Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025
Kommunikation in der Telemedizin
Bei dem Projekt handelt es sich um ein neues Projekt / eine wiederholte Einreichung
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Innovative Hochschuldidaktik
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
Gruppengröße
< 20
Anreißer (Teaser)
Im Zuge des Angebotes digitaler Kommunikationswege in der Patient/-innen-Betreuung müssen Studierende frühzeitig für Möglichkeiten wie Risiken sensibilisiert werden. Im Zuge dieses Lehrprojektes widmen wir uns der Kommunikation in der Telemedizin.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Im Rahmen des interuniversitären und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung co-finanzierten Projektes „Digital Skills, Knowledge und Communication (DSKC)“ im Medizinstudium erfolgte an der Klinischen Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Graz eine Schwerpunktsetzung „Digitalisierung in der Kommunikation mit Patient:innen“. Ausgehend von dieser ursprünglichen Initiative erfolgte die Umsetzung eines Wahlfaches, die Etablierung des Themas in der Pflichtlehre und ein Einzug in die ärztlichen Rollenbilder (Fähigkeiten als Kommunikator/-in) der Medizinischen Universität Graz.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
As part of the inter-university project “Digital Skills, Knowledge and Communication (DSKC)” in medical studies, co-funded by the Federal Ministry of Education, Science and Research, the Clinical Department of Medical Psychology, Psychosomatics and Psychotherapy at the Medical University of Graz focused on the topic “Digitalization in Communication with Patients”. Started from this initiative the teaching project actually results in an elective, the implementation of the topic in the core curriculum and also in the medical role models (skills as a communicator) of the Medical University of Graz.
Nähere Beschreibung des Projekts
Die Corona-Pandemie hat die Etablierung von videobasierten Beratungen und Gesprächen im Gesundheitswesen beschleunigt und zu neuen Chancen wie auch Herausforderungen geführt. Im Rahmen des interuniversitären und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung co-finanzierten Projektes „Digital Skills, Knowledge und Communication (DSKC)“ im Medizinstudium erfolgte hierzu an der Medizinischen Universität Graz eine Schwerpunktsetzung „Digitalisierung in der Kommunikation mit Patient:innen“.
An der Medizinischen Universität Graz wurde im Rahmen des DSKC-Projektes durch die fachliche Expertise der Klinischen Abteilung für medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie der Fokus auf kommunikative Aspekte im digitalen Setting gelegt. Hierzu sollen Studierende auf die aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen im Bereich der telemedizinischen Versorgung vorbereitet werden.
Ziel war es die Inhalte mittelfristig im Pflichtcurriculum der Humanmedizin zu verankern. Mit Sommersemester 2021 konnte eine erste Pilotlehrveranstaltung im Erweiterungsstudium „Digitalisierung in der Medizin“ zum Thema „Ärztliche Kommunikation im digitalen Setting“ erprobt werden. Auf Basis der Rückmeldung der dortigen Studierenden erfolgte mit Wintersemester 2021/22 die Konzeption eines fachspezifischen Moduls, welches in einem zweiten Schritt als freies Wahlfach etabliert wurde.
Freies Wahlfach „Digitale Kompetenzen in der Kommunikation“:
Nach der zuvor beschriebenen konzeptuellen Planung und inhaltlichen Aufbereitung wurde das Wahlfach mit Sommersemester 2022 erstmals durchgeführt. Das Wahlfach setzt sich hierbei aus 3 Modulen, zu je 6-7 Unterrichtseinheiten zusammen. In den ersten beiden Modulen werden Grundlagen der klassischen ärztlichen Kommunikation (Modul 1) sowie zu den speziellen Herausforderungen im digitalen Setting (Modul 2) vermittelt. Der Theorieteil wird durch klassische Rollenspiele (anhand vorgefertigter Patient*innen-Fälle) jeweils durch 2 Studierende miteinander (es muss jeder/jeder Studierende jeweils die ärztliche bzw. patient*innen Rolle einnehmen) praktisch
geübt. In Modul 1 werden diese in Präsenz durchgeführt, während sie in Modul 2 digital per Videokonferenzsystem (jeweils ein Studierender/eine Studierende als Arzt/Ärztin sowie Patient/Patientin in separaten Räumen) erprobt werden. Die restlichen Teilnehmenden fungieren als Beobachter*innen mit fixen Arbeitsaufträgen (bspw. Fokus auf Gesprächsstruktur, Umgang mit Emotionen, Einhalten der kommunikativen Strategien im digitalen Rahmen, etc.).
In Modul 3 erfolgt nur mehr das praktische Üben zwischen dem/der Studierenden und der/dem Schauspieler:in. Dies erneut dahingehend, dass der/die Studierende in einem separaten Raum das Gespräch über Videokonferenzsystem durchführt und der/die Schauspieler:in extern zugeschalten wird. Die restlichen Teilnehmenden fungieren erneut als Beobachter:innen mit fixen Arbeitsaufträgen.
Folgende didaktische Methoden werden generell in der Lehrveranstaltung verwendet: Rollenspiele (Studierende zu Studierende sowie Einbeziehung von Schauspielpatient*innen), „Digital Whiteboard“, Videos zur Selbstreflexion (die Studierenden werden auf Wunsch und mit schriftlichen Einverständnis in Modul 2 aufgezeichnet und können dies als Vorbereitung für Modul 3 nutzen), Vorträge, Gruppendiskussionen, Reflexions- und Feedbackrunden, Debriefing der Simulationssituation.
Begleitende Lehrforschung und Evaluierung
Da es sich um eine Neukonzeption handelt, wurde eine begleitende Lehrforschung durchgeführt.
www.egms.de/static/en/meetings/gma2023/23gma116.shtml
Weiterentwicklung und Verankerung der Inhalte im Pflichtcurriculum:
Aktuell wird der Schwerpunkt auf die Verankerung der Inhalte in den Pflichtcurricula gelegt. Aufgrund der Relevanz der vermittelten Inhalte und der gewonnenen Erkenntnisse des Wahlfaches konnten, in Abstimmung mit der universitären Leitung wie auch der verantwortlichen Koordinatorin des Pflichtracks „PT-Basics-Ärztliche Gesprächsführung“, wesentliche inhaltliche Aspekte der Lehrveranstaltung bereits mit Wintersemester 2022/23 in der Pflichtlehre des Medizinstudiums verankert werden (hier wieder mit Training mit einem Schauspielpatienten/einer Schauspielpatientin). Zudem konnte die Verankerung des Themas in einem Modul des Masters "Interprofessionelle Gesundheitswissenschaften" ebenfalls erreicht werden.
Beginnend mit dieser Lehrinitiative war es weiters möglich, das Thema Kommunikation im digitalen Rahmen auch im ärztlichen Rollenbild der Medizinischen Universität Graz zu verankern (Ko 6.03), www.medunigraz.at/frontend/user_upload/themen-studium/pdf/LZK-rollenbilder/handbuch-rollenbilder.pdf
Akzeptanz und Resonanz
Eine erste Auswertung des Wahlfaches findet sich unter diesem Link: www.egms.de/static/en/meetings/gma2023/23gma116.shtml
Die mündlichen Rückmeldungen der Studierenden im Zuge der Pflichtenlehre (sowohl Diplomstudium wie auch Master) sind überwiegend positiv. Da die betroffene Lehrveranstaltung im Rahmen des Medizinstudiums bereits im zweiten Studienjahr stattfindet, sind einzelne Studierende skeptisch hinsichtlich der Relevanz (da dies zeitlich mit größeren Lehrveranstaltungen wie Anatomie kollidiert. Diese können im Zuge der Abhaltung in aller Regel jedoch gut mitgenommen werden.
Im Zuge der Abhaltung der Inhalte im Master (hier u.a. Pflegepersonen, Hebammen, Physiotherapeut:innen als Zielgruppe), ist die Akzeptanz aufgrund der bereits vorbestellenden Berufserfahrung hoch.
Da das Thema Telemedizin nur einen umschriebenen Teil der Lehrveranstaltung "PT-Basics - Grundlagen der ärztlichen Kommunikation" einnimmt, gibt es aufgrund des nicht vorhanden Detailierungsgrades im Zuge der schriftlichen Evaluierung keine standardisierten Rückmeldungen.
Nutzen und Mehrwert
Das Lehrprojekt schafft frühzeitig eine Sensibilisieren für die Möglichkeiten wie Risiken der Kommunikation in digitalen Settings (Fokus auf videobasierte telemedizinische Angebote). Hierdurch wird den Studierenden eine Möglichkeit geboten diese Angebote bereits im Zuge ihrer universitären Ausbildung theoretisch wie praktisch zu Erproben um für ihre ärztliche bzw. Tätigkeit als Gesundheitspersonal eine bessere Einschätzung wie Umsetzung derartiger Angebote zu ermöglichen.
Durch die Anführung des Themas als der ärztlichen Rollenbilder (Kommunikationsfähigkeiten im digitalen Setting) konnte eine nachhaltige Verankerung auf universitärer Ebene erreicht werden.
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2020
Das Projekt erlebte seinen Beginn im Zuge des interuniversitären Projektes "DSKC". Nach Beendigung des DSKC-Projektes im Jahr 2025 sollen die Inhalte im Zuge der Pflicht-Lehre und des Wahlfachangebotes weiterhin angeboten werden.
Institutionelle Unterstützung
Das Projekt wird abseits durch den Kick-Off im Zuge des DSKC-Projektes (Laufzeit 2020-2025) durch bestehende Mittel der Klinischen Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie bestritten.