Zuletzt aktualisiert am 30.05.2025
Health of Students - Peer2Peer
Projektname des bereits eingereichten Projekts:
Health of Students - Das Peer2Peer-Programm
Ars Docendi Kriterien
- Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz
- Studierenden- und Kompetenzorientierung
- Partizipation und Mitgestaltung
Gruppengröße
> 150
Anreißer (Teaser)
Die Aufrechterhaltung und Stärkung der Gesundheit von Studierenden ist eine zentrale Voraussetzung für ein guten Lernerfolg sowie Lebensqualität während der Ausbildung. Das Health of Students - Peer2Peer unterstützt die Studierenden dabei.
Kurzzusammenfassung des Projekts
Beim Schwerpunkt „Health of Students“ handelt es sich um einen multimodalen Ansatz zur Verbesserung der Studierendengesundheit, welcher seit 2010 kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Zentraler Angelpunkt ist hierbei das Peer2Peer-Programm, welches Studierende zum Thema biopsychosoziale Gesundheit aus- und weiterbildet, sowie im Rahmen von Einzelberatungen die Betreuung in psychosozialen Krisen anbietet.
Neben der Abhaltung von drei Wählfachern („Psychosoziale Krisenintervention und Stressbewältigung“, „Medical Humanities“, "Peer sein und Studierendengesundheit im Doktorat") erfolgt die Wissensvermittlung unter anderem durch Workshops (bspw. zu Entspannungs- und Lerntechniken), Podcasts (bspw. Ernährung), sowie weiteren Informationsveranstaltungen und Social Media - Beiträgen (bspw. via Instagram).
Während die Inhalte in den Wahlfächern sowie die Ausbildung und die Supervision der Tutor*innen (Peers) durch ein multidisziplinäres Lehrenden-Team der Medizinischen Universität Graz mit Fachkompetenz in Medizin, Psychotherapie und Psychologie vermittelt werden, werden die anderen Angebote durch studentische Tutor*innen (Peers) umgesetzt. Neben der Wissensvermittlung sowie der Betreuung in Krisen erfolgt im Rahmen des Schwerpunktes auch eine begleitende Lehrforschung (mit Fokus der Wahlfächer), sowie lokale wie internationale Forschungsprojekte zur Studierendengesundheit.
Kurzzusammenfassung des Projekts in englischer Sprache
"Health of Students" is a multimodal approach to enhance student health at the Medical University of Graz, which has been continuously developed since 2010. The key element consists in the Peer2Peer programme, which aims to educate students on the topic of biopsychosocial health and to offer support in psychosocial crises.
In addition to three elective courses ("Psychosocial Crisis Intervention and Stress Management", "Medical Humanities", "To be a peer and health of students for doctoral students"), knowledge is imparted through workshops (e.g. on relaxation and learning techniques), podcasts, other information events and social media contributions (via instagram). Currently, the digitalisation of the content is also being finalised.
The knowledge transfer within the elective courses and the training and supervision of the students tutors (peers) are carried out by a multidisciplinary lecturer team with expert-knowledge in medicine, psychotherapy and psychology. The other aspects of the program are offered by the tutors (peers) to the students. In addition to knowledge transfer and mentoring, the multimodal approach also includes accompanying teaching research (with a focus on elective courses) and research projects on student health (with local and international collaborations).
Nähere Beschreibung des Projekts
Das Peer2Peer-Programm steht Studierenden aller Studienrichtungen (Humanmedizin, Zahnmedizin, Pflegewissenschaft, Doktorat- und PhD-Programmen) der Medizinischen Universität Graz unabhängig vom Studienfortschritt zur Verfügung. Seit der letzten Einreichung (2023) wurde das Programm konsequent weiterentwickelt und auf den Doktorats- und PhD-Bereich erweitert. Dies einerseits durch die Implementierung eines zusätzliches Wahlfaches ("Ein Peer sein und Studierendengesundheit - Ein Wahlfach im Doktorat") sowie den Aufbau einer Peer-Gruppe bestehend aus aktuell 5 Doktorats- und PhD-Studierenden. Zudem werden aktuell digitale Angebote für die universitätsinterne Modulplattform entwickelt und diese aufbereitet.
Generell soll das Peer2Peer-Programm mit einem niederschwelligen und breiten Angebot durch Workshops, Vorträge, Social Media-Auftritte, Wahlfächer und Einzelberatungen als einzigartige Einrichtung und Anlaufstelle zur Förderung und Stärkung der Gesundheit von Studierenden dienen. Dies nicht nur bei Schwierigkeiten oder Krisen aufgrund von Überforderung oder Misserfolgen im Studium, persönlichen Problemen im Privatleben oder Krankheit, sondern auch bei der Erarbeitung von Lösungen und der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung sollen Studierende schnell und unkompliziert unterstützt werden.
Der Schwerpunkt "Health of Students“ und das „Peer2Peer-Programm“ als Beratungsangebot verfolgen vier Grundziele:
1. Studierende der Medizinischen Universität Graz in psychosozialen Krisen zu unterstützen und sie zur Aktivierung sowie Stärkung der eigenen Ressourcen (u.a. Umgang mit Stress, Lernbelastungen, Gesundheitsförderung) zu befähigen.
2. Studierende auch in der Verantwortung für Fragen von psychosozialen Krisen sowie der Gesundheit generell für ihre späteren beruflichen Karrieren zu sensibilisieren und ihnen Fähigkeiten und Techniken hierfür durch Lehrangebote und Fortbildungen mitzugeben.
3. Die speziell geschulten Tutor*innen (Peers), welche als zentraler Baustein den Schwerpunkt „Health of Students“ mittragen, in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und dabei zu fördern, neue Fähigkeiten zu lernen (bspw. Organisationsaspekte, Umgang mit digitalen Angeboten, Beratung in Krisen).
4. Den Hochschulraum für die Wichtigkeit des Themas "Gesundheit von Studierenden" zu sensibilisieren, mögliche „Best Practice -– Beispiele“ im Schwerpunkt an der Medizinischen Universität zu erproben, sowie die Erfahrungen mit interessierten Partner*innen (u.a. durch Kooperationen, Forschungsprojekte) zu teilen.
Beteiligte Personen:
Es beteiligen sich Lehrende aus den Bereichen Medizin, Psychologie und Psychotherapie, sowie höhersemestrige (speziell geschulte) Studierende, welche als Tutor*innen (Peers) die Betreuung und Wissensvermittlung an die Studierenden durchführen. Diese Peers werden durch einen Fachexperten (Christian Vajda, Leiter des Programmes) angeleitet und im Rahmen einer vertiefenden Supervision (Gruppen- wie Einzelsupervision) durch die Mitglieder des Lehrenden-Team begleitet. Für komplexere Fälle bzw. Fragestellungen (z.B. notwendige Psychotherapie) steht dieses Lehrenden-Team ebenfalls zur Verfügung.
Organisatorischer Aufbau des Schwerpunktes Health of Students - Peer2Peer:
1. Lehre
2. Peer2Peer-Programm - Betreuung und Wissensvermittlung durch Tutor*innen
3. Forschung
ad 1. Lehre:
Das Angebot der Lehre umfasst aktuell drei Wahlfächer, welche für die Studierenden der Medizinischen Universität Graz sowie und für die Studierenden aller anderen Grazer Universitäten (als Mitbelegung) offenstehen.
Wahlfach „Psychosoziale Krisenintervention und Stressbewältigung“:
Dieses Wahlfach ist für alle Studierenden zur Teilnahme verfügbar. Ziel ist das Erkennen sowie der Umgang mit psychosozialen Krisen, die eigene Person (Belastungsquellen, Ressourcen, Erlernen von Coping- Strategien, Faktoren der Studierendengesundheit) betreffend, aber auch der Umgang damit in der späteren Arbeitswelt (z.B. „Welche Berufsgruppen können unterstützen?“, „Wie unterscheide ich die Notwendigkeit einer psychotherapeutischen und/oder psychiatrischen Intervention?“, "Wie erkenne ich Krisen im bspw. medizinischen Arbeitsalltag?"). Gleichzeitig stellt dieses Wahlfach auch die Basisausbildung für die zukünftigen Tutor*innen (Peers) des Peer2Peer-Programmes dar. Das Wahlfach umfasst insgesamt zwei Semesterwochenstunden und legt, neben den theoretischen Grundlagen auch einen starken Fokus auf das praktische Erlernen und Üben von bspw. Gesprächs- und Entspannungstechniken.
Inhalte des Wahlfaches:
a. Evidenz zur Gesundheit/Belastung von Studierenden, relevante Faktoren im Zuge der Studierendengesundheit
b. Vermittlung von Grundkonzepten der Kommunikation und Krisenintervention
c. Wissensvermittlung und Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung (Coping- Strategien, Entspannungstechniken, Ressourcen-Stärkung)
d. Psychotherapeutische und pharmakologische/psychiatrische Grundlagen zu Interventionen bei Krisen bzw. bestimmten klinischen Fragestellungen (Ängste, Depression, Burnout, Suizidalität)
e. Falldiskussion mit dem Fokus auf die psychosoziale Betreuung von Studierenden
Didaktik und Organisation:
a. Lehrformate: Vorträge, Diskussionen, Rollenspiele, Verwendung von Videosequenzen und Falldiskussionen.
b. Abschlussvoraussetzungen: Anwesenheit von mindestens 75% (6 von 8 Lehreinheiten), aktive Mitarbeit sowie eine positive abgelegte Falldiskussion (mündlich) am Ende des Wahlfaches
c. Studierendenzahl pro Semester: max. 10
d. Laufende Evaluierung und Lehrforschungsbegleitung jedes Semester
e. Abhaltung in dieser Form seit WS 2017/18
Wahlfach „Medical Humanities“:
Während im angloamerikanischen Sprachraum bereits seit vielen Jahrzehnten (auch institutionalisiert) das interdisziplinäre Themenfeld „Medical Humanities“ sowohl für die Verbesserung der persönlichen Reflexion, als auch zur Stärkung der Diskussionsfähigkeit genutzt wird, stehen im europäischen/deutschsprachigen Raum diese Bemühungen erst am Anfang.
Didaktik und Organisation:
a. Lehrformate: Vorträge, Diskussionen, Verwendung von multimedialen Ansätzen (bspw. Filme, Musik), Theaterbesuche, belletristische Literatur
b. Abschlussvoraussetzungen: Anwesenheit von mindestens 75% (3 von 4 Lehreinheiten), aktive Mitarbeit sowie Abgabe der schriftlichen Reflexion am Ende des Wahlfaches
c. Studierendenzahl pro Semester: max. 8
d. Laufende Evaluierung jedes Semester
Ein Peer sein und Studierendengesundheit – ein Wahlfach im Doktorat:
Ein drittes Wahlfach widmet sich dem Fokus auf Peer-Mentoring und Studierenden-Gesundheit speziell für Studierende der Doktoratsstudien an der Medizinischen Universität Graz. Hierbei werden Grundkompetenzen für eine zukünftige Arbeit als Peer sowie grundlegende Informationen zur Gesundheit im Doktorat vermittelt (max. 8 Studierende).
ad 2. "Peer2Peer"- Das Betreuungsprogramm:
Die Besonderheit ist hierbei, dass dieses Angebot überwiegend von speziell ausgebildeten Tutor*innen (Peers) getragen wird, welche durch das Lehrenden-Team supervidiert werden. Diese Studierenden übernehmen bereits während des Studiums eine Multiplikator*innen-Funktion bei diesen Themen und erarbeiten sich überdies zusätzliche Kompetenzen für ihr eigenes späteres Berufsleben. Das Angebot erfolgt anonym und kostenlos.
Mit Sommersemester 2025 sind aktuell 20 Studierende als Peers im Programm tätig (Gesamtausmaß 60 Semesterstunden pro Studienjahr, exkl. ehrenamtliche Unterstützer/-innen). Insgesamt konnten bislang über 90 Studierende seit 2010 im Rahmen des Programmes als Tutor*innen ausgebildet und angestellt werden. Das nun von diesen Studierenden getragene Betreuungsprogramm umfasst folgende Tätigkeiten und wird im Rahmen dieser Auflistung unter den folgenden Teilabschnitten „Eckdaten des Betreuungsdienstes“, „Qualitätssicherung“, „Fort- und Weiterbildung“ beschrieben (siehe 2a-2c).
2.a. Eckdaten des Betreuungsdienstes
Alle Studierenden der Medizinischen Universität Graz können das Programm als Betroffene von psychosozialen Krisen, Lernproblemen und/oder bei Interesse am Erlernen von gesundheitsförderlichem Wissen und/oder Techniken, aber auch bei Wunsch nach einem persönlichen Mentoring in Anspruch nehmen.
Das Programm bietet dabei an der Klinischen Abteilung für Medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie unter anderem Einzelberatungen ("Peer Support") an.
Die Kontaktaufnahme ist per E- Mail, persönlichem Ansprechen der Tutor*innen und Social Media möglich. Nach Kontaktaufnahme werden individuelle Termine (montags-freitags) in den Räumlichkeiten der klinischen Abteilung vereinbart. Die studentischen Tutor*innen erheben die zugrundeliegende Problematik und organisieren, in Absprache mit dem/der Betroffenen, die weiteren Schritte (weitere Betreuung durch den/ die Tutor*in; Beiziehung des Lehrenden-Teams falls z.B. psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist).
Funktionen bzw. Tätigkeiten die unter anderem wahrgenommen werden:
1. Entlastendes Gespräch (z.B. bei Versagensängsten, Problemen im privaten Umfeld) 2. Informationen über zuständige bzw. weiterhelfende Stellen (Universität, Sozialberatung, ÖH, öffentliche Einrichtungen etc.)
3. Unterstützung bei Lernplanerstellung, Koordination von Prüfungsantritten, Vermittlung von Lerntechniken
4. Psychoedukation hinsichtlich Faktoren des persönlichen Stresses sowie mögliche Coping-Strategien
5. Vermittlung von Entspannungstechniken
6. Weitervermittlung an Fachstellen (z.B. Psychotherapie, Universitätsadministration, ÖH)
Neben der Unterstützung in psychosozialen Krisen bzw. bei der Stressbewältigung im Einzel-Setting wird seit Wintersemester 2016/17 ein Mentoring-Programm als Gruppenangebot (max. Teilnehmer*innen Anzahl 10 Studierende pro Gruppe, betreut durch zwei Tutor*innen (jeweils ein Mann/eine Frau) für Erstsemestrige angeboten. In diesem stehen der soziale/kollegiale Austausch im Vordergrund, um einen guten Start in das Studium zu ermöglichen und bereits präventiv Stressoren frühzeitig zu erkennen und Ängste zu minimieren.
2.b. Qualitätssicherung
Die interne Qualitätssicherung, sowohl die psychosoziale Gesundheit der Tutor*innen als auch die Weiterentwicklung des Programmes betreffend, genießt einen hohen Stellenwert.
Dies umfasst folgende Punkte:
* Halbtägige Klausur zu Semesterbeginn (Definition von Schwerpunkten sowie Aufgabenverteilung neben der Beratungstätigkeit)
* Mitarbeiter/-innen-Gespräch (mind. eines pro Semester)
* Teamtreffen alle 2-3 Wochen
* Einzelfallreflexion mit der Leitung
* Gruppensupervision/Fallbesprechung (mit Psychotherapeut*in) alle vier Wochen
* Einzelsupervision laufend bei individuellem Bedarf (mit Psychotherapeut*in)
* Interne Fortbildungen für die studentischen Tutor/-innen (1-2 pro Semester; z.B. „Verhaltenstherapeutische Interventionsmöglichkeiten“, „Entspannungstechniken“)
* Standardisierte Dokumentation, SOPs, Beratungstools
* Evaluierung hinsichtlich der Betreuungszahlen, der Fragestellungen und Bewertung in den Kontakten, als auch der Inanspruchnahme von Supervisionen und externen Fortbildungen (Workshops)
2.c. Fort- und Weiterbildung
Neben der Beratung in akuten Krisen ist ein Hauptfokus der Programmtätigkeit auf Gesundheitsförderung und Prävention gerichtet. Dies umfasst sowohl individuelle (Umgang mit eigenen Ressourcen) als auch strukturelle Einflüsse. Hierzu werden, abseits der Wahlfächer, Vorträge und Workshops durch die Tutor*innen selbst organisiert, Skripte (u.a. Lerntechniken) hergestellt und das Social Media-Angebot betreut.
Beispielhafte Tätigkeiten:
* Workshops zu Entspannungstechniken, Lerntechniken/Zeitmanagement und Yoga
* Vortrag Softskills in Praktika und Famulaturen
* Podcasts
* Workshop-Reihe "How to Diplomarbeit"
ad 3. Forschung
Im Schwerpunkt "Health of Students" erfolgen eine kontinuierliche Lehrforschung (Fokus: Wahlfächer), Forschungsprojekte zur Studierendengesundheit (lokal wie international) und die Vergabe von Diplomarbeiten. Ergebnisse werden laufend auf Kongressen präsentiert.
Akzeptanz und Resonanz
Die Angebote des Schwerpunktes "Health of Students" werden laufend genutzt. Das Angebot besteht mittlerweile seit 2010/11 und kann von Jahr zu Jahr seine Reichweite erhöhen. Insbesondere seit der Corona-Pandemie wurde eine deutliche Zunahme der Einzelberatungen sowie der Fortbildungsangebote wahrgenommen.
Betreuungs- und Kontaktzahlen des Schwerpunktes Health of Students - Peer2Peer:
Peer-Support (Einzelberatungen) und Gesamtkontakte (Peer-Support, Vorträge, Workshops, Kurse, Lernunterstützung etc.) der letzten drei Studienjahre:
- Studienjahr 2022/23: 71 Kontakte Einzelberatungen), Gesamtkontakte 780
- Studienjahr 2023/24: 90 Kontakte Einzelberatungen, erstmalig über 1000 Gesamtkontakte
- Studienjahr 2024/25 (bis inkl. 28. Februar 2025): 40 Kontakte Einzelberatung, Gesamtkontakte 620
- Bearbeitete Themen in Einzelgesprächen und Fortbildungen: u.a. Prüfungsängste, Lernschwierigkeiten, psychische Belastungen und Diagnosen, Entspannungstechniken, spezifische Herausforderungen im Medizinstudium, Doktorat- und PhD, Vereinbarung Studium, Beruf, Privatleben
- Nicht inkludiert in den vorliegenden Zahlen sind hierbei das psychiatrische und psychotherapeutisches Angebot an Studierende der Klinischen Abtl. für Med. Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie, welche zum Teil die fachliche Betreuung, nach Vermittlung durch das Peer2Peer-Programmes, bei betroffenen Studierenden weiter übernimmt (bspw. Psychotherapie oder psychopharmakologische Medikation) und hauptsächlich durch das Projektteam des Schwerpunktes Health of Students getragen wird.
Die Wahlfächer ("Psychosoziale Krisenintervention und Stressbewältigung" und "Medical Humanities)" sind jedes Semester voll ausgebucht und 1-2 fach hinsichtlich Warteliste überzeichnet. Bspw. "Psychosoziale Krisenintervention und Stressbewältigung" im Sommersemester 2024, 10 Studierende fix im Wahlfach, 32 auf der Warteliste.
- Die Evaluierung und Lehrforschung zeigen eine positive Annahme sowie eine subjektive Kompetenzsteigerung und Wissenszunahme im Wahlfach.
- Es werden zudem ca. 2 Diplomarbeiten pro Studienjahr zu den Themengebieten des Schwerpunktes begleitet.
Abstract - Daten des Wahlfaches (2021) siehe unter diesem Link: www.egms.de/static/en/meetings/gma2021/21gma074.shtml
Aktuelle Daten mit über 130 Absolventinnen und Absolventen des Wahlfaches sind gerade in Auswertung und werden im Verlauf des Jahres 2025 publiziert.
Nutzen und Mehrwert
Das Beratungsangebot für psychosoziale Krisen wird fortlaufenden wahrgenommen, wobei Studierende in akuten Krisen unterstützt bzw., wenn notwendig, frühzeitig durch psychologische/psychotherapeutische Hilfe unterstützt werden können. Die Workshops helfen bei der Lernerleichterung (Lerntechniken/Zeitmanagement) sowie Stressreduktion (Entspannungstechniken), insbesondere bei Studierenden, welche bei bereits längeren Stehzeiten unser Angebot in Anspruch nehmen. Hierdurch ergibt sich - zumindest im individuellen Fall - eine Verkürzung der Stehzeiten und damit auch eine Abnahme von persönlicher Belastung und unnötig verlängerten Zeiten bis zum Studienabschluss.
Bei Studierenden des ersten Semesters kann das Gruppenmentoring einen ersten sanften Einstieg in die neue Umgebung "Universität" ermöglichen und durch den Austausch mit bereits erfahrenen studentischen Kolleg*innen offene Fragen und Sorgen auf niederschwellige Art und Wiese beantworten bzw. lindern. Die niederschwellige Informationsvermittlung (Organisation, Abläufe auf der Universität) kann hierbei auch universitäre-administrative Stellen entlastet, indem durch die Beratungsfunktion unnötige Konsultationen reduziert/verhindert werden .
Lehrende und Mitarbeitender/-innen der Verwaltung haben bei Konfrontation/Begegnung mit u.a. psychisch belastenden Studierenden die Möglichkeit schnell und unbürokratisch an eine Erstansprechstelle zu vermitteln, die eine weitere fachliche/professionelle Betreuung ermöglicht. Ein weiterer Mehrwert ergibt sich für die studentischen Tutor*innen (Peers). Diese lernen bereits während des Studiums den Umgang mit psychosozialen Belastungen bzw. der praktischen Abwicklung in der Betreuung von Betroffenen. Zudem werden Kompetenzen in der Veranstaltungsorganisation, der Wissensaufbereitung und - vermittlung (bspw. Workshops) sowie der Forschung (u.a. Kongresspräsentationen) erlernt.
Mit der Ausweitung des Angebotes auf Doktorats- und PhD-Studierende wurde ein dringend notwendige weitere Ansprechstelle für Studierende mit spezifischen Herausforderungen geschaffen, wodurch zielgerichtete Beratungen möglich sind (bspw. mentale Gesundheit, Sprachverständigungsprobleme, Belastungen durch soziale Isolation bei bspw. internationalen Studierenden).
Übertragbarkeit und Langlebigkeit
Das Projekt läuft seit 2010
Das Programm ist als dauerhafte - von Studierenden getragene - Einrichtung geplant, welches den Peer2Peer-Gedanken zur Stärkung der Gesundheit von Studierenden nutzt. Das Konzept ist auf andere Hochschulen übertragbar. Seit mehreren Jahren unterstützen wir andere Hochschulen beim Aufbau derartiger Programme durch unsere gewachsene Expertise in den letzten 15 Jahren.
Institutionelle Unterstützung
Das Projekt wird seitens der Hochschule durch finanzielle Massnahmen (Anstellung der Tutor*innen, Reisekosten) unterstützt. Die Lehrenden üben ihren Tätigkeiten im Rahmen ihrer Anstellungen zusätzlich aus.
Es erfolgt ein kontinuierlicher Austausch mit universitätsinternen Stellen (bspw. Vizerektorat, Med:Connect, etc.) um das Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf mögliche Belastungsquellen im Studium reagieren zu können.