Zuletzt aktualisiert am 01.06.2026
Musik / Kunst: Öffentlichkeit und Partizipation
Axel Petri-Preis
Die Seminargruppe mit Ursula Berner (Kultursprecherin Wiener Grüne) im Wiener Rathaus
Kurzzusammenfassung des Projekts
Die LV „Musik / Kunst: Öffentlichkeit und Partizipation“ ist als gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientiertes Lehrprojekt konzipiert. Sie zielt darauf ab, Studierende zu befähigen, (die eigene) künstlerische Praxis in ihren gesellschaftlichen, institutionellen und machtbezogenen Zusammenhängen wahrzunehmen, kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Zentrale Themen wie Öffentlichkeit, Partizipation und Ein- und Ausschlüsse werden dabei sowohl theoretisch behandelt als auch konsequent mit der Praxis verschränkt.
Didaktisch ist die Lehrveranstaltung stark partizipativ angelegt und setzt auf hohe Aktivität, Eigenständigkeit und Mitgestaltung. Lernen wird als dialogischer Prozess verstanden, der an den Erfahrungen, Perspektiven und Fragestellungen der Studierenden ansetzt. Als Lehrender übernahm ich primär die Rolle einer Lernprozessbegleitung, die Struktur und Impulse anbietet, um Lern- und Reflexionsräume zu eröffnen.
Die Lehrveranstaltung zeichnet sich durch eine große Vielfalt aktivierender Lehr- und Lernformen aus. Dazu zählen Formate zur gemeinsamen Begriffsbildung, simulationsbasierte Rollenspiele mit Perspektivübernahme, Expert:innen-Gespräche und Exkursionen zum Theorie-Praxis-Transfer sowie forschendes Lernen. Anstelle einer klassischen Seminararbeit planen und realisieren die Studierenden ein eigenes künstlerisches Projekt, das autoethnographisch begleitet und reflektiert wird.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
The course “Music / Art: Publicness and Participation” is conceived as a socially and sustainability-oriented teaching project. It aims to enable students to perceive, critically reflect on, and responsibly develop (their own) artistic practice in relation to its social, institutional, and power-related contexts. Core themes such as publicness, participation, and processes of inclusion and exclusion are addressed both theoretically and through their consistent integration with practice.
From a didactic perspective, the course is strongly participatory and emphasises a high degree of student activity, autonomy, and co-creation. Learning is understood as a dialogical process that builds on students’ experiences, perspectives, and questions. The teacher primarily assumes the role of a facilitator of learning processes, providing structure and impulses in order to open up spaces for learning and reflection.
The course is characterised by a wide range of activating teaching and learning formats. These include approaches to collective concept formation, simulation-based role-plays involving perspective-taking, expert talks and excursions supporting theory–practice transfer, as well as research-based learning. Instead of a traditional seminar paper, students plan and realise an artistic project, which is accompanied and reflected upon through autoethnographic methods.
Nähere Beschreibung des Projekts
Im Zentrum der Lehrveranstaltung „Musik / Kunst: Öffentlichkeit und Partizipation“ steht die gesellschaftliche Verortung von künstlerischer Praxis. Das partizipativ ausgerichtete und methodisch vielfältige Lehr- / Lernkonzept fördert in besonderem Maße kritische Reflexion und Eigenständigkeit der Studierenden und umfasst unter anderem Expert_innen-Gespräche, Exkursionen sowie die Gestaltung und autoethnographische Beforschung eines Wohnzimmer-Konzerts.
„Musik / Kunst: Öffentlichkeit und Partizipation“ ist eine prüfungsimmanente Pflichtlehrveranstaltung im dritten Semester des Masterstudiums „Music in Society“ an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Das Studium ist musiksoziologisch und kulturwissenschaftlich fundiert und hat laut Curriculum die „Auseinandersetzung mit musikalischen Praktiken im Kontext gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Ordnungen und ihrer Transformationen zum Ziel.“ Als Lernziel des entsprechenden Moduls wird angegeben, dass die Studierenden die gesellschaftlichen (…) Rahmenbedingungen für künstlerische Tätigkeiten im Bereich Musik“ kennen und dieses Wissen wissenschaftlich und künstlerisch bzw. künstlerisch forschend anwenden können. Die Lehrveranstaltung reagiert auf diese curricularen Vorgaben, indem sie Fragen von Öffentlichkeit und Partizipation sowie den damit in Zusammenhang stehenden Machtdynamiken sowohl theoretisch behandelt als auch systematisch mit der eigenen künstlerischen und wissenschaftlichen Praxis der Studierenden verschränkt.
Die Lehrveranstaltung richtet sich primär an Studierende des MA „Music in Society“, steht aber auch als Wahlfach offen. Die Teilnehmer_innen bringen sehr unterschiedliche künstlerische, wissenschaftliche und biografische Hintergründe mit, viele sind nach Phasen beruflicher Tätigkeit an die Universität zurückgekehrt. Diese Heterogenität stellt eine zentrale Rahmenbedingung dar und wird im didaktischen Konzept bewusst als Ressource genutzt. Die Lehrveranstaltung ist als Seminar mit Anwesenheitspflicht konzipiert und wird durch die digitale Lernplattform Moodle unterstützt, auf der die Teilnehmer_innen die Struktur der Lehrveranstaltung sowie alle Unterlagen finden können.
Über die Erfüllung curricularer Anforderungen hinaus verfolgt die Lehrveranstaltung folgende zentrale Ziele, die den Studierenden am Beginn transparent kommuniziert und am Ende zur Reflexion und Evaluierung des Seminars herangezogen wurden. Die Lernziele orientieren sich an der weiterentwickelten Lernzieltaxonomie von Bloom (Anderson et al. 2001):
- Die Studierenden können zentrale Theorien, Konzepte und Begriffe von Musik, Kunst, Öffentlichkeit und Partizipation benennen, einordnen und reflektieren.
- Die Studierenden können unterschiedliche theoretische Konzeptualisierungen von Musik und Kunst vor dem Hintergrund ihrer sozialen Konstruiertheit analysieren und kritisch diskutieren.
- Die Studierenden können Ein- und Ausschlüsse im Musikleben erkennen, analysieren und daraus Handlungsoptionen für die eigene künstlerische und wissenschaftliche Praxis ableiten.
- Die Studierenden sind in der Lage, wissenschaftliche Fachtexte kritisch zu lesen, zu analysieren und deren Inhalte auf ihre eigene künstlerische und wissenschaftliche Praxis zu übertragen.
- Die Studierenden können Grundsätze wissenschaftlicher Integrität anwenden und sich reflektiert im wissenschaftlichen Diskurs bewegen.
- Die Studierenden können community-orientierte bzw. sozial engagierte Musikinitiativen theoretisch einordnen, kritisch reflektieren und in Beziehung zur eigenen Praxis setzen.
- Die Studierenden können ein eigenes sozial engagiertes künstlerisches Projekt planen, durchführen und dessen Prozess autoethnographisch beforschen.
Die konstruktivistische Didaktik von Kersten Reich (2012) ist ein zentraler Bezugspunkt der Lehrveranstaltung. So folgt sie einem grundlegend dialogischen und ressourcenorientierten Lehrverständnis und setzt bewusst auf die Wechselwirkung von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion. Lernen wird als sozialer Prozess verstanden, der an den Erfahrungen, Perspektiven und Fragestellungen der Studierenden ansetzt. Meine eigene Rolle als Lehrender verstehe ich dabei vor allem als Anstifter, Initiator und Begleiter von Lernprozessen. Als solcher setze ich bewusste Impulse, die Lern- und Reflexionsräume für Studierende eröffnen.
Die Lehrveranstaltung ist dem Thema entsprechend stark partizipativ angelegt und fördert in hohem Maße Reflexivität und Eigenständigkeit der Studierenden. Zur Aktivierung der Studierenden und zur Gestaltung eines möglichst inklusiven Lehr- / Lernsettings, das unterschiedliche Persönlichkeits- und Lerntypen berücksichtig, wird großer Wert auf Methodenvielfalt gelegt. Die folgenden Lehr- und Lernmethoden wurden im Verlauf der Lehrveranstaltung eingesetzt und werden hier anhand konkreter Beispiele aus einzelnen Seminareinheiten illustriert:
Aktivierung von Vorwissen und gemeinsame Begriffsbildung
Zu Beginn der ersten Lehrveranstaltung aktivierten die Studierenden ihr Vorwissen in Form eines One-Minute-Papers zum Titel der Lehrveranstaltung. Die individuellen Texte wurden unmittelbar in eine kollektive Collage überführt, in der zentrale Begriffe und Assoziationen visuell gebündelt wurden. Darauf aufbauend entwickelten die Studierenden in einem sogenannten stummen Dialog einen schriftlichen Austausch, indem sie die Beiträge der anderen kommentierten und ergänzten. Die Sequenz mündete in eine gemeinsame Reflexion, die durch einen gezielten Perspektivenwechsel (z. B. Leitung einer Kulturinstitution, Hochschulleitung, soziokulturelle Initiative, Kulturpolitik) erweitert wurde, um institutionelle und machtbezogene Rahmenbedingungen sichtbar zu machen.
Lernen durch Rollenspiele und Perspektivübernahme
Nach einem Input in Form eines Kurzvortrags, eines Videos und eines kurzen Textimpulses erhielten die Studierenden in Einheit 4 ein konkretes Szenario sowie Rollenkarten. Ausgangspunkt war die Einladung der Kulturabteilung einer fiktiven Stadt zu einem runden Tisch mit dem Ziel, ein inter- und transkulturelles Musikprojekt zu entwickeln, das eine etablierte Kulturinstitution und eine syrische Community gleichermaßen einbindet. Für das Projekt standen öffentliche Fördermittel sowie Mittel einer Stiftung zur Verfügung. Die Studierenden schlüpften in unterschiedliche Rollen (Vertreter_in der Kulturabteilung, Intendant_in eines Konzerthauses, aktivistische_r Community Musician, Vertreter_in einer Stiftung, Vertreter_in eines syrischen Kulturvereins) und führten ein strukturiertes Planungsgespräch. Ziel war es, sich zu positionieren, gemeinsam eine Projektidee zu entwickeln und diese abschließend in Form eines kurzen Pressestatements zu präsentieren.
In der anschließenden Auswertung wurden die Erfahrungen gemeinsam strukturiert reflektiert. Im Zentrum standen Fragen nach sichtbar gewordenen Machtasymmetrien, nach der Aushandlung von Qualitätsvorstellungen sowie danach, wessen Perspektiven Gehör fanden und wessen nicht. Studierende, die keine Rolle übernehmen wollten, nahmen als Beobachtende teil, hielten den Prozess schriftlich fest und gaben am Ende Feedback.
Theorie-Praxis-Transfer durch Expert_innen-Gespräche und Exkursionen
In mehreren Einheiten der Lehrveranstaltung waren Expert_innen aus unterschiedlichen Praxisfeldern zu Gast, die ihre jeweiligen Perspektiven auf die zentralen Themen der Lehrveranstaltung einbrachten. Dazu zählten unter anderem Mitglieder des Stegreif Orchesters, Annemarie Mitterbäck vom Community-Music-Verein MusicScapes sowie Franziska Ritter von den 1:1 Concerts. Ergänzt wurden diese Gespräche durch Exkursionen in kulturelle und kulturpolitische Institutionen, darunter die Wiener Staatsoper (Gespräch mit der Leiterin der Outreach-Abteilung) sowie das Wiener Rathaus (Gespräch mit der kulturpolitischen Sprecherin der Wiener Grünen). Die Expert_innen-Gespräche und Exkursionen wurden jeweils durch gezielte Recherchen der Studierenden vorbereitet. Sie umfassten sowohl Inputs als auch ausführliche Frage-Antwort-Sequenzen. Ziel dieser Gespräche war es, das im Seminar erarbeitete theoretische Wissen auf konkrete Praxen und Problemstellungen zu beziehen. Die Studierenden wurden dazu angeregt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen unterschiedlichen institutionellen Logiken, Partizipationsverständnissen und Öffentlichkeitsbezügen herauszuarbeiten und diese mit den zuvor behandelten theoretischen Konzepten in Beziehung zu setzen. Die Gespräche wurden im Anschluss im Plenum gemeinsam ausgewertet und in den weiteren Verlauf der Lehrveranstaltung rückgebunden.
Forschendes Lernen und Einführung in wissenschaftliche Qualitätsverfahren
Zur inhaltlichen Vorbereitung eines folgenden Expert_innengesprächs wurde die fünfte Seminareinheit der gemeinsamen Auseinandersetzung mit einem wissenschaftlichen Text gewidmet. Dabei diente die Textarbeit gleichzeitig als Anlass, grundlegende Prinzipien wissenschaftlicher Integrität sowie Funktionsweise und Bedeutung von Peer-Review-Verfahren zu thematisieren. Die Studierenden bereiteten die Einheit durch die Lektüre eines Fachartikels vor. In der Lehrveranstaltung wurden zentrale Elemente des Peer-Review-Prozesses anhand strukturierter Materialien gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Darauf aufbauend verfassten die Studierenden selbstständig ein Gutachten zum gelesenen Text. Durch diese Kombination aus Textarbeit, strukturierter Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien und praktischer Anwendung erschlossen sich die Studierenden nicht nur den fachlichen Inhalt des Textes zur Vorbereitung auf das Expert_innen-Gespräch, sondern wurden zugleich dazu befähigt, wissenschaftliche Arbeiten auf einer Meta-Ebene kritisch zu analysieren und zu beurteilen.
Projektbasiertes und forschendes Lernen
Als Semesterleistung verfassten die Studierenden keine wissenschaftliche Seminararbeit im klassischen Sinne, sondern übernahmen die Planung und Durchführung eines Wohnzimmerkonzerts. Dazu traten sie in Kontakt mit potenziellen Gastgeber_innen und entwickelten gemeinsam Überlegungen zur Ausgestaltung des Konzerts sowie zur eingeladenen Öffentlichkeit. Studierende, die keine unbekannten Personen ansprechen wollten, konnten alternativ mit Freund_innen oder Bekannten zusammenarbeiten, ebenso bestand die Möglichkeit, sich in Kleingruppen zusammenzuschließen. Der Aufführungsort konnte dabei von privaten Wohnungen auf andere, ungewöhnliche Konzertorte ausgeweitet werden. Der gesamte Prozess wurde seitens der Studierenden durch eine autoethnographische Forschung. Die Verbindung von realer Projektverantwortung und autoethnographischer Forschung stellt einen zentralen innovativen Kern der Lehrveranstaltung dar. Zur Unterstützung dieses reflexiven Arbeitens wurden in jeder zweiten Seminareinheit sogenannte „Zwischenstopps: Autoethnographie“ eingerichtet, in denen die Studierenden über den aktuellen Stand berichteten, Erfahrungen austauschten und offene Fragen gemeinsam in der Gruppe diskutierten.
Die Rückmeldungen der Studierenden sowie die Abschlussarbeiten zeigen, dass der Besuch der Lehrveranstaltung eine tiefgehende und nachhaltige Reflexion über die gesellschaftliche Verortung (eigener) künstlerischer Praxis ausgelöst hat. Die methodische Vielfalt innerhalb des Seminars ermöglichte vielfältige Modi der Teilhabe und die konsequente Verbindung von Theorie und Praxis in Form von Gästeinputs und Exkursionen machte die Themen des Seminars für die Studierenden unmittelbar greifbar. Als besonders innovativ ist die Abschlussarbeit zu bezeichnen, die die Planung und Durchführung eines Wohnzimmerkonzerts mit autoethnographischer Forschung verband. Hier verschränken sich künstlerische Praxis, gesellschaftliche Verortung und wissenschaftliche Reflexion in einer Weise, die nachhaltige Kompetenzentwicklung über die Lehrveranstaltung hinaus ermöglicht.
Nutzen und Mehrwert
Der Nutzen und Mehrwert der Lehrveranstaltung liegt in ihrem klaren gesellschaftspolitischen Fokus und der konsequenten Verortung künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Strukturen. Studierende lernen, künstlerische Praxis im Zusammenhang von Öffentlichkeit, Machtverhältnissen sowie Ein- und Ausschlüssen kritisch zu analysieren, eigene Positionen zu entwickeln und daraus begründete Handlungsoptionen abzuleiten. Durch die Auseinandersetzung mit partizipativen und sozial engagierten künstlerischen Praxen werden langfristig verantwortungsvolle, inklusions- und diversitätssensible Handlungsweisen angeregt.
Ein zentraler Mehrwert der Lehrveranstaltung besteht in der kontinuierlichen Verbindung von Theorie und gesellschaftlicher Praxis. Theoretische Konzepte werden nicht isoliert vermittelt, sondern systematisch mit realen Projekten, konkreten Praxisfeldern und dem Austausch mit erfahrenen Akteur:innen aus Kunst, Bildung und Kulturpolitik verknüpft. Dadurch werden gesellschaftliche Fragestellungen nicht abstrakt behandelt, sondern in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit unmittelbar erfahrbar.
Partizipation steht dabei nicht nur inhaltlich im Fokus, sondern wird als didaktisches Prinzip umgesetzt. Mitgestaltung, gemeinsame Aushandlungsprozesse und die Übernahme von Verantwortung sind integraler Bestandteil der Lehr- und Lernprozesse. Auf diese Weise trägt die Lehrveranstaltung zu einer nachhaltigen Kompetenzentwicklung bei und stärkt analytische, reflexive und praxisbezogene Fähigkeiten, die über das Studium hinaus in unterschiedlichen beruflichen Kontexten wirksam werden.
Darüber hinaus fördert die Lehrveranstaltung den produktiven Umgang mit Komplexität und Unsicherheit. Offene Aufgabenstellungen und reale Handlungssituationen unterstützen Studierende dabei, auch in nicht vorstrukturierten gesellschaftlichen Kontexten handlungsfähig zu bleiben. Dies leistet einen Beitrag zur Entwicklung von Resilienz und zu einer professionellen Haltung, die künstlerisches Handeln als gesellschaftlich eingebettete und verantwortungsvolle Praxis versteht.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2025
Das Lehrprojekt ist langfristig im Curriculum verankert und wird regelmäßig durchgeführt. Inhalte, Methoden und Aufgabenformate werden dabei kontinuierlich auf Basis von Studierendenfeedback, Evaluierungen, aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sowie neuer theoretischer und praktischer Impulse weiterentwickelt. Einzelne Lehr- und Lernformate, etwa simulationsbasierte Rollenspiele, praxisbasierte Projektarbeit oder autoethnographische Reflexion, werden iterativ angepasst und auf neue thematische Schwerpunkte übertragen.
Das zugrunde liegende didaktische Konzept ist modular angelegt und in hohem Maß übertragbar. Zentrale Prinzipien wie die konsequente Verbindung von Theorie, Praxis und Reflexion, die Arbeit mit realen Projekten sowie die Umsetzung von Partizipation als Lern- und Arbeitsweise lassen sich auf andere Lehrveranstaltungen innerhalb der Hochschule übertragen, insbesondere in musikpädagogischen, künstlerischen, sozial- und kulturwissenschaftlichen Kontexten. Aufgrund der heterogenen Zielgruppe eignet sich das Konzept zudem für interdisziplinäre Lehrformate, in denen Studierende aus unterschiedlichen Studienrichtungen gemeinsam arbeiten.
Darüber hinaus ist das Lehrprojekt auch außerhalb der Hochschule anschlussfähig. Die eingesetzten Methoden und Formate lassen sich in Kooperationen mit Kulturinstitutionen, sozialen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen einsetzen und weiterentwickeln. Die Zusammenarbeit mit externen Expert_innen und Praxispartner_innen trägt zum Aufbau nachhaltiger Netzwerke bei und ermöglicht es, das Lehrprojekt als Erprobungsraum für gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientierte Lehre fortzuführen und auf neue Kontexte zu übertragen.
Institutionelle Unterstützung
Institutionell wird das Lehrformat finanziell unterstützt, sodass Honorare für die Expert_innen ausbezahlt werden können. Die Lehrveranstaltung benötigt darüber hinaus keine besonderen räumlichen und personellen Ressourcen, was die Übertragbarkeit des Konzepts fördert.
Bei ihrer ersten Durchführung wurde die Lehrveranstaltung im Rahmen des Evaluierungszyklus des Qualitätsmanagements evaluiert. Als Lehrperson erhielt ich die Ergebnisse und hatte die Möglichkeit, in Evasys eine strukturierte Rückmeldung für die Studierenden zu formulieren. Weitere Durchführungen der Lehrveranstaltung werden auf freiwilliger Basis des Lehrenden vonseiten des Qualitätsmanagements evaluiert. Die Rückmeldungen der Studierenden bilden eine wesentliche Grundlage für die inhaltliche und didaktische Weiterentwicklung der Lehrveranstaltung.