studierenden gestellten Anforderungen durchgehend als weder zu niedrig noch zu hoch bewertet. Die klar definierten Lernziele einzelner Einheiten und die transparente Kommunikation darüber, wie diese kleinschrittigeren Lernziele mit dem übergeordneten Lernziel zusammenhängen, unterstützten offensichtlich die Bewältigung des geforderten Arbeitspensums. Dazu aus dem anonymen Feedback durch Studierende: „Angenehm ständig etwas zu tun zu haben und nicht auf einem Schlag zu viel“.  

Übertragbarkeit und Langlebigkeit

Das Projekt läuft seit 2022

Dem Feedback der Studierenden entsprechend wurde das Lehrprojekt weiterentwickelt. Studierenden identifizierten im Lehrangebot des Instituts auch weitere methodische Lücken, für welche sie sich weiterführende Veranstaltungen, beziehungsweise Methoden, für welche sie sich vertiefende Veranstaltungen wünschten, die in den letzten Semestern entsprechend von der Lehrperson angeboten wurden. Das grundlegende Konzept wurde dabei auch auf die neuen Lehrveranstaltungen und Lehrsituationen übertragen und ist damit auch auf andere Lehrveranstaltungen und Lehrsituationen übertragbar: Theoretische Grundlagen werden asynchron durch E-Learning-Plattformen vermittelt und abgefragt. Digitale Methoden werden an konkrete Beispiele angeknüpft und an diesen demonstriert. Studierende probieren die Methoden dann selbstständig an einem eigenen oder weiteren Beispiel, bevor sie die Methoden durch Peer-to-Peer Lernen verfestigen. Studierende erwerben also gleichzeitig digitale und interpersonelle Kompetenzen.

Institutionelle Unterstützung

Das Lehrprojekt ist institutionell fest im Curriculum für das Masterstudium mit dem Schwerpunkt Systematische Musikwissenschaft verankert. Darüber hinaus wurde das Lehrprojekt nicht nur fakultätsweit am Fakultätstag 2024 beleuchtet und dort mit dem UNIVIE Teaching Award 2024 ausgezeichnet, sondern auch in einem vom Center for Teaching and Learning, der hochschuldidaktischen Einrichtung der Universität Wien, veranstalteten Marketplace Event mit dem Titel „Lehre inspiriert“ von Expertinnen und Experten des Centers moderiert einem weiteren Publikum vorgestellt. Gleichzeitig fungierte das Event als vom Center for Teaching and Learning als Clearinghaus organisierte Forum, in dem der Austausch zwischen Lehrpersonen, die ähnliche Strategien in verschiedenen Fakultäten verfolgen.

Anonymes Feedback von Studierenden, welches im Rahmen der hochschulintern verankerten Lehrveranstaltungsevaluation gegeben wurde, wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung persönlich mit den Studierenden besprochen. Das direkte, persönliche Feedback während der Lehrveranstaltung wurde kontinuierlich zur Qualitätsverbesserung genutzt und war Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung des Lehrprojekts und der Formulierung von weiterführenden Lehrveranstaltungen. Somit wurde den Studierenden eine partizipative Einbindung nicht nur innerhalb einer Lehrveranstaltung, sondern über mehrere Lehrveranstaltungen hinweg ermöglicht.