Einführung in die Sozialkunde (Vorlesung mit Übung)

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Lehrveranstaltung – eine Vorlesung mit Übung (VU) – ist eine Einführung in die Analyse gesellschaftlicher Prozesse mit historischem Hintergrund. Geschichte wird als „soziales Handeln“ definiert. Erarbeitet werden Strategien, wie gesellschaftliche Veränderungen zwischen historischer Verortung und politischer Entscheidungsfähigkeit verstanden, analysiert und vermittelt werden können. Die Reflexion von Lehr- und Lernstrategien ist hier integraler Bestandteil des Konzepts vor dem Hintergrund der „Medialisierung“ nicht nur der Wahrnehmung, sondern auch der Unterrichtspraxis.

Organisatorisch ist die Lehrveranstaltung in vier thematische Blöcke gegliedert: „Theoretische Grundlagen“ – „Übung Schulbuch“ – „Übung Bilder“ – „Übung AV-Medien“. „Blended Learning" und Collaborative Working (im Sinne ganzheitlicher Ansätze) verbinden die einzelnen Blöcke: Online-Phasen für Gruppenarbeiten zur Vorbereitung der einzelnen Blöcke sind ebenso vorgesehen wie die Integration digitaler Werkzeuge in den Ablauf der Kontaktstunden (Innovationsaspekt). Auf diese Weise wird vermehrt Rücksicht genommen auf die individuellen Zeitbudgets der Studierenden, Zusammenarbeit in Kleingruppen gefördert, und durch die permanente Evaluierung und Reflexion der Inhalte werden Studierende in die Gestaltung der Lehrveranstaltung miteinbezogen (Studierendenorientierung).

Am Ende der Lehrveranstaltung (Kompetenzorientierung) können die Studierenden gesellschaftlichen Wandel im Lichte zentraler historischer Prozesse verstehen und dieses Verständnis mit der Analyse vor allem von (Bild- und AV-)Medien verknüpfen. Sie können „Medialisierung“ definieren und in Zusammenhang mit historischen und aktuellen Thematiken als Analyseansatz anwenden. Darüber hinaus sind sie mit einigen Elementen des „Blended Learning“ vertraut, kennen deren Vor- und Nachteile und können entscheiden, wie sinnvoll deren Anwendung im Schulunterricht ist.

Mit diesem Konzept wurde die Lehrveranstaltung das erste Mal im WS 2018/19 durchgeführt. Es ist ein dynamisches Konzept: Jedes Semester erfolgt eine Modifikation auf Basis der Evaluierung durch die Studierenden und eine Erweiterung durch die Integration anderer Tools – wie beim „e-Learning“ eigentlich selbstverständlich.

Kurzzusammenfassung

Die VU „Einführung in die Sozialkunde“ vermittelt Ansätze zur Analyse gesellschaftlichen Wandels mit Fokus auf Schlüsselthemen wie Frieden, Ökologie und soziale Ungleichheit. In diesem Konzept nimmt Medialisierung eine wichtige Perspektive ein – auf inhaltlicher Ebene wie in didaktisch-methodischer Hinsicht. Quellenkritische Analysemodelle aus der Geschichtswissenschaft werden ergänzt durch medienkritische Ansätze aus den Sozialwissenschaften und Konzepten aus der Fachdidaktik. Dabei werden sozialer Wandel und soziale Partizipation nicht nur in historischer Dimension beleuchtet, sondern auch der Bezug zu aktuellen Problemen hergestellt. Dies wird verbunden mit den Prinzipien des „Blended Learning“. Online Tools werden auf drei Ebenen verwendet: Kollaboratives Arbeiten in Kleingruppen – Autonomes Lernen – Kommunikation im Kurs. Damit ist auch die Reflexion solcher Instrumente und deren Überprüfung für die Anwendung im Unterricht verbunden. Die Lernziele der Lehrveranstaltung: Die Studierenden können gesellschaftlichen Wandel im Lichte zentraler historischer Prozesse verstehen und dieses Verständnis mit der Analyse vor allem von (Bild- und AV-)Medien verknüpfen. Sie können „Medialisierung“ definieren und in Zusammenhang mit historischen und aktuellen Thematiken als Analyseansatz anwenden. Darüber hinaus sind sie mit einigen Elementen des „Blended Learning“ vertraut, kennen deren Vor- und Nachteile und können entscheiden, wie sinnvoll deren Anwendung im Schulunterricht ist.

Summary

The VU „Introduction to Social Studies“ provides approaches to the analysis of social change with a focus on key issues such as peace, ecology, and social inequality. In this concept, medialization takes on an important perspective – both in terms of content and didactic methodology. Source-critical analyses from the Historical sciences are supplemented by media-critical approaches from the Social sciences and concepts from the Didactics of history. Social change and social participation are not only examined in a historical dimension, but in relation to current problems. Furthermore, I use the principles of „blended learning“. Online tools get in on three levels: Collaborative work in small groups - Autonomous learning - Communication in the course. This also involves the reflection of such tools and their evaluation for use in school. The learning objectives of the course: Students are able to understand social change in the light of central historical processes and link this understanding with the analysis of (visual and audio-visual) media in particular. They can define „medialization“ and apply it as an analytical approach in connection with historical and current topics. Furthermore, they are familiar with some elements of „blended learning“, they know their advantages and disadvantages and can decide, how useful their application in school lessons is.

Nähere Beschreibung

Es geht in der Lehrveranstaltung um die Analyse gesellschaftlicher Prozesse mit vertieftem historischem Hintergrund. Diese Analyse bietet ein Fundament für soziales Handeln in der globalisierten Welt unter Berücksichtigung des sozialen Wandels in seiner langfristigen Dimension. Erarbeitet werden auf Basis von zentralen Texten und Originalmaterial (Quellen) Strategien, wie gesellschaftliche Veränderungen zwischen historischer Verortung und politischer Partizipations- und Entscheidungsfähigkeit verstanden, analysiert und vermittelt werden können – insbesondere in Hinblick auf sogenannte „Schlüsselprobleme der Gegenwart“, die nur aus heuristischen Gründen getrennt dargestellt werden: die Frage des globalen Friedens, die Umweltthematik sowie insbesondere soziale Ungleichheit (ein Kernbereich sozialwissenschaftlicher Forschung), erweitert neuerdings durch die Fragen nach der sozialen und ethischen Dimension von „Digitalisierung“. Letzteres lässt sich sehr gut mit dem Konzept des „Blended Learning“ verbinden, da sich im Umgang mit Online Tools konkrete Probleme ergeben, die sich vor dem sozialhistorischen Hintergrund verallgemeinernd erklären lassen (z.B. digitale Sozialisierung und Bildungshintergrund). Damit sollen innovative Momente der Hochschuldidaktik verbunden werden mit der Lebenswelt der Studierenden und den inhaltlichen Thematiken der Lehrveranstaltung.

 

Vor allem gesellschaftliche Diversität und Diskurse über soziale Ungleichheit werden also sowohl in einem größeren globalen Zusammenhang analysiert als auch in Bezug auf die Lebenswelt der Studierenden und besonders auch der Schule – der LehrerInnen und SchülerInnen – in Hinblick auf die Auswirkung sozialer Prozesse auf Sozialisation, Schule/Bildung, auf individuelle Partizipationsmöglichkeiten und auf die Wahrnehmung von aktuellen Thematiken. Dabei bildet das Spannungsfeld zwischen individuellen Handlungsspielräumen und gesellschaftlichen Strukturen, ein integraler Forschungsansatz innerhalb der Sozialwissenschaften, den wissenschaftlichen Rahmen für diese Herangehensweise. Im Zusammenhang mit der Grundfrage der Medialisierung gesellschaftlicher Prozesse – also des Einflusses der Medien auf die Wahrnehmung von Problemen und auf Handlungsabläufe bzw. die Folgen der sich verändernden Medienlandschaft für Individuum und Gesellschaft – werden die Konstruktion von Stereotypen und soziale Inklusions/Exklusionsstrategien thematisiert sowie die Konstruktion von Bedeutungshierarchien und „Realität“ durch mediale Fokussierung. Die Vertiefung dieser Analyse durch historische Kontextualisierung ist die Basis für die Reflexion (gegenwärtiger) holistischer bzw. essentialistischer Konzepte und Radikalismen.

Um diese umfassende und schwierige Thematik zugänglich zu machen, werden mehrere Vermittlungsformate sowohl auf der inhaltlichen als auch auf der didaktischen Ebene (Text, Bild, AVmedien) einbezogen. Hier können zentrale Kompetenzen aus dem geschichtswissenschaftlichen Methodenspektrum mit aktuellen mediendidaktischen Konzepten kombiniert werden. Quellenkritik, also die systematische Kontextualisierung und inhaltliche Analyse von historischem Originalmaterial, bildet die Basis, sozial- und kulturwissenschaftliche Ansätze (Visual Studies, Medienanalyse, Methoden der quantitativen und qualitativen Sozialforschung) ergänzen das Spektrum. Hier werden die Studierenden motiviert, in anderen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Lehrveranstaltungen erworbenes Wissen anzuwenden auf die Thematik sozialen Wandels. Somit wird die quellenkritische (medienkritische) Analysefähigkeit, die in vielen Lehrveranstaltungen (aus Zeitmangel) zu kurz kommt, die aber gerade für künftige LehrerInnen von immenser Bedeutung ist, vertieft.

Grundlegend ist in jedem Fall die Erweiterung jener Kompetenzen, die LehrerInnen weitervermitteln müssen: vor allem Orientierungs-, Frage-, Dekonstruktions-, Methoden- und Sachkompetenz. Als Basisliteratur werden daher auch Texte aus dem fachdidaktischen Bereich herangezogen, in Abstimmung mit dem Fachbereich für Fachdidaktik. Die gemeinsam erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse werden dann auf praktische Beispiele, die auch im Schulunterreicht relevant sind, angewendet (in Einzel-, Gruppen- und Gesamtgruppenarbeitsformat). Während zeitliche/räumliche Verortung (Orientierungskompetenz) und Dekonstruktionskompetenz inhärenter Bestandteil jeglichen Zugangs sind, werden die anderen Kompetenzen explizit herausgearbeitet. Die Frage-Kompetenz wird durch die Zusammenarbeit in der Gruppe sowie durch den Entwurf von Quizfragen zum Lehrstoff vertieft. Die Methodenkompetenz wird fokussiert auf quellenkritische Analysen von Texten, Bildern und Filmen im Rahmen der Medienkompetenz (dem Umgang mit gegenwärtigen Medialisierungsprozessen). Sachkompetenz ergibt sich aus der inhaltlichen Vorbereitung der einzelnen Einheiten.

 

Die Auseinandersetzung mit der Thematik „Medien und Gesellschaft“ erfolgt aber nicht allein auf inhaltlicher Ebene, sondern auch auf der (selbst)reflexiven Ebene des Einsatzes neuer digitaler Medien in Zusammenhang mit dem Konzept von „Blended Learning“ bzw. von Konzepten des „e-Learning“ im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes. Die verwendeten Tools sollen die Studierenden anregen, ihre digitalen Kompetenzen zu erweitern und sie in die Lage versetzen, deren Anwendungsgebiete zu ermessen und die Sinnhaftigkeit solcher Mittel zu erfassen. Sie erhalten am Beginn genaue Anweisungen zum Umgang mit den verwendeten Instrumenten, bringen aber am Ende in ihren Reflexionen ihre Erfahrungen ein, so dass der Erwerb der digitalen Kompetenzen als (nie endender) Prozess („Lifelong learning“) wahrgenommen werden kann.

Dabei wird insbesondere auch ein emanzipatorisches Moment fokussiert: Es geht um den kritischen Umgang nicht nur mit den „klassischen“ Medien, sondern darüber hinaus mit den neuen Möglichkeiten kollaborativen Arbeitens und digitalen Kommunizierens, um einen selbstermächtigenden, eigenverantwortlichen Zugang zur „Digitalisierung“ (aktives Handeln statt kritikloses Verwenden, Sicherheit im Umgang mit den Tools, Reflexion der eigenen Onlinepräsenz) zu entwickeln. In den Blick genommen wird dabei auch die Problematik des Datenschutzes in Zusammenhang mit Lehren und Lernen, so dass das Bewusstsein für Privatsphäre erhöht und die Kompetenz im Umgang mit Daten erweitert wird.

 

Die mediendidaktische Aufbereitung wird hier kurz dargestellt, um nachvollziehbar zu machen, welche Tools verwendet werden (Innovationsaspekt). Das mediendidaktische Konzept fokussiert im Wesentlichen drei Bereiche:

 

1. Kollaboratives Arbeiten online: Moodle, Office365: OneNote, Word online; Canva… (flexibel):

- Förderung des selbstständigen Arbeitens in Kleingruppen durch das Verfassen gemeinsamer Texte online (unter Integration einer Diskussionsplattform als Erweiterung)

- Begleitung des Arbeitsprozesses durch die Lehrende: Feedback, Diskussionsbeiträge, Kommentare und Fragen beantworten

- Autonome Gestaltung der LV-Vorbereitung online (Reflexion der Ergebnisse in der Lehrveranstaltung)

- Reflexion des Arbeitsprozesses in der Gruppe: Sinnhaftigkeit, Einsetzbarkeit, Aufwand…

 

2. Autonomes Lernen: Office365, moodle, kahoot, padlet…; geplant: Videotutorials, H5p…

- Wiederholung durch Selbsttests (allein) und Quiz-Formate (in der Lehrveranstaltung)

- Kommunikation mit der Lehrenden online

- Lerninhalt: von Gruppen in der Lehrveranstaltung selbst erstellte Dokumente

 

3. Kommunikation in der Lehrveranstaltung: Office365, kahoot, feedbackr, padlet…

- Quiz von Studierenden vorbereitet (Hintergrundrecherche, inhaltliche Vorbereitung)

- Erstellung gemeinsamer Dokumente in der LV

- Instrumente zur Unterstützung integrativer Diskussion in einer großen Gruppe

- Evaluierung der LV durch Feedbackinstrumente – Grundlage für weitere Diskussionen

 

Dieses Konzept wurde auf der Tagung „Lehre in den Geisteswissenschaften“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main im November 2018 im Bereich „E-Learning“ präsentiert und diskutiert. Erweiterungen und Anpassungen finden laufend statt.

 

Dieses Format versucht auch, den Zielen des Lehrplans und den Herausforderungen des Studiums gerecht zu werden, so dass die Studierenden nachvollziehen können, welche Funktion die Lehrveranstaltung im Gesamtsystem ihres Studiums einnimmt. Außerdem zielt das „Blended Learning“ darauf ab, durch zeitliche und örtliche Flexibilität die Organisation der Vorbereitungsarbeit und des Kompetenzerwerbs zu erleichtern. In Grenzen lässt sich sogar physische Abwesenheit durch „digitale“ Anwesenheit erweitern.

Der Lehrinhalt fokussiert also auf Themen im schulischen Lehrplan: Anwendungsorientierung ist zentral. Die Elemente des „Blended Learning“ stellen eine Möglichkeit dar, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Studierenden einzugehen. Online-Phasen geben den Lernenden die Möglichkeit zu mehr Selbstorganisation und zur intensiveren Kommunikation untereinander in einem Feld, das ihnen vertraut ist (Diskussionsforen, Onlineplattform, Wiki). Es werden unterschiedliche Instrumentarien verwendet, so dass die Möglichkeiten digitalen Lehrens und Lernens erkannt werden können. Damit kann auch auf die Heterogenität hinsichtlich der Zugänge der Lernenden gut eingegangen werden, durch kollaboratives Arbeiten wird das Peer learning unterstützt bzw. es steht als Unterstützung die Lehrveranstaltungsleiterin zur Verfügung. Die meisten dieser Instrumente sind gratis oder für Studierende kostenlos, so dass diese auch über die Einzellehrveranstaltung hinaus verwendet werden können – sowohl im Studium als auch in der Schule.

Eine jede Anwendung begleitende Reflexionsfrage (Methodenkompetenz) fokussiert auf die Probleme mit den Medien, aber fördert auch die Selbstreflexion der Studierenden hinsichtlich eigener Ideen für jeden Bereich. Damit ist Feedback ein permanenter Prozess, der am Ende der Lehrveranstaltung in eine Gesamtdiskussion mündet. Aus diesen Rückmeldungen ergibt sich die Weiterentwicklung der Methoden, die Überlegungen der Studierenden fließen in die Gestaltung des nächsten Kurses ein.

 

Letztlich wird e-Learning die Zukunft der Lehre mit-definieren, und in diesem relativ geschützten Rahmen der Universität können Studierende ihre Kompetenzen erweitern und ihren eigenen Weg im Umgang damit finden. Somit ist die Idee der Nachhaltigkeit inhärenter Bestandteil der Lehrveranstaltung: Der Anwendungsaspekt (Wie kann man Inhalte und Methoden im Unterricht umsetzen?) wird bei jeder Thematik reflektiert (siehe Kompetenz-Orientierung). Der Gegenwartsbezug wird deutlich hergestellt, so dass der Zusammenhang zwischen historischer Kontextualisierung und aktuellen Problemen erkannt wird (Geschichte als Grundlage für die Analyse von sozialen Problemen und für soziales Handeln in einer globalen Welt).

Jeder methodische Schritt wird in den Gruppen selbst problematisiert und in der Lehrveranstaltung besprochen (Förderung der Methodenkompetenz). Da unterschiedliche Instrumentarien ausprobiert werden, deren Zugänglichkeit auch in Schulen gesichert sein sollte, gibt es eine breite Auswahlmöglichkeit für weitere Anwendungen. Konkret Office365 findet nicht nur breite Unterstützung der schulischen Institutionen, sondern kann von den Studierenden auch für ihre eigenen Arbeiten sehr gut verwendet werden (das wird auch angenommen, wie Einzelfeedbacks beweisen). Ein wichtiger Teil digitaler Kompetenz ist die Flexibilität bei der Einstellung auf neue Techniken und die Wahrnehmung von Lernen als lebenslanger Prozess, dies soll als Grundeinstellung vermittelt werden.

Mehrwert

1. Es ergibt sich insofern eine Zeitersparnis für Studierende und die  Lehrende, als die Blockzeiten um 20% verkürzt werden, d. h. es erfolgt eine Verkürzung der verpflichtenden Anwesenheitszeiten bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz.
2. Freie Zeiteinteilung, Orts- und Plattformunabhängigkeit für das Erbringen der Leistung
3. Vorbereitung der Studierenden ist (für die Lehrende) besser nachvollziehbar (da online verfolgbar)
4. Intensität und Qualität der Diskussionen in der LV steigen durch gezielte Vorbereitung und gestraffte Zeiten.
5. Lernerleichterung ist durch Rückfragemöglichkeit und kollaboratives Arbeiten gegeben.
6. Übertragbarkeit auf andere Lern- und Lehrsituationen

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Die verwendeten Tools und die Möglichkeiten der Interaktion können sowohl auf andere LVs als auch auf den Schulunterricht übertragen werden:, die Zugänglichkeit ist gewährleistet. Dieses Konzept wurde auch von anderen Lehrenden bereits nachgefragt. Die Studierenden nutzen mehrere Programme darüber hinaus für ihre eigenen Arbeiten im Studium selbsttätig.

Das Konzept wird jedes Semester auf Basis des Feedbacks der Studierenden und in Hinblick auf neue Möglichkeiten und Verbesserungen im Detail adaptiert.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die Lehrveranstaltung „Einführung in die Sozialkunde“ wurde 2018/19 mit dem Lehrpreis der Universität Graz „Digitale Lehre: Ausgezeichnet!“ ausgezeichnet, der 2018/19 zum Fokus „Diversität [er]leben“ verliehen wurde. Der Lehrpreis soll innovative Lehrkonzepte und medien-didaktische Umsetzungen sichtbar machen, anderen Lehrenden damit eine Anregung bieten, die Diskussion hochschul- und mediendidaktischer Erkenntnisse und Trends anstoßen sowie die Bemühungen von engagierten WissenschaftlerInnen, die mit Begeisterung ihre Lehre gestalten, honorieren.

Die Entscheidung für den Lehrpreis traf eine von der Vizerektorin für Lehre einberufene Jury, die sich an den Kriterien Neuartigkeit und Originalität, Bezug zum Lehrpreisfokus, Schlüssigkeit des LV-Konzepts, aussagekräftige und vollständige LV-Beschreibung in UNIGRAZonline, (medien-)didaktische Aufbereitung, Einsatz von Lehr-/Lerntechnologien, Zweckmäßigkeit (zur Erreichung der intendierten Lernziele) und den studentischen Rückmeldungen orientierte. Die Lehrveranstaltung konnte in allen Kategorien überzeugen.

Besonders hervorzuheben sind die positiven Rückmeldungen der Studierenden. Die Lehrveranstaltung wurde im Wintersemester 2018/19 evaluiert. Insgesamt sind die Evaluierungsergebnisse dieser Lehrveranstaltung als sehr positiv anzusehen. Dazu wurde ein standardisierter Fragebogen verwendet, der die Fach-, Methoden-, Sozial-, Personal- und Medienkompetenz thematisiert. Die jeweiligen Kompetenzbereiche sowie die sonstigen Aussagen können auf einer Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 6 (stimme völlig zu) bewertet werden. Grundsätzlich sind studentische Rückmeldungen im ‚oberen‘ Teil der Bewertungsskala, d.h. mit Mittelwerten über 3,5, als positiv zu bewerten.

In Bezug auf die Rückmeldung der Fach- und Methodenkompetenz liegt der Mittelwert bei 4,81. Die Evaluierung der Medienkompetenz ist mit einem Mittelwert von 5,23 als außerordentlich positiv zu betrachten. Die Studierenden hatten während der Lehrveranstaltung das Gefühl, dass auf die vielfältigen Bedürfnisse eingegangen wird (MW=5,30) und die Lehrende die Heterogenität der Studierenden berücksichtigt hat (MW=5,20). Des Weiteren wurde die Aussage „In der Lehrveranstaltung kann ich meine sozialen Kompetenzen erweitern bzw. festigen, um sensibel um Umgang mit verschiedenen Menschen zu agieren.“ mit einem Mittelwert von 5,22 als sehr positiv evaluiert.

Der Einsatz innovativer Lehr- und Lerntechnologien ist mit einem Mittelwert von 5,5 als sehr positiv zu vermerken. Die Studierenden haben konstruktives und persönliches Feedback erhalten (MW=4,4) und schätzen das klare und transparente Beurteilungsschema (MW=5,1). Ganz besonders hervorzuheben ist, dass die Studierenden das Gefühl hatten, respektvoll behandelt zu werden (MW=5,8) und das Klima zwischen Lehrperson und Studierenden sehr positiv war (MW=5,91). Weiters hat die Lehrveranstaltung mit einem Mittelwert von 4,91 das Interesse der Studierenden am Fachgebiet gefördert und auch das didaktische Vorgehen ist mit einem Mittelwert von 5,55 als sehr positiv zu vermerken. Außerdem haben die Studierenden mit einem Mittelwert von 5,2 das Gefühl, dass sich die Lehrveranstaltung positiv von anderen abhebt.

 

Vollständige Evaluierungszusammenfassung:

drive.google.com/file/d/1FmScFH0VM1OtnQiN28HJoYrbwRiDZL7u/view

 

Das Lehrveranstaltungskonzept wurde darüber hinaus von anderen Lehrenden diskutiert und nachgefragt, was für die Akzeptanz des Konzepts seitens anderer Lehrender spricht.

Aufwand

1. Neues Zeitmanagement: Integration der Betreuung der Online-Phasen in den Zeitplan der Lehrenden und Studierenden
2. Weiterbildung bezüglich e-Learning als permanentes Postulat für Lehrende
3. Die Einarbeitung in ein Tool ist aufwändig, der Ablauf muss genau erklärt werden, „technische Betreuung“ der Studierenden als zusätzliches Moment

Positionierung des Lehrangebots

Bachelorstudium „Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung“ (Lehramt), 3. Semester+

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.