Interaktive Linz-Karte mit Kurzfilm-Dokus

Umgesetztes Projekt

Ziele

Video- und Audio Umsetzungskompetenzen sind Säulen für die Implementierung innovativer Lehr- und Lernkulturen wie z. B. "Flipped Classroom". Basiswissen und grundlegende Kompetenzen reichen oft aus um gute Lernprodukte zu erstellen. Im Schulbereich sind sie aber nur in geringem Ausmaß zu finden. Das Projekt bringt eine derartige "Grundausbildung" in das Studium Sekundarstufe "Geschichte" und trägt so zur Mediengestaltungskompetenz zukünftiger Lehrer*innen bei. Ebenso geschult wird die künstlerische Gestaltung von Lernprodukten. Im Projekt wird immer versucht zusätzlich Veröffentlichungsebenen zu erschließen und auf diese Weise zusätzliche intrinsische Motivation zu erzeugen.

Kurzzusammenfassung

Bei diesem Projekt wurden von Studierenden der PH OÖ im Rahmen der Lehrveranstaltung „Neue Medien und Arbeitstechniken im Geschichte-Unterricht“ Kurzfilm-Dokumentationen erstellt. Als Grundlage für die Recherchen zu diesen Kurzfimen wurde das Projekt „IN SITU“ herangezogen. Dieses künstlerisch-wissenschaftliche Projekt für das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2009 hatte die Visualisierung und Einschreibung der vielschichtigen Dimensionen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik in die Alltagswahrnehmung zum Ziel. Die Studierenden arbeiteten in Zweier- oder Dreiergruppen an ihren Dokumentationen, die sie mit ihren Smartphones filmten und selbständig editierten. Diese Kurzfilme sind auf einer eigens dafür angefertigten interaktiven Linz-Karte mit Hilfe von QR-Codes abrufbar.

Ziel dieses Projekts ist es, eine Kompetenz zu erlangen, die in einem modernen Geschichtsunterricht einsetzbar ist, sowie eine Projektvorlage zu kreieren, die auch mit Schulklassen umgesetzt werden kann.

Summary

In this project, students of the University of Education Upper Austria (PHOOE) created short film documentaries within the course "New Media and Working Techniques in History Classes". Scientific basis of the student's work was the "IN SITU" project which inspired the students for their short films. The aim of this artistic-scientific project for the European Capital of Culture 2009 year in Linz was to visualise and inscribe the multifaceted dimensions of the National Socialist extermination policy into everyday life. The students worked in groups of two or three on their documentaries, which they filmed with their smartphones and edited independently. These short films can be accessed on a specially created interactive map of Linz using QR codes placed on this map.

The aim of this project is, among other things, to acquire competences which can be used in modern history teaching, as well as to create a project template that can also be implemented in classrooms.

Nähere Beschreibung

Aufbauend auf eine inhaltliche Einführung in historisches Hintergrundwissen und die Dokumentation des IN SITU Projektes entschieden sich die Studierenden für einen der Orte und erstellten ein Filmkonzept von der Idee bis zum Drehbuch und der Umsetzungsplanung. Es folgte eine Grundeinschulung in Kameraarbeit und Schnitttechnik. In Kleingruppen wurden daraufhin die Dreharbeiten durchgeführt, wobei die Studierenden in der Regel ihren eigenen verfügbaren Aufnahmegeräte wie z. B. Smartphones verwendeten. Für den Schnitt wurde die online Digital Storytelling Plattform "wevideo" verwendet, die kollaboratives Arbeiten in den Gruppen unabhängig von Desktopinstallationen erlaubte und zur Gestaltung notwendige urheberrechtsfreie Medieninhalte zur Verfügung stellte. Die fertigen Produkte wurden im Rahmen einer Live Sendung im Linzer Community Fernsehen DORF TV vorgestellt, wobei die Studierenden als Studiogäste geladen waren. Im Anschluss daran wurde mit Bildbearbeitungsprogrammen die Linzkarte mit QR Codes erstellt und die Codes zu den jeweiligen Onlinespeicherorten der Videos verlinkt. Die Karte ist für den Einsatz in Schulen oder anderen Bildungsorten verfügbar.

Mehrwert

Der Mehrwert bei diesem Projekt entsteht durch einen freieren, künstlerischen Zugang zu einem zeithistorischen Thema, das mit sehr vielen negativen Konnotationen behaftet ist.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Konzept, sich einem Thema durch eigenständige Recherche und filmische Umsetzung des Recherchierten anzunähern, ist auch auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar und soll auch zukünftig verbessert und weiterentwickelt werden.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die Akzeptanz des Projektes war sehr hoch. Es gibt etliche positive Rückmeldungen, die bei Bedarf auch nachgereicht werden könnten. Viele Studierenden beteiligten sich bei weiterführenden Medienprojekten.

Aufwand

Sehr viel privaten Einsatz (auch durch die Studierenden) ;)

Positionierung des Lehrangebots

Dieses Projekt wurde innerhalb der Lehrveranstaltung "Neue Medien und Arbeitstechniken" durchgeführt, welches im Bachelor-Studium der Sekundarstufenausbildung im Fach Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung im ersten beziehungsweise zweiten Studiensemester verankert ist. Als "Kernstoff" für diese Lehrveranstaltung ist im Curriculum unter anderem auch die "Aneignung von Medienkompetenzen" angeführt. Dieser Punkt wird in dem durchgeführten Projekt geschult, intensiviert und erweitert.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.