Duales ausbildungsintegrierendes Studium bei der FH St. Pölten und der Siemens AG Österreich

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ziele: Ziel der entwickelten kooperativen Lehr- und Arbeitsform zwischen der Fachhochschule St. Pölten und der Siemens AG Österreich ist es, mit dem dualen ausbildungsintegrierenden Studium, ein Angebot speziell für AHS-Absolvent*innen zu schaffen, welches ein duales technisches Studium mit einer Lehrausbildung bei der Siemens AG Österreich kombiniert.

 

Motive: AHS-Maturant*innen sind allgemein sehr gut ausgebildet, dennoch ist der Einstieg in ein technisches und duales Studium sehr anspruchsvoll, da in sehr kurzer Zeit technische Grundlagen erlernt werden müssen und diese in der Praxis im Unternehmen angewendet werden sollen. Darum entscheiden sich viele AHS-Maturant*innen, trotz technischen Interesses, gegen ein duales Studium. Mit dem eingereichten Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums sollen mehr AHS-Maturant*innen für eine technische Hochschulausbildung mit Praxisbezug begeistert werden. Es führt zu einer Steigerung der MINT-Absolvent*innen und wertet gleichzeitig die Lehre durch die Kombination mit einem Studium auf.

 

Ausgangslage: In der Vergangenheit konnten sich nur wenige AHS-Absolvent*innen für ein duales, technisches Studium begeistern, da der Jobeinstieg ohne berufsbildende höhere Schule für diese spezielle Zielgruppe sehr herausfordernd war. Durch die Kombination von dualem Studium und Lehrausbildung wird den Studierenden ein sanfter Einstieg in das Berufsleben ermöglicht.

Kurzzusammenfassung

Das duale und berufsbegleitende Bachelorstudium Smart Engineering kombiniert Theoriephasen an der FH St. Pölten mit Praxisphasen in der Industrie. Bei der vorliegenden Einreichung wird eine kooperative Lehr- und Arbeitsform zwischen der Fachhochschule St. Pölten und der Siemens AG Österreich vorgestellt. Im Zuge dieser Kooperation wird das duale und berufsbegleitende Studium mit einer Lehrausbildung bei Siemens kombiniert und als duales ausbildungsintegrierendes Studium angeboten. Das Projekt wurde im WS 2018/19 gestartet und derzeit absolvieren vier Studierende ihre Ausbildung entsprechend dem eingereichten Konzept. Das kooperative Ausbildungssystem spricht speziell die Zielgruppe der AHS-Absolvent*innen an, die einerseits Interesse an einer technischen Ausbildung haben und andererseits einen sanften Einstieg ins Berufsleben über die Lehre bevorzugen.

Studierende erhalten bei diesem Konzept zwei Abschlüsse. Nach 2,5-3,5 Jahren absolvieren sie die Lehrabschlussprüfung zur/zum Elektrotechniker*in und nach 3,5 Jahren schließen sie den Studiengang mit dem akademischen Titel Bachelor of Science in Engineering ab.

In der Lehrausbildung bei der Siemens AG Österreich werden Lehrlinge im Bereich Elektrotechnik/Mechatronik in modernsten Laboren mit neuestem Equipment ausgebildet. Auf den theoretischen Teil der Lehrabschlussprüfung werden Lehrlinge in der Berufsschule vorbereitet.

Summary

The work integrated bachelor’s degree in Smart Engineering combines theoretical phases at the St. Pölten University of Applied Sciences with practical phases in industry. In this submission, a cooperative form of education is presented between the St. Pölten University of Applied Sciences and Siemens AG Austria. In the course of this cooperation, the work integrated study programme is combined with an apprenticeship at Siemens. The project started in winter term 2018/19 and four students are currently completing their education according to the submitted concept. The cooperative education format specifically addresses the target group of grammar school graduates (AHS) who are interested in a technical study programme on the one hand and who prefer starting their career with an apprenticeship on the other hand.

This concept leads the students to two degrees. After 2.5-3.5 years they complete their apprenticeship to become an electrical engineer and after 3.5 years they complete the study programme with the academic title Bachelor of Science in Engineering.

In the apprenticeship at Siemens AG, apprentices are trained in modern laboratories with state-of-the-art equipment. Additionally, they are prepared in the vocational school for the theoretical part of the final apprenticeship exam.

Nähere Beschreibung

Beim eingereichten Konzept zum dualen ausbildungsintegrierenden Studium, welches in Zusammenarbeit mit der Siemens AG Österreich entwickelt wurde, wird das duale und berufsbegleitende Bachelorstudium Smart Engineering mit einer Lehrausbildung zum/r Elektrotechniker*in bzw. Mechatroniker*in bei Siemens kombiniert.

 

Die Bewerbungsphase für das duale ausbildungsintegrierende Studium:

Die Interessent*innen bewerben sich bei der Siemens AG Österreich um eine Lehrstelle und gleichzeitig bei der FH St. Pölten um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang Smart Engineering. Die Auswahl der Interessent*innen erfolgt bei der Siemens AG Österreich nach der Bewerbung mittels einstündigen Online-Assessments. In diesem ersten Auswahlschritt wird die Auswahl für die nächste Bewerbungsrunde zunächst notenunabhängig getroffen. Anschließend werden die besten Interessent*innen zu einem Assessment Center eingeladen in dem gemeinsam mit dem späteren Fachbereich eine Entscheidung in Bezug auf die Aufnahme getroffen wird. An der Fachhochschule werden die Interessent*innen nach den schulischen Leistungen, dem Ergebnis in einem Potentialtest und einem persönlichen Interview gereiht. Das sehr aufwändige Aufnahmeverfahren sowohl bei der Siemens AG Österreich, als auch bei der FH St. Pölten soll garantieren, dass nur sehr leistungsfähige Studierende in das spezielle Ausbildungsangebot des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums eintreten. Die Zahl der Bewerber*innen war für das WS 2019/20 sehr hoch. Die Leistung der ausgewählten Studierenden war dementsprechend im ersten Semester herausragend.

 

Die Lehrausbildung zum/r Elektrotechniker*in bei der Siemens AG Österreich:

Sie fokussiert sich auf die Planung, die Entwicklung, die Konstruktion und das Überwachen von Anlagen und Maschinen innerhalb eines Unternehmens. Die Ausbildung ist modular aufgebaut. In einem Grundmodul werden in den ersten zwei Lehrjahren die Kernkompetenzen der Elektrotechnik/Mechatronik gelehrt. Im folgendem Hauptmodul können die Studierenden für die nächsten eineinhalb Lehrjahre in Abstimmung mit der Arbeitgeberin eine Vertiefung analog zu den speziellen Interessen des Lehrlings bzw. nach den Anforderungen des Ausbildungsunternehmens wählen. Wenn vom Unternehmen und den Studierenden gewünscht kann ein Antrag auf Verkürzung der Lehrzeit von dreieinhalb Lehrjahre auf zweieinhalb Lehrjahre gestellt werden, da die Studierenden einen AHS-Abschluss haben. Die fachliche Ausbildung in den modernen Siemens-Trainingscentern ergänzt sich perfekt mit den Praxisphasen in den unterschiedlichen Fachabteilungen bei Siemens und den Theoriephasen in der Berufsschule. Feedback und Erfolgskontrollen gehören sowohl in den Fachabteilungen als auch in der Lehrwerkstatt zur Qualitätssicherung. Die Berufsschule wird derzeit in zwei 5-Wochen-Blöcken pro Lehrjahr absolviert. Generell ließe sich das Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums aber auch mit der Berufsschule im Tagesschulformat umsetzen. Durch das hochwertige Ausbildungskonzept der Siemens AG Österreich erhalten die Studierenden eine solide Fachausbildung, Handlungskompetenz und eine direkte Beschäftigungsfähigkeit bei Siemens. Neben der fachlichen Ausbildung bietet die Siemens AG Österreich ein interessantes Gesamtkonzept für das duale ausbildungsintegrierende Studium an, bei dem die Studierenden von der finanziellen Unabhängigkeit durch das Beschäftigungsverhältnis, Unterstützung bei der Suche nach Projekt- und Abschlussarbeitsthemen, der Übernahme der Studiengebühren, und durch die Freistellung für den Blockunterricht an der Fachhochschule, profitieren.

 

Dualer und berufsbegleitender Bachelorstudiengang Smart Engineering:

Smart Engineering wurde in berufsbegleitender Form als dualer Studiengang akkreditiert, verbindet also Studium und Beruf noch enger als herkömmliche berufsbegleitende Studiengänge. Praxis- und Ausbildungsblöcke in kooperierenden Unternehmen sind fixe Bestandteile des Curriculums. Die vier dualen Projekte dienen zum Aufbau von Handlungskompetenzen in dem zuvor erlernte, theoretische Inhalte praktisch umgesetzt, erprobt und vertieft werden. Die Projektthemen lassen sich direkt aus aktuellen Problemstellungen der Partnerunternehmen ableiten. Jedes der vier dualen Projekte wird mit einer angeleiteten Reflexionsphase abgeschlossen. Dadurch werden Lernergebnisse ausgewertet, eigene Kompetenzprofile reflektiert, Stärken und Schwächen analysiert und Projektergebnisse präsentiert.

Für die Umsetzung der dualen Studienform wird ein Unternehmensnetzwerk gebildet. Smart-Engineering-Student*innen sind entweder bereits Mitarbeiter*innen oder können sich in Ihrem ersten Studienjahr um einen Arbeitsplatz in den kooperierenden Unternehmen bewerben, um dort ihre dualen Projekte zu absolvieren. Im eingereichten Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums ist der Studierende schon ab Semester eins bei der Siemens AG Österreich beschäftigt und nimmt im Partnerunternehmen eine spezielle Rolle ein. Die Doppelrolle als Lehrling und Student*in hilft bei den dualen Projektphasen, da sie mehr Coaching und Support von den Kolleg*innen und Unternehmensbetreuer*innen bekommen. Die Anforderungen, für die im Studium verankerten vier dualen Projektphasen im Ausmaß von ca. 30 ECTS-Punkten sind anlog zu jenen der Studierenden die nicht als Lehrling im Unternehmen angestellt sind sondern als Angestellte/r im Unternehmen arbeiten. Die dualen Projektphasen finden am zweiten Lernort (Unternehmen) statt und die Anwesenheit in dieser Zeitspanne von zwei Monaten (November bis Dezember und April bis Mai) beschränkt sich auf die Abstimmungstermine mit den Fachhochschulbetreuer*innen.

Das 1. und 2. Semester im Bachelorstudiengang dienen der Vermittlung der theoretischen Grundlagen in den Bereichen Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Prozess- und Produktionsmanagement. Die ab dem 3. Semester curricular verankerten dualen Projekte legen Wert auf eine aufbauende Herangehensweise und haben folgende Struktur: Im 3. Semester nehmen die Studierenden eine beobachtende Position im Unternehmen ein. Es wird ihnen ein Produktionsprozess zugeordnet, den sie beobachten und dann mit den zuvor an der FH erlernten Methoden auswerten und darstellen sollen. Das Ergebnis ist eine Sollprozessdarstellung zur nachgelagerten Prozessoptimierung. Im 4. Semester arbeiten die Studierenden an einem Umsetzungsprojekt im Unternehmen. So können zum Beispiel die im 3. Semester im Ist-Prozess identifizierten Potenziale umgesetzt werden. Die Studierenden können so ihre erlernten Kompetenzen anwenden, müssen mit Teamsituationen – eventuell auch mit Konfliktsituationen – umgehen lernen und haben direkten Anteil an einer für das Unternehmen relevanten Problemlösung bzw. Prozessverbesserung. Im 5. Semester arbeiten die Studierenden an einem Unternehmensprojekt im Team, welches mit Ansätzen der Digitalisierung in der Produktion (Industrie 4.0) bewältigt wird. Die Studierenden können so ihre an der Fachhochschule erlernten digitalen Technologien und Kompetenzen ins Unternehmen einbringen und dort die für das Unternehmen relevanten innovativen Konzepte evaluieren. Im 6. Semester und letzten Unternehmensprojekt übernehmen die Studierenden bereits Projektmanagementaufgaben bzw. Teilaufgaben und zeichnen sich für Arbeitspakete innerhalb des Projekts verantwortlich. Die Studierenden können so ihre an der FH erlernten Kompetenzen im Projektmanagement anwenden, andere Teammitglieder anweisen und übernehmen Verantwortung in Hinblick auf unternehmensrelevante Problemlösungen.

Studierende werden während ihrer dualen Projekte bei der Siemens AG Österreich von einer Dozent*in der FH St. Pölten und einer Unternehmensmitarbeiter*in gecoacht. Die Betreuung der Studierenden erfolgt unter laufender und enger inhaltlicher und methodischer Abstimmung der zwei Betreuer*innen von FH und Siemens. Im didaktischen Konzept des Studiengangs wird auf Student Centered Learning (SCL) sowie situiertes und problembasiertes Lernen gesetzt. Um die duale Ausgestaltung und den berufsbegleitenden Charakter didaktisch zu untermauern wird auch im dualen ausbildungsintegrierenden Studium besonderer Wert auf die Umsetzungskompetenzen und Handlungskompetenzen der Studierenden gelegt. Dies wird mit Hilfe dualer Projektphasen sichergestellt, die bei Siemens stattfinden. Besonderer Wert im Sinne signifikanter Kompetenzentwicklung wird hier auf die systematische Reflexion der dualen Projekte gelegt. Diese wird in den zu Semesterende eingeplanten Reflexionsphasen umgesetzt, in denen kollaborativ Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge reflektiert und mit den Kommiliton*innen und Vortragenden geteilt werden.

 

Kooperation und Abstimmung beim dualen ausbildungsintegrierenden Studium:

Die Schnittstelle zwischen der Siemens AG Österreich und der FH St. Pölten wird durch eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung organisiert.

Die strategische Entwicklung des Konzepts erfolgte zwischen dem Leiter der Ausbildung der Siemens AG, Gerhard Zummer und den Koordinator*innen Sabine Sabine Piry und Norbert Kretek, und dem Studiengangsleiter an der FH St. Pölten, Thomas Felberbauer. Die operative Abstimmung erfolgt zwischen der Koordinatorin der Siemens-Lehrlingsausbildung, Sabine Piry, und Erika Marschalek, die für die Unternehmensbetreuung der FH St. Pölten verantwortlich ist. Fachliche Themen werden zwischen der Studiengangleitung und dem Fachbereichsleiter der Ausbildung bei Siemens, Norbert Kretek, behandelt. Die Abstimmung der einzelnen Stakeholder im Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums ist sehr aufwändig, da es mit der Fachabteilung bei Siemens, der Lehrwerkstätte, der Berufsschule, sowie der Fachhochschule gleich vier unterschiedliche Lernorte für die Studierenden gibt.

In regelmäßigen Meetings und Reflexionsphasen wird die Kooperation und Schnittstellenarbeit der vergangene Semesterdurchläufe besprochen und Verbesserungspotentiale für den nächsten Jahrgang identifiziert und später umgesetzt.

 

Abschlüsse im dualen ausbildungsintegrierenden Studium:

Die oberhalb beschriebenen Ausbildungsblöcke des Studiums an der FH St. Pölten und der Lehrlingsausbildung bei der Siemens AG Österreich werden parallel abgehalten und starten beide im September. Die Ausbildung ist Vollzeit, das Studium berufsbegleitend. Teilweise erhalten die Studierenden für den Unterricht am Samstag Ausgleichstage unter der Woche. Außer den Betriebsurlaub in der Fachabteilung bzw. im Trainingscenter gibt es für die Lehrlingsausbildung keine längeren Ferien, diese ist somit ganzjährig. Die Berufsschulblöcke werden gemäß der gesetzlichen Schulzeiten geplant. Der Studierende erhält beim Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden Studiums zwei bewährte Abschlüsse, einen Lehrabschluss und einen Bachelor of Science in Engineering. Nach zweieinhalb bzw. dreieinhalb Jahren absolviert der Lehrling die Lehrabschlussprüfung zur/zum Elektrotechniker*in und legt diese, klassisch wie alle anderen Lehrlinge auch, über die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer ab. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung arbeitet der Studierende im Unternehmen als Facharbeiter*in und sammelt so im letzten Ausbildungsjahr wichtige Praxiserfahrung. Nach dreieinhalb Jahren schließt der Studierende den Bachelorstudiengang Smart Engineering mit dem akademischen Titel Bachelor of Science in Engineering ab. Der Studierende startet anschließend seine Karriere im Unternehmen. Mit dem Hochschulabschluss und der praxisnahen Lehrausbildung bei der Siemens AG Österreich hat sie/er beste Voraussetzungen für einen steilen Karriereweg im Unternehmen. Auch ein weiterführende berufsbegleitendes Masterstudium wäre eine Möglichkeit, ein Spezialgebiet zu vertiefen.

 

Status des Projekts und Fazit:

Das Konzept wurde 2018 entwickelt und konnte im Wintersemester 2018/19 als Pilotprojekt mit zwei Studierenden gestartet werden (Pressemitteilung siehe kurier.at/wirtschaft/siemens-testet-kombi-aus-lehre-und-fh-studium/400403969). Mittlerweile werden vier Studierende im dualen ausbildungsintegrierenden Studium in den Jahrgängen 2018 und 2019 ausgebildet. Das Konzept spricht speziell die unterrepräsentierte Zielgruppe der AHS-Maturant*innen an, die ein technisches Studium mit der Praxis kombinieren wollen und einen sanfteren Einstieg ins Berufsleben über eine Lehrlingsausbildung bevorzugen. Insgesamt ist das duale ausbildungsintegrierende Studium nicht nur eine Bereicherung für die FH St. Pölten, sondern könnte für den gesamten Fachhochschulsektor als Vorzeigebeispiel dienen. Das bereits implementierte Konzept lässt sich auch auf andere Disziplinen wie den Sales-Bereich oder die IT anwenden. Das Modell ist auf die Zielgruppe der AHS-Maturant*innen fokussiert und leistet es einen erheblichen Beitrag zur Steigerung ihres Anteils in technischen dualen Studiengängen.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer wird das Konzept gerade in Niederösterreich ausgerollt, um es auch für andere Ausbildungsunternehmen zugänglich zu machen.

Mehrwert

-Erhöhung des Stellenwerts der Lehre in der Gesellschaft durch die

Kombination mit Studium.


-Große Nachfrage für das Konzept des dualen ausbildungsintegrierenden

Studiums. Auf zwei Lehrstellen bei der Siemens AG Österreich haben sich

über 50 Bewerber*innen im Jahr 2019 beworben.


-Neues Angebot für die unterrepräsentierte Zielgruppe der

AHS-Maturant*innen für duale MINT-Studiengänge.


-Bewerber*innen haben sehr gute Allgemein-Ausbildung.


-Überdurchschnittliche Leistung der Studierenden im Studium.


-Erhöhung des Anteils an AHS Absolvent*innen im MINT-Bereich.


-Neue Zielgruppe (AHS-Absolvent*innen) für Lehrlingsausbildung wird mit

dem Konzept angesprochen, die ansonsten keine Lehrlingsausbildung

beginnen würden.


-Praxisnahe Ausbildung durch den zweiten Lernort im Unternehmen.


-Die Hochschule nimmt dabei aktiv ihre Aufgabe wahr, eine heterogene

Studierendengruppe in Bezug auf Vorbildung zu erreichen.

-Das Konzept spricht auch speziell Frauen an, die sich trotz nicht

technischer Vorbildung für einen technischen Lehrberuf und einen

technisch-naturwissenschaftlichen Studiengang begeistern.


-Potenziale für die Weiterentwicklung: Ab dem Studienjahr 2020/21 werden

auch andere Unternehmen das Konzept zur Kombination von Lehre und

Studium nutzen. 

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Projekt wird laufend weiterentwickelt.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Das Angebot wird laufend evaluiert und zeigt positive Ergebnisse.

Aufwand

Durch das Projekt ist kein zusätzlicher Aufwand entstanden, da das duale

Konzept mit dem zweiten Lernort bereits im Curriculum des Studiengangs

berücksichtigt ist. Generell besteht aber im Vergleich zu klassischen

Studiengängen ein erhöhter Koordinations- und Kommunikationsaufwand

zwischen den einzelnen Stakeholdern notwendig (Studierende, FH, Siemens,

Berufsschule, etc.) der nicht unterschätzt werden darf.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.